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Durch Anerkennung zum Glück finden. Der Zusammenhang von Identität, Anerkennung und Glück

Titel: Durch Anerkennung zum Glück finden. Der Zusammenhang von Identität, Anerkennung und Glück

Essay , 2011 , 9 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andrea Beckert (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ – dieses Zitat von Albert Schweitzer ist im Volksmund bekannt. Was sich hinter diesen Worten verbirgt, ist nicht nur die Tatsache, dass man Glück zu zweit besser genießen kann als allein, sondern auch die Tatsache, dass der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, das andere Menschen braucht, um eigene Glücksgefühle zu erhalten oder zu verstärken.
Fragt man Menschen nach dem Sinn des Lebens, so erhält man „glücklich sein“ als häufige Antwort; beispielsweise wurde diese Antwort in der emotion-Glücksstudie 2007 sogar von zwei Dritteln der befragten Personen gegeben. Dabei ist Glück etwas ganz Subjektives. Eine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt es nicht. Jeder verbindet eine andere Bedeutung mit diesem Begriff; und welche Tätigkeit oder welches subjektive Erlebnis eine Person glücklich macht, unterscheidet sich individuell. Einig sind sich die meisten Menschen jedoch darin, dass eine funktionierende Partnerschaft oder das Zusammensein mit Freunden glücklich macht. Dies ist kein Zufall, denn die Behauptung, dass dem Mensch ein Grundbedürfnis nach Anerkennung inne wohnt, ist allgemein akzeptiert.
Jedoch ist die Befriedigung des Bedürfnisses nach Anerkennung nicht allein ein Grund, warum Menschen durch soziale Kontakte glücklich werden können. Anerkennung ist mehr als nur ein Bedürfnis, nämlich ein elementares Mittel und eine Voraussetzung, mit dessen Hilfe Menschen zum Glück gelangen können. Diese These soll im Folgenden durch die Aussagen Honneths und Goffmans gestützt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anerkennungstheorie nach Axel Honneth

2.1. Stufen der Anerkennung

2.2. Formen der Anerkennung und ihr Bezug zum Glück

3. Selbstdarstellung und soziale Anerkennung nach Erving Goffman

3.1. Das Theatermodell der Interaktion

3.2. Darstellung, Rolle und Ensemble

3.3. Bedeutung des Sprachverhaltens für das Glück

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Anerkennung und dem subjektiven Empfinden von Glück, wobei sie theoretische Ansätze von Axel Honneth und Erving Goffman integriert, um aufzuzeigen, wie Anerkennung als elementare Voraussetzung für Identitätsbildung und Zufriedenheit fungiert.

  • Die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth als Basis für Selbstvertrauen, Selbstachtung und Selbstwert.
  • Das dramaturgische Interaktionsmodell von Erving Goffman und die Bedeutung der Selbstdarstellung im Alltag.
  • Die Rolle von sozialen Netzwerken und intersubjektiven Beziehungen für das individuelle Glücksempfinden.
  • Moralische Aspekte der Kommunikation und der Stellenwert von Vertrautheit als Bedingung für Glück.
  • Die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlicher Leistung und Anerkennung.

Auszug aus dem Buch

Das Theatermodell der Interaktion

Was für Honneth Anerkennung bedeutet, benennt Goffman in seinem Buch „Wir alle spielen Theater“ als Applaus. In dem 1969 erschienenen Werk werden die menschliche Interaktion und das soziale Handeln mit einem Theaterspiel verglichen. Jede Situation des menschlichen Alltags kann dabei als Aufführung verstanden werden. Ausgehend von der Prämisse, dass es in der menschlichen Natur liegt, in der Interaktion mit anderen den eigenen Eindruck unter Kontrolle bringen zu wollen, wird eine soziale Begegnung durch Elemente einer Theaterinszenierung beschrieben. Das Ziel ist es, den Applaus zu bekommen – oder die Anerkennung. Mit Hilfe eines Ausdrucksrepertoires, also einer Fassade soll es gelingen, das Publikum von sich zu überzeugen. Neben der Bühne, das heißt der räumlichen Umgebung, gibt es noch eine persönliche Fassade, die Elemente wie Kleidung oder Symbole beinhaltet. Außerdem trägt die soziale Fassade zur Situationsdefinition bei. Dies sind internalisierte Erwartungsmuster, die mit einer bestimmten Rolle verbunden sind. Der Rahmen der Situation, also z.B. ein Besuch bei Freunden, ein Meeting mit Kollegen oder ein romantisches Abendessen, bildet insgesamt die Fassade, in der die Gestaltung der Rolle stattfindet. Größtenteils gibt es unter den beteiligten Personen eine genaue Vorstellung darüber, welche Erwartungen an eine Rolle gestellt werden.

Mit Darstellung meint Goffman alle Tätigkeiten, mit denen ein Individuum die anderen Beteiligten einer Situation – das Ensemble – beeinflusst. Die Rolle hingegen ist das Handlungsmuster, das sich während einer Darstellung entfaltet (vgl. Goffman, 1996, S.18). Die Darstellung dient dazu, das eigene Selbst zu inszenieren. Jedoch ist die Maske, die getragen wird, nicht unbedingt ein verstelltes Selbst. Sie bringt zum Ausdruck, wie der Mensch sein will. Es ist ein unbewusstes oder bewusstes Bedürfnis des Menschen, so normal wie alle anderen und gleichzeitig ganz eigenartig zu sein (vgl. Abels, S. 517). Hier entsteht eine Dramaturgie innerhalb der eigenen Person, denn der Wunsch soziale Anerkennung zu finden, lässt sich nur durch die Erfüllung der Erwartungen realisieren. Der Wunsch nach Aufmerksamkeit, der ebenso mit Anerkennung verbunden sein kann, lässt sich durch eine Art Besonders-Sein erfüllen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des menschlichen Grundbedürfnisses nach Anerkennung ein und stellt die These auf, dass Anerkennung eine wesentliche Voraussetzung für das Erleben von Glück ist.

2. Anerkennungstheorie nach Axel Honneth: Hier wird Honneths Stufenmodell erläutert, das zeigt, wie emotionale Zuwendung, rechtliche Anerkennung und soziale Wertschätzung das Selbstverständnis und die Autonomie des Individuums stärken.

3. Selbstdarstellung und soziale Anerkennung nach Erving Goffman: Dieses Kapitel analysiert das Leben als Bühnenspiel, in dem soziale Anerkennung durch gelungene Selbstdarstellung und die Erfüllung interaktiver Erwartungen erzielt wird.

4. Fazit: Die abschließenden Überlegungen fassen zusammen, dass Anerkennung in verschiedenen Lebensbereichen der entscheidende Schlüssel zum langfristigen Glück ist.

Schlüsselwörter

Anerkennung, Glück, Identität, Selbstwert, Axel Honneth, Erving Goffman, soziale Interaktion, Selbstdarstellung, Identitätsbildung, Autonomie, Solidarität, Vertrautheit, Ausdrucksrepertoire, moralische Grammatik, soziale Wertschätzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Bedeutung von Anerkennung als eine fundamentale Voraussetzung für ein glückliches und zufriedenes Leben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Identitätsentwicklung durch zwischenmenschliche Anerkennung, die Dynamik von Rollenverhalten im Alltag sowie die Bedeutung von sozialen Normen für das individuelle Wohlbefinden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die theoretischen Brillen von Honneth und Goffman zu belegen, dass Anerkennung nicht nur ein psychologisches Bedürfnis, sondern ein notwendiger sozialer Prozess für das Glück ist.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die Anerkennungstheorie von Axel Honneth und das dramaturgische Interaktionsmodell von Erving Goffman.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei Stufen der Anerkennung nach Honneth sowie die Analyse von Goffmans Konzepten zur Selbstdarstellung, Maskierung und Kommunikation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Anerkennung, Glück, Identität, Selbstdarstellung und soziale Interaktion geprägt.

Welche Rolle spielt der Begriff des „Applauses“ im Kontext von Goffmans Theorie?

Bei Goffman dient der „Applaus“ als Metapher für die soziale Anerkennung, die ein Individuum erhält, wenn es seine Rolle innerhalb einer sozialen Situation glaubhaft und erwartungskonform inszeniert.

Wie definiert die Autorin den Zusammenhang zwischen beruflichem Erfolg und Glück?

Beruflicher Erfolg wird als eine Form der asymmetrischen Anerkennung verstanden, bei der die Erbringung gesellschaftlich wertvoller Leistungen den Selbstwert steigert und damit zur Zufriedenheit beiträgt.

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Details

Titel
Durch Anerkennung zum Glück finden. Der Zusammenhang von Identität, Anerkennung und Glück
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Soziologie)
Veranstaltung
Kampf um Anerkennung
Note
1,3
Autor
Andrea Beckert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V207662
ISBN (eBook)
9783656349549
ISBN (Buch)
9783656850182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
durch anerkennung glück
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Beckert (Autor:in), 2011, Durch Anerkennung zum Glück finden. Der Zusammenhang von Identität, Anerkennung und Glück, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207662
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Leseprobe aus  9  Seiten
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