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Trennungsrecht und Scheidungsquote

In guten wie in schlechten Zeiten? – Die Institution der Ehe aus ökonomischer Sicht

Title: Trennungsrecht und Scheidungsquote

Seminar Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniel Föller (Author)

Economics - Micro-economics
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„Du sollst nicht die Ehe brechen“ lautet eines der zehn biblischen Gebote, die bereits vor Jahrhunderten das Leben von Christen und Juden regelten. Dass sich ein so simpler Grundsatz über einen derart großen Zeitraum in verschiedenen Gesellschaften gehalten hat, verdeutlicht zweierlei: Einerseits die Tradition und andererseits die Bedeutung der Ehe für die Menschen. Während die Ehe jedoch früher als unlösbarer, ewiger Bund verstanden wurde, lässt sich bis in die Neuzeit eine grundsätzliche Wesensänderung beobachten. Heute dient sie vielen als Zweckgemeinschaft, um finanzielle oder steuerliche Erleichterungen zu erhalten, und wird häufig geschieden. Grundlegend und mitverantwortlich für diesen Bedeutungswandel sind die weitreichenden Veränderungen in der Scheidungsgesetzgebung in vielen westlichen Ländern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Breiter Konsens herrscht in der Forschung darü-ber, dass sich die Ehe verändert hat. Welcher Art diese Änderungen jedoch waren, ist Gegen-stand unterschiedlichster Untersuchungen, die zu diversen Theorien und Vermutungen geführt haben. Aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Daten und qualitativen sowie quantitativen Analysen sollen im Folgenden diese Arbeiten zum Einfluss des Scheidungsrechts ausschließ-lich in Bezug auf Amerika untersucht werden. Zu diesem Zwecke schließen sich der Einlei-tung vier weitere Kapitel mit den folgenden Inhalten an: Das zweite Kapitel besteht aus einer kurzen Zusammenfassung der Entwicklung der Scheidungsgesetze in Amerika sowie einer modelltheoretischen Untersuchung bezüglich der Konsequenzen für die Verhandlungen in der Ehe, wobei die beiden meistzitierten Modelle zu dieser Analyse herangezogen werden. Die Effekte in der Entwicklung der Scheidungsquote sind Gegenstand des dritten Kapitels. An-schließend werden im vierten Teil der Arbeit die Auswirkungen des Scheidungsrechts auf weiteren Gebieten behandelt, ehe das fünfte Kapitel mit einer Zusammenfassung schließt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. VON DER LEBENSGEMEINSCHAFT ZUR ZWECKGEMEINSCHAFT

2. ÄNDERUNG DES SCHEIDUNGSRECHTS UND EHELICHE VERHANDLUNGEN

2.1 „DIVORCE REVOLUTION“ IN AMERIKA

2.2 COASE-MODELL DER GEMEINSCHAFTLICHEN NUTZENFUNKTION

2.3 MODELL MIT EXTERNEN DROHPUNKTEN

2.4 KRITISCHER VERGLEICH BEIDER MODELLE

3. ANZAHL DER SCHEIDUNGEN IM WANDEL DES GESETZES

3.1 ENTWICKLUNG DER SCHEIDUNGSQUOTE IN DEN USA

3.2 KURZFRISTIGE AUSWIRKUNGEN AUF DIE SCHEIDUNGSZAHL

3.3 LÄNGERFRISTIGE UMKEHRUNG DES TRENDS

3.4 ANDERE INTERPRETATIONEN UND EINORDNUNG DER EFFEKTE

4. WEITERE AUSWIRKUNGEN DES SCHEIDUNGSRECHTS

4.1 RÜCKGANG DER HÄUSLICHEN GEWALT

4.2 BEEINFLUSSUNG DER KINDER

4.3 WEITERE KONSEQUENZEN INNERHALB DER EHE

5. ERKENNTNISSE UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den ökonomischen Einfluss von Scheidungsrechtsreformen auf die Stabilität von Ehen, eheliche Verhandlungen und soziale Auswirkungen. Im Fokus steht dabei die Analyse der Entwicklung in den USA während der „Divorce Revolution“ sowie die kritische Gegenüberstellung theoretischer Verhandlungsmodelle.

  • Wandel der Ehe von der Lebens- zur Zweckgemeinschaft
  • Vergleichende Analyse von Scheidungsmodellen (Coase-Modell vs. Modelle mit externen Drohpunkten)
  • Empirische Auswirkungen der Scheidungsgesetzgebung auf Scheidungsraten
  • Zusammenhang zwischen Scheidungsrecht und häuslicher Gewalt
  • Langfristige Konsequenzen für die Entwicklung von Kindern

Auszug aus dem Buch

2.2 Coase-Modell der gemeinschaftlichen Nutzenfunktion

Das erste Modell, welches zur Untersuchung der Entscheidungsfindung in der Ehe häufig herangezogen wird, basiert auf der Annahme symmetrischer Information unter den Ehepartnern. Weiterhin wird angenommen, dass die Bedingungen zur Gültigkeit des Coase-Theorems erfüllt sind. Im Modell können beide Eheleute somit die jeweils ex post entstehenden Chancen und Kosten beziehungsweise Risiken ihrer gemeinsamen Entscheidungen perfekt antizipieren. Drohpunkte, mit deren Hilfe ein Partner seine Verhandlungsposition verbessern kann, existieren aufgrund der vollkommenen Voraussicht nicht. Der Haushalt maximiert den Nutzen aus seinen Entscheidungen basierend auf einer gemeinschaftlichen Nutzenfunktion.

Eine Scheidung kommt lediglich zustande, falls die Summe der daraus entstehenden Nutzen die Summe der Kosten übersteigt. Zu jedem Zeitpunkt existieren ausschließlich Ehen, die auf Basis des gemeinschaftlichen Nutzens effizient sind, denn durch kostenfrei ausgehandelte Kompensationszahlungen können die Netto-Nutzen unter den Eheleuten gleichmäßig verteilt werden. Aufgrund der Gültigkeit des Coase-Theorems sind die Ergebnisse der Verhandlungen unabhängig von der Verteilung der Eigentumsrechte. Solche Besitzrechte werden in der Ehe maßgeblich durch das Scheidungsrecht bestimmt. Ausgehend davon hat die legale Komponente keinerlei Einfluss auf die Verhandlungen in der Ehe.

Verhandlungen über die Scheidungen sind lediglich vom gemeinsamen Nutzen des Ehepaars und nicht von der Scheidungsgesetzgebung abhängig. Einzig die Höhe der Kompensationszahlungen variiert mit dem Gesetz, um das jeweils effiziente Niveau an Ehen zu garantieren. Unter mutual consent divorce müssen sich beide Eheleute auf eine Scheidung einigen. Somit werden Kompensationen für die Trennung gezahlt, falls ein Partner aus der Fortführung der Ehe profitiert, der andere jedoch in höherem Maße Nutzen aus der Scheidung generieren würde. Der scheidungsunwillige Partner wird entschädigt, sodass auch dieser nun größeren Nutzen aus der Scheidung erhält. Unilateral divorce führt dazu, dass beide Partner der Fortführung der Ehe explizit zustimmen müssen, da sie die Ehe jeweils von sich aus beenden können. Daher werden die Kompensationen in diesem Fall für das Bestehen der Ehe gezahlt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. VON DER LEBENSGEMEINSCHAFT ZUR ZWECKGEMEINSCHAFT: Dieses Kapitel führt in den Bedeutungswandel der Ehe ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit zur Untersuchung des Einflusses der Scheidungsgesetzgebung.

2. ÄNDERUNG DES SCHEIDUNGSRECHTS UND EHELICHE VERHANDLUNGEN: Hier werden die theoretischen Modelle (Coase-Modell und Drohpunkt-Modell) vorgestellt und kritisch verglichen, um das Verhalten von Ehepartnern bei Scheidungsandrohung ökonomisch zu analysieren.

3. ANZAHL DER SCHEIDUNGEN IM WANDEL DES GESETZES: Das Kapitel betrachtet die empirische Entwicklung der Scheidungsquoten in den USA und diskutiert kurz- sowie langfristige Effekte der liberalisierten Gesetzgebung.

4. WEITERE AUSWIRKUNGEN DES SCHEIDUNGSRECHTS: Es werden die Folgen der Scheidungsgesetzgebung auf sensible Bereiche wie häusliche Gewalt, die Entwicklung von Kindern und arbeitsmarktbezogene Entscheidungen der Ehepartner untersucht.

5. ERKENNTNISSE UND AUSBLICK: Das Fazit fasst zusammen, dass eine pauschale Bewertung der Scheidungsgesetze schwierig ist und weist auf den Mangel an Forschung für Regionen außerhalb der USA hin.

Schlüsselwörter

Scheidungsrecht, Scheidungsquote, Ökonomische Analyse, Coase-Modell, Unilaterale Scheidung, No-Fault-Scheidung, Eheliche Verhandlungen, Häusliche Gewalt, Wohlfahrtsökonomie, Heiratsmarkt, Transaktionskosten, Informationsasymmetrie, Kinderentwicklung, Familieneinkommen, Humankapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen von Scheidungsrechtsreformen, insbesondere den Übergang zu unilateralen Scheidungsmöglichkeiten, auf die Stabilität und Dynamik von Ehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Scheidungsrechts in den USA, die Anwendung ökonomischer Verhandlungsmodelle auf eheliche Beziehungen sowie die empirischen Folgen für Scheidungsraten und das soziale Umfeld.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu bewerten, inwieweit die Änderung der Gesetzgebung kausale Auswirkungen auf Scheidungsraten und das Verhalten innerhalb einer Ehe hat, und dabei die Anwendbarkeit theoretischer Modelle zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung empirischer Daten und theoretischer ökonomischer Modelle (wie das Coase-Modell) zur Erklärung von Entscheidungsprozessen in Ehen verwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Modellanalyse, eine empirische Darstellung der Scheidungszahlen sowie die Untersuchung von Nebeneffekten wie häuslicher Gewalt und Kindeswohl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Scheidungsrecht, ökonomische Analyse, unilaterale Scheidung, Verhandlungsmodelle und häusliche Gewalt.

Wie unterscheidet sich die unilaterale Scheidung von der bisherigen Regelung?

Bei der unilateralen Scheidung kann ein Partner die Ehe einseitig beenden, ohne dass das Einverständnis des anderen Partners oder ein spezieller Scheidungsgrund erforderlich ist.

Welchen Einfluss hat das Scheidungsrecht laut der Arbeit auf die häusliche Gewalt?

Die Arbeit zeigt, dass eine Liberalisierung des Scheidungsrechts oft mit einem Rückgang häuslicher Gewalt einhergeht, da die Verhandlungsposition des unterdrückten Partners durch die leichtere Scheidungsmöglichkeit gestärkt wird.

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Details

Title
Trennungsrecht und Scheidungsquote
Subtitle
In guten wie in schlechten Zeiten? – Die Institution der Ehe aus ökonomischer Sicht
College
LMU Munich
Grade
1,7
Author
Daniel Föller (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V208105
ISBN (eBook)
9783656355946
ISBN (Book)
9783656359807
Language
German
Tags
trennungsrecht scheidungsquote zeiten institution sicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Föller (Author), 2010, Trennungsrecht und Scheidungsquote, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208105
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