Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Frauenfeind Paulus: Einfluss der Paulusbriefe auf die soziale und rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter

Titel: Frauenfeind Paulus: Einfluss der Paulusbriefe auf die soziale und rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter

Hausarbeit , 2012 , 14 Seiten

Autor:in: Arne Kreilkamp (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die gesellschaftliche Rolle der Frau wird bis heute in verschiedensten Kulturen unterschiedlich interpretiert. Unzählige Faktoren bestimmen dabei bis heute das gesellschaftliche Bild der Frau. Auch die katholische Kirche hat großen Einfluss auf die Rolle der Frauen in der Gesellschaft ausgeübt. Die Kirche diskutiert bis heute über die Stellung der Frau, besonders über ihre Stellung in der Kirche als Institution. Während in der heutigen Zeit Großfirmen auch von Frauen gemanagt werden, scheint es für die römisch katholische Kirche undenkbar alle ihre Ämter für Frauen zu öffnen. Eine Frau im Amt des Priesters, Kardinals oder gar des Papstes erscheint ausgeschlossen. Zuletzt bekräftigte Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben Ordinatio Sacerdotalis das Verbot, der Frau die Priesterweihe zu erteilen. In dieser Arbeit soll aber nicht die heutige Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft untersucht, sondern sich mit der Rolle der Frau im frühen Mittelalter und dem Frauenbild der Kirche auseinandergesetzt werden. Inwieweit übte die Kirche durch ihre Haltung gegenüber der Frau Druck auf ihre Rolle in der Gesellschaft aus? Hier werde ich ein besonderes Augenmerk auf die Paulusbriefe legen, denen antifeministische Tendenzen, die genauer untersucht werden müssen, unterstellt werden. Viele Textstellen der Briefe befassen sich explizit mit der Rolle der Frau und ihren Aufgaben in der Gesellschaft. Ausgehend von der gesellschaftlichen und rechtlichen Situation der Frau im frühen Mittelalter werde ich versuchen den Einfluss der Kirche in den später von ihnen bestimmten Gesellschaften auf die gesellschaftliche Rolle der Frau herauszustellen. Insgesamt lassen sich aber dem Neuen Testament sowohl diskriminierende als auch positive Haltungen gegenüber Frauen entnehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Quellenlage und Forschungsstand

2. Rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter

2.1. Römisches Recht

2.2. Kanonisches Recht

2.3. Germanisches Recht

2.4. Entwicklung der rechtlichen Stellung der Frau im frühen Mittelalter

3. Stellung der Frau im frühen Mittelalter aus der Perspektive der Paulusbriefe

3.1. „Denn der Mann ist das Haupt der Frau […]“ (Eph 5, 23)

3.2. Schweigen der Frauen in der Gemeinde

3.3. Verschleierung der Frau

3.4. Paulus Idealbild der Frau

3.5. Frauen in Paulus Umfeld

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Paulusbriefe auf die soziale und rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter. Dabei wird analysiert, inwieweit das durch Paulus geprägte Frauenbild der Kirche zur Stigmatisierung und Unterordnung der Frau in dieser Epoche beitrug.

  • Vergleichende Analyse der rechtlichen Stellung der Frau im römischen, kanonischen und germanischen Recht.
  • Untersuchung spezifischer antifeministischer Tendenzen in den Paulusbriefen.
  • Analyse der kirchlichen Haltung gegenüber der Rolle der Frau innerhalb der Gemeinde.
  • Gegenüberstellung von paulinischen Unterordnungsforderungen und der realen Mitwirkung von Frauen im frühchristlichen Umfeld.

Auszug aus dem Buch

3.2. Schweigen der Frauen in der Gemeinde

Einen noch radikaleren Standpunkt gegenüber der Frau und ihrem Auftreten in der Gesellschaft nimmt Paulus im ersten Korintherbrief ein. Paulus geht über die Unterordnung der Frau gegenüber dem Mann deutlich hinaus.

Wie ‹es› in allen Gemeinden der Heiligen ‹ist›, sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. (1 Kor 14, 34)

Im Klartext fordert Paulus an dieser Stelle von der Frau innerhalb der Gemeinde nicht mehr zu sprechen, „denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden.“ (1 Kor 14, 35) Dies käme für die Frau einem totalen Rückzug aus dem öffentlichen Leben gleich. Ähnlich äußert sich Paulus an anderer Stelle. Die Frau habe „in der Stille in aller Unterordnung“ (1 Tim 2, 11) zu lernen und „sich in der Stille [zu] halten.“ (1 Tim 2, 12) Trotz der patriarchalisch geprägten Umwelt und der rechtlich untergeordneten Rolle der Frau (s. Kapitel 2) kann sich diese Forderung nur auf die Verkündung des Wortes Gottes im kirchlichen Leben beziehen. Schriftliche Quellen belegen nicht, dass die Frauen nur zu Hause reden durften. Deutlich unterstreicht diese Aussage aber die erneute Diskriminierung der Frau, deren geistige bzw. psychische Fähigkeiten ebenfalls denen des Mannes untergeordnet wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, welche Rolle die Paulusbriefe für die soziale und rechtliche Position der Frau im frühen Mittelalter spielten.

1.1. Quellenlage und Forschungsstand: Hier werden die methodischen Herausforderungen erläutert, da die schriftlichen Quellen meist kirchlich geprägt sind und ein durch die Kirche geformtes Bild der Frau zeichnen.

2. Rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Rechtsgrundlagen des frühen Mittelalters durch eine Analyse des römischen, kanonischen und germanischen Rechts.

2.1. Römisches Recht: Untersuchung der weitgehenden Gleichstellung von Mann und Frau im römischen Recht der Spätantike in Bezug auf Person und Vermögen.

2.2. Kanonisches Recht: Analyse der Verschlechterung der Rechtsstellung der Frau durch kirchliche Regelungen und den Ausschluss von Ämtern.

2.3. Germanisches Recht: Beschreibung der schwachen Rechtsstellung der Frau im germanischen Stammesrecht, das von männlicher Vormundschaft geprägt war.

2.4. Entwicklung der rechtlichen Stellung der Frau im frühen Mittelalter: Bewertung der rechtlichen Entwicklung, die trotz punktueller Anpassungen insgesamt als Rückschritt gegenüber dem römischen Recht gewertet wird.

3. Stellung der Frau im frühen Mittelalter aus der Perspektive der Paulusbriefe: Einleitung in die Bedeutung der paulinischen Texte für das mittelalterliche Frauenbild.

3.1. „Denn der Mann ist das Haupt der Frau […]“ (Eph 5, 23): Diskussion der paulinischen Hierarchie und ihrer theologischen Untermauerung für die Unterordnung der Frau.

3.2. Schweigen der Frauen in der Gemeinde: Analyse der paulinischen Forderungen zum Redeverbot für Frauen in der christlichen Gemeinde.

3.3. Verschleierung der Frau: Untersuchung der symbolischen Bedeutung der Kopfbedeckung als Zeichen der Macht des Mannes über die Frau.

3.4. Paulus Idealbild der Frau: Darstellung der Keuschheit und Ehelosigkeit als paulinisches Idealbild, welches den hohen Stellenwert des Nonnentums begründet.

3.5. Frauen in Paulus Umfeld: Auseinandersetzung mit dem Widerspruch zwischen den paulinischen Unterordnungsforderungen und der aktiven Rolle von Frauen im frühchristlichen Umfeld.

4. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, ob Paulus als frauenfeindlich einzustufen ist, unter Berücksichtigung der zeitgeschichtlichen Normen.

Schlüsselwörter

Paulusbriefe, frühes Mittelalter, Frauenbild, kanonisches Recht, Unterordnung, Kirche, Neues Testament, Geschlechterrollen, Rechtsstellung, Patriarchat, Frühchristentum, Junias, Phoebe, Frauenrolle, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Paulusbriefe auf die rechtliche und soziale Rolle der Frau im frühen Mittelalter und analysiert das damit verbundene kirchliche Frauenbild.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Rechtssystemen des Mittelalters, den diskriminierenden Aussagen in paulinischen Texten und der historischen Realität der Frauen im Frühchristentum.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Kirche durch die Paulusbriefe die Unterdrückung der Frau im frühen Mittelalter theologisch legitimierte und ob Paulus als Frauenfeind bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine literatur- und quellenbasierte Analyse durch, indem er rechtshistorische Quellen (römisch, kanonisch, germanisch) mit biblischen Texten und theologischer Fachliteratur abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine rechtliche Analyse der Stellung der Frau sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit paulinischen Forderungen, wie dem Redeverbot, der Verschleierung und dem Idealbild der Jungfrau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Paulusbriefe, kanonisches Recht, Frauenbild, Unterordnung, Mittelalter und Frühchristentum.

Welche Bedeutung hat das römische Recht im Kontext dieser Untersuchung?

Das römische Recht dient als Vergleichsgröße, da es Frauen im Vergleich zum kanonischen und germanischen Recht ein deutlich höheres Maß an rechtlicher Autonomie zugestand.

Wie steht die Forschung zur Rolle von Frauen wie Phoebe oder Junias?

Der Autor weist darauf hin, dass die Bedeutung dieser Frauen durch moderne Übersetzungen teils verkleinert wurde, obwohl sie im Frühchristentum tatsächlich leitende Positionen innehatten.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauenfeind Paulus: Einfluss der Paulusbriefe auf die soziale und rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter
Hochschule
Universität Münster  (Didaktik der Geschichte)
Autor
Arne Kreilkamp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V208082
ISBN (eBook)
9783656354659
ISBN (Buch)
9783656354826
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paulus Mittelalter Frauenrechte Rolle der Frau
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arne Kreilkamp (Autor:in), 2012, Frauenfeind Paulus: Einfluss der Paulusbriefe auf die soziale und rechtliche Stellung der Frau im frühen Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208082
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum