"Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) gilt bei etlichen politischen Akteuren als
mögliche Alternative zu den bestehenden Formen sozialer Sicherung. Überprüfen Sie
anhand einer selbst gewählten Variante des BGE, ob es Ansprüchen an Leistungs-, Bedarfsund
Teilhabegerechtigkeit entsprechen kann."
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Bedingungslosen Grundeinkommens
3. Das Modell
4. Leistungsgerechtigkeit
5. Bedarfsgerechtigkeit
6. Teilhabegerechtigkeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) vorzustellen und anhand eines frei konstruierten Modells zu überprüfen, ob dieses in der Lage ist, den Anforderungen an Leistungs-, Bedarfs- und Teilhabegerechtigkeit zu entsprechen.
- Konzeptionelle Grundlagen und Definition des bedingungslosen Grundeinkommens.
- Entwurf eines fiktiven Modells ("Idealland") mit einer monatlichen Grundeinkommenshöhe.
- Analyse der Auswirkungen des Modells auf die Leistungsgerechtigkeit.
- Untersuchung der Bedarfsgerechtigkeit innerhalb des gewählten Modells.
- Bewertung der Teilhabegerechtigkeit sowie Vergleich mit dem Modell des Alaska Permanent Fund.
Auszug aus dem Buch
Das Modell
Stellen wir uns nun ein Land vor, in dem das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt werden soll und nennen dieses Land Idealland. Die Regierung hat sich dafür entschieden ein BGE in Höhe von 700€ ab dem 01.01.2013 einzuführen. Die Höhe von 700€ die monatlich ausgezahlt werden, wurde so berechnet, dass diese Summe das Existenzminimum deckt und sich dabei an die 60% Schwelle des durchschnittlichen Nettoeinkommens in diesem Land orientiert. Das ist die sog. Armutsschwelle: eine Single-Haushalt der weniger als 60% des durchschnittlichen Nettoeinkommens hat, ist laut der Definition der Armutsschwelle von Armut bedroht. In Deutschland liegt die Armutsschwelle z.Zt. beispielsweise bei 940€.
Man hat sich dafür entschieden das Geld monatlich auszuzahlen. Zur Debatte standen noch die Möglichkeiten einer wöchentlichen Auszahlung, was zu erhöhten Verwaltungskosten geführt hätte und einer jährliche Auszahlung, von der man jedoch auch abgesehen hat, da man hierbei nicht davon ausgehen kann, dass jeder Bezieher auch vernünftig mit dem Geld umgeht und es womöglich sofort in einem riskanten Geschäft investiert und alles verliert. Würde das passieren, müsste der Staat diese Person (und es würde bestimmt nicht bei einem Einzelfall bleiben) mit weiteren Transferleistung auffangen.
Bezugsberechtigt sind alle Bürger dieses Landes, mit oder ohne Staatsangehörigkeit, die seit mindestens 5 Jahren dauerhaft in dem Land leben und volljährig sind. Das Kindergeld bleibt bestehen. Die staatliche Rente wird abgeschafft, jeder Rentner würde auch nach dem 65 Lebensjahr die 700€ BGE erhalten und könnte, sofern berufstätig gewesen und privat vorgesorgt, eine Privatrente erhalten, die dann individuell bemessen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik des Grundeinkommens im Kontext aktueller sozialstaatlicher Debatten und Zielsetzung der Arbeit.
2. Definition des Bedingungslosen Grundeinkommens: Herleitung des BGE-Begriffs anhand definitorischer Kriterien wie Rechtsanspruch und Bedingungslosigkeit.
3. Das Modell: Skizzierung eines fiktiven "Ideallandes" zur Anwendung und Prüfung des Grundeinkommenskonzepts.
4. Leistungsgerechtigkeit: Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des BGE auf Arbeitsmotivation und die Wahrnehmung von Leistung in der Gesellschaft.
5. Bedarfsgerechtigkeit: Analyse der pauschalen Auszahlung des BGE im Hinblick auf unterschiedliche individuelle Lebenslagen und besondere Bedürfnisse.
6. Teilhabegerechtigkeit: Untersuchung des BGE als Instrument zur Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe und Reduzierung bürokratischer Hürden.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Sozialstaat, Gerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Existenzminimum, Sozialversicherung, Umverteilung, Armutsvermeidung, Arbeitsmarkt, Modellanalyse, Alaska Permanent Fund, Transferleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als mögliche Alternative zu traditionellen Sozialversicherungssystemen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die gerechte Ausgestaltung sozialer Sicherung, die Finanzierbarkeit und die Auswirkungen auf die Teilhabe der Bürger am gesellschaftlichen Leben.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Prüfung, ob ein frei konstruiertes Modell des BGE den Anforderungen an Leistungs-, Bedarfs- und Teilhabegerechtigkeit gerecht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine modellbasierte Analyse, bei der ein fiktives "Idealland" konstruiert wird, um theoretische Gerechtigkeitsansprüche auf die Praxis des BGE anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Modell entworfen und die drei Gerechtigkeitskategorien (Leistung, Bedarf, Teilhabe) ausführlich auf das Modell bezogen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie bedingungsloses Grundeinkommen, Sozialstaat, Gerechtigkeit, existenzsichernde Leistungen und gesellschaftliche Teilhabe charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das Modell des Ideallandes von der Realität in Deutschland?
Das Modell verzichtet auf Bedürftigkeitsprüfungen und bietet pauschale Auszahlungen, während das deutsche System stark auf bürokratische Nachweise und individuelle Bedarfsermittlung angewiesen ist.
Warum wird das Modell aus Alaska in der Arbeit erwähnt?
Alaska dient als reales Fallbeispiel für eine "diskrete, aber konkrete" Form der jährlichen Dividenden-Auszahlung, die eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genießt.
- Arbeit zitieren
- Michelle Prorocu (Autor:in), 2012, Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208336