Das Auseinandergehen von Währungsräumen


Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. GRUNDLAGEN
2.1 Begriffsdifferenzierung
2.2 Ein historischer Überblick
2.3 Theoretische Grundlagen

3. DAS AUSEINANDERGEHEN DER KRONENZONE
3.1 Ausgangslage
3.2 Ursachen und Ablauf
3.2.1 Austritt der Tschechoslowakei
3.2.2 Austritt Österreichs
3.3 Folgen
3.3.1 Monetäre Folgen
3.3.2 Wirtschaftliche Folgen
3.4 Implikationen

4. DAS AUSEINANDERGEHEN DER TSCHECHOSLOWAKEI
4.1 Ausgangslage
4.2 Ursachen
4.3 Ablauf
4.3.1 Zweifel an der Währungsunion
4.3.2 Währungstrennung
4.4 Folgen
4.4.1 Stabilisierungsmaßnahmen
4.4.2 Entwicklung in den Republiken
4.5 Implikationen

5. LEHREN FÜR DIE EUROZONE

6. APPENDIX

7. LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNG 1: US-Dollar Wechselkurse der Währungen der Nachfolgestaaten

ABBILDUNG 2: Kreditvolumen , Dollarkurs und Arbeitlosigkeit in der Tschechoslowakei

ABBILDUNG 3: Staatshaushalt der tschechoslowakischen Regierung

ABBILDUNG 4: Banknoten im Umlauf - Gestempelte Kronen in der Tschechoslowakei, Österreich & Ungarn

ABBILDUNG 5: Preisentwicklung in der Tschechoslowakei und Österreich

ABBILDUNG 6: Bilanz der Österreichischen Nationalbank

ABBILDUNG 7: Prozentualer Anteil am österreichischen Außenhandel (versch. Länder)

ABBILDUNG 8: Prozentualer Anteil am österreichischen Außenhandel (Nachfolgestaaten)

ABBILDUNG 9: Bruttoinvestitionen als prozentualer Anteil am Gesamteinkommen der Tschechischen

Republik und Slowakischen Republik

ABBILDUNG 10: Wirtschaftliches Wachstum in der Tschechischen Republik und Slowakischen Republik

ABBILDUNG 11: Außenhandelsstruktur der Tschechoslowakei 1989-1992

ABBILDUNG 12: Arbeitslosenrate in der Tschechoslowakei, der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik

ABBILDUNG 13: Handelssalden der Zentralbank auf dem Devisenmarkt

ABBILDUNG 14: Importe und Exporte nach/aus Tschechien 1993

ABBILDUNG 15: Kreditvolumen und Einlagenbestand in den Republiken 1992-1994

ABBILDUNG 16: Geldmenge (M1 und M2) in der TR 1993 & 1994

ABBILDUNG 17: Gesamtdevisenreserven Tschechischen Nationalbank und der Slowakischen Nationalbank 1993 & 1994

ABBILDUNG 18: Arbeitslosenrate in der Slowakischen Republik 1993 & 1994 in Prozent aller Erwerbstätigen

ABBILDUNG 19: Auslandsschulden der slowakischen Regierung 1992-1995

TABELLENVERZEICHNIS

TABELLE 1: Bilanz der Österreichisch-Ungarischen Zentralnotenbank 1914 und 1918

TABELLE 2: Staatshaushalt Österreichs bis zur Stabilisierung

TABELLE 3: Geschätzte Verteilung der Österreichisch-Ungarischen Banknoten März 1919

TABELLE 4: Zolltarife in ausgewählten europäischen Ländern

TABELLE 5: Lage der Haushalte der Republiken 1989-1992 in Prozent des BIP

“THERE IS NO PROVISION FOR EXITING AND REINTRODUCING A NATIONAL CURRENCY.”1

BARRY EICHENGREEN, 2008

1. EINLEITUNG

Es lässt sich kaum bestreiten, dass die Gründung der Eurozone eines der ambitioniertesten internationalen Projekte der letzten 20 Jahre war. Kaum ein Jahrzehnt nach der Einführung der gemeinsamen Währung befindet sich das Projekt in einer derart tiefgründigen Krise, dass Robert Zoellick, der Präsident der Weltbank, jüngst in einem Interview mit der Zeitschrift DER SPIEGEL die Frage nach den Folgen eines Austritts Griechenlands mit einem ernüchternden „Niemand weiß das.“2 beantwortete. Volkswirtschaftlern wird nachgesagt, Krisen nicht vorherzusehen, sie im Nachhinein aber als unvermeidbar zu bezeichnen. Die Eurokrise ist eine klare Ausnahme. Mahnungen über die Gefahren einer europäischen Währungsunion kamen in den 90er Jahren aus der Wissenschaft und der Politik und es überrascht nicht, dass viele jener Personen in den aktuellen Ereignissen Bestätigung finden.

Zweifelsohne wichtiger ist die Frage nach den Auswirkungen eines Zusammenbruchs der Eurozone oder zumindest eines Austritts Griechenlands. Mit Voranschreiten der Ereignisse erscheinen neue Berichte aus Forschung und Medien, die den Ablauf und die Folgen eines Austritts zu prognostizieren versuchen; Finanzistitute und Rating-Agenturen verschärfen in regelmäßigen Abständen ihre Einschätzungen der Austrittswahrscheinlichkeit. Vor diesem Hintergrund erscheint es besonders spannend, einen Blick in die Geschichte zu werfen und Ereignisse zu untersuchen, die mit den aktuellen vergleichbar sein könnten. Die Eurozone ist weder der erste Versuch einer Währungsunion, noch wäre ein Zusammenbruch ein Ereignis ohne Präzedenzfall. In der Tat: „Bis zum heutigen Zeitpunkt fehlt es in der Weltwirtschaftsgeschichte [...] an einem Beweis für eine dauerhauft erfolgreiche Währungsunion mit mehr als zwei über die Größe von Kleinstaaten hinausgehenden Partnerstaaten.“ (vgl. Muth 1997, S. 141) Wenngleich diese Feststellung alles andere als Optimismus für das Schicksal der Eurozone erzeugt, so besteht der Anreiz, den Ablauf und die Folgen eines Zusammenburchs durch geeignete Analyse historischer Beispiele besser zu verstehen.

In der Debatte um geeignete Beispiele wird am häufigsten der Vergleich zum Fall Argentiniens gezogen, das zu Beginn des neuen Jahrtausends den Peg seiner Währung zum US-Dollar auflöste. Viele Befürworter eines Austritts Griechenlands deuten dabei auf die ähnlichen wirtschaftlichen Umstände, die Kapitalflucht, die Griechenland heute ebenso wie Argentinien damals bedrohen, sowie die starke wirtschaftliche Erholung des südamerikanischen Landes in den Folgejahren.3 Ein solcher Vergleich mag zwar analytisch berechtigt sein, jedoch wird hier ein maßgebliches Detail außenvorgelassen: Im Falle von Argentiniens Peg wurde die einheimische Währung, der Peso, beibehalten; Griechenland hat eine völlig neue Währung eingeführt.4

Wenngleich ein isolierter Austritt Griechenlands noch quantifizierbar ist, so ist der Austritt mehrerer Länder aus der Eurozone oder ein vollkommener Zusammenbruch grundlegend verschieden von der Auflösung einer reinen Wechselkursunion. Die Lehren, die aus vielen historischen Beispielsituationen gezogen werden, verlieren dann schnell an Sinnhaftigkeit und reine Simulationen sollten aufgrund der Einzigartigkeit der Eurozone stets kritisch hinterfragt werden. Daher werden in dieser Arbeit zwei Fälle im letzten Jahrhundert untersucht, in denen tatsächlich eine gemeinsame Währung aufgegeben wurde: Der Zusammenbruch des Österreichisch-Ungarischen Reichs nach dem Ersten Weltkrieg sowie der Zerfall der Tschechoslowakei im Jahre 1993. Trotz wichtiger Unterschiede bieten die Ähnlichkeiten zur Eurozone - wirtschaftlich starke Währungsräume mit einer gemeinsamen Papierwährung, einer gemeinsamen Zentralbank und mindestens zwei souveränen Mitgliedsländern - die Möglichkeit, einige relevante Schlüsse in Hinblick auf unsere heutige Situation zu ziehen.

Die Analyse der Österreichisch-Ungarischen Desintegration verdeutlicht die inhärente Instabilität einer Währungsunion und die Gefahr eines selbstverstärkenden Austrittswettlaufs, während die Desintegration der Tschechoslowakei ein Muster für eine kosteneffiziente und geordnete Währungstrennung bietet, trotz externer Instabilität der Währung. Beide Beispiele veranschaulichen die maßgebliche Rolle der Glaubwürdigkeit der neuen Währung und die Bedingungen, die dafür erfüllt werden müssen.

Kapitel 2 bietet eine empirische und theoretische Einführung in das Thema. Kapitel 3 analysiert die Währungsdesintegration des Österreichisch-Ungarischen Reichs, Kapitel 4 die der Tschechoslowakei. Nach einer ausführlichen Analyse der Ursachen, des Ablaufs und der Folgen der jeweiligen Desintegration folgt jeweils eine Zusammenfassung der wichtigsten Implikationen. Kapitel 5 überträgt die Ergebnisse abschließend auf die Eurozone. Eine Übersicht der wichtigsten Literatur zu jedem Thema folgt jeweils zu Beginn der Kapitel.

2. GRUNDLAGEN

2.1 Begriffsdifferenzierung

Da der Begriff „Währungsunion“ in der Literatur nicht eindeutig verwendet wird, ist zu Beginn dieser Arbeit eine kurze Abgrenzung der verschiedenen Arten von Währungsräumen notwendig. Die wichtigste Unterscheidung liegt zwischen einer W ä hrungsunion und einer Wechselkursunion. Eine Wechselkursunion bezeichnet die Fixierung der Wechselkurse zwischen den Währungen mindestens zweier souveräner Länder. Kennzeichnend ist hier die Beibehaltung der einheimischen Währungen sowie eine getrennte Geldpolitik, die in jedem beteiligten Land von einer eigenen Notenbank oder anderweitigen Instanz gesteuert wird.

Der Begriff der Wechselkursunion wird zudem oft ein weiteres Mal aufgeteilt, in zwei sog. Randlösungen und ein Spektrum an Zwischenlösungen. An einem Ende des Spektrums ist der freie oder flexible Wechselkurs, am anderen Ende der fixierte Wechselkurs. In letzterem Fall verpflichtet sich die Zentralbank des Landes, das seine Währung auf eine solche Art an eine andere binden möchte, durch Eingriffe in die Devisenmärkte den Wechselkurs konstant zu halten. Zwischen diesen beiden Systemen gibt es verschiedene Sorten von gleitenden oder weichen Wechselkursregimen. Ein gleitender Wechselkurs darf sich einer ausgewählten Währung gegenüber schrittweise oder in einem bestimmten Zeitraum bis zu einer bestimmten Grenze ändern, während sich ein weicher Wechselkurs innerhalb eines ausgewählten Intervalls bewegen darf.

Eine Währungsunion hingegen geht über ein reines Wechselkursregime hinaus. Hier schließen sich mindestens zwei souveräne Länder zusammen und ersetzen ihre nationalen Währungen sowie ihre Notenbanken durch eine gemeinsamen Währung, die ausschließlich von einer Unionszentralbank gedruckt und emittiert werden darf. Für diese Währung herrscht ein alleiniger Wechselkurs und Leitzins; sämtliche Veträge in der Union werden in der Unionswährung notiert. Des Weiteren muss es sich bei der gemeinsamen Währung um eine Papierwährung handeln, da die gemeinsame Verwendung von Goldmünzen oder anderen Metallen keine einzigartige Währung darstellt.5 Diese Kriterien erfüllen die Definition einer Währungsunion im Sinne dieser Arbeit und bestimmen dadurch die Vergleichbarkeit historischer Währungsräume mit der Eurozone in ihrer heutigen Form.

2.2 Ein historischer Überblick

Um zu verstehen, weshalb ausdrücklich das Österreichisch-Ungarische Reich und die Tschechoslowakei als historische Beispiele für diese Arbeit gewählt wurden, erscheint an dieser Stelle ein kurzer Überblick der historisch bedeutendsten und in der Literatur am häufigsten untersuchten Währungsdesintegrationen sinnvoll.6 Folgende Übersicht basiert auf den Erläuterungen von Bordo & Jonung (1999), Deo, Donovan, & Hatheway (2011), Eichengreen (2008), Meyer (1999), Middeldorp (2007), Muth (1997, S. 137 ff.) und Variant Perception (2012).

Eines der am häufigsten beschriebenen Beispiele eines historischen Währungsraums ist die Lateinische Münzunion. Diese entstand 1865 zwischen Belgien, Italien, Frankreich, der Schweiz und später Griechenland und orientierte sich an Frankreichs sog. bimetallisch- metrischen System. Dieses beruhte auf einem klar definierten Wertverhältnis zwischen Silber- und Goldmünzen und ließ sich so leicht reproduzieren, dass die Länder schon vor dem Unionsvertrag die gleichen Münzen verwendeten. Dank ihrer Ähnlichkeit konnten alle Münzen in der Union frei zirkulieren. Als Gold im Verhältnis zu Silber teurer wurde, entstand ein Abwertungswettlauf, in dem die Länder ihre Münzen mit einem höheren Silberanteil - und somit billiger - produzierten. Die Union geriet in weitere Schwierigkeiten, als einzelne Länder zunehmend Papiergeld druckten, um ihre Budgetdefizite zu finanzieren. Die Union fand schließlich mit dem Einsetzen des Ersten Weltkriegs ihr Ende, als die Mitglieder ungedecktes Papiergeld druckten, um die Kriegsausgaben zu finanzieren.7

Ein ähnliches Schicksal erlitt die Skandinavische Münzunion, die 1873 aus Dänemark, Schweden und Norwegen entstand und sich am Gold Standard orientierte. Drei voneinander unterscheidbare Silbermünzen wurden zu Parität in allen drei Ländern verwendet, daher war diese Union durch die Bindung an Gold lediglich eine stabilere Version der Lateinischen Union. Zur Jahrhundertwende kamen noch Papierwährungen hinzu, die anfangs ebenso frei zirkulierten. Als die schwedische Zentralbank 1905 im Zuge der politischen Trennung von Norwegen dessen Münzen und Scheine nicht mehr akzeptierte, brach die Union de facto auseinander; de jure fand sie aus den gleichen Gründen wie die Lateinische Münzunion ihr entgültiges Ende zu Beginn des Ersten Weltkrieges. In beiden dieser Unionen behielten die beteiligten Länder alle Rechte und Mittel auf eine eigenständige Geldpolitik, daher handelt es sich hier nicht um einer tatsächliche Währungsunion. Die Kosten der Desintegration waren in beiden Fällen gering.8

Zwei weitere Beispiele sind die ehemaligen Währungsunionen Pakistans und Indiens sowie von Bangladesch und Pakistan. Erstere endete 1947 mit dem Beschluss zur Trennung der Länder sowie der Einigung, dass die indische Zentralbank ein weiteres Jahr lang als gemeinsame Zentralbank agiert. Am Ende dieser Übergangszeit sollte das Zentralbankvermögen dann entsprechend dem Verhältnis an zirkulierenden Geldscheinen in beiden Ländern aufgeteilt werden. Bis dahin wurden die in Pakistan zirkulierenden Scheine gestempelt. Schließlich wurden alle ungestempelten Scheine nach Indien überliefert und die gestempelten mit Pakistans neuer Währung ausgetauscht. Nahzu identisch verlief die Trennung von Pakistan und Bangladesch, welches 1971 die Unabhängigkeit erklärte: Beide Währungsdesintegrationen verliefen relativ schnell und verursachten keine massiven Kosten.9

Es bleiben vier Beispiele, die sich für die Analyse des Auseinandergehens einer Währungsunion anbieten, da sie die Kriterien einer Währungsunion im Sinne des letzten Kapitels erfüllen. Der Zerfall Jugoslawiens in mehrere unabhängige Staaten zu Beginn der 90er Jahre bietet sich aufgrund eines relativen Mangels an aussagekräftiger Literatur (im Vergleich zu den gewählten Beispielen) nur schlecht an.10 Dieses Problem stellt sich beim Zerfall der Sowjetunion zwar nicht, jedoch würde die Komplexität einer solchen Analyse den Rahmen dieser Arbeit sprengen: Um die Desintegration der Rubelzone zu verstehen, bedarf es eines zumindest grundlegenden Verständnisses einer Transformation von Markt- zu Planwirtschaft und dessen makroökonomischen Folgen. Zudem sind die Interdependenzen der Ereignisse zu bedeutend, um durch die Analyse einzelner Länder zu einem aufschlussreichen Fazit zu gelangen.

Daher werden in dieser Arbeit der Zerfall des Österreichisch-Ungarischen Reichs und der Tschechoslowakei ausführlich diskutiert. Auch hier ist Vorsicht geboten: Beim Schicksal des Österreichisch-Ungarischen Reichs spielen die Folgen des Ersten Weltkriegs eine wichtige Rolle und wie in der Sowjetunion findet auch in der Tschechoslowakei eine wirtschaftliche Transformation statt. Entscheidend ist aber, dass sowohl Kriegsfolgen als auch Transformation in diesen Beispielen quantifizierbar sind, d.h. sie sind keine Störfaktoren, die die Ergebnisse der Analyse in unbekanntem Maße verzerren. Die Wahl dieser spezifischen Fälle ist gerade deswegen interessant, weil die zwei getrennten Analysen jeweils grundlegend unterschiedliche Aspekte einer Währungsdesintegration behandeln. So kann ein breites Spektrum an Schlüssen gezogen werden.

2.3 Theoretische Grundlagen

Zum besseren Verständnis der folgenden Analyse werden in diesem Kapitel einige theoretische Aspekte einer Währungsdesintegration beleuchtet. Von Interesse sind die Gründe, die ein Land zu einem Austritt aus einer Währungsunion bewegen könnten und die makroökonomischen Folgen dieser Entscheidung.11

Durch die Aufgabe der geldpolitischen Entscheidungsgewalt an eine supranationale Instanz begibt sich ein Mitgliedsland in eine Principal-Agent-Beziehung. Die Entscheidung zum Austritt leitet sich - stark vereinfacht - aus einer Kosten-Nutzen-Abwägung ab: Dem Mitgliedsland entstehen Kosten, wenn z.B. seine Präferenzen bzgl. Inflation von denen der Unionszentralbank, dem Agenten, abweichen und/oder wenn das Land in der Verteilung der Seignorage-Einnahmen in der Union benachteiligt wird. Diese Kosten werden mit dem Nutzen der Mitgliedschaft abgewogen (z.B. Wechselkurssicherheit, eine Reduktion an Transaktionskosten, positive Externalitäten durch den größeren Markt, etc.).

Basierend auf diesen Grundlagen entwickelt Muth (1997, S. 117 ff.) ein Modell, das diese und eine Vielzahl weiterer Faktoren zu einem einheitlichen Konzept zusammenführt. Grundgedanke ist hierbei, dass ein Mitgliedsland i zu keinem Zeitpunkt einen Anreiz haben darf, die Währungsunion zu verlassen. Diese Bedingung entspricht folgender Gleichung:12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

UiDES: Nutzen der Desintegration

UiEXIT: Nutzen aus dem bloßen Austrittsvorgang

UiOUT : Nutzen aus der Nichtmitgliedschaft (abdiskontierter, erwarteter Nutzen aus allen

zukünftigen Perioden)

UiIN : Nutzen aus der Mitgliedschaft

Der Nutzen eines Austritts darf zu keinem Zeitpunkt den Nutzen aus der Mitgliedschaft übersteigen. Ersterer Nutzen ergibt sich aus der Summe aus dem einmaligen Nutzen des Austritts sowie dem Nutzen, kein Mitglied mehr der Union zu sein. Von kritischer Bedeutung ist der einmalige Austrittsnutzen UiEXIT:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

UiTC: Nutzen aus der technischen Durchführung des Austritts (erwartungsgemäß negativ)13

UiSM: Nutzen aus dem bislang im Austrittsland genutzten Bestand an Unionswährung

Während die technische Durchführung des Austritts Kosten verursacht, kann UiSM in einem Land durchaus positiv sein. Zunächst wird angenommen, dass die neue Notenbank des

Austrittslandes alle Banknoten der Unionswährung auf seinem Territorium einsammeln und umtauschen kann, um sie nach dem Austritt an die Unionszentralbank zurückzugeben. Inwiefern das Halten dieser Scheine einem Nutzenzuwachs entsprechen kann, erklärt sich durch den Prozess der Geldschöpfung in der Union:

Die von der Zentralbank ausgegebene Geldmenge lässt sich folgendermaßen aufteilen:

(3)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

M: Gesamte Zentralbankgeldmenge

MREST: Geldmenge innerhalb der Restunion

MOUT: Geldmenge innerhalb der Austrittslandes

Der Zusammenhang zwischen Inflation, Geldmengenwachstum, und Output stellt die Wachstumsformel der Quantitätsgleichung dar:14

(4)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

π: Inflationmaß

: Geldmengenwachstum

: Outputwachstum (gemessen am BIP)

Der Austritt eines Landes aus der Union bedeutet ein Rückgang des Unionsoutputs Y um den Output des Mitgliedslandes YOUT. Beim Austritt eines Landes muss die Unionsgeldmenge M um die gleiche Rate α wie der Output sinken, damit in der Restunion kein Inflationspotential entsteht. Es muss also gelten:

(5)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

(6)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

YOUT: Output des Mitgliedlandes

α: Rate der Outputänderung, bzw. notwendige Rate der Geldmengenänderung

Diese Bedingung ist genau dann erfüllt, wenn die Notenbank des Austrittslandes die gesamte bislang im Austrittsland genutzte Menge an Geld an die Unionszentralbank zurückgibt, d.h.:

(7)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

MRET: Zurückgegebenes Geld

Analog zu Gleichung (6) muss gelten:

(8)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Gibt das Austrittsland mehr oder weniger als diese Geldmenge zurück, erzeugt es damit in der Restunion ein Inflations- oder Deflationspotential:

(9)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Intuitiv lässt sich dieses Ergebnis leicht verstehen, wenn man einen Blick auf die Zentralbankbilanz wirft. Wenn die Unionszentralbank Banknoten druckt, erscheint diese Emission in Form einer Zunahme des Bargeldumlaufs auf der Passivseite der Zentralbankbilanz.15 Die Bank „verschenkt“ das Geld jedoch nicht, sondern vergibt es in Form von Krediten an Privatbanken, kauft Staatsanleihen und hält Devisenreserven. Den Banknoten, die die Notenbank des Austrittslandes hält, stehen also Forderungen der Unionszentralbank gegenüber. Diese Forderungen befinden sich auf der Aktivseite der Bilanz und entsprechen dem hinterlegten Pfand des Austrittslandes für die Benutzung der Banknoten. Gibt das Austrittsland weniger als den Anteil seiner Unionswährung zurück, der genau seinen Forderungen auf der Aktivseite entspricht, wenn es austritt, so entsteht die oben beschriebene, inflationäre Situation: die nicht zurückgegebenen Banknoten können u.a. dazu verwendet werden, in der Restunion Güter zu erwerben. Dies entspricht in der Restunion einem Geldmengenzuwachs, dem kein Outputzuwachs gegenübersteht.

Die Größe[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ist also genau dann positiv, wenn die Notenbank des Austrittslandes einen Nutzen aus unvollständiger Rückgabe von Unionswährung - und somit einen Ressourcenzuwachs - erfährt und dieser Nutzen die Kosten des Ausstiegs durch dessen

technische Durchführung übersteigen. Übersteigt die Summe aus[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] den Nutzen der Mitgliedschaft[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], so besteht für das Mitgliedsland ein Anreiz, die Union zu verlassen (vgl. Gleichung (1)). Diese Situation kann entstehen, wenn ein Mitgliedsland bei der Kreditvergabe benachteiligt wird, wenn es einen positiven Zahlungsbilanzüberschuss gegenüber der Restunion erzielt, wenn es sich weigert, die Banknoten zurückzugeben oder wenn die Bürger des Austrittslandes, die nur schwer zum Umtausch ihres Geldes gezwungen werden können, im Zuge des Austritts in der Restunion Güter erwerben.

Dem letzten Punkt sollte eine besondere Achtung geschenkt werden. Mit der Einführung neuer Währungen können große Mengen an Bargeld über die Ländergrenzen fließen, um von Arbitragemöglichkeiten zu profitieren. Ein Grund dafür könnte eine vorteilhafter Wechselkurs sein, sodass die reale Kaufkraft in einem Land steigt. Weitere Gründe sind z.B. politisches Kalkül, der Einfluss von Reputation, die Glaubwürdigkeit der nationalen Geldpolitik, Wechselkurserwartungen an die neue Währung, die geldpolitische Kompetenz der neuen Notenbanker sowie die Existenz oder das Fehlen eines Desintegrationsvertrags. Entscheidend ist, dass ein Austrittsland aufgrund der Erwartungen an seine neue Währung mit einem Abfluss ebenso wie mit einem Zufluss an Geld rechnen muss.

Diese Überlegungen sind der Versuch, die komplexe Kosten-Nutzen-Abwägung eines Mitgliedslandes einer Währungsunion in einem einheitlichen, theoretischen Konzept darzustellen. Die hier aufgeführten Ergebnisse sind bei weitem nicht vollständig. Dennoch sind deren Implikationen hilfreich, um die Ereignisse im nächsten Kapitel zu verstehen.

3. DAS AUSEINANDERGEHEN DER KRONENZONE

„The dissolution of the Austro-Hungarian Empire in 1918 is the key historical example of a currency-union breakup neither caused by civil war nor imposed by a colonial or occupying power.” (vgl. Garber & Spencer 1994, S. 1) In diesem Kapitel wird das Auseinandergehen der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie diskutiert, mit einem expliziten Fokus auf den Austritt der Tschechoslowakei und der Republik Österreichs. Zusammen mit Ungarn gehörten sie zu den größten der Nachfolgestaaten und am Ablauf sowie am Erfolg ihrer Währungsreformen lassen sich wichtige Implikationen ableiten. Die restlichen ehemaligen Reichsgebiete gliederten sich größtenteils sehr schnell nach Kriegsende in andere Ländergruppen ein und werden daher im Folgenden nicht explizit behandelt. Ebenso wird auf eine genauere Analyse Ungarns verzichtet, da dessen Währungsreform und die Entwicklungen des Landes in den Folgejahren zu viele Parallelen zu den Erfahrungen Österreichs aufweisen.16

Nach einer kurzen Schilderung der Ausgangslage werden beide Länder einzeln analysiert. Im Anschluss werden weitere makroökonomische Faktoren untersucht, von denen die Länder gleichsam betroffen waren. Sämtliche Ergebnisse und historische Zusammenfassungen stammen aus Chow (2003, S. 219 ff.), Dornbusch (1994), Garber & Spencer (1994), Muth (1997, S. 143 ff.) und Schlesinger (1920). Auf weitere Quellen wird im Laufe des Textes hingewiesen.

3.1 Ausgangslage

Das Österreichisch-Ungarischen Reich umfasste zum Beginn des Ersten Weltkriegs die Staatsgebiete der heutigen Länder Österreich, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina sowie Teile von Italien, Serbien, der Ukraine, Polen, Montenegro, Rumänien und den größten Teil Tschechiens. Bereits gegen Ende des Ersten Weltkriegs erklärten viele „Kronländer“ ihre politische Unabhängigkeit und so begann das ehemalige Reich im Herbst 1918 in eine Währungsunion zu zerfallen. Effektiv war das Gebiet ein Vielvölkerstaat aus mehreren souveränen Ländern, die unfreiwillig eine gemeinsame Währung verwendeten. Die geldpolitische Hoheit lag bei der Österreichisch-Ungarischen Zentralnotenbank in Wien; sie alleine konnte die Reichswährung drucken, ein Umstand, der eine wesentliche Rolle in der Desintegration spielte, wie sich im Folgenden zeigen wird.17

Zur Finanzierung der Kriegsausgaben wurde das Notenbankstatut geändert. Von 1914 bis 1918 veröffentlichte die Notenbank keine Jahresabschlüsse, legalisierte kurzfristig die Darlehensgewährung an den Staat und beendete die 40-prozentige Golddeckung. Die Folge dieser massiven Kriegsfinanzierung war die Ausweitung der Geldmenge um ca. 2.000 % auf über 50 Mrd. Kronen von 1913 bis 1919 und eine Abwertung der Krone gegenüber dem US- Dollar um ca. 150 % (vgl. Chow 2003, S. 220).18 Laut Dornbusch (1994, S. 8) wäre die Abwertung noch dramatischer gewesen, wenn die Kapitalverkehrskontrollen zwischen dem Reichsgebiet und der Außenwelt nicht so streng gewesen wären. Diese Entwicklung zeigt die Zentralbankbilanz in den Jahren 1914 und 1918:

Tabelle 1: Bilanz der Österreichisch-Ungarischen Zentralnotenbank am 23.7.1914 und

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Notenbank legte damit wissentlich den Grundbaustein für eine Hyperinflation; auf Steuererhöhungen wurde weitgehend verzichtet. Als der Krieg zu Ende war, bestand das ehemalige Reich aus den Kriegsverlierern Österreich und Ungarn und einer Vielzahl an „Siegern“. Am 31. Oktober 1918 waren die beiden Verlierer um 67,9 Mrd. bzw. 33,1 Mrd. Kronen verschuldet (vgl. Muth 1997, S. 146). Die restlichen Staaten standen zwar kriegsbedingt auch in der Schuld, hielten aber Forderungen auf Kriegsgewinne und mussten keine Reparaturleistungen zahlen.19

Die Österreichische Regierung hatte auch nach Kriegsende den Anreiz, weiterhin Geld zu drucken und damit die Staatsschuld zu finanzieren, da die hierdurch entstehende Inflation von allen Mitgliedern der Währungsunion getragen wurde.20 Hinzu kommt, dass Österreich in überproportionalem Verhältnis von der Seignorage dieser Politik profitierte. So erhöhte die Geldpolitik der Zentralbank die Kosten der Mitgliedschaft für die restlichen Mitgliedsländer. Nach mehreren gescheiterten Bemühungen, die Zentralbank zu zügeln, beschloss ein Land nach dem anderen, die Union zu verlassen und eine neue Währung einzuführen. Ausgehend von dieser Situation wird im Folgenden erst der Austritt der Tschechoslowakei und anschließend der Republik Österreichs analysiert.

3.2 Ursachen und Ablauf

3.2.1 Austritt der Tschechoslowakei

Die Tschechoslowakei proklamierte am 28. Oktober 1918 ihre politische Unabhängigkeit. Einer Währungsunion standen die führenden Politiker anfangs noch offen gegenüber, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Finanzminister Alois Rasin formulierte drei spezifische Forderungen an die Österreichisch-Ungarische Zentralnotenbank:

1. Jedes der Mitgliedsländer bekommt ein Mitspracherecht in geldpolitischen Entscheidungen.
2. Die Zentralnotenbank stellt sofort das ungedeckte Drucken von Banknoten sowie die Kreditsicherung von staatlichen Kriegsanleihen ein.
3. Die Kreditgewährung an ein Mitgliedsland unterliegt der Zustimmung der anderen Länder.

[...]


1 Vgl. Eichengreen (2008, S. 36).

2 Vgl. Hujer & Schmitz (2012).

3 Vgl. Setser & Gelpern (2006) für eine Übersicht über die Krise in Argentinien.

4 Zwei ehemalige Direktoren der argentinischen Zentralbank gehen in einem Gastbeitrag in The Economist (2012) auf diesen entscheidenden Unterschied ein.

5 Vgl. Deo, Donovan, & Hatheway (2011, S. 2) und Muth (1997, S. 4-6).

6 Neben den hier aufgeführten gibt es eine Fülle an Währungsräumen, die im Rahmen des Imperialismus

entstanden und zum Teil später wieder auseinandergingen. Vgl. De Grauwe (2012, S. 98 ff.) für einen Überblick.

7 Knauß (2012), der für die Wirtschaftswoche einen Artikel über die Lateinische Münzunion verfasste, sieht in diesem Währungsraum eine Vielzahl an Parallelen zur Eurozone. Der Fokus liegt dabei aber auf den Problemen, die durch einen Währungsraum entstehen, nicht den technischen Aspekten eines tatsächlichen Austritts.

8 Einen tabellarischen Vergleich zwischen Lateineischer- und Skandinavischer Münzunion, Kronenzone, Rubelzone, Tschechien/Slowakei und Eurozone zeigt die Übersicht in Appendix 1.

9 Vgl. Simha (1970) für eine detaillierte Darstellung der Eregnisse um die Trennung Indiens und Pakistans.

10 Vgl. Chow (2003, S. 440-447) für eine kompakte Übersicht des Zerfalls und eine kurze, länderspezifische Analyse.

11 Ein vollständiges Verständnis der Treiber und des Ablaufs einer Währungsdesintegration wird durch ein Grundverständnis der theoretischen Grundlagen einer Währungsunion begünstigt. Die Behandlung dieser Thematik wäre im Rahmen dieser Arbeit jedoch zu umfangreich. Der interessierte Leser findet einen präzisen Überblick z.B. in De Grauwe (2012), besonders Kapitel 1 bis 4, sowie Muth (1997, S. 11-94).

12 Das Modell wird in identischer, zur Vereinfachung jedoch gekürzter, Form aus (Muth, 1997) übernommen; einzelne Indizes wurden zur Vereinheitlichung geändert.

13 Die Austrittskosten aus rein technischer Sicht sind vorerst relativ gering, da in erster Linie eine Markierung der Unionswährung genügt, um die neue Währung von der dieser zu trennen.

14 Es wird angenommen, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit in der Restunion und dem Austrittland gleich ist, daher tritt diese Variable in der Formel nicht auf.

15 Es wird in diesem Modell davon ausgegangen, dass die Zentralbank lediglich Bargeld ausgibt.

16 Einen kurzen Überblick über die Austritte der restlichen Länder und die Entwicklungen in Ungarn gibt Appendix 2.

17 Streng genommen konnte auch die Notenbankzweigstelle in Budapest Scheine drucken: Die Satzung der Notenbank sah sogar ursprünglich vor, dass 30 % der Noten in Budapest gedruckt werden. Nichtsdestotrotz fand der Hauptteil der Geldmengenausweitung zur Kriegszeit und danach in Wien statt.

18 Diese Zahlen stimmen nicht zu 100 % mit denen aus Tabelle 1 überein, weil jeweils ein unterschiedliches Start- und Enddatum zur Berechnung verwendet wurde.

19 Tatsächlich versuchten Österreich und Ungarn die Kriegsschulden auf die ehemaligen Mitglieder des Reichs zu verteilen. Die Idee wurde abgelehnt.

20 Genau genommen war es die massive Absicherung von Staatsschulden, und weniger der direkte Aufkauf von Staatspapieren, der zunehmend zu einer Hyperinflation führte.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Das Auseinandergehen von Währungsräumen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Seminar für Makroökonomie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
65
Katalognummer
V207752
ISBN (eBook)
9783656350330
ISBN (Buch)
9783656350712
Dateigröße
855 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auseinandergehen, währungsräumen
Arbeit zitieren
Julian Radlinger (Autor), 2012, Das Auseinandergehen von Währungsräumen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207752

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