Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland sah nach dem Zweiten Weltkrieg anders aus als die heutige Gesellschaft. Anhand vieler Indikatoren wird versucht, die Gesellschaft zu beschreiben. Da es sich um ein sehr vielschichtiges und komplexes Gebilde handelt, haben wir einige interessante Gesichtspunkte herausgegriffen, anhand derer wir den gesellschaftlichen Wandel darstellen werden. Die Entwicklungen in den einzelnen Bereichen dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden, sondern stehen in gegenseitigen Wechselbeziehungen. Der gesellschaftliche Wandel kann nur dann verstanden werden, wenn das gesamte Spektrum der Gesellschaft betrachtet wird. Der gesellschaftliche Wandel prägt auch das familiale Leben, denn ,,Gesellschaft kann als der Rahmen verstanden werden, in dem das Individuum Orientierung und Bedeutungsgehalte für sein Handeln findet"
Inhaltsverzeichnis
1. Gesellschaftlicher Wandel
1.1. Wirtschaft
1.2. Bildung
1.3. Studentenbewegung
1.4. Rolle der Frau
1.5. Sexuelle Revolution
1.6. Recht
1.7. Zusammenfassung und Tendenzen seit den 60er und 70er Jahren
1.8. Wertewandel
1.9. Zusammenfassung
2. Wandel der Familie
2.1. Definition von Familie
2.2. Funktionen der Familie / Funktionswandel
2.2.1. Reproduktionsfunktion
2.2.2. Sozialisationsfunktion
2.2.3. Haushaltsfunktion
2.2.4. Placierungsfunktion
2.2.5. Spannungsausgleichsfunktion / Regenerationsfunktion
2.2.6. Freizeitfunktion
2.2.7. Rückverlagerung von Funktionen
2.3. Wandel der (Erziehungs-) Werte
2.4. Folgen / Auswirkungen auf die Familie
2.4.1. 50er/60er Jahre (Golden Age of marriage)
2.4.2. Was ist heutzutage der Anlass für Paare, dennoch zu heiraten?
2.4.3. Ansprüche an die Eltern heute
2.4.4. Geburtenrückgang – mögliche Ursachen
2.4.5. Folgen der gesunkenen Kinderzahl
2.4.6. Hohe Scheidungsquoten – mögliche Ursachen
2.5. Abschlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg und dessen tiefgreifende Auswirkungen auf die Struktur und Funktionen der Familie. Dabei wird analysiert, wie wirtschaftliche Entwicklungen, Bildungsexpansion, rechtliche Anpassungen und ein grundlegender Wertewandel das Familienleben und die Erziehungsvorstellungen beeinflusst haben.
- Struktureller Wandel der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft.
- Die Entwicklung von Bildung und die Rolle der Frau in der Gesellschaft.
- Transformationen des Ehe- und Familienrechts sowie die Auswirkungen der Sexuellen Revolution.
- Wandel elterlicher Erziehungsziele und der Wertewandel hin zur Selbstverwirklichung.
- Folgen demografischer Veränderungen für die moderne Familienstruktur.
Auszug aus dem Buch
1.1. Wirtschaft
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) befand sich Deutschland in einer sehr desolaten Situation, denn der Krieg hatte seine Spuren hinterlassen.
Durch die Wirtschaftshilfe des amerikanischen Außenministers George C. Marshall im Jahr 1947 wurde der Wiederaufbau Deutschlands angekurbelt. Die Kriegsfolgen sollten beseitigt werden. Der Marshallplan leitete in Deutschland das Wirtschaftswunder ein, welches u.a. durch die wachsende Wirtschaft, durch die steigende Vollbeschäftigung und durch steigende Einkommen gekennzeichnet war. Folglich begann der Wohlstand der Bevölkerung langsam zu steigen und nach und nach wurde es möglich, eigenes Vermögen anzusammeln. Durch die Verbesserung der Lebensbedingungen und des Lebensstandards gewannen zuvor „vergessene“ Themen wieder an Bedeutung. So wurde der Kultur wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
In der Prosperitätsphase begann das Volkseinkommen zu steigen und hat sich 1989 im Vergleich zu 1950 real pro Kopf mehr als vervierfacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gesellschaftlicher Wandel: Das Kapitel beleuchtet die umfassenden ökonomischen, rechtlichen und sozialen Transformationsprozesse in Deutschland, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Rahmen des familialen Zusammenlebens neu definiert haben.
2. Wandel der Familie: Dieser Teil analysiert die Funktionsänderungen der Familie, den Einfluss neuer Erziehungswerte auf den Geburtenrückgang sowie die steigenden Anforderungen an Elternrollen im Kontext einer individualisierten Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Gesellschaftlicher Wandel, Wirtschaftswunder, Wertewandel, Familiensoziologie, Bildungsexpansion, Rolle der Frau, Sexuelle Revolution, Funktionswandel, Erziehungsziele, Geburtenrückgang, Ehescheidungen, Individualisierung, Postmaterialismus, Kindorientierung, Lebensform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse des gesellschaftlichen Wandels in Deutschland seit 1945 und den daraus resultierenden Veränderungen für die Institution Familie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen gesamtgesellschaftlichen Trends, wie dem ökonomischen Wandel und dem Wertewandel, und der konkreten Ausgestaltung familialer Lebensformen und Erziehungspraktiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Familie und Gesellschaft nicht isoliert betrachtet werden können, sondern durch fortwährende Korrelationen miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig bedingen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse soziologischer Standardwerke und empirischer Studien basiert, um den Wandel von Ehe und Familie historisch und systematisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des gesellschaftlichen Wandels (Wirtschaft, Bildung, Frauenrolle, Recht) und die spezifische Analyse des familialen Wandels (Funktionen, Erziehungswerte, Ursachen für Geburtenrückgang und Scheidungsquoten).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wertewandel, Individualisierung, Familiensoziologie, Wirtschaftsstrukturwandel, kindorientierte Pädagogik und die Pluralisierung privater Lebensformen.
Warum hat laut der Arbeit der Wertewandel hin zur Selbstverwirklichung Auswirkungen auf das Familienleben?
Der Wunsch nach Selbstentfaltung steht häufig im Konflikt mit der zeitintensiven „kindorientierten Pädagogik“, was bei vielen Eltern zu neuen Anforderungen an die Ausbalancierung unterschiedlicher Wertorientierungen führt.
Wie wird in der Arbeit das Festhalten an der Ehe erklärt, obwohl deren notwendiger Charakter abgenommen hat?
Die Ehe wird heute zunehmend als „kindorientiert“ und als ein „rite de confirmation“ verstanden, der in einer als unsicher empfundenen Welt eine symbolische Absicherung und Kontinuitätssicherheit verspricht.
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- Etta-Maria Mütz (Author), 2001, Familienwandel in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2080