Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Islamismus - Ideologie oder sozial begründet

Titel: Islamismus - Ideologie oder sozial begründet

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 20 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Marina Schauer (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gesellschaftliche Phänomene und Bewegungen haben oft historische Ursachen. Manchmal sind diese Ursachen klar erkennbar, oftmals jedoch muss intensiver geforscht werden, wo genau die Ursache dafür zu finden ist.
Der Islamismus, der aufgrund der unterschiedlichen Kulturen und Völker sowie der verschiedenen Entwicklungen in den einzelnen muslimischen Ländern nicht zu verallgemeinern ist, sondern in seinen verschiedensten Ausprägungen berücksichtigt werden muss, kann als ein solches Phänomen angesehen werden. Nun gilt es jedoch zu untersuchen, ob der Islamismus sowie der oft daraus resultierende islamistische Terrorismus soziale Ursachen hat oder ideologisch begründet ist.

In der vorliegenden Arbeit widme ich mich genau dieser Fragestellung. Zunächst führe ich ein paar wichtige Definitionen (Islamischer Fundamentalismus, Islamismus, Islamischer Extremismus, Ğihādismus) an, dann gehe ich auf die Fragen, welche sozialen Ursachen und welche Ideologien Islamismus bedingen können, näher ein. Im anschließenden Teil meiner Arbeit untersuche ich einige größere islamistische Gruppen (Al-Qā‘ida, Ägyptische Muslimbruderschaft, Taliban in Afghanistan) daraufhin, ob der Islamismus bei ihnen durch soziale Ursachen oder durch Ideologien begründet ist und unter welchen Umständen der Islamismus zum Extremismus führt. An dieser Stelle muss ich mich jedoch auf die Region des Nahen und Mittleren Ostens beschränken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wichtige Definitionen

2.1 Islamischer Fundamentalismus

2.2 Islamismus

2.3 Islamischer Extremismus, Ğihādismus

2.4 Ab wann gilt eine islamistische Bewegung als erfolgreich?

3 Mögliche politische und soziale Ursachen des Islamismus

3.1 Die (Un-) Möglichkeit der politischen Partizipation von Islamisten

3.2 Soziale Probleme der islamischen Welt

4 Mögliche Ideologien des Islamismus

5 Große islamistische Gruppen

5.1 Die al-Qā‘ida

5.2 Die ägyptische Muslimbruderschaft

5.3 Die Taliban in Afghanistan

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Fragestellung, ob der Islamismus und der daraus resultierende islamistische Terrorismus primär durch soziale Ursachen bedingt sind oder eine rein ideologische Basis haben. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse verschiedener islamistischer Gruppen im Nahen und Mittleren Osten.

  • Grundlegende Begriffsbestimmungen (Fundamentalismus, Islamismus, Extremismus)
  • Analyse politischer und sozialer Faktoren als Ursachen für Radikalisierung
  • Untersuchung der Rolle von Ideologien im Entstehungsprozess islamistischer Bewegungen
  • Fallstudien zu al-Qā‘ida, der ägyptischen Muslimbruderschaft und den Taliban
  • Reflexion über das Verhältnis von sozioökonomischen Missständen und religiösem Extremismus

Auszug aus dem Buch

3.2 Soziale Probleme der islamischen Welt

Zunächst ist es in einigen arabisch-islamischen Ländern schwierig, eine gemeinsame nationale Identität aufzubauen. Länder wie beispielsweise Afghanistan und Pakistan sind das Ergebnis willkürlicher Grenzziehungen nach Kriegen oder nach dem Ende der Kolonisation, wobei keine Rücksicht auf zusammengehörige Volksgruppen genommen wurde. Allein die Bildung eines Grundsteins einer Zivilgesellschaft gestaltet sich hier als enorm schwierig. Hinzu kommen die oft diktatorischen Regime, die jegliche Opposition repressiv unterdrücken. Und das ist die ideale Basis, auf der sich (radikal-) islamistische Gruppierungen herausbilden.

Weiterhin spielen die gesellschaftlichen Probleme und zahlreiche Krisen in der islamischen Welt eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung islamistischer Strukturen. Krisen im Bereich der Politik, der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Religion führen zu Deprivationen und Frustrationen der Muslime. Einige erleben tägliche Demütigungen beispielsweise durch elitäre Regime, andere sind zu Außenseitern geworden, weil sie in irgendeiner Hinsicht „anders“ sind als ihre Mitbürger. All solche Gefühle und Erlebnisse können Auslöser für radikale Handlungen sein.

Zudem führen Probleme wie eine starke Bevölkerungszunahme, eine hohe Arbeitslosigkeit (vor allem bei Universitätsabsolventen, die plötzlich keinen Arbeitsplatz mehr im Beamtenapparat bekommen) und eine immer breiter werdende Schere zwischen Arm und Reich zunehmend zu Frustrationen. Diese Frustrationen werden verstärkt durch die Gewissheit, dass es anderen Leuten (beispielsweise in den westlichen Industrieländern) besser geht als einem selbst und dieser Gedanke führt dann wiederum zur Radikalisierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Islamismus als Phänomen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den sozialen versus ideologischen Ursachen.

2 Wichtige Definitionen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Islamischen Fundamentalismus, Islamismus und Islamischen Extremismus und setzt sie zueinander in Bezug.

3 Mögliche politische und soziale Ursachen des Islamismus: Hier werden die externen und internen Ursachen analysiert, wobei besonders die politische Partizipation und sozioökonomische Faktoren beleuchtet werden.

4 Mögliche Ideologien des Islamismus: Dieses Kapitel untersucht, inwiefern Religion und politische Weltanschauungen als Ideologien dienen, um extremistische Handlungen zu rechtfertigen.

5 Große islamistische Gruppen: Anhand von drei Fallbeispielen (al-Qā‘ida, Muslimbruderschaft, Taliban) werden die Genese und die ideologische Ausrichtung dieser Organisationen aufgezeigt.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass soziale Probleme oft den Auslöser bilden, während Ideologien sich erst später zur Identitätsstiftung formen.

Schlüsselwörter

Islamismus, Islamischer Fundamentalismus, Extremismus, Ğihādismus, soziale Ursachen, Ideologie, politische Partizipation, Radikalisierung, al-Qā‘ida, Muslimbruderschaft, Taliban, Naher Osten, Gesellschaftskrisen, Terrorismus, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob islamistische Bewegungen und der daraus resultierende Terrorismus eher soziale Ursachen haben oder ideologisch begründet sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Definition des politischen Islams, die Analyse von sozioökonomischen Krisen sowie die Rolle von Ideologien bei der Mobilisierung von Anhängern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung von Radikalisierung im Nahen und Mittleren Osten zu erlangen und die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Problemen und Ideologie zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der Sozialwissenschaften mit Fallstudien bedeutender islamistischer Gruppen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definitionsebene, eine Analyse der soziopolitischen Ursachen und eine empirisch orientierte Betrachtung spezifischer islamistischer Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Islamismus, Radikalisierung, soziale Ursachen, Ideologie, al-Qā‘ida, Muslimbruderschaft und Taliban.

In welchem Verhältnis stehen soziale Probleme zur Radikalisierung laut der Autorin?

Soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, politische Unterdrückung und Perspektivlosigkeit werden als primäre Auslöser für Frustration identifiziert, die den Boden für eine Radikalisierung bereiten.

Warum wird die ägyptische Muslimbruderschaft als eher gemäßigt eingestuft?

Sie wird als gemäßigt betrachtet, da sie soziale Arbeit leistet, auf gewaltsame Mittel verzichtet und in den politischen Prozess, wie etwa Wahlen, integriert ist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Islamismus - Ideologie oder sozial begründet
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Orientalistik)
Veranstaltung
Die Gesellschaften des zeitgenössischen Vorderen Orients aus sozialwissenschaftlicher Perspektive
Note
3,0
Autor
Marina Schauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V208063
ISBN (eBook)
9783656353706
ISBN (Buch)
9783656354246
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islamwissenschaft Islamismus Ideologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Schauer (Autor:in), 2011, Islamismus - Ideologie oder sozial begründet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208063
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum