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Warum Demokratien die Austragung von Konflikten begünstigen, aber für eine friedliche Austragung sorgen

Titel: Warum Demokratien die Austragung von Konflikten begünstigen, aber für eine friedliche Austragung sorgen

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Andrea Beckert (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 25. Januar 2011 erreichte die Protestwelle in der arabischen Welt Ägypten. An diesem Tag, dem sogenannten „Tag des Zorns“, demonstrierten in Kairo zahlreiche Menschen gegen das seit 1981 bestehende Regime unter Präsident Muhammad Husni Murbarak. Die Massenproteste richteten sich vor allem gegen die dort vorherrschende Korruption und die seit 1982 bestehenden Notstandsgesetze, welche eine enorme Einschränkung in demokratische Grundrechte bedeuten. Medienberichten zu Folge ließen mehrere hundert Menschen im Kampf um Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und freie Wahlen ihr Leben.
Hier zu Lande gibt es ebenso öffentliche Proteste. Demonstriert wird zum Beispiel gegen Atomkraftenergie, Studiengebühren, gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs und vieles mehr. Auch Streiks sind ein beliebtes Mittel, um auf Missstände aufmerksam zu machen und die Lage zu verbessern. Es kommt wesentlich häufiger zum Ausdruck politischer Konflikte, jedoch laufen diese weit weniger gewaltsam ab und deren Verlauf ist nicht mit solch heftigen Aufständen wie in Ägypten vergleichbar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Volkswille zählt unterschiedlich viel

Wie Konflikte entstehen

Gründe für die konflikthemmende und konfliktfördernde Wirkung von Demokratien

Politische Konflikte unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, warum politische Konflikte in Demokratien zwar häufiger auftreten, jedoch in der Regel friedlicher verlaufen als in autoritären oder totalitären Systemen, wobei die Rolle der staatlichen Institutionen und der Kosten-Nutzen-Abwägung der Akteure im Vordergrund steht.

  • Strukturelle Besonderheiten von Demokratien gegenüber Nicht-Demokratien
  • Soziologische Grundlagen der Entstehung politischer Konflikte
  • Die Funktion öffentlicher Diskurse und Massenmedien in Demokratien
  • Legitimität und Vertrauen als stabilisierende Faktoren für das politische System
  • Kosten-Nutzen-Analyse von Konfliktakteuren unter Repression versus Partizipation

Auszug aus dem Buch

Wie Konflikte entstehen

Ein politischer Konflikt ist ein Spannungszustand, in dem verschiedene Interessen auf ein gemeinsames öffentliches Gut gerichtet sind (Pfetsch, 2004, S.2). Zu unterscheiden sind politische Konflikte dabei nach den gewählten Mitteln: zwischen Protesten bzw. Demonstrationen und inneren Kriegen gibt es eine breite Variation.

Für Georg Simmel ist der Konflikt eine „Form“. Damit ist gemeint, dass nicht der Inhalt für die Sozialwissenschaften von Bedeutung ist, sondern die Art und Weise des Streits. Innerhalb dieser Form vollziehen sich soziale Wechselwirkungen. Da der Mensch ein soziales Wesen ist, stellen diese Wechselwirkungen den „vergesellschaftenden Moment des Konfliktes dar“ (Stark, 2002, S.85), d.h. Konflikte an sich bringen keine Unordnung in die Gesellschaft, sondern stellen in diesem Augenblick eine spezifische Form der Vergesellschaftung dar. Deshalb haben sie nicht nur destruktive, sondern auch konstruktive Auswirkungen (Stark, 2002, S.85), wie zum Beispiel die Stärkung einer sozialen Gruppenzugehörigkeit. Soziale Differenzierung und die damit einhergehende Individualisierung - so wie sie in modernen Demokratien vorhanden sind - steigern deshalb die Wahrscheinlichkeit von Konflikten zwischen unterschiedlichen Individuen und Gruppen (Stark, 2002, S.89).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet aktuelle Protestbewegungen und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem unterschiedlichen Verlauf politischer Konflikte in demokratischen gegenüber autoritären Systemen.

Der Volkswille zählt unterschiedlich viel: Dieses Kapitel arbeitet die Unterschiede zwischen repräsentativen Demokratien und totalitären Systemen hinsichtlich ihrer Legitimation und der Bedeutung des Wählerwillens heraus.

Wie Konflikte entstehen: Hier werden soziologische Theorien zur Konfliktentstehung dargelegt und aufgezeigt, warum soziale Differenzierung und Individualisierung das Konfliktpotenzial erhöhen.

Gründe für die konflikthemmende und konfliktfördernde Wirkung von Demokratien: Das Kapitel analysiert die Rolle von Meinungsfreiheit, öffentlichem Diskurs und Medien, die einerseits Partizipation ermöglichen und andererseits Konflikte befrieden.

Politische Konflikte unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt: Es wird untersucht, wie Akteure auf Basis rationaler Erwägungen zwischen friedlichem Protest und gewaltsamen Mitteln wählen, abhängig vom Grad der staatlichen Repression.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Demokratien durch ihre stabilen Institutionen und die Einbindung der Bevölkerung Konflikte in der Regel auf einem gewaltfreien Niveau halten.

Schlüsselwörter

Politische Konflikte, Demokratie, Konfliktforschung, Volkswille, Legitimität, Partizipation, Kosten-Nutzen-Analyse, Repression, Massenmedien, Gewaltfreiheit, Zivilgesellschaft, soziale Differenzierung, Diskursmodell, Politische Stabilität, Protestverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das politische System – Demokratie versus autoritäre Herrschaft – den Verlauf und die Art der Austragung von politischen Konflikten beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Konfliktforschung, die Legitimität politischer Regime, die Rolle der Partizipation und die ökonomische Theorie der Entscheidung von Konfliktakteuren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu erklären, warum Demokratien trotz eines häufigeren Auftretens von Konflikten eine Tendenz zur friedlichen, gewaltfreien Konfliktaustragung aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse politischer Systeme und stützt sich auf sozialwissenschaftliche Theorien, wie das Principal-Agent-Modell und das SEU-Modell zur rationalen Handlungsentscheidung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Demokratiestrukturen, die soziologischen Hintergründe der Entstehung von Konflikten und die Analyse des Kosten-Nutzen-Kalküls von Akteuren in verschiedenen Regimetypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Demokratie, Konfliktaustragung, Legitimität, Partizipation und Kosten-Nutzen-Analyse.

Welche Rolle spielt die Legitimität in Demokratien?

Legitimität, unterteilt in Input- und Output-Legitimität, schafft Vertrauen in staatliche Institutionen, was Bürger dazu bewegt, Konflikte eher über etablierte Wege wie das Demonstrationsrecht auszutragen.

Warum neigen autoritäre Staaten eher zu Gewalt im Konfliktfall?

Da in diesen Systemen keine legalen Wege der Partizipation bestehen, werden Konflikte unterdrückt, was Akteure zur Organisierung im Untergrund und zur Wahl gewaltsamer Mittel zwingt, sobald Ressourcen verfügbar sind.

Wie beeinflussen die Medien den Konfliktverlauf?

In Demokratien dienen Medien als Plattform des öffentlichen Austauschs und der Überwachung, was den „Kampf der Meinungen“ in einen friedlichen Diskurs lenkt, statt in gewaltsame Auseinandersetzungen.

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Details

Titel
Warum Demokratien die Austragung von Konflikten begünstigen, aber für eine friedliche Austragung sorgen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Soziologie)
Veranstaltung
Politische Konflikte
Note
2,3
Autor
Andrea Beckert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V207661
ISBN (eBook)
9783656349556
ISBN (Buch)
9783656850205
Sprache
Deutsch
Schlagworte
warum demokratien austragung konflikten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Beckert (Autor:in), 2011, Warum Demokratien die Austragung von Konflikten begünstigen, aber für eine friedliche Austragung sorgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207661
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Leseprobe aus  14  Seiten
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