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Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von UN-Missionen am Beispiel der Libyen-Krise

Title: Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von UN-Missionen am Beispiel der Libyen-Krise

Pre-University Paper , 2011 , 27 Pages , Grade: 15

Autor:in: Stefan Raß (Author)

Didactics - Social Studies/ Civics
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"Ihr seid jetzt also auch mit den Facebook-Kids zusammen" so begann der sogenannte Bruder Führer Gadaffi ein folgeschweres Gespräch mit vier oppositionellen Juristen aus Bengasi. Dies zeigt von der Arroganz des Revolutionsführers und Ignoranz der Lage in seinem eigenen Land. Denn direkt nach diesem Gespräch vereinbarten die vier Rechtsgelehrten "den 17. Februar zum Tag des Zorns auszurufen", der unter anderem ein Auslöser für die darauf folgenden Ausschreitungen in Libyen war und ein Einschreiten der westlichen Welt nach sich zog. Mit dem Beginn des sogenannten Arabischen Frühlings, den Revolutionen im Nahen Osten am Anfang 2011, änderte sich die Machtstruktur in der arabischen Welt grundlegend. Besonders in Libyen kam es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und der Regierung, bei denen sich Gaddafis Militärapparat mit seiner gesamten Macht gegen die drohende Veränderung stemmte. Um die Bevölkerung zu schützen, musste die UN handeln. Sie verhängte Sanktionen, Reiseverbote und ermöglichte die Einrichtung einer Flugverbotszone über dem Nachbarland Ägyptens. Die Vereinten Nationen sind eine weltweite Organisation, die der internationalen Friedenssicherung dient. Winston Churchill sagte einmal: "Die UNO wurde nicht gegründet, um uns den Himmel zu bringen, sondern um uns vor der Hölle zu bewahren". Dies trifft oft sehr genau auf die Missionen der Vereinten Nationen und besonders den Einsatz im Norden Afrikas zu. Aufgrund dieser aktuellen und schwerwiegenden Geschehnisse habe ich mich näher mit der UNO, ihrer Struktur, den Handlungsmöglichkeiten bei internationalen Konflikten und insbesondere ihrem Eingreifen in der Libyen-Krise beschäftigt. Des Weiteren habe ich mich mit grundlegenden Problemen der Vereinten Nationen und Kontroversen in ihrer Libyenpolitik auseinandergesetzt, die gut mit der nebenstehenden Karrikatur, durch den Widerspruch, dass eine Weltfriedensorganisation einen Kampfeinsatz initiieren, karikiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und Geschichte der UNO

2.1 Geschichte der UNO

2.2 Überblick über relevante Organisationen und Struktur der UNO

2.2.1 Das System der Vereinten Nationen

2.2.2 Der Sicherheitsrat

2.2.3 Die Generalversammlung

2.2.4 Der Internationale Gerichtshof und der internationale Strafgerichtshof

2.3 Ziele und Grundsätze der UNO

3 Hintergrund zur Libyen-Krise

3.1 Geschichte Libyens

3.2 Ethnische Gegebenheiten

3.3 Chronik der libyschen Revolution

4 Handlungsmöglichkeiten der Vereinten Nationen

4.1 Untersuchungs-, Vergleichs- und Vermittlungsfunktion des Sicherheitsrats und diplomatische Versuche der UNO in Libyen

4.2 Druckmittel der Vereinten Nationen und Sanktionen gegen Libyen

4.3 Juristische Möglichkeiten der UNO in der Libyen-Krise

4.4 Militärische Macht der UN und der Einsatz in Libyen

5 Grenzen und Probleme von UN-Missionen

5.1 Inkonsequentes Handeln

5.1.1 Unterschiedliche Bewertung ähnlicher Krisen

5.1.2 Inkonsequente Durchsetzung der Beschlüsse

5.2 UN Sicherheitsrat

5.2.1 Problematische Zusammensetzung des Weltsicherheitsrats

5.2.2 Vetorecht

5.3 Uneinigkeit bei Entscheidungen

5.4 Finanzierung

5.5 Untergrabung der staatliche Souveränität und fragliche Beweggründe

6 Fazit: Die UNO

7 Kommentar: Die Libyen-Krise

Zielsetzung und Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Rolle der Vereinten Nationen in internationalen Konflikten am Beispiel der Libyen-Krise. Dabei wird analysiert, inwieweit die Organisation ihre Ziele hinsichtlich der Friedenssicherung erfüllen kann und wo die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten sowie die strukturellen Probleme ihrer Missionen liegen.

  • Struktur und Funktionsweise der UNO und ihrer Organe
  • Historischer und sozio-politischer Hintergrund der Krise in Libyen
  • Diplomatische, juristische und militärische Interventionsmöglichkeiten
  • Kritische Analyse von Inkonsequenz und politischer Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

3.2 Ethnische Gegebenheiten

Libyen gliedert sich in drei Regionen, in denen unterschiedliche Volksgruppen beheimatet sind: Tripolitanien im Westen, Cyrenaika im Osten und Fezzan im Südwesten. Soziale und politische Macht ist in Libyen sehr stark von den verschiedenen Stämmen und Großfamilien geprägt. Die mit dem Gadafi-Stamm (Qadhadhifa) sympathisierenden Stämme wurden grundsätzlich mehr gefördert als oppositionelle Großfamilien, die verfolgt und benachteiligt wurden. Der Revolutionsführer verstand es, die Stämme für seine eigenen Zwecke auszunutzen und gegeneinander auszuspielen. Issa Attubawi, Führer der libyschen Tubu-Front für das Heil Libyens berichtet: „Rebellische Stämme wie die Tubu [...] wurden abgestraft. [...] Unsere Kinder durften nicht zur Schule gehen und wurden auch in Krankenhäusern aufgenommen.“

Hingegen machte Gadafi „Einigen Stämmen [machte Gadafi] Geldgeschenke, um sie als Gegengewicht zu den politischen Parteien, den Gewerkschaften und generell allen Kräften der Opposition einzusetzen.“ Das führte zu Unruhen innerhalb der Bevölkerung, die in der libyschen Revolution mündeten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Libyen-Krise und der Rolle der UNO unter Einbeziehung einer Karikatur.

2 Grundlagen und Geschichte der UNO: Erläuterung der Entstehungsgeschichte, der Strukturen (Sicherheitsrat, IGH) sowie der offiziellen Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen.

3 Hintergrund zur Libyen-Krise: Analyse der historischen Entwicklung Libyens, der ethnischen Stammesstrukturen und des Verlaufs der Revolution.

4 Handlungsmöglichkeiten der Vereinten Nationen: Darstellung der diplomatischen, sanktionierenden, juristischen und militärischen Interventionsinstrumente am Beispiel Libyens.

5 Grenzen und Probleme von UN-Missionen: Kritische Untersuchung von Inkonsequenz bei Krisenbewertungen, der Problematik des Sicherheitsrats, der Finanzierung und der Verletzung staatlicher Souveränität.

6 Fazit: Die UNO: Zusammenfassende Bewertung der UNO als ambivalente Organisation zwischen notwendiger Friedensplattform und Machtinstrument einzelner Staaten.

7 Kommentar: Die Libyen-Krise: Persönliche Reflexion des Autors über die Entwicklung der eigenen Sichtweise zum militärischen Einsatz in Libyen.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, UNO, Sicherheitsrat, Libyen-Krise, Muammar al-Gadafi, Arabischer Frühling, Friedensmission, Sanktionen, Internationaler Strafgerichtshof, Vetorecht, Souveränität, Menschenrechte, Stammesstrukturen, Krisenmanagement, Resolution 1973.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Vereinten Nationen bei der Bewältigung internationaler Krisen, wobei die Libyen-Krise als zentrales Fallbeispiel dient.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob die UNO ihre Rolle als neutrale Weltfriedensorganisation erfüllen kann oder ob sie strukturellen und politischen Interessenkonflikten unterliegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit deckt die Struktur der UNO, die historische Lage in Libyen, die Interventionsmechanismen (wie Sanktionen oder Flugverbotszonen) und kritische Probleme wie das Vetorecht und Inkonsequenz ab.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Berichterstattung zur Libyen-Krise mit den theoretischen Grundlagen der Charta der Vereinten Nationen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben dem organisatorischen Aufbau der UNO die konkreten Handlungsoptionen im Libyen-Konflikt sowie die systemischen Schwachstellen der Organisation detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vereinte Nationen, Libyen-Krise, Sicherheitsrat, Resolutionen, Menschenrechte und internationale Friedenssicherung charakterisieren.

Wie bewertet der Autor das Handeln der UNO in Libyen?

Der Autor kommt zum Schluss, dass die UNO ein „zweischneidiges Schwert“ ist, die zwar Hilfe leistet, aber oft von den Interessen mächtiger Staaten dominiert wird.

Warum wird die Rolle des Sicherheitsrats kritisch hinterfragt?

Die Arbeit kritisiert die problematische Zusammensetzung, das undemokratische Vetorecht und die Trägheit bei Entscheidungsfindungen, die eine konsistente Friedenspolitik erschweren.

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Details

Title
Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von UN-Missionen am Beispiel der Libyen-Krise
College
Gustav-von-Schlör-Schule Specialized Secondary Schooland Upper Vocational School
Grade
15
Author
Stefan Raß (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V208106
ISBN (eBook)
9783656356608
ISBN (Book)
9783656356806
Language
German
Tags
grundlagen möglichkeiten grenzen un-missionen beispiel libyen-krise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Raß (Author), 2011, Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen von UN-Missionen am Beispiel der Libyen-Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208106
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