Jerusalem: Hauptereignisse in der Geschichte der heiligen Stadt


Seminararbeit, 2008
12 Seiten, Note: Gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeit des Ersten Tempels (ca. 1000 – 587 v.Chr. )

3. Zeit des Zweiten Tempels (ca. 538 v. Chr. – 70 n.Chr.)

4. Römische und Byzantinische Herrschaft ( 70 n.Chr. – 638 n.Chr.)

5. Mittelalter (638 n.Chr. – 1516 n.Chr.)

6. Osmanische Herrschaft (1516 – 1917)

7. 20. Jahrhundert bis heute

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die Stadt Jerusalem ist die Hauptstadt des im Nahen Osten gelegenen Staates Israel. Die Stadt erstreckt sich über ein hügeliges Gebiet zwischen 606–826 m ü. M. und hat ca. 730'000 Einwohner (Stand: 2006). Die Bedeutung Jerusalems beruht auf seinen religiösen und kulturellen Schätzen und wird sowohl von Juden, Christen als auch Muslimen als Heilige Stadt verehrt. Der bedeutendste Wirtschaftsfaktor ist somit auch der Tourismus und zu den bekanntesten Bauwerken zählen sicherlich die Klagemauer, das Damaskustor oder der Felsendom. Jerusalem wird auch, vor allem in der jüd. und christl. Literatur, Zion oder Stadt Davids genannt.[1]

Die Geschichte der Stadt geht ins 4. Jahrtausend vor Christus zurück. Keramische Ausgrabungsfunde zeugen von einer Siedlung auf den Hügeln des heutigen Jerusalems. Um etwa 1900 v. Chr. wird Jerusalem erstmals als befestigte Stadt Uruschalim auf hieroglyphischen Beschriftungen von Tongefässen aus Ägypten, so genannten Ächtungstexten, erwähnt. Uruschalim bedeutet „Stadt des Schalim“, also des kanaanitischen Gottes der Morgenröte, oder übertragen auch „Stadt im Westen“. Das Wort ist auch mit „shalom“ verwandt, daher auch „Stadt des Friedens“. Somit ist Jerusalem eine der ältesten bekannten Städte der Welt. Neben Archäologischen Zeugnissen dient vor allem die Bibel als Quelle zur Frühgeschichte Jerusalems. Man kann sagen, dass vor David die archäologischen Quellen stark im Vordergrund stehen, während in der Folgezeit vor allem literarische Zeugnisse, insbesondere die Bibel, zur Geltung kommen. Um 1900 v.Chr. wohnten in Jerusalem demnach die Jebusiter, ein Volk kanaanitischen Stammes, das unter ägyptischem Einfluss stand. Dennoch bemühten sie sich um möglichst grosse Selbstständigkeit für den Stadtstaat Jerusalem. Sie wurden später von den israelitischen Stämmen angegriffen, konnten sich aber behaupten. Erst König David gelang es, Jerusalem einzunehmen. Ab der römischen Herrschaft stehen sowohl viele archäologische Funde als auch zahlreiche literarische Quellen (z.B. Flavius Josephus) zur Verfügung.[2]

Im Folgenden wird also versucht, einen prägnanten Überblick über die 4000 Jahre Geschichte der Heiligen Stadt zu geben.

2. Zeit des Ersten Tempels (ca. 1000 – 587 v.Chr. )

Der biblische König David wollte die Stämme des Nordens und des Südens der Region Palästina zu einem einzigen israelischen Königreich vereinen. Jerusalem war genau in der Mitte und kontrollierte so die Handelswege. Wegen der bergigen Lage war die Stadt auch strategisch äusserst wichtig und so griff David um 996 v.Chr. die Festung Jerusalem an und machte es nach seinem Sieg zur Hauptstadt seines Königreiches.[3] Durch die Überführung der Bundeslade nach Jerusalem wurde die Stadt zum politischen und religiösen Mittelpunkt des Königreiches Israel. Die Bundeslade wurde in einem ersten Heiligtum, einem Zelt, aufbewahrt. Unter der Herrschaft Davids blieb die Stadt weitestgehend unverändert, er übernahm den Kult und die Kultur die er vorfand. Erst unter Davids Sohn Salomon wurde die Stadt weiter ausgebaut. Vor allem liess er sich einen riesigen Palast und einen Tempel für Gott bauen. Die Bundeslade - die Truhe in der die Gesetzestafeln Mose aufbewahrt waren - wurde nun in den Tempel gebracht. Als Tempelstadt war Jerusalem fortan Zentrum des Judentums und Stätte des einzigen Gottes. Unter Salomon erlebte Jerusalem eine Blütezeit. Es entstand ein orientalisches Hofleben mit Literatur, Architektur sowie Kleinkunst und es herrschte eine Zeit des Friedens und des Wohlstands. Nach Salomos Tod um 926 v.Chr. endete allerdings auch die Zeit des vereinten Königreiches. Die Monarchie fiel wieder in die beiden verfeindeten Reiche Israel (Norden) und Juda (Süden) auseinander, wobei Jerusalem dann die Hauptstadt Judas war und an Bedeutung verlor. Die davidische Dynastie dauerte aber weiterhin an und sorgte für eine politische Konstanz.

Um 700 v.Chr. wurde unter dem König Hiskija das Stadtgebiet infolge Einwanderung von Flüchtlingen aus dem Nordreich stark erweitert und neue Mauern gebaut. Es wurde auch ein riesiges Tunnelsystem angelegt (Hiskija-Kanal), das die ausserhalb der Stadt gelegene Frischwasserquelle Gihon mit dem Stadtinnern verband.[4] Dies war für folgende Belagerungen Jerusalems strategisch wichtig. Jedoch nahm 597 v. Chr. der babylonische König Nebukadnezar II. Jerusalem ein, verschleppte die Oberschicht der Stadt und setzte Zedekia als König in Jerusalem ein. Dieser aber liess sich zum Aufstand verleiten, so dass Nebukadnezar II. 587 v. Chr. nach zweijähriger Belagerung Jerusalem endgültig vernichtend schlug, Tempel und Stadt vollständig zerstörte und auch noch die restliche Oberschicht nach Babylon, deportierte. „ [...] Nur die Ärmsten der Armen blieben verschont [...] “[5] Somit blieb auch während des Exils eine Restbevölkerung bestehen und es gab weiterhin kleine kultische Feiern. Theologiegeschichtlich betrachtet stellt die Zerstörung Jerusalems einen der fruchtbarsten Prozesse des altisraelitischen Denkens dar. Die Vorstellung des Sieges einer fremden Macht und deren Gottheit führte zum Umdenken von einem Gott Israels zu einem die Welt umfassenden Gott.[6]

[...]


[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jerusalem [Stand: 13.1.2009].

[2] Vgl. Welten, Jerusalem (1987) 597.

[3] Vgl. Kenyon, Jerusalem (1968) 27.

[4] Vgl. Küchler, Jerusalem (2007) 1097­–1100.

[5] Kenyon, Jerusalem (1968) 135.

[6] Vgl. Küchler, Jerusalem (2001) 305.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Jerusalem: Hauptereignisse in der Geschichte der heiligen Stadt
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
Gut
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V208311
ISBN (eBook)
9783656361947
ISBN (Buch)
9783656362234
Dateigröße
793 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theologie, Bibel, Neues Testament, Altes Testament, Geschichte, Jerusalem, Hl.Stadt, Naher Osten, Israel, Heilige Stadt
Arbeit zitieren
Beat Andreas Schweizer (Autor), 2008, Jerusalem: Hauptereignisse in der Geschichte der heiligen Stadt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208311

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