Die internationalen Finanzmärkte und deren Regulierung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der internationale Finanzmarkt
2.1 Definition des Finanzmarktes
2.2 Allgemeine und spezifische Funktionen von Finanzmärkten
2.3 Abgrenzung des internationalen Finanzmarktes

3 Marktwirtschaftlicher Wettbewerb
3.1 Der Wettbewerb
3.2 Statische und dynamische Funktionen des Wettbewerbs
3.3 Voraussetzung für staatliche Intervention

4 Marktunvollkommenheiten auf Finanzmärkten
4.1 Prinzipal-Agent-Theorie
4.1.1 Adverse Selektion
4.1.2 Moral Hazard
4.1.3 Hold Up
4.2 Noise-Trading
4.3 Herding
4.4 Sun Spot Equilibria
4.5 Konsequenzen von Marktunvollkommenheiten

5 Verbesserung der Finanzmarktstrukturen
5.1 Die Notwendigkeit der Finanzmarktregulierung
5.2 Regulierung des Wertpapiermarktes
5.3 Regulierung des Bankensektors

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Stellung der Finanzintermediäre auf den Finanzmarkt

Abb. 2 Funktionen des Wettbewerbs

Abb. 3 Prinzipal-Agent-Beziehung unter Einfluss Asymmetrischer Information

Abb. 4 Zusammenfassung der Asymmetrischen Information

Abb. 5 Dotcom-Blase an NASDAG

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die internationalen Finanzmärkte üben aufgrund der zunehmenden globalen Verflech-tung einen stetig wachsenden Einfluss auf die grundlegenden ökonomischen und politi-schen Entscheidungen aus. Eine Finanzmarktkrise stürzt nicht nur das Land, indem esausbricht in negative Entwicklungen der Wirtschaft, die durch einen deutlichen Rück-gang der Vermögenswerte und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmungengekennzeichnet ist, sondern breitet sich auch in anderen Ländern mit denen wirtschaftli-che Beziehungen bestehen aus und beeinflusst somit die Entwicklung der Weltwirt- schaft. Angesichts dieser Umstände gewinnen grenzübergreifende Stabilisierungsmaßnahmen immer mehr an Bedeutung.

Das Ziel dieser Arbeit ist, mögliche Ursachen für diese Fehlentwicklung des Marktes aufzuzeigen und Maßnahmen für eine verbesserte Funktion des Finanzmarktes zu diskutieren. Diese Maßnahmen betreffen die Informationsstruktur, das Verhalten derMarktakteure und die internationale Koordination der Finanzmarktregulierung.Vor der Einleitung zum Hauptteil wird der Finanzmarkt mit seinen Funktionen ausführlich dargestellt und eine Abgrenzung zum internationalen Finanzmarkt getroffen. Anschließend wird auf die Rolle des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs eingegangen und Grundlagen für staatliche Regulierungen geschaffen. Die Marktunvollkommenheiten unter dem Aspekt der Agency-Theorie bilden den Kern und leiten zu internationalen Bemühungen der Homogenisierung des Finanzmarktes über.

2 Der internationale Finanzmarkt

2.1 Definition des Finanzmarktes

Der Finanzmarkt ist ein Markt, auf dem sich Angebot und Nachfrage nach Finanzmitteln treffen. Die gehandelten Güter eines Finanzmarktes sind Finanzkontrakte, die dem Käufer das Recht auf eine gegenwertige oder zukünftige Zahlung einräumen. Die Anbieter von Finanzkontrakten werden als Kapitalgeber und die Nachfrager als Kapitalnehmer bezeichnet. Der Handel der Finanzforderungen erfolgt meist über Vermittler, die sogenannten Finanzintermediäre, die sich auf die Produktion, die Vermittlung und den Transfer von Finanzgütern spezialisiert haben und das Zusammentreffen von Kreditgebern und Kreditnehmern auf den Finanzmarkt organisieren und koordinieren. Zu den Finanzintermediären zählen u. a. Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften, aber auch Rating-Agenturen und Finanzmakler.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Der Finanzmarkt stellt ein Oberbegriff dar und beinhaltet den Geldmarkt, den Devisenmarkt und den Kapitalmarkt. Auf dem Geldmarkt erfolgt der kurzfristige Geldhandel, der sich im Tages- und Termingeschäft abspielt. Die Laufzeit der Finanzkontrakte auf diesen Teilmarkt beträgt maximal ein Jahr. Auf dem Devisenmarkt findet der Austausch unterschiedlicher Währungen statt, wobei der Wechselkurs den Preis darstellt. Der Kapitalmarkt beschäftigt sich mit der Vergabe von mittelfristiger bis langfristigen Krediten und Beteiligungen, wobei die Konditionen und somit auch der Zins von den Interessen der Marktteilnehmer abhängen. Dieser Teilmarkt ermöglicht die Finanzierung von Investitionen für Unternehmen und staatliche Institutionen.1

2.2 Allgemeine und spezifische Funktionen von Finanzmärkten

Die allgemeinen Marktfunktionen, wie die Allokations-, Koordinations- und Auswahlfunktion, gelten ebenfalls für den Finanzmarkt.

Die Allokation auf den Finanzmärkten erfolgt ebenfalls wie auf allen anderen Märkten, indem diejenigen Marktteilnehmer, die überschüssiges Kapital halten, es an andere gegen Entgelt verleihen. Der Marktpreis, der als ein Indikator für die Knappheit von Finanzkontrakten fungiert, bewirkt somit einen effizienten Ausgleich zwischen Kapitalangebot und Kapitalnachfrage.

Die Koordinationsfunktion veranlasst die Marktteilnehmer, sich an einem Ort zu treffen, an dem der Handel mit Finanzkontrakten stattfindet. Ein möglicher Ort wäre zum Beispiel die Börse als Markt für Eigenkapital.

Die Rahmenbedingungen des Finanzmarktes treffen eine bestimmte Auswahl der Ak- teure (Auswahlfunktion), die zur Teilnahme an dem Handel zugelassen werden. Diese Restriktionen können beispielsweise die Liquidität und das Handelsvolumen der Teilnehmer betreffen.2

Der Finanzmarkt zeichnet sich aber auch in Verbindung mit den Finanzintermediärendurch spezifische Funktionen aus, wie der Losgrößen-, Fristen-, Risiko- undInformationstransformation. Durch diese Transformationsfunktionen werden die Vor-stellungen von Kapitalgebern und Kapitalnehmern in Einklang gebracht.Über die Losgrößentransformation der Finanzintermediäre lassen sich die gehandeltenBeträge (Losgrößen) entweder aggregieren oder aufspalten, entsprechend den Bedürf-nissen der Kreditnehmer. Somit kann ein hoher Kapitalbedarf von vielen Kleinanlegerngedeckt werden, oder aber auch umgekehrt der Kapitalbedarf von vielen Nachfragerndurch einen Anbieter bedient werden.3

Durch die Transformation der Finanzintermediäre ermöglichen auch kurzfristig angelegte Einlagen die Vergabe von längerfristigen Krediten. Für diese Fristentransformation sind jedoch zwei Arten von Kapitalmarkt notwendig. Zum einem ein Primärmarkt, der Wertpapiere emittiert und zum anderen ein Sekundärmarkt, der den Tausch der bereits emittierten Wertpapiere ermöglicht. Somit hat der Käufer, der eine langfristigeKapitalanleihe auf einen Primärmarkt erworben hat, jederzeit die Möglichkeit dieseKapitalanleihe auf einem Sekundärmarkt zu verkaufen. Diese Art der Liquidation eröffnet höhere Gewinnchancen, aber auch Risiken.4

Der Finanzmarkt bewirkt zudem einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Risikobereitschaften der Kreditgeber und Kreditnehmer durch die Risikotransformation. Als Risiko wird die Unsicherheit über die zukünftigen Zahlungen des Kreditnehmers an den Kreditgeber verstanden. Das Risiko kann durch Risikodiversifikation (Portefeuille) und Risikoaufspaltung gesteuert werden.5

Die Informationstransformation erfolgt fast vollständig über Finanzintermediäre, dieInformationen über Kapitalnachfrager auf den Finanzmarkt sammeln und auswerten.Durch diese Informationsaufbereitung beispielsweise in Form eines Ratings werdenUnsicherheiten der Kapitalgeber verringert und der Handel unterstützt. Somit ist der Finanzintermediär durch seine Informationsweiterleitung einer der wichtigen Akteure des Finanzmarktes, nicht nur für den Kapitalnehmer, sondern auch für den Kapitalge-ber.6

2.3 Abgrenzung des internationalen Finanzmarktes

Ein internationaler Finanzmarkt nach Büschgen liegt vor, „wenn Finanzströme in einerbestimmten Währung…“ aus den „…jeweiligen nationalen Währungsbereich ausgela-gert werden“ 7 in einen ausländischen Währungsbereich. Unter einen internationalenFinanzmarkt versteht man also einen grenzüberschreitenden Handel von Finanztiteln. InVerbindung mit dem internationalen Finanzmarkt fällt auch häufig der Begriff „Euro-markt“, der als ein Synonym verwendet werden kann. Man spricht von einem Euro-markt, weil dieser ursprünglich in Europa entstanden ist und sich auf den Handel mitder US-Dollar Währung bezieht.8 Die wichtigsten Finanzzentren sind London, Luxem-burg aber, auch New York. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den nationalen unddem internationalen Finanzmarkt ist, dass der internationale keiner Regulierung undkeiner Aufsicht über eine nationale oder internationale Währungsbehörde unterliegt.Diese Eigenschaften ermöglichen einen freien Wettbewerb, der nur über einen Zins re-guliert wird.

3 Marktwirtschaftlicher Wettbewerb

3.1 Der Wettbewerb

In der Literatur gibt es mehrere Ansätze und Theorien einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb zu beschreiben. Im Allgemeinen bezeichnet der Wettbewerb die Art undWeise, mit der sich die Marktteilnehmer um ihre Marktpartner bewerben und bemühen,um einen höheren wirtschaftlichen Nutzen zu erreichen. Dieses Bestreben der Markt-teilnehmer wird auch in der Definition von Schmidt wie folgt beschrieben: „Wettbe-werb (…) als das Streben von zwei oder mehr Personen bzw. Gruppen nach einem Ziel (…), wobei der höhere Zielerreichungsgrad des einen i.d.R. einen geringeren Zielerrei-chungsgrad des anderen bedingt.9 Damit der Wettbewerb auf diese Weise bestehenkann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden hinsichtlich des Marktverhal-tens und der Marktstruktur. Es dürfen keine Absprachen zwischen den Marktteilneh- mern bestehen, damit eine atomistische Marktstruktur und eine vollständige Markt- transparenz existieren können. Der Marktzutritt muss für alle potentiellen Marktteil- nehmer offen sein.10 Die Entscheidungsfreiheit von Anbietern und Nachfragern ist einesder wichtigsten Elemente eines funktionierenden Wettbewerbs, die „vorstoßende undnachahmende Wettbewerbshandlungen“11 hervorruft. Die Anbieterseite hat somit dieFreiheit zur Nachfolge und Imitation und die Nachfrageseite die Freiheit, aus der Viel-zahl der Alternativen die beste auszuwählen. Das Eigeninteresse der Wirtschaftssubjek-te verwandelt den Wettbewerb in einen dynamischen Prozess, der durch Aktionen undReaktionen entsteht.12

3.2 Statischen und dynamischen Funktionen des Wettbewerbs

Die Funktionen des Wettbewerbs bedingen das Verhalten der Marktteilnehmer. Aus derstatischen Sicht ist die Produktion an den Präferenzen der Nachfrager auszurichten(Steuerungsfunktion), sonst drohen dem Anbieter negative Sanktionen. Somit werdenProduktionsfaktoren in ihre produktivste Verwendung gelenkt und eine effiziente Fakto-renkombination gewährleistet (Allokationsfunktion). Dies bewirkt eine leistungsgerech-te Einkommensverteilung auf den Faktormärkten (Verteilungsfunktion). Um der dyna-mischen Veränderungen der Nachfrage gerecht zu werden, sind Anbieter gezwungenihre Produktionsverfahren an die, sich ständig ändernde, Datenlage anzupassen (Anpas-sungsfunktion). Desweiteren treibt der Prozess des Wettbewerbs die Wirtschaftssubjek-te dazu an, technische Fortschritte zu realisieren, um neuartige und kostengünstigereProdukte und Verfahren zu entwickeln (Innovationsfunktion).13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2

3.3 Voraussetzung für staatliche Intervention

Die Regulierung stellt einen staatlichen Eingriff in den marktwirtschaftlichen Wettbe-werbsprozess dar. Durch Restriktion wie Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen,wird der Handlungsspielraum der Wirtschaftssubjekte eingeengt und mit Hilfe von dro-henden Sanktionen durchgesetzt. Somit kann eine der wichtigsten Voraussetzungen desWettbewerbs, nämlich die Wettbewerbsfreiheit, nicht mehr gewährleistet werden. Folg-lich müssen staatliche Interventionen aus marktwirtschaftlicher Sicht begründet sein.Das ist immer dann der Fall, wenn die Interventionen „transaktionskostensenkend“14 wirken und auf diese Weise die Funktionsfähigkeit des Marktes verbessern.15 Die Ver-gangenheit zeigte, dass staatliche Interventionen auf einigen Märkten wettbewerbsför-dernd wirken, vor allem beim Marktversagen durch asymmetrische Information, die Bereitstellung öffentlicher Güter, die Existenz externer Effekte und Marktmacht.16 Dieasymmetrische Informationsverteilung wird als eine mögliche Ausprägung für das Ver-sagen von Finanzmärkten diskutiert und als Ursache für so manche Finanzkrisen be-schrieben.

4.Marktunvollkommenheiten auf Finanzmärkten

4.1Die Prinzipal-Agent-Theorie

Die Prinzipal-Agent-Theorie ist ein Teilgebiet der Neuen Institutionenökonomik undzählt neben der Transaktionskostentheorie, der Theorie der Verfügungsrechte und derRessourcentheorie zu den führenden Erklärungsansätzen, die in der Wirtschaftswissen-schaft diskutiert und angewendet werden. Zwischen der Vielzahl an Definitionen be-schreiben Jensen und Meckling die Agency-Theorie sehr zutreffend: „An agency rela-tionship can be defined as a contract, under which one or more persons (the princip-al(s)) engage another person (the agent), to perform some service on their behalf whichinvolves delegating some decision making authority to the agent.”17 Die Prinzipal- Agent-Theorie beschäftigt sich also mit der optimalen Vertragsgestaltung zwischenWirtschaftssubjekten, unter der Annahme der asymmetrischen Informationsverteilungund opportunistischen Verhalten.

[...]


1 Vgl. Hartmann-Wendels, T., Bankbetriebswirtschaftslehre, 2007, S. 3.

2 Vgl. Hartmann-Wendels, T., Bankbetriebswirtschaftslehre, 2007, S. 4.

3 Vgl. Hartmann-Wendels, T., Bankbetriebswirtschaftslehre, 2007, S. 5.

4 Vgl. Hartmann-Wendels, T., Bankbetriebswirtschaftslehre, 2007, S. 5f.

5 Vgl. Hartmann-Wendels, T., Bankbetriebswirtschaftslehre, 2007, S. 7f.

6 Vgl. Schüder, S., Kontrolle, 2009, S. 6.

7 Büschgen, H., Bankbetriebslehre, 1998, S. 232.

8 Vgl. Zantow, R., Finanzwirtschaft, 2011, S. 47.

9 Schmidt, I., Wettbewerbspolitik, 2005, S. 1.

10 Vgl. Olten, R., Wettbewerbstheorie, 1998, S. 15f.

11 Schmidt, I., Wettbewerbspolitik, 2005, S. 2.

12 Vgl. Schmidt, I., Wettbewerbspolitik, 2005, S. 2f.

13 Vgl. Wimmer, N., Wirtschaftsrecht, 2007, S. 151f.

14 Weizsäcker, C., Deregulierung, 1998, S. 15.

15 Vgl. Schüder, S., Kontrolle, 2009, S. 11.

16 Vgl. Pindyck, R., Mikroökonomie, 2009, S. 803f.

17 Jensen, M., Theory, 1976, S. 308.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die internationalen Finanzmärkte und deren Regulierung
Hochschule
Universität zu Köln  (Wirtschaftspolitisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar Politische Ökonomie
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V207867
ISBN (eBook)
9783668677593
ISBN (Buch)
9783668677609
Dateigröße
1081 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
finanzmärkte, regulierung
Arbeit zitieren
Ina Schäfer (Autor:in), 2011, Die internationalen Finanzmärkte und deren Regulierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207867

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