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Rechtfertigung in evangelischer und römisch-katholischer Lehrtradition und Aspekte der ökumenischen Annäherung heute

Title: Rechtfertigung in evangelischer und römisch-katholischer Lehrtradition und Aspekte der ökumenischen Annäherung heute

Seminar Paper , 2003 , 12 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Florian Karcher (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit setzt sich mit den unterschiedlichen Lehrmeinungen der
katholischen und evangelischen Kirche zur Rechtfertigungslehre
auseinander. Ausgangspunkt ist die Gemeinsame Erklärung der
katholischen Kirche und des Lutherischen Weltbundes zur
Rechtfertigungslehre. Ziel ist es, die Erklärung auf dem Hintergrund der
Lehrmeinungen zu bewerten und eigene Ansätze für Ökumene zu
entwickeln. Am Anfang eine biblische Orientierung ? Auch das Thema der
Rechtfertigung muss im Zusammenhang der Heiligen Schrift gesehen
und vor dorther beurteilt werden. Daher eine biblische Orientierung, die
dort beginnt, wo die Geschichte der Menschen mit Gott beginnt.
Der status integratis beschreibt den Urstand, das Urverhältnis zwischen
Mensch und Gott. Die Menschen lebten mit Gott in Einklang (Gen 1,31).
Durch Adam als Stellvertreter für die Menschheit (hebr. adama) kam die
Sünde als Spaltung in das Verhältnis zwischen Mensch und Gott (Gen
3,24). Erste Schritte eines erneuten Vertrauens finden im Abrahamsbund
statt (Gen 17). Schon hier spielt der Glaube für die Gerechtigkeit eine
Rolle, Gen 15,6: „Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm
zur Gerechtigkeit.“ Es folgt die Tora, die das Leben der Menschen und
ihre Beziehung zu Gott regeln soll. Hier spielen die Werke des Einzelnen
für sein Ansehen bei Gott eine wichtige Rolle. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Biblische und kirchengeschichtliche Orientierung

cooperatio oder mere passive

Glaube und Werke

Das Sündersein des Gerechtfertigten

Was leistet die Gemeinsame Erklärung ?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Lehrmeinungen der evangelischen und römisch-katholischen Kirche zur Rechtfertigungslehre vor dem Hintergrund der Gemeinsamen Erklärung des Lutherischen Weltbundes und der katholischen Kirche. Das primäre Ziel besteht darin, den ökumenischen Gehalt dieser Erklärung zu bewerten und Ansätze für eine weiterführende theologische Annäherung zu formulieren.

  • Biblische Grundlagen der Rechtfertigung
  • Gegensatz zwischen menschlicher Mitwirkung (cooperatio) und passiver Empfängerschaft (mere passive)
  • Rolle von Glauben und guten Werken
  • Theologisches Verständnis des Sünderseins des Gerechtfertigten (simul iustus et peccator)
  • Kritische Analyse der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre

Auszug aus dem Buch

Das Sündersein des Gerechtfertigten

Eine wichtige Grundlage für das differenzierende Verständnis von Rechtfertigung von katholischer und evangelischer Kirche ist die Rolle des glaubenden Menschen im Bezug auf seine Sünde. Im katholischem Verständnis wird der Mensch von seiner Sünde durch die Taufe rein gewaschen. Dies wird im Dekret über die Rechtfertigung (Sessio VI) von Trient deutlich. Nach dem Akt der Taufe ist der Mensch nicht mehr Sünder, sondern in ihm bleibt lediglich die Konkupiszenz, die Neigung des Menschen immer wieder zu sündigen. (Buße und Eucharistie sind Heilsmittel, um die durch die Konkupiszenz verloren gegangene Rechtfertigung wieder herzustellen.) Die Taufe ist, im katholischen Sinne, also auch der Akt der Rechtfertigung. Daran wird deutlich, warum die Taufe in der katholischen Kirche bis heute heilsentscheidende Bedeutung hat.

Das evangelische Verständnis sieht den wiedergeborenen Menschen als Sünder und Gerechten zugleich (simul iustus et peccator), wie es Luther formulierte. Durch Gottes Gnade in Wort und Sakrament wird er ganz gerecht und bleibt doch zugleich, wie ihm durch das Gesetz deutlich macht, ganz Sünder. Konkupiszenz bedeutet hier das Begehren des Menschen zur Sünde; Es ist nicht bloße Neigung, sondern tief im Mensch veranlagt. Der Mensch ist nicht nur ganz Gerechter, sondern immer auch ganz Sünder. Der Akt des völligen Gerechtsein ist im Verständnis des simul iustus et peccator erst nach dem Tod anzusiedeln und macht so auch den ungleich stärkeren eschatologischen Gedanken der Rechtfertigung im Verständnis von Luther und im Sinne der Confessio Augustana deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Diese Einleitung skizziert die methodische Auseinandersetzung mit der Rechtfertigungslehre und definiert das Ziel einer ökumenischen Bewertung.

Biblische und kirchengeschichtliche Orientierung: Das Kapitel verortet die Rechtfertigungsthematik in der Heilsgeschichte, vom Abrahamsbund bis zur Reformation und der Spaltung der Kirchen.

cooperatio oder mere passive: Hier wird der Gegensatz zwischen der katholischen Vorstellung der Mitwirkung (cooperatio) und dem evangelischen Verständnis des reinen Sich-beschenken-lassens (mere passive) analysiert.

Glaube und Werke: Das Kapitel erörtert die unterschiedliche Bedeutung guter Werke für das Heil und deren Verhältnis zur Rechtfertigung aus Gnade.

Das Sündersein des Gerechtfertigten: Hier wird das Spannungsfeld zwischen dem katholischen Verständnis der Sündenreinigung durch die Taufe und dem evangelischen Konzept des "simul iustus et peccator" beleuchtet.

Was leistet die Gemeinsame Erklärung ?: Dieses Fazit prüft kritisch, inwieweit die Gemeinsame Erklärung einen tatsächlichen Konsens in Grundwahrheiten darstellt und wo weiterhin Differenzen bestehen.

Schlüsselwörter

Rechtfertigung, Ökumene, Gemeinsame Erklärung, Glauben, Werke, Sünde, simul iustus et peccator, Taufe, Konkupiszenz, Confessio Augustana, Tridentinum, Gnade, Reformation, Rechtfertigungslehre, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit befasst sich mit den theologischen Kontroversen zwischen der evangelischen und römisch-katholischen Rechtfertigungslehre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen das Verständnis von Gnade, die Rolle menschlicher Werke, die Taufe und das fortwährende Sündersein des getauften Menschen.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Evaluation der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre", um deren ökumenisches Potenzial zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet eine dogmengeschichtliche und vergleichende theologische Analyse der zentralen Konfessionsschriften sowie ökumenischer Dokumente an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und theologischen Positionen zur Rechtfertigung, insbesondere den Gegensatz von menschlicher Mitwirkung und göttlichem Handeln.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Rechtfertigung", "Glaube", "Werke", "simul iustus et peccator" sowie die "Gemeinsame Erklärung".

Wie unterscheidet sich die Taufsicht zwischen Katholiken und Lutheranern?

Während in der katholischen Sicht die Taufe den Menschen vollständig von der Sünde reinigt, betont die evangelische Sicht das gleichzeitige Bestehen von Sünde und Gerechtigkeit im Menschen.

Warum wird die Formel "simul iustus et peccator" im Text hervorgehoben?

Diese lutherische Formel wird als ein zentraler Streitpunkt identifiziert, der laut katholischer Lehrmeinung nicht annehmbar ist, da er den Heiligungsprozess nach der Taufe untergräbt.

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Details

Title
Rechtfertigung in evangelischer und römisch-katholischer Lehrtradition und Aspekte der ökumenischen Annäherung heute
College
CVJM-College Kassel  (Fachbereich Theologie)
Course
Dogmatik
Grade
1-
Author
Florian Karcher (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V20750
ISBN (eBook)
9783638245487
Language
German
Tags
Rechtfertigung Lehrtradition Aspekte Annäherung Dogmatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Karcher (Author), 2003, Rechtfertigung in evangelischer und römisch-katholischer Lehrtradition und Aspekte der ökumenischen Annäherung heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20750
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