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Dante Alighieris 'De Monarchia', Papst Bonifaz VIII. und Kaiser Heinrich VII.

Antworten auf den schneidenden Luftzug der Neueren Geschichte

Título: Dante Alighieris 'De Monarchia', Papst Bonifaz VIII. und Kaiser Heinrich VII.

Trabajo , 2008 , 42 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Markus Müller (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Es ist ein dunkler Wald, der Dante am Anfang seines Mammutwerkes, das er Komödie nennt und welchem sein erster Biograph Giovanni Boccaccio das Attribut göttlich verleiht, empfängt. Unwissenheit prägt die Atmosphäre dieses ersten Gesangs genauso wie die Hoffnung auf den Veltro, den Retter. Wer auch immer dieser Veltro sein mag und wie surreal jener Anbeginn auch wirkt. Er könnte geradezu eine Allegorie auf den jungen florentinischen Dichter sein, der sich mit einer Umwelt konfrontiert sieht, die so gar nicht mehr den römisch-antiken und ritterlichen Idealen des Hochmittelalters entspricht. Er sieht eine Kirche, welche die Grenzen ihrer eigenen Religion überschreitet und gänzlich ungeniert die uneingeschränkte Untergebenheit aller auf dem Erdball wohnenden Individuen einfordert. Er sieht in seiner eigenen Stadt die aufkeimenden Sprösse des frühen Kapitalismus empor wachsen und muss es ertragen, wie handfeste Wirtschaftsbeziehungen mit äußeren Mächten die Politik einzelner Parteien in Florenz maßgeblich beeinflussen – bis hin zu seiner eigenen Exilierung wohlgemerkt, die sich im Jahre 1301 vollzieht. Er sieht einen Kaiserthron, der seit seinen Kindertagen verwaist ist und muss leidlich mit ansehen, wie die von ihm so hochgeschätzte Einheit der Menschheit an den Souveränitätsbestrebungen einzelner Partikularmächte, wie Sizilien, Frankreich und Neapel zerbricht. Eine Einheit, die Dante als notwendig für das irdische und jenseitige Glück erachtet, da die Menschheit nur im Kollektiv den möglichen Intellekt, um das monopsychische Wort des Averroës hier zu entlehnen, als Hauptaufgabe seiner weltlichen Existenz verwirklichen kann. Inmitten dieser Unordnung, dieses unerträglichen Chaos, das die Welt ist, bietet nun Dantes Vernunft ihren Beistand an und versichert ihm, dass alles gut werden würde. Dass ein Messias auf den Kaiserthron käme, der die gerechte Ordnung wiederherstelle, die cupiditas der partikularen Mächte zügle und so die Menschheit zum erlösenden Weltende führe. Dante beschreibt diese Vision in seinem politischen Hauptwerk De Monarchia und reagiert damit punktgenau auf die gesellschaftlichen Umwälzungen, die bereits seit Mitte des 13. Jahrhunderts durch Europa geisterten und zum Beginn des Trecento in einem Umschlagspunkt kulminierten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontext und Protagonisten

2.1. Tendenzen – Partikularmächte als Luftzug der Neueren Geschichte

2.2. Das Papsttum – Bonifaz VIII.

2.3. Das Kaisertum – Heinrich VII.

3. De Monarchia

3.1. …in ihrer Struktur und Zeitlichen Verortung

3.2. …als Antwort auf die Machtansprüche des Papsttums

3.3. …als Antwort auf das Erstarken der Partikularmächte

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Dantes politisches Hauptwerk "De Monarchia" als eine gezielte intellektuelle Antwort auf die sozio-politischen Umbrüche an der Schwelle zur Renaissance. Dabei wird analysiert, wie Dante versucht, durch die Wiederbelebung einer universalen Kaiseridee dem zunehmenden Einfluss partikularer Mächte und dem damit einhergehenden moralischen und politischen Verfall der christlichen Weltordnung entgegenzutreten.

  • Die historische Rolle von Papst Bonifaz VIII. und Kaiser Heinrich VII. als zentrale Akteure des politischen Konflikts.
  • Die Analyse der aristotelischen und neoplatonischen Einflüsse auf Dantes politisches Denken.
  • Die Untersuchung der "De Monarchia" als Versuch einer systemtheoretischen Trennung von geistlicher und weltlicher Macht.
  • Die Auseinandersetzung mit der Fragmentierung der mittelalterlichen Weltordnung durch das Erstarken moderner Partikularstaaten.
  • Der Stellenwert von Frieden und Gerechtigkeit innerhalb Dantes Vision einer universalen Weltmonarchie.

Auszug aus dem Buch

3.1. …in ihrer Struktur und Zeitlichen Verortung

Der Generation, welche in Heinrich VII. all ihre Hoffnungen auf die Rückkehr eines goldenen Zeitalters legte, gehörte auch unser letzter und wichtigster Protagonist Dante Alighieri an. Den Ordnungsverlust bitter beweinend, selbst Opfer der zerberstenden Homogenität der politischen Landschaft in Florenz und seit 1301 „ein Schiff ohne Segel oder Ruder, welches vom trocknen Wind schmerzhafter Armut an Häfen, Buchten und Küsten gespült wurde“, artikulierte er aus seiner Verbannung heraus eine der typischen Verneinungen der politischen Fragmentierung Europas, wie sie sich an jener Schwelle zur frühen Neuzeit auch in den politischen Pamphleten von Papst und Kaiser wiederfinden. Heinrich VII. musste dabei als erster institutionell fundierter Kaiser seiner Lebzeit, auf Dante enormen Eindruck gemacht haben. In seiner Person verstecken sich so bei Dante die Konzepte und Vorhersagen, die er in einer Vielzahl seiner Werke bespricht. Stets ist von einem Messias die Rede. In der Göttlichen Komödie ist er der mysteriöse Veltro, welcher den Lastern der Zeit den Garaus machen werde, er ist der DUX, der die große Hure Babylon und den Riesen tötet und „der so lang ersehnte Schicksalswind […], der die Hinterschiffe nach den Schnäbeln wendet.“

Ist man sich bezüglich dieser Prophezeiungen relativ unsicher, wer genau gemeint sein soll: Heinrich VII., dem bereits ein Himmelsthron reserviert ist oder irgendein anderer Potentat, den Dante für fähig hielt, die Menschheit in irdische Glückseligkeit zu führen. So sind sie andernorts wesentlich konkreter. Um 1311 verfasst der Florentiner mehrere Briefe an die italienischen Kardinäle, an die Bewohner von Florenz sowie an den Luxemburger selber. Die Lobhudeleien über den Kaisers sind beinahe unerschöpflich. Von einem zweiten Moses ist da die Rede, vom „gnadenreiche[n] Heinrich, der Göttliche und Augustus und Cäsar.“ In einem an den Kaiser selber gerichteten Sendschreiben geht er sogar soweit, ihn zu einem zweiten Aeneas zu verklären, welcher gleich der mythologischen Gestalt ein neues Volk von Römern begründen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die düstere politische Atmosphäre des frühen Trecento ein und stellt Dante Alighieri sowie sein Werk "De Monarchia" als Antwort auf den moralischen und ordnungspolitischen Zerfall seiner Zeit vor.

2. Kontext und Protagonisten: Dieses Kapitel analysiert die Machtdynamiken zwischen Papsttum und Kaisertum sowie den Aufstieg neuer Partikularmächte, die den mittelalterlichen Universalismus untergraben.

3. De Monarchia: Der Hauptteil untersucht Dantes politisches Traktat in seiner Entstehung, seiner inhaltlichen Struktur und seiner Funktion als Gegenentwurf zu den Machtansprüchen der Kurie und der Fragmentierung Europas.

4. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst zusammen, wie Dantes Reaktion auf die Krise zur Entstehung einer eigenständigen politischen Wissenschaft beitrug, die langfristig den Übergang zur modernen Staatstheorie ebnete.

Schlüsselwörter

Dante Alighieri, De Monarchia, Bonifaz VIII., Heinrich VII., Papsttum, Kaisertum, Partikularmächte, Trecento, Universalismus, Politische Philosophie, Sacerdotium, Imperium, Gerechtigkeit, Mittelalter, Souveränität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die politische Theorie Dantes im Werk "De Monarchia" vor dem Hintergrund der massiven Machtkonflikte im 14. Jahrhundert zwischen Kirche und Kaiser.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Niedergang des mittelalterlichen Universalismus, die Entstehung partikularer Nationalstaaten und die philosophische Begründung einer weltlichen Ordnung durch Dante.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Dante sein Werk als bewusste Reaktion auf die politischen Umwälzungen seiner Zeit und als Plädoyer für ein starkes Kaisertum nutzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Quellen (wie Bullen und Enzykliken) mit Dantes Hauptwerk in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Rolle von Bonifaz VIII. und Heinrich VII. sowie auf der strukturellen Analyse von Dantes politischem Denken in "De Monarchia".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem De Monarchia, Universalismus, Partikularmächte, Sacerdotium, Imperium und Souveränität.

Welche Rolle spielte die "Konstantinische Schenkung" für Dantes Argumentation?

Dante nutzte die Infragestellung dieser Urkunde als zentrales Argument, um den Anspruch der Kirche auf weltliche Macht zu delegitimieren.

Inwieweit lässt sich Dantes Werk als modern oder reaktionär bezeichnen?

Obwohl Dante sehr reaktionäre, nostalgische Konzepte einer Kaiserherrschaft vertritt, zeigen sich in seiner strikten Trennung von Glaube und Vernunft Ansätze, die den Weg zur Moderne bereiteten.

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Detalles

Título
Dante Alighieris 'De Monarchia', Papst Bonifaz VIII. und Kaiser Heinrich VII.
Subtítulo
Antworten auf den schneidenden Luftzug der Neueren Geschichte
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Curso
Dante
Calificación
1,3
Autor
Markus Müller (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
42
No. de catálogo
V207961
ISBN (Ebook)
9783656352143
ISBN (Libro)
9783656352853
Idioma
Alemán
Etiqueta
Dante Alighieri Monarchie Monarchia Mittelalter Heiliges Römisches Reich Göttliche Komödie Heinrich Heinrich VII. Bonifaz VIII Bonifaz Papst Papsttum Rom Florenz Philipp der Schöne Frankreich 13. Jahrhundert Kaisertum König Kaiser Geschichte Neuzeit mittelalterlich Kirchengeschichte Kreuzzug
Seguridad del producto
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Citar trabajo
Markus Müller (Autor), 2008, Dante Alighieris 'De Monarchia', Papst Bonifaz VIII. und Kaiser Heinrich VII., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207961
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