Examensstunde: Die Millers – eine zeittypische bürgerliche Familie des 18. Jahrhunderts?

Untersuchung der Familienstrukturen der Familie Miller und Vergleich dieser mit dem Idealbild der bürgerlichen Kleinfamilie im 18. Jahrhundert (Kabale und Liebe)


Unterrichtsentwurf, 2012

16 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Stundenziel

Die Schülerinnen und Schüler (im Folgenden SuS) erkennen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Familie Miller aus dem Drama „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller und einer zeittypischen bürgerlichen Familie aus dem 18. Jahrhundert, indem sie die Familienmitglieder charakterisieren, miteinander in Beziehung setzen und abschließend mit Hilfe eines Sachtextes begründen, inwieweit die Millers einer zeittypischen bürgerlichen Familie des 18. Jahrhunderts entsprechen.

Teilziele

Die SuS…

- erkennen, die Diskrepanz zwischen der Definition einer bürgerlichen Familie des 18. Jahrhunderts und der Familie Miller im Drama, indem sie die Bild der Familie Miller beschreiben, dieses in Verbindung setzen zum Text der Regieanweisung und ihrer zur Stunde behandelten Hausaufgabe und daraus eigenständig die Unterrichtsfrage ableiten.
- erschließen die Charaktereigenschaften der Familienmitglieder der Millers, indem sie arbeitsteilig drei unterschiedliche Kurzcharakterisierungen aus den vorgegebenen Dramentextpassagen entwerfen.
- setzen die Familienmitglieder der Familie Miller in Beziehung zu einander, indem sie die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen im Tafelbild mit Hilfe von Kreidepfeilen und schriftlichen Ergänzungen kenntlich machen.
- beurteilen, inwiefern es sich bei der Familie Miller um eine zeittypische bürgerliche Familie aus dem 18. Jahrhundert handelt, indem sie das erarbeitete Tafelbild der Familienstruktur mit dem bereits zu Hause gelesenen Text „Die bürgerliche Kleinfamilie im 18. Jahrhundert“ vergleichen und die Gemeinsamkeiten und Unterscheide feststellen.

Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe (aufgeführt bis zu den Weihnachtsferien 2012/ 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zentrale didaktisch-methodische Begründungen

Die Unterrichtsreihe „Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ - Ein Drama des Sturm und Drangs!?“ wird legitimiert durch den Lehrplan für die Sekundarstufe II an Gymnasien und Gesamtschulen1, sowie durch das schulinterne Curriculum für die Jahrgangsstufe 11 (G8) am König-Wilhelm- Gymnasium in Höxter.

Die gezeigte Unterrichtsstunde „Die Millers - Eine zeittypische bürgerliche Familie?“ zielt darauf ab, das Thema Familie, ein bevorzugtes Thema in der Zeit der Aufklärung2, in den Fokus zu rücken und am Beispiel der Familie Miller genauer zu untersuchen.

In dieser Untersuchung soll es darum gehen, dass die SuS die Familie Miller mit Hilfe einer Kurzcharakterisierung auf Plakaten näher kennen lernen, anschließend die Beziehungen der Personen untereinander mit Hilfe eines Tafelbilder kenntlich machen und abschließend prüfen, inwiefern die Millers eine typische bürgerliche Familie des 18. Jahrhunderts sind. Diese Überprüfung geschieht mit Hilfe des in der Stunde erstellten Tafelbildes und des bereits zu Hause gelesenen Textes „Die bürgerliche Kleinfamilie im 18. Jahrhundert“. Der Text ist bereits in der Hausaufgabe zur Stunde bearbeitet worden, um die Stunde vorzuentlasten und die SuS inhaltlich auf das aktuelle Thema einzustimmen.

Um die SuS auf die Überprüfung vorzubereiten bedarf es einer gründlichen Vorbereitung in der Erarbeitungsphase. Hier steht die Erarbeitung der wesentlichen Charakterzüge der Familienmitglieder der Millers im Vordergrund. Damit die Ergebnisse möglichst genau und korrekt ausfallen, ist es notwendig, das eigene Arbeitsergebnis mit anderen Kursteilnehmern abzustimmen und sich in dieser Abstimmung auf ein gemeinsames Endergebnis zu einigen. In der gezeigten Stunde geschieht dies in Form einer Gruppenarbeit, die sich direkt an die Phase der Einzelarbeit anschließt.

Die Gruppenarbeit als kooperative Sozialform hat viele Vorteile, die auch ich mir in der gezeigten Stunde zu Nutze machen möchte. Der wichtigste Aspekt ist die Tatsache, dass sich die SuS gegenseitig helfen können. Diese Hilfe besteht darin, das eigene Analyseergebnis einer Person der Familie Miller kritisch zu überprüfen, indem sie es mit den Ergebnissen der anderen Gruppenmitglieder vergleichen. Es besteht zudem die Möglichkeit sich über noch unklare Analyseaspekte auszutauschen und Rückfragen an die Gruppenmitglieder zu stellen, da alle dieselbe Person charakterisiert haben. Das Ziel dieses Austausches muss jedoch immer im Auge behalten werden - es geht um die Erstellung eines Plakates der jeweiligen Person der Familie Miller, welches so verfasst sein sollte, dass die anderen Gruppen das Ergebnis verstehen und nachvollziehen können.

Innerhalb der Arbeit in der Gruppe werden gleich mehrere Kompetenzen der SuS weiterentwickelt. Zum einen geht es natürlich erst einmal um die Sachkompetenz, die in der Sache, also der Analyse selbst begründet ist und durch einen Austausch innerhalb der Gruppen intensiviert werden kann.

Darüber hinaus kommt der Sozialkompetenz eine besondere Bedeutung zu. Innerhalb der Gruppe findet ein Austausch statt, der nicht ohne die Fähigkeiten praktiziert werden kann, auf seine Gruppenmitglieder einzugehen, ihnen zuzuhören, eigene Meinungen verständlich für alle zu präsentieren und Verantwortung für das Gruppenergebnis zu übernehmen. Darüber hinaus erweist sich die Heterogenität eines Kurses in der Gruppenarbeit als Lernchance für alle. Die schwächeren SuS werden durch stärkere SuS in ihrer Leistung bestärkt oder auf Fehlerquellen hingewiesen.

Damit die Gruppen optimal zusammengesetzt sind, habe ich in dem gezeigten Kurs Stammgruppen eingeführt. Die Gruppenzusammensetzung ist hier beabsichtigt so gewählt, dass immer leistungsstärkere mit leistungsschwächeren SuS zusammenarbeiten. Nach Möglichkeit sind in einer Gruppe zudem beide Geschlechter vertreten, was jedoch nicht durchgängig möglich gewesen ist.

Dies ist in aller Regel nicht gleichbedeutend mit einer Lehrerrückmeldung, da sich viele SuS im geschützten Rahmen der Gruppenarbeit und unter Gleichgesinnten wohler fühlen. Für die stärkeren SuS bietet die Gruppenarbeit die Möglichkeit das eigene Wissen zu überprüfen, indem es an andere Teilnehmer adressatengerecht weitergegeben wird.3

[...]


1 Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II. Deutsch- Gymnasium/ Gesamtschule in NRW, S.58

2 Vgl.: Arbeitsblatt mit dem Titel: Sachverständiger des Stadtmusikus Miller, unter: http://lehrerfortbildung- bw.de/faecher/deutsch/projekte/dramatik/kabale/produktives_arbeiten/ (16.11.2012)

3 Vgl.: Mattes, Wolfgang: Methoden für den Unterricht. Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende, Seite 66

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Examensstunde: Die Millers – eine zeittypische bürgerliche Familie des 18. Jahrhunderts?
Untertitel
Untersuchung der Familienstrukturen der Familie Miller und Vergleich dieser mit dem Idealbild der bürgerlichen Kleinfamilie im 18. Jahrhundert (Kabale und Liebe)
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Detmold
Note
3,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V207343
ISBN (eBook)
9783656344322
ISBN (Buch)
9783656344834
Dateigröße
914 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
examensstunde, millers, familie, jahrhunderts, untersuchung, familienstrukturen, miller, vergleich, idealbild, kleinfamilie, jahrhundert, kabale, liebe
Arbeit zitieren
Ina Hartmann (Autor), 2012, Examensstunde: Die Millers – eine zeittypische bürgerliche Familie des 18. Jahrhunderts? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207343

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