TV-Nachrichten im Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und Seriosität

Anwendung der Sprache in TV-Nachrichten und wie sie die Wahrnehmung der Inhalte beeinflusst


Hausarbeit, 2009

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einstieg
1.1. Nennung des Untersuchungsbereiches und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Struktur der Arbeit
1.3 theoretischer Hintergrund

2. Nachrichtenanalyse
2.1. Erarbeitung und Darstellung - ein Nachrichtenbeitrag des Senders ZDF
2.2. Erarbeitung und Darstellung - ein Nachrichtenbeitrag des Senders RTL
2.3. Direkte Gegenüberstellung - linguistische Analyse

3. kritische Betrachtung
3.1. Schlussfolgerungen
3.2. Kritikpunkte

Literaturverzeichnis

1. Einstieg

1.1. Nennung des Untersuchungsbereiches und Zielsetzung der Arbeit

Unsere Neuzeit ist eine große „Spielwiese“ der modernen Technik. Jedes Jahr werden auf vielen Messen die neuesten technischen Errungenschaften unserer Welt vor­gestellt und bewährte Erfindungen verfeinert. Das Fernsehen als Medium der Informationsvermittlung und Unterhaltungsquelle ist aus den Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. In der Zeit, in der jeder Mensch sich täglich der Informationsflut unserer Welt gegenübersieht, sind Fernsehnachrichten eines der beliebtesten Mittel, um über das lokale sowie weltgeschichtliche Geschehen informiert zu werden. Obwohl gerade dieses Medium stark von der Übermittlung visueller Reize lebt, ist „die Sprache [ist] - Bilderflut her - noch immer das konstitutive Ausdrucks- und Vermittlungsinstrument der medialen Kommunikation und Publizistik.“[1] Diese Hausarbeit möchte einen linguistischen Blick auf die durch Fernsehanstalten ausgestrahlten Nachrichten werfen und dabei besonders auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede achten, die auftreten, wenn dieselbe Information einmal durch öffentlich- rechtliche und einmal durch private Sender übermittelt wird.

1.2. Struktur der Arbeit

Um zwei ausgewählte Nachrichten linguistisch zu untersuchen, werden in einem ersten Punkt die für die Analyse notwendigen Begrifflichkeiten definiert. Auf dieser Basis fußt die anschließende Beispielbetrachtung, in der linguistische Werkzeuge praktisch angewandt werden. Untersucht werden hierfür zwei Nachrichtensendungen, zum einen eine des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF und zum anderen eine des Privatsenders RTL, beide vom 09. März 2009. Beide Sender zeigten an jenem Tag einen Filmbericht über die Erfassung des mutmaßlichen Täters im Mordfall Michelle aus Leipzig (August 2008).[2]

Zur Untersuchung der unterschiedlichen Konzeption dieser Information wird ihre sprachliche sowie auch bildliche Darstellung in tabellarischer Form transkribiert und anschließend detailliert von einem linguistischen Blickwinkel aus analysiert.

Die abschließende Betrachtung der Ergebnisse erfüllt nicht nur den Zweck einer Zusammenfassung, sondern soll vor allem Schlussfolgerungen für die Rolle der Sprache in diesem Medium in den Raum stellen und mögliche Kritikpunkte, die an öffentlich- rechtlichen beziehungsweise an privaten Fernsehsendern geübt werden kann, umreißen.

1.3 Theoretischer Hintergrund

Der Begriff „Nachricht“ gehört zum Weltwissen, soll aber als Grundstein der Hausarbeit kurz und prägnant aus linguistischer Sicht eine wissenschaftliche Definition erfahren. Treffend spezifiziert wurde der Terminus von Reumann. Er bezeichnete die Nachricht als „eine nach bestimmten Regeln gestaltete aktuelle Information über Ereignisse, Sachverhalte und Argumente“.[3] Diese Definition trifft auch auf die Nachrichten im Fernsehmedium zu. Jedoch ist es wichtig, bei TV- Nachrichten noch etwas tiefer in die Materie einzuführen und sich zunächst bewusst zu machen, dass Nachrichtensendungen im Fernsehen bei weitem nicht gleich sind, sondern die Bezeichnung vielmehr als Sammelbegriff für verschiedene Sub­kategorien, die sogenannten „Formate“ dient. Man unterscheidet heute die vier Formate Sprechersendung, Journalsendung, Studiosendung und News Show. Man kann diese auch als Makroebenen bezeichnen. Jede Makroebene besitzt eine Mesoebene - beispielsweise eine Untergliederung in regionale und internationale Nachrichtenblöcke - und eine Mikroebene. Hier findet man in jedem Block verschiedenste Textsorten, wie unter anderem Sprechermeldung, Filmbericht oder Interview.[4] Die Textnachrichten sind dabei in erster Linie so konzipiert, dass sie die Informationen nach dem „Prinzip der 'umgekehrten Pyramide'“[5] übermitteln. Dieses Prinzip beschreibt das Vorgehen zunächst die wichtigste Information an den Anfang zu setzen, diese im Weiteren mit relevanten Fakten zu unterlegen und in einem letzten Schritt mehr oder weniger bedeutsame Details zu erwähnen. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll diese grobe Skizzierung zur Orientierung genügen.

2. Nachrichtenanalyse

2.1. Erarbeitung und Darstellung - ein Nachrichtenbeitrag des Senders ZDF

Es ist wichtig, zu beachten, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten keine eigenständige Entscheidungsgewalt bei der Konzipierung ihrer Sendungen besitzen. Das unterscheidet sie maßgeblich von den privaten Sendern. Die öffentlich-recht­lichen Sender sind laut dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1981 verpflichtet, die Existenz der sogenannten „Grundversorgung“[6] zu gewähr­leisten. Das bedeutet, dass grundsätzlich allen Bürgern die Möglichkeit offeriert werden muss, am Meinungsbildungsprozess zu partizipieren. Die dabei publizierten Meinungen müssen ein breites Spektrum abdecken, also die Meinungsvielfalt fördern und erhalten. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind also per Gesetz verpflichtet, eine seriöse und profunde Nachrichtenquelle zu sein. Um eine solche zu kreieren, müssen „eine Reihe von so genannten „W“-Fragen beantwortet werden [...]“.[7] Dazu gehören die Frage nach dem „Wer?“, dem „Was?“, dem „Wann?“ und dem „Wo?“. „Damit lässt sich mitteilen, welcher Akteur welche Handlung zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort begangen hat.“[8] Wie dieser Rundfunkauftrag erfüllt wird und welche sprachlichen Mittel zum Einsatz kommen, wird an der hier dargestellten Transkription später veranschaulicht.

[...]


[1] Möhn, Dieter / Roß, Dieter / Tjarks-Sobhani: Mediensprache und Medienlinguistik. Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften. Frankfurt am Main 2001. S. 13.

[2] Das 8-jährige Mädchen wurde am 18. August 2008 von ihren Eltern als vermisst gemeldet. Am 21. August wurde die Leiche des Kindes von einem Spaziergänger in einem Teich im Leipziger Stadtteil Stötteritz gefunden.

[3] Reumann, Ernst: Journalistische Darstellungsformen. In: Noelle-Neumann, Elisabeth / Schulz, Winfried / Wilke, Jürgen (Hrsg.): Fischer Lexikon Publizistik/Massenkommunikation. Frankfurt am Main 1999. S. 95.

[4] Vgl. Burger, Harald: Mediensprache. Eine Einführung in Sprache und Kommunikationsformen der Massenmedien. Walter de Gruyter GmbH & Co.. Berlin 2005. S. 265 ff.

[5] Vgl. Weischenberg, Siegfried: Nachrichtenschreiben: journalistische Praxis zum Studium und Selbststudium. Westdeutscher Verlag. Opladen 1998. S.47.

[6] Diese Aspekte begründen sich in Deutschland auf den Grundsatzurteilen des Bundesverfassungsgerichtes 1966 für Presse und 1986 für den Rundfunkbereich. Zum genauen Wortlaut siehe : http://www.servat.unibe.ch/law/dfr/bv073118.html

[7] Wilke, Jürgen: Auf dem Weg zur journalistischen Nachricht?. Wer, Was, Wann, Wie, warum, woher in historischer Tradition. In: Möhn, Dieter / Roß, Dieter / Tjarks-Sobhani: Mediensprache und Medienlinguistik. Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften. Frankfurt am Main 2001. S. 20.

[8] Wilke, Jürgen: Auf dem Weg zur journalistischen Nachricht?. Wer, Was, Wann, Wie, warum, woher in historischer Tradition. In: Möhn, Dieter / Roß, Dieter / Tjarks-Sobhani: Mediensprache und Medienlinguistik. Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften. Frankfurt am Main 2001. S. 20.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
TV-Nachrichten im Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und Seriosität
Untertitel
Anwendung der Sprache in TV-Nachrichten und wie sie die Wahrnehmung der Inhalte beeinflusst
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Angewandte Sprachanalyse – Sprache in den Medien
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V207299
ISBN (eBook)
9783656343882
ISBN (Buch)
9783656344865
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik, Sprachwissenschaft, Mediensprache, Medien, Sprachanalyse, TV, TV-Nachrichten
Arbeit zitieren
M.A. Cornelia Scherpe (Autor), 2009, TV-Nachrichten im Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und Seriosität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207299

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