To date, Intercultural Systemic Coaching is a theoretically disregarded coaching approach. The central question is how the theoretical concept of Intercultural Systemic Coaching can be described and which are its potential practical characteristics and consequences. Hence, this paper delivers theoretical fundamentals of systemic, culture and coaching theories, to combine them and thereby creating a fundamental understanding of the in practice of Intercultural Coaching relevant coaching modes. From the angle of constructivism Systemic Coaching is viewed as an approach, videlicet as a manner and mode of how Intercultural Coaching can be conducted. In contrast, Intercultural Coaching can be understood as the content that defines amongst others coaching topics and target group. That is to say Systemic Coaching is the context with Intercultural Coaching as its content. In conclusion, Mietusch devises a definition of the scientifically unnoticed phenomena Intercultural Systemic Coaching and drafts a model design of intercultural systemic contexts beneficial in its practice.
Keywords: Intercultural Systemic Coaching, Intercultural Coaching, Systemic Coaching
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Systemisches Coaching
1.1 Systemisches Coaching als Coachingansatz
1.2 Differenzierte theoretische Ansätze
2 Interkulturelles systemisches Coaching
2.1 Zum Verständnis des Interkulturellen Coaching
2.2 Kulturkonzept und Kontextfaktor Kultur
2.3 Systemische Aspekte im Interkulturellen systemischen Coaching
2.4 Schlussfolgerungen für ein Interkulturelles systemisches Coaching
3 Resumée
3.1 Zusammenfassung und Kritik
3.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das theoretisch noch kaum erschlossene Konzept des Interkulturellen systemischen Coachings zu beschreiben, definitorisch einzuordnen und durch ein Modell der relevanten Systemkontexte für die Coachingpraxis zu operationalisieren.
- Theoretische Fundierung von systemischen Ansätzen und Kulturkonzepten.
- Differenzierung zwischen Coaching als Ansatz (systemisch) und Inhalt (interkulturell).
- Analyse des Einflusses kultureller Kontexte auf den systemischen Coachingprozess.
- Entwurf eines systemischen Modells zur Einordnung individueller, sozialer, gesellschaftlicher, kultureller und historischer Kontexte.
- Reflexion der Rolle des Coaches bei der Bearbeitung kultureller Prägungen und Vorannahmen.
Auszug aus dem Buch
Systemisches Coaching als Coachingansatz
Systemisches Coaching als einen Coachingansatz zu verstehen, der auf systemischen Sichtweisen, Methoden und Handlungsansätzen basiert und somit einen Einfluss auf Prozess und Prozessgestaltung hat, kann von Sonja Radatz Definition gestützt werden. Für Radatz (2010: 18) entspringt das Systemisches Coaching der Haltung des Coaches. Es basiert auf der „Teil-der-Welt-Haltung“ (von Foerster 2001, zit. nach Radatz 2010: 18), wonach jeder Mensch Teil eines sozialen Systems ist, das er beschreibt. Durch das Handeln des Einzelnen wird das gesamte soziale System, in dem der Einzelne teilnimmt und teilhat, beeinflusst. Jede Handlung hat demzufolge eine Auswirkung auf das System, was gleichermaßen impliziert, dass jedes System vom Individuum mitgestaltet werden kann. Im Systemischen Coaching bedeutet das, dass der Klient nicht seinen sozialen Systemen hilflos ausgeliefert ist, sondern durch sein Verhalten Einfluss darauf nehmen kann.
Darüber hinaus impliziert dies die Vorstellung, dass der Coachee auch ein System verlassen kann, wenn seine Handlungen nicht zu erwarteten oder gewünschten Veränderungen führen. Jedoch geht Radatz davon aus, dass wir die unterschiedlichen Systeme weiterhin in Form von Erfahrungen mit uns mittragen. (vgl. Radatz 2010: 18 f.)
Zudem impliziert für Sonja Radatz diese Teil-der-Welt-Haltung, dass Systeme, in denen der Einzelne keine Teilhabe hat, von ihm auch nicht beeinflusst werden können. Beziehungsweise umgekehrt ausgedrückt: Einfluss kann nur auf die Welt genommen werden, in denen der Einzelne Teil ist (vgl. Radatz 2010: 19). Dies birgt die Annahme, dass wir unsere Strukturen jederzeit neu gestalten und verändern können (vgl. ebd.: 22) – was, wie in Kap. 1.2 noch dargestellt, eine konstruktivistische Grundannahme ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Systemisches Coaching und Interkulturelles Coaching theoretisch zu verknüpfen, und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Definition und den praktischen Besonderheiten eines Interkulturellen systemischen Coachings.
1 Systemisches Coaching: Dieses Kapitel erläutert das Verständnis von Systemischem Coaching als Ansatz und Haltung des Coaches und stellt die wesentlichen theoretischen Grundlagen aus Systemtheorie und Konstruktivismus dar.
2 Interkulturelles systemisches Coaching: Hier wird das Hauptkonzept entwickelt, indem Kultur als Kontextfaktor in den systemischen Ansatz integriert und ein Modell der verschiedenen Systemkontexte entworfen wird.
3 Resumée: Das abschließende Kapitel reflektiert die theoretischen Ergebnisse, übt Kritik hinsichtlich einer möglichen Über-Kontextualisierung und formuliert einen Ausblick auf notwendige weiterführende Feldforschung.
Schlüsselwörter
Interkulturelles systemisches Coaching, Systemisches Coaching, Interkulturelles Coaching, Systemtheorie, Konstruktivismus, Kulturkonzept, Kontext, Systemkontexte, Coachingpraxis, Reframing, Metakontext, Soziales System, Identität, Rollenträger, Prozessbegleitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie die Ansätze des Systemischen Coachings und des Interkulturellen Coachings theoretisch und praktisch zu einem neuen, ganzheitlichen Ansatz – dem Interkulturellen systemischen Coaching – verbunden werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Coachingtheorie, systemische Denkweisen, kulturtheoretische Konzepte sowie die Berücksichtigung von Kontextfaktoren im Coachingprozess.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein theoretisches Verständnis für das Phänomen „Interkulturelles systemisches Coaching“ zu schaffen und ein Modell zu entwerfen, das die relevanten Kontexte für diesen Coachingansatz visualisiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Konzepte der systemischen Therapie, der konstruktivistischen Erkenntnistheorie und der interkulturellen Beratung zusammenführt, um daraus ein neues Modell abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen des Systemischen Coachings, die theoretische Herleitung des Interkulturellen systemischen Coachings und die Entwicklung eines Modells, das systemische und kulturelle Kontexte integriert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Interkulturelles systemisches Coaching, Systemtheorie, Kontextualisierung, Kulturkonzept, Konstruktivismus und systemische Haltung.
Welche Rolle spielt das "Inhalt-Behälter-Bild" nach von Schlippe et al. für das Modell?
Dieses Bild dient als zentrale Analogie: Systemisches Coaching bildet den Rahmen (Behälter) und das methodische Vorgehen, während Interkulturelles Coaching den spezifischen inhaltlichen Fokus (Inhalt) liefert.
Warum ist laut Autorin die historische Komponente im Modell so entscheidend?
Die historische Komponente ist essenziell, da alle individuellen und kulturellen Kontexte in einer zeitlichen Entwicklung stehen; Werte und Verhaltensmuster wandeln sich historisch und müssen daher kontextuell eingebettet verstanden werden.
Welche Gefahr sieht die Autorin bei der kulturellen Kontextualisierung?
Die Autorin warnt vor der Gefahr einer Stereotypisierung, bei der bestimmten kulturellen Kontexten vorschnell Eigenschaften zugeschrieben werden, anstatt das Individuum und seine spezifische Situation in den Fokus zu stellen.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Kommunikationspsychologin Alexandra Mietusch (Autor:in), 2012, Interkulturelles systemisches Coaching, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207857