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„Der Deutsche Drang nach Osten“ – nur ein Stereotyp?

Title: „Der Deutsche Drang nach Osten“ – nur ein Stereotyp?

Term Paper , 2011 , 33 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: M.A. Christiane Simone Stadie (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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„Der deutsche Drang nach Osten“ – ist dies nur eine rhetorische Phrase, ein Stereotyp oder historische Gewissheit? Schon viele Wissenschaftler haben sich eingehend mit diesem Themenfeld befasst. Die Germanen der Antike hätten bereits diesen Drang gen Osten ‚verspürt‘, welcher dann durch diverse deutsche Könige bzw. Kaiser und Ordensverbände des Mittelalters weiter vorangetrieben wurde. Die preußische Ostpolitik ließ diese Bestrebung wieder aufleben und eine „Inbesitznahme“ von beispielsweise polnischem Gebiet erfolgte.
Hier schieden sich jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts bei Politiker und Historiker verschiedenster Nationalitäten die Geister. Die Deutschen waren sich sicher, dass sie sie einen historischen Anspruch für östliche Gebiete besäßen und es sei deutlich, dass z. B. Schlesien gar nicht slawisch sei, sondern, durch die Vielzahl von deutschen Bewohner, eben deutsch. Hierzu fand sich eine gegenteilige Meinung auf der slawischen Seite, welche den „deutschen Hegemonen“ Eroberungssucht und Täuschungen vorwirft, nur um ihr eigenes Gebiet zu vergrößern, Slawen zu verdrängen ggf. für sich arbeiten zu lassen und so ihre Einflusssphäre zu vergrößern. Die Slawen riefen zum allgemeinen Widerstand gegen die Deutschen auf.
Die Veröffentlichungen von Julian Klaczko “Die deutschen Hegemonen. Ein Sendschreiben an Georg Gervinus“ (1849) und Wilhelm Wattenbach “Die Germanisierung der östlichen Grenzmarken des deutschen Reiches” (Historische Zeitung, 1862) werden hier eingehend untersucht. Die aus den Texten herausgefilterten deutschen (germanischen) und polnischen (slawischen) Stereotypen werden mit dem übergeordneten Begriff bzw. Stereotyp „deutscher Drang nach Osten“ in Verbindung gesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Stereotypenforschung - Ein Abriss (Exkurs)

3. Definitionen und allgemeine Erläuterungen: “Deutscher Drang nach Osten”

4. Quellen

4.1 Julian Klaczko: “Die deutschen Hegemonen. Ein Sendschreiben an Georg Gervinus“ (1849)

4.2 Wilhelm Wattenbach: “Die Germanisierung der östlichen Grenzmarken des deutschen Reiches” (Historische Zeitung, 1862)

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Stereotyp des „deutschen Drangs nach Osten“ im 19. Jahrhundert und analysiert dabei die gegensätzlichen Perspektiven deutscher und polnischer Akteure. Ziel ist es, durch die Analyse zweier zeitgenössischer Primärquellen aufzuzeigen, wie nationale Geschichtsbilder konstruiert wurden, um politische Ansprüche zu legitimieren oder zu kritisieren.

  • Historische Stereotypenforschung als methodischer Rahmen
  • Analyse des Begriffs „Deutscher Drang nach Osten“
  • Gegenüberstellung von Autostereotypen und Heterostereotypen
  • Untersuchung der nationalen Wahrnehmung bei Julian Klaczko
  • Untersuchung der historischen Rechtfertigung bei Wilhelm Wattenbach

Auszug aus dem Buch

4.1 Julian Klaczko: “Die deutschen Hegemonen. Ein Sendschreiben an Georg Gervinus“ (1849)

Zu Beginn des Sendschreibens bezieht sich Julian Klaczko auf das Jahr 1848, welches in der deutschen Geschichte mit der Märzrevolution Einzug in die Geschichtsbücher hielt. Zunächst fügt Klaczko verschiedenen literarische Figuren und Motive an, z. B. die des Hercules aus der antiken Mythologie, um politische Momente zu funktionalisieren. Klaczko vergleicht die politischen Geschehnisse, mit einer Komödie bzw. Tragödien auf der Theaterbühne. Die deutschen Hegemonen treten herculesgleich den Pygmäen gegenüber, welcher die Pygmäen - die Slawen, besiegt. Die Negativierung der eigentlichen heroischen Figur des Hercules, sowie weitere Antagonismen, die Klaczko auflistet, stehen für die Tragweite der Politik und der Eroberung des Ostens durch die deutschen Hegemonen. Klaczko wählt hier ganz bewusst eine Gleichsetzung und Gegenüberstellung der Figuren bzw. der Motive. Diese sind jedem gebildeten Menschen bekannt und entblößen die Deutschen auf intellektuelle Weise.

Er stellt die Maskierung der Mitwirkenden dar und legt offen, dass hinter der Maskierung, die Deutschen stünden. Sie sind es, die sich heimlich in ein Land einschleichen und gleich Marodeuren wüteten. Weiter nennt Klaczko die Deutschen “komische Zwerge“, den Slawen schreibt er die Gestalt des Tragischen zu. Mit “kühner Hand würde der Slawe den Schleier von dem Gebilde der deutschen Einheit reißen”. Dies impliziert eine starke Abwehrhaltung und eine allgemeine Verurteilung der Deutschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Begriffs „Deutscher Drang nach Osten“ ein und reflektiert dessen Funktion als Stereotyp im 19. Jahrhundert.

2. Grundlagen der Stereotypenforschung - Ein Abriss (Exkurs): Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze der Stereotypenforschung und deren Bedeutung für die wahrnehmungsgeschichtliche Einordnung politischer Phänomene.

3. Definitionen und allgemeine Erläuterungen: “Deutscher Drang nach Osten”: Hier werden die begrifflichen Grundlagen sowie die Entstehung des Mythos eines deutschen Expansionsdranges diskutiert.

4. Quellen: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Analyse der historischen Texte von Julian Klaczko und Wilhelm Wattenbach bezüglich ihrer jeweiligen Wahrnehmung der deutsch-polnischen Beziehungen.

5. Schlussbetrachtung: Die Abschlussbetrachtung synthetisiert die gewonnenen Erkenntnisse und stellt die gegensätzlichen nationalen Stereotypen in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts.

Schlüsselwörter

Deutscher Drang nach Osten, Stereotypenforschung, Nationalismus, Julian Klaczko, Wilhelm Wattenbach, Germanisierung, Ostkolonisation, Autostereotyp, Heterostereotyp, deutsch-polnische Beziehungen, 19. Jahrhundert, Geschichtsbild, Nationalitätenkonflikt, Identität, Völkerwanderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Wahrnehmung und Instrumentalisierung der deutschen Ostpolitik im 19. Jahrhundert anhand von zwei gegensätzlichen zeitgenössischen Quellen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Stereotypisierung der „Anderen“, nationale Identitätsbildung und die historische Rechtfertigung von Gebietsansprüchen im Osten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Stereotyp des „deutschen Drangs nach Osten“ sowohl zur Legitimation deutscher Expansion als auch zur polnischen Kritik an dieser Politik genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse in Verbindung mit den theoretischen Ansätzen der historischen Stereotypenforschung angewandt.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Texte von Julian Klaczko und Wilhelm Wattenbach, um die dort formulierten auto- und heterostereotypen Bilder zu dekonstruieren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind „Deutscher Drang nach Osten“, Stereotypenforschung, Nationalismus, Germanisierung und deutsch-polnische Beziehungen.

Wie bewertet Klaczko das deutsche Vorgehen im Osten?

Klaczko bewertet das deutsche Vorgehen als heuchlerisch und aggressiv; er wirft den Deutschen vor, unter dem Deckmantel von Zivilisation und Freiheit lediglich eigene Machtinteressen auf Kosten slawischer Völker zu verfolgen.

Welche Rolle spielt die Kirche in Wattenbachs Argumentation?

Wattenbach sieht in der christlichen Missionierung und den Klostergründungen ein zentrales, wenngleich oft friedliches Mittel der kulturellen „Erschließung“ und Germanisierung der östlichen Gebiete.

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Details

Title
„Der Deutsche Drang nach Osten“ – nur ein Stereotyp?
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Geschichte)
Course
‚Der unheimliche Osten’: Deutsche Bilder Osteuropas in der zweiten Hälfte des 19. Jh. – Einführung in die Historische Stereotypenforschung
Grade
2,7
Author
M.A. Christiane Simone Stadie (Author)
Publication Year
2011
Pages
33
Catalog Number
V208011
ISBN (eBook)
9783656352969
Language
German
Tags
deutscher drang osten stereotyp
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Christiane Simone Stadie (Author), 2011, „Der Deutsche Drang nach Osten“ – nur ein Stereotyp?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208011
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