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Kollektiverziehung als Gemeinschaftskonzept am Beispiel der Gorki-Kolonie A. S. Makarenkos

Title: Kollektiverziehung als Gemeinschaftskonzept am Beispiel der Gorki-Kolonie A. S. Makarenkos

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Wladimir Danilow (Author)

Pedagogy - General
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Summary Excerpt Details

A. S. Makarenko gilt als einer der bedeutendsten Pädagogen der UdSSR. In den
Wirren des Ersten Weltkriegs und des Bürgerkriegs beteiligte sich Makarenko an
der Neuorganisation des Schulsystems im Gouvernement Poltawa. Als
Heimpädagoge entwickelte Makarenko in der nach dem russischen Schriftsteller
benannten Gorki-Kolonie eine Form der Kollektiverziehung mit dem Ziel einer
Erziehung einer allseitig entwickelten Persönlichkeit. Ausgehend von den
Theorien Rousseaus, Pestalozzis und anderer humanistischer Denker sollte
Makarenkos Erziehung gewalt- und hierarchienfrei stattfinden. Respekt vor dem
Zögling, verinnerlichte Disziplin, nützliche Arbeit und Selbstverwaltung waren die
Schlagworte Makarenkos Theorie. Die Resozialisierung jugendlicher Straftäter
sollte weniger nach theoretischen Mustern denn nach situativen Begebenheiten
und unter Gebrauch eines gesunden Menschenverstands im Kant’schen Sinne
ablaufen. Andererseits wollte Makarenko auch nicht auf eine bestimmte
militärische Symbolik verzichten. Aus heutiger Sicht sicherlich befremdlich in der
Kindererziehung gehörten Kolonieflagge, militärische Ordnung und Signale, Rat
der Kommandeure und absoluter Gehorsam dem Kolonieleiter gegenüber zum
Alltag der Kolonisten.
Da die Lehren Makarenkos aus der ideologischen Sicht nicht unumstritten sind,
ist es nicht das Ziel dieser Arbeit, die Gorki-Kolonie ideologisch abzuurteilen. Viel
mehr soll es darum gehen, die Gorki-Kolonie als eine pädagogische
Gemeinschaft darzustellen, in der es ein bestimmtes Erziehungsideal gab, das
wiederum mit Hilfe bestimmter Methoden angestrebt wurde. Im nächsten Kapitel
wird die Entstehungsgeschichte der 1920 gegründeten Kolonie vorgestellt. Diese
ehemalige militärisch geführte Jugendstrafkolonie war die erste koedukative
pädagogische Einrichtung ihrer Art in der Sowjetunion überhaupt. Kapitel drei soll
sich mit dem bereits angedeuteten Menschenbild Makarenkos beschäftigen. Mit
welchen Methoden Makarenkos Erziehungsziele erreicht werden sollten, soll im
Kapitel 4 dargelegt werden. Hierarchien innerhalb des Kollektivs und
Selbstverwaltung seien an dieser Stelle genannt. Schließlich soll im letzten
Kapitel ein Fazit gezogen werden. Inwiefern unterscheidet sich Makarenkos
Konzept von denen im Seminar behandelten Gemeinschaftskonzepten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Gorki-Kolonie

3. Zum Menschenbild bei Makarenko

4. Erziehungsziele und Methoden der Einrichtung

5. Fazit: Kollektiverziehung als Gemeinschaftskonzept?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das pädagogische Konzept der Kollektiverziehung am Beispiel der Gorki-Kolonie von A. S. Makarenko, um dessen Wirksamkeit und theoretische Einordnung als Gemeinschaftskonzept zu beleuchten, ohne dabei eine ideologische Bewertung vorzunehmen.

  • Historische Entstehung und Ausgangslage der Gorki-Kolonie.
  • Das Menschenbild bei Makarenko und die Definition der "neuen Menschen".
  • Erziehungsziele und praktische Anwendung der Kollektivmethoden.
  • Strukturen der Selbstverwaltung und militärisch geprägte Erziehungsansätze.
  • Vergleich und Einordnung in moderne Gemeinschaftstheorien (Dewey, Mead, Elias).

Auszug aus dem Buch

4. Erziehungsziele und Methoden der Einrichtung

Makarenkos Erziehungsziele gingen ganz klar aus den damaligen Verhältnissen hervor: Hunger, Krieg, Revolution schufen eine Ausgangssituation, mit der sich bis dahin kein Pädagoge befassen musste. Mehr pragmatisch als theoretisch war Makarenko gezwungen, schwerste Missstände zu lösen: Wiedereingliederung und Resozialisierung von verwahrlosten, straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen. Makarenko selbst sah als Erziehungsziel die Herausbildung „eines wirklichen kultivierten Sowjetmenschen, eines Menschen, der zu arbeiten versteht und der aus dem Heim entlassen werden kann als nützlicher, qualifizierter, gebildeter und politisch geschulter und erzogener Bürger, der körperlich und geistig gesund ist“. Es sollten „[…] kämpferische, aktive, dem Leben zugewandte Charaktere […]“ geformt werden.

Um diesen Problemen aussichtsreich entgegenzutreten, bediente sich Makarenko der Hilfe des Kollektivs. „Das Kollektiv ist der Erzieher des Einzelnen“, so Makarenko, die pädagogische Zielsetzung solle daher lauten: „Schaffung eines richtigen Kollektivs, Schaffung des richtigen Einflusses des Kollektivs auf den Einzelnen“. Die Idee des Kollektivs, auch „Kollektiverziehungstheorie“ genannt, widersprach der Idee einer individuellen Erziehung Rousseaus‘. Makarenkos Primärziel war das Interesse des Kollektivs und eben nicht die Erziehung eines Kindes nach seinen individuellen Bedürfnissen. Dahinter verbarg sich Makarenkos Überzeugung, dass nur eine Erziehung wichtig sei, bei der ein abgehärteter, starker Mensch entstehen solle, der in der Lage sei, sowohl unangenehme als auch langweilige Tätigkeiten zu verrichten, wenn es eben im Interesse des Kollektivs stehe. Das Interesse des Kollektivs war für Makarenko stets ein konkretes Ziel, keineswegs eine abstrakte Vorstellung. Und in der Tat fehlte es in einer landwirtschaftlich geführten Kolonie selten an solchen konkreten Aufgaben: Bau eines Schweinestalls, Bestellen der Felder, Sammeln von Brennholz etc.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die pädagogische Bedeutung Makarenkos ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Gorki-Kolonie als pädagogische Gemeinschaft und deren Methoden zu analysieren.

2. Entstehung der Gorki-Kolonie: Das Kapitel beschreibt die schwierigen historischen Rahmenbedingungen der Gründung im Jahr 1920 und schildert den Wandel der Einrichtung von einer verwahrlosten Anstalt zu einer organisierten Arbeitskolonie.

3. Zum Menschenbild bei Makarenko: Hier werden die acht zentralen Tugenden des "neuen Menschen" bei Makarenko definiert und die Spannung zwischen politischer Instrumentalisierung und dem erzieherischen Optimismus beleuchtet.

4. Erziehungsziele und Methoden der Einrichtung: Dieses Kapitel detailliert die Kollektivtheorie, die Bedeutung von Selbstverwaltung und Arbeit sowie die Anwendung verschiedener, teils militärisch geprägter Erziehungsmethoden.

5. Fazit: Kollektiverziehung als Gemeinschaftskonzept?: Das abschließende Kapitel diskutiert die Kritik an Makarenkos Methoden und setzt sein Konzept in Bezug zu den Gemeinschaftstheorien von Mead, Dewey und Elias.

Schlüsselwörter

Makarenko, Gorki-Kolonie, Kollektiverziehung, Pädagogik, Gemeinschaftskonzept, Resozialisierung, Sowjetunion, Selbstverwaltung, Erziehungsziele, Kollektiv, Identitätsentwicklung, Disziplin, Sozialismus, Arbeitspädagogik, Gemeinschaftstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das pädagogische Konzept der Kollektiverziehung, das Anton S. Makarenko in der Gorki-Kolonie entwickelte, um verwahrloste Jugendliche zu resozialisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben der Entstehungsgeschichte der Kolonie werden das Menschenbild Makarenkos, seine Erziehungsmethoden sowie der Vergleich mit soziologischen Gemeinschaftskonzepten thematisiert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gorki-Kolonie als pädagogische Gemeinschaft darzustellen und zu prüfen, inwieweit Makarenkos Ansätze mit modernen Theorien über das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft korrespondieren.

Welche methodische Herangehensweise wird in der Arbeit gewählt?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung von Makarenkos eigenen Schriften, biografischen Abrissen und dem Vergleich mit Werken von Philosophen wie Dewey, Mead und Elias basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung der Kollektiverziehung, insbesondere der Rolle der Selbstverwaltung, der Arbeitspflicht und der disziplinarischen Instrumente.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Kollektiv, Selbstverwaltung, Resozialisierung, pädagogisches Ziel und Gemeinschaftskonzept bestimmt.

Wie bewertet der Autor die "militärische Symbolik" bei Makarenko?

Der Autor ordnet die militärische Ordnung, wie die Kolonieflagge oder das Rat-System, als zeittypisches Phänomen ein, das Makarenko gezielt nutzte, um den Spieltrieb und das Verantwortungsgefühl der Jugendlichen zu kanalisieren.

Welche Rolle spielt die Bestrafung innerhalb des Kollektivs?

Bestrafung wurde bei Makarenko nicht als körperliche Züchtigung, sondern primär als soziale Maßnahme verstanden, bei der das Kollektiv selbst über Sanktionen (bis hin zum Ausschluss) bei Regelverstößen entschied.

Wie unterscheidet sich Makarenkos Sicht von der eines Individuums?

Makarenko priorisierte das Interesse des Kollektivs gegenüber den individuellen Bedürfnissen, da er überzeugt war, dass sich das Individuum nur durch die Einordnung in das Gemeinschaftsgefüge zu einer starken Persönlichkeit entwickeln könne.

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Details

Title
Kollektiverziehung als Gemeinschaftskonzept am Beispiel der Gorki-Kolonie A. S. Makarenkos
College
University of Osnabrück
Course
Pädagogische Konzepte von Gemeinschaft
Grade
2,0
Author
M.A. Wladimir Danilow (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V208035
ISBN (eBook)
9783656352945
ISBN (Book)
9783656355113
Language
German
Tags
Makarenko Kollektiv Erziehung Kollektiverziehung Gemeinschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Wladimir Danilow (Author), 2012, Kollektiverziehung als Gemeinschaftskonzept am Beispiel der Gorki-Kolonie A. S. Makarenkos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208035
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