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Untersuchungen zur enzymatischen Modifizierung von Lignin

Title: Untersuchungen zur enzymatischen Modifizierung von Lignin

Bachelor Thesis , 2011 , 56 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Goran Schmidt (Author)

Biology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Bereitstellung einer nachhaltigen Rohstoffbasis ist
Grundvoraussetzung für das Funktionieren von industriellen
Produktionsprozessen. Biogene Materialien sind als Grundlage nachhaltigen
Wirtschaftens schon seit Jahrzehnten wichtig. Die Verarbeitung selbiger in
Bioraffinerien ist ein junges, aber keineswegs neues Konzept. Die Entwicklung
wird angesichts der Verknappung fossiler Rohstoffe intensiv vorangetrieben. In
Deutschland hat das, BMELV-geförderte Verbundvorhaben “Lignocellulose-
Bioraffinerie II” die Realisierung einer Pilotanlage der dritten Generation zum
Ziel. In Projektträgerschaft der Fachagentur "Nachwachsende Rohstoffe" soll
eine scale-up-fähige, integrierte Anlage für die chemisch-technische Nutzung
von verholzter Biomasse entwickelt werden. Rohstoffe wie Buchen- und
Pappelholz, insbesondere Restsortimente aus Forst- und Holzwirtschaft sollen
als Rohstoffquelle dienlich sein. Ziel ist es Lignozellulose effektiv
komponentenweise zu trennen und anschließend v.a. stofflich verwerten zu
können. Technische Lignine sind aus ökonomischen Gesichtspunkten die
Produktgruppe mit der stärksten Notwendigkeit zur Wertsteigerung. Derzeitige
stoffliche Anwendungen decken einerseits Produktnischen (Bsp. Vanillin) oder
Massensortimente (Bsp. Füllstoffe, Dispergiermittel) mit vergleichsweise
geringer Wertschöpfung ab. In Bioraffinerien ist das in großen Mengen
anfallende Nebenprodukt Lignin jedoch der entscheidende Schlüssel zu
Wirtschaftlichkeit und einer positiven ökologischen Bilanz [PULS, 2007;
WAGEMANN, 2010]. Aufgrund der guten Aufschlussresultate (Rindenanteil,
Verzuckerung, Lignineigenschaften) ist das Organosolv-Verfahren
vielversprechend für größere Maßstäbe. Die marginalen Kenntnisse
enzymatischer Modifizierung von Organosolv-Ligninen machen daher weitere
Untersuchungen notwendig. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird der Effekt
eines Laccase-Mediator-Systems auf Ligninsubstrate untersucht. Das
Hauptaugenmerk wird Veränderungen, welche in Zusammenhang mit der
Molekularmasse stehen könnten, beigemessen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeiner Teil

2.1 Lignin

2.2 Technische Lignine

2.3 Biokatalytische Modifizierung mit Enzymen

2.3.1 Laccase und seine biologischen Funktionen

2.3.2 Anwendungen von Laccase und LMS

2.3.3 Mediatoren

2.3.4 Reaktionsmechanismen

3 Experimenteller Teil

3.1 Materialien

3.1.1 Substrat

3.1.2 Enzyme

3.1.3 Mediatoren

3.1.4 Sonstige Chemikalien

3.2 Methoden

3.2.1 Behandlung mit LMS

3.2.2 Größenausschlusschromatographie

3.2.3 Elementaranalyse

3.2.4 Kohlenhydratanalyse

3.2.5 31P-NMR-Spektroskopie

4 Ergebnisse und Diskussion

4.1 Veränderung der Molmassen

4.1.1 Zeitreihen

4.1.2 Molmassenverteilung

4.2 Analyse der Kohlenhydrate

4.3 Elementaranalyse

4.4 31P-NMR-Spektroskopie

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die enzymatische Modifizierung von Lignin, insbesondere den Effekt eines Laccase-Mediator-Systems (LMS) auf die Molekularmasse technischer Organosolv-Lignine, um deren stoffliche Verwertungsmöglichkeiten zu verbessern.

  • Grundlagen der Ligninstruktur und technischer Aufschlussverfahren
  • Biokatalytische Ligninmodifikation mittels Laccase-Mediator-Systemen
  • Experimentelle Untersuchung von Reaktionszeitreihen und Reaktionsbedingungen
  • Charakterisierung durch GPC, Elementaranalyse und 31P-NMR-Spektroskopie
  • Diskussion von Polymerisations- und Depolymerisationsprozessen

Auszug aus dem Buch

2.3 Biokatalytische Modifizierung mit Enzymen

Von einer detaillierten Exkursion in die Enzymatik soll hier abgesehen werden, so stehen zahlreiche Lehrwerke aus verschiedenen Disziplinen in großer Zahl zur Verfügung [RÖMPP, 1995; MYRBÄCK, 1953; EULER, 1925].

Enzyme sind wichtige funktionelle Proteine und biologisch-chemische Katalysatoren. Sie nehmen an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen teil (Abb. 3) und besitzen analoge Eigenschaften wie klassische, chemische Katalysatoren: So setzen sie die Aktivierungsenergie für eine Reaktion herab indem die auftretende freie Enthalpie gesenkt wird. Gleichzeitig werden sie in der eigentlichen Reaktion nicht selber umgesetzt, sondern katalysieren lediglich deren Zustandekommen [RÖMPP, 1999].

Seit geraumer Zeit werden Enzyme als nützliches Werkzeug in biotechnologisch-industriellen Prozessen eingesetzt. Ein Vorteil gegenüber klassischen, chemischen Katalysatoren ist der große Reaktionsdurchsatz und die hohe Reaktionsspezialisierung welche durch die sterische Anordnung an ihren aktiven Zentren zu erklären ist. Auf diesem Wege können ungewollte Nebenprodukte größtenteils ausgeschlossen werden. Ein Aspekt von bedeutender ökonomischer Relevanz ist das Ablaufen der katalysierten Reaktionen in relativ sanften Milieus (pH, Temperatur, Druck). Dies bringt in großtechnischen Prozessen immense energetische und damit wirtschaftliche Einsparungen mit sich [FESTEL et al, 2004].

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Notwendigkeit einer nachhaltigen Rohstoffbasis durch Bioraffinerien und begründet die Untersuchung enzymatischer Modifikationen an Organosolv-Ligninen.

2 Allgemeiner Teil: Dieser theoretische Abschnitt behandelt die chemische Struktur von Lignin, die Eigenschaften technischer Lignine sowie die biochemischen Grundlagen von Laccasen und deren Einsatz in Mediatorsystemen.

3 Experimenteller Teil: Hier werden die verwendeten Materialien, insbesondere die eingesetzten Enzyme und Mediatoren, sowie die spezifischen methodischen Verfahren der Ligninbehandlung und Analytik detailliert beschrieben.

4 Ergebnisse und Diskussion: Dieses Kernkapitel wertet die Versuchsergebnisse hinsichtlich Molmassenänderungen, Kohlenhydratgehalt, Elementarzusammensetzung und der OH-Gruppen-Verteilung durch NMR-Analyse aus.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Haupterkenntnisse über die LMS-Behandlung zusammen und schlägt Optimierungen für zukünftige Reaktorkonzepte vor.

Schlüsselwörter

Lignin, Laccase, Mediator-System, Organosolv, Biokatalyse, Molekularmasse, GPC, 31P-NMR, Elementaranalyse, Enzymatik, Bioraffinerie, Polymerisation, Depolymerisation, Kohlenhydrate, Reststoffe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der enzymatischen Veränderung von Lignin, einem natürlichen Polymer, das als technisches Nebenprodukt in Bioraffinerien anfällt, um dessen Wert durch Modifikationen zu steigern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der enzymatischen Ligninmodifikation mittels Laccase-Mediator-Systemen (LMS), der quantitativen GPC-Analytik von Molmassenänderungen sowie der strukturellen Untersuchung durch NMR-Spektroskopie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erforschen, wie sich Laccase-Mediator-Systeme unter variablen Bedingungen auf die Struktur und insbesondere die Molmasse von Organosolv-Lignin auswirken, um so Aussagen über die stoffliche Veredelung zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analysen verwendet?

Es wurde eine Kombination aus Gelpermeationschromatographie (GPC), Elementaranalyse, Kohlenhydratanalytik und 31P-NMR-Spektroskopie eingesetzt, um die strukturellen Veränderungen des Lignins zu erfassen.

Was wird im experimentellen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die Durchführung der LMS-Behandlung in einem semi-batch Reaktor unter Verwendung verschiedener Mediatoren (HBT, ABTS) und analysiert deren Einfluss auf die Molmassenverteilung und chemische Funktionalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Lignin-Modifizierung, Laccase, Mediator-System, Organosolv-Lignin, enzymatische Katalyse und GPC-Analytik.

Welchen Einfluss hat die Reaktionsdauer auf die Molmasse des Lignins?

Die Versuche zeigten, dass eine Steigerung der Molmasse tendenziell in den ersten Stunden eintritt, während bei Langzeitversuchen (15h) abhängig vom Mediator und den Bedingungen auch depolymerisierende Effekte auftreten können.

Welche Rolle spielt Ethanol als Lösungsmittel in diesem Prozess?

Das als Lösungsmittel verwendete Ethanol wirkt als Radikalfänger, was die gewünschten Kondensationsreaktionen unterbinden kann, weshalb dessen Konzentration bei der Prozessführung kritisch zu betrachten ist.

Wie unterscheidet sich die Wirkung von ABTS und HBT als Mediatoren?

Die Ergebnisse deuten auf unterschiedliche Wirkmechanismen hin, wobei ABTS in bestimmten Konfigurationen bei Langzeitversuchen die höchsten Molmassensteigerungen ermöglichte, während die Mediatoren generell das Lignin-Substrat für das Enzym zugänglich machen.

Was schlägt der Autor für zukünftige Arbeiten vor?

Der Autor empfiehlt, das Reaktorkonzept von einem semi-batch Betrieb auf einen kontinuierlichen Prozess umzustellen, um hochmolekulare Produkte effizienter abzuführen und störende Quenching-Reaktionen zu vermeiden.

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Details

Title
Untersuchungen zur enzymatischen Modifizierung von Lignin
College
University of Hamburg
Course
Holzwirtschaft
Grade
1,7
Author
Goran Schmidt (Author)
Publication Year
2011
Pages
56
Catalog Number
V208233
ISBN (eBook)
9783656372714
ISBN (Book)
9783656372943
Language
German
Tags
untersuchungen modifizierung lignin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Goran Schmidt (Author), 2011, Untersuchungen zur enzymatischen Modifizierung von Lignin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208233
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