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Das unschuldige teuflische Kind

Eine werkimmanente Suche nach Georg Bendemanns Schuld in Kafkas „Das Urteil“

Titre: Das unschuldige teuflische Kind

Dossier / Travail , 2010 , 27 Pages , Note: 1,7

Autor:in: M.A. Cornelia Scherpe (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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"Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich, aber noch eigentlicher warst du ein teuflicher Mensch! – Und darum wisse: Ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!" (Franz Kafka. Das Urteil.)

Die hier vorgelegte Arbeit beschäftigt sich mit Franz Kafkas Erzählung Das Urteil und rückt diese Textstelle in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Widerspruch, dass der Vater Georg Bendemanns seinen Sohn in einem Zuge als unschudig und teuflich bezeichnet, ist derart auffällig, dass er einer genaueren Betrachtung unterzogen werden soll.
Worin soll Georgs Schuld in der Unschuld zu finden sein? Die Suche nach jener mystischen Schuld soll hier zum Leitthema der Arbeit erhoben werden. Bei dieser Suche habe ich drei Kriterien in den Fokus gerückt. Zunächst werde ich untersuchen, ob Georgs Vater eine Autorität verkörpert und überhaupt eine Machtbefugnis zum Urteils- beziehungsweise Schuldspruch inne hat. Danach wende ich mich Georgs Verhalten zu, indem ich sein Wesen und Gebaren gegenüber dem Vater analysiere, um aufgrund dieser Vorbetrachtungen die Frage zu klären, worin genau Georgs Schuld bestehen könnte beziehungsweise nach Ansicht des Vaters bestehen soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Betrachtungen

2.1 Was ist Autorität? – Eine soziologische Definition

2.2 Was ist Schuld? – Eine soziologisch-psychologische Definition

3. Die Suche nach der Schuld – eine werkimmanente Analyse

3.1 Besitzt der Vater Autorität?

3.2 Georgs Verhalten – ein innerer Kampf zwischen Abhängigkeitsgefühl und Etablierungswunsch

3.3 Georgs Sündenfall

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Georg Bendemann und seinem Vater in Franz Kafkas Erzählung „Das Urteil“, um die zugrunde liegenden Ursachen für das Todesurteil des Vaters durch eine werkimmanente Analyse aufzudecken. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich Machtstrukturen und Schuldgefühle in der familiären Konstellation manifestieren.

  • Autoritätsverständnis in soziologischer Perspektive
  • Konstruktion von Schuld im familiären Kontext
  • Machtmissbrauch durch väterliche Doppelbindungsstrategien
  • Der Emanzipationsversuch des Protagonisten Georg Bendemann
  • Symbolik der väterlichen „Komödie“ und ihre Folgen

Auszug aus dem Buch

3.1 Besitzt der Vater Autorität?

Beim ersten Auftreten des Vaters wird von ihm ein sehr widersprüchliches Bild konstruiert. Nachdem seine Frau verstorben ist, wohnt er nun allein mit seinem Sohn Georg Bendemann. Zu Beginn der Erzählung trifft der Leser auf den Protagonisten Georg, der einen Brief an seinen Petersburger Freund schreibt. Darin erzählt er diesem zum erstem Mal von seiner Verlobung mit „einem Mädchen aus einer wohlhabenden Familie“ (Das Urteil. S. 48.), wobei erwähnt wird, dass er diesen sozialen und auch seinen ökonomischen Erfolg seinem Freund gegenüber zuvor immer verschwieg, um diesen nicht zu deprimieren. Nach dem Verfassen und Versiegeln dieses Briefes folgt der Rezipient Georg nun beim Gang in das Zimmer seines Vaters. Der Raum, in dem sich der Vater befindet, wird dem Rezipienten als „dunkel“ (Das Urteil. S. 50.) vorgestellt, wobei betont wird, dass der Vater beim Zeitungslesen „irgendeine Augenschwäche auszugleichen suchte“ (Das Urteil. S. 50.). Hier wird beim Leser der Eindruck erweckt, es trete eine Vaterfigur auf, die in beziehungsweise durch ihre Schwäche als harmlos eingestuft werden kann. Von zentraler Bedeutung ist, dass Georgs Perspektive auf den Vater ganz entscheidend von diesem Eindruck abweicht. Sein erster Gedanke bei der Begegnung mit dem Vater ist: „'mein Vater ist noch immer ein Riese […] wie er hier breit sitzt und die Arme über der Brust kreuzt“ (Das Urteil. S. 50 f.). Diese Diskrepanz zwischen dem durch den Erzähler Beschriebenen und dem vom Protagonisten Gedachten wirft gleich zu Beginn ein Doppelbild des Vaters auf. Aus Georgs Wahrnehmungsperspektive betrachtet ist der Vater eine Autoritätsperson, die in ihrer Funktion als Normgeber vom Sohn offensichtlich anerkannt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach der Schuld Georg Bendemanns ein und grenzt die methodische Herangehensweise durch den Ausschluss biographischer und psychoanalytischer Ansätze zugunsten einer werkimmanenten Analyse ein.

2. Theoretische Betrachtungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Autorität und Schuld auf soziologischer und psychologischer Basis, um einen wissenschaftlichen Rahmen für die spätere Werkbetrachtung zu schaffen.

3. Die Suche nach der Schuld – eine werkimmanente Analyse: Die Analyse untersucht die väterliche Autorität, den inneren Konflikt Georgs zwischen Abhängigkeit und Emanzipation sowie das symbolische Gewicht des Sündenfalls im Dialog zwischen Vater und Sohn.

4. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Georgs Tod aus einem Machtmissbrauch des Vaters resultiert, der durch das Instrument der Doppelbindung die Schuld des Sohnes gezielt etabliert.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Das Urteil, Georg Bendemann, Vater-Sohn-Konflikt, Autorität, Schuld, Macht, Doppelbindung, Emanzipation, werkimmanente Analyse, soziale Normen, Todesurteil, Familiensystem, Rollenbild, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Todesurteil in Franz Kafkas Erzählung „Das Urteil“ und sucht nach der darin implizierten Schuld des Protagonisten Georg Bendemann gegenüber seinem Vater.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziologische Definition von Autorität und Schuld sowie deren Anwendung auf das familiäre Machtgefälle zwischen Vater und Sohn.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für das väterliche Urteil aus dem Text heraus zu erarbeiten und zu zeigen, wie Georgs Emanzipationsversuch vom Vater als Schuld umgedeutet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine werkimmanente Analyse, ergänzt durch soziologische und kommunikationstheoretische Konzepte wie die Doppelbindungstheorie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Machtposition des Vaters, das Verhalten Georgs im Konflikt mit dem Vater und die psychologische Strategie, mit der der Vater den Sohn zur Schuldanerkennung führt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Autorität, Schuld, Doppelbindung, Emanzipation, Machtmissbrauch und die werkimmanente Beziehung zwischen Vater und Sohn.

Wie definiert der Autor „Schuld“ in diesem Kontext?

Schuld wird nicht als juristisches Verbrechen, sondern als psychisches Konstrukt definiert, das entsteht, wenn ein Individuum eine durch Autoritäten gesetzte Grenze überschreitet.

Warum spielt der Vater seinem Sohn gegenüber einen schwachen Zustand vor?

Der Vater spielt Senilität vor, um Georg in Sicherheit zu wiegen und eine Situation zu provozieren, in der dieser versucht, die Machtverhältnisse zu verändern, was dem Vater wiederum Anlass zur Anklage gibt.

Was ist die Doppelbindungstheorie in Bezug auf „Das Urteil“?

Die Theorie beschreibt eine ausweglose Situation, in der der Vater dem Sohn zwei widersprüchliche Aufforderungen stellt – Anerkennung väterlicher Autorität bei gleichzeitigem Reifungsprozess zur Ehe –, die der Sohn nicht gleichzeitig erfüllen kann.

Warum akzeptiert Georg das Todesurteil letztlich?

Georg akzeptiert das Urteil, weil er die väterliche Autorität tief internalisiert hat und sich durch die geschickte Manipulation des Vaters moralisch und psychisch als schuldig ansieht.

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Résumé des informations

Titre
Das unschuldige teuflische Kind
Sous-titre
Eine werkimmanente Suche nach Georg Bendemanns Schuld in Kafkas „Das Urteil“
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Germanistik)
Cours
Franz Kafka
Note
1,7
Auteur
M.A. Cornelia Scherpe (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
27
N° de catalogue
V207302
ISBN (ebook)
9783656344391
ISBN (Livre)
9783656345114
Langue
allemand
mots-clé
Germanistik Literaturwissenschaft Neuere Philologie Franz Kafka Das Urteil
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. Cornelia Scherpe (Auteur), 2010, Das unschuldige teuflische Kind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207302
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Extrait de  27  pages
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