Die meisten europäischen Länder sehen sich seit einigen Jahren mit einem allgemeinen Geburtenrückgang konfrontiert, der in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausgeprägt ist. Hinzu kommt die gestiegene Lebenserwartung, was zum Problem einer „veralteten Gesellschaft“ führt - ein Problem, das noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. Eine weitere Herausforderung ist das Zerbrechen der traditionellen Familienstrukturen und die Veränderung der regulären Arbeitsverhältnisse: die Zahl der teilzeit- und zeitweise-Beschäftigten steigt, was für den Wohlfahrtsstaat zu mehr Ausgaben führt und die Entscheidung für die Gründung einer Familie im Lebensverlauf nach Hinten verschiebt oder gar nicht mehr relevant werden lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leistungen des deutschen Wohlfahrtsstaates
3. Leistungen des französischen Wohlfahrtsstaates
4. Die Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit
4.1. Bildungsexpansion
4.2. Erwerbsbeteiligung von Frauen
5. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist der Vergleich zwischen den Wohlfahrtsstaaten Deutschland und Frankreich in Bezug auf ihre familienpolitischen Leistungen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei soll ergründet werden, welche Faktoren für die signifikanten Unterschiede in den Geburtenraten zwischen beiden Ländern verantwortlich sind.
- Vergleich der wohlfahrtsstaatlichen Leistungen und Familienpolitik
- Analyse der historischen Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit
- Einfluss der Bildungsexpansion auf Erwerbsmuster
- Gegenüberstellung der institutionellen Kinderbetreuungsangebote
- Diskussion über die Rolle von Betreuungssystemen für die Geburtenrate
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die meisten europäischen Länder sehen sich seit einigen Jahren mit einem allgemeinen Geburtenrückgang konfrontiert, der in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausgeprägt ist. Hinzu kommt die gestiegene Lebenserwartung, was zum Problem einer „veralteten Gesellschaft“ führt - ein Problem, das noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. Eine weitere Herausforderung ist das Zerbrechen der traditionellen Familienstrukturen und die Veränderung der regulären Arbeitsverhältnisse: die Zahl der teilzeit- und zeitweise Beschäftigten steigt, was für den Wohlfahrtsstaat zu mehr Ausgaben führt und die Entscheidung für die Gründung einer Familie im Lebensverlauf nach Hinten verschiebt oder gar nicht mehr relevant werden lässt.
Die Erwerbsbeteiligungsquote von Frauen unterscheidet sich in den europäischen Ländern, was auf unterschiedliche Regelungen und Gesetze in verschiede Politikbereiche, wie z.B. Arbeitsmarkt- Sozial- und Familienpolitik basiert. In Deutschland liegt die Differenz zwischen Männern und Frauen in der Erwerbsquote bei 17,7% (Männer: 79,9% ; Frauen: 62,2%), was im europäischen Vergleich in Mittelfeld einzuordnen ist. Die geringste Differenz verzeichnet Schweden mit nur 4,8% und die höchste Italien mit 28,5%. (vgl. Pfarr 2002: 32).
Das Ziel dieser Arbeit ist es zwei europäische Wohlfahrtsstaaten, und zwar Deutschland und Frankreich, in Bezug auf Wohlfahrtsleistungen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegenüber zu stellen. Es werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede betrachtet und nach dem Grund gesucht wieso die Geburtenraten sich doch so sehr unterscheiden. Im Falle Deutschlands betrachten wir die Gesamtentwicklung, ohne zwischen Ost und West zu unterscheiden. Die Unterschiede sind vor allem im Bereich der Familienpolitik und Kinderbetreuung noch deutlich zu verzeichnen, jedoch würde eine Ost-West Vergleich zusätzlich zum Vergleich zu Frankreich den Rahmen dieser Arbeit überschreiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel, den Geburtenrückgang und die Zielsetzung der Arbeit, Deutschland und Frankreich hinsichtlich ihrer Familienpolitik zu vergleichen.
2. Leistungen des deutschen Wohlfahrtsstaates: Dieses Kapitel beschreibt das deutsche Modell der Familienpolitik, geprägt durch das Ehegattensplitting, Elterngeld und Kindergeld, welches oft das klassische Ernährermodell begünstigt.
3. Leistungen des französischen Wohlfahrtsstaates: Hier werden die französischen familienpolitischen Ansätze wie das Familiensplitting und die Unterstützung für Großfamilien als egalitäreres Modell vorgestellt.
4. Die Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen der Bildungsexpansion, dem steigenden Qualifikationsniveau von Frauen und der daraus resultierenden Erwerbsbeteiligung.
5. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Es wird die Herausforderung der institutionellen Kinderbetreuung in beiden Ländern analysiert, insbesondere der Mangel an Plätzen für Unter-3-Jährige in Deutschland.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schlägt eine Reform der Tagespflegekräfte in Deutschland nach französischem Vorbild vor, um die Vereinbarkeit zu verbessern.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Wohlfahrtsstaat, Deutschland, Frankreich, Frauenerwerbstätigkeit, Geburtenrate, Kinderbetreuung, Bildungsexpansion, Vereinbarkeit, Ehegattensplitting, Familiensplitting, Elternzeit, Erwerbsquote, Demografie, Tagesmütter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen familienpolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Frankreich und deren Auswirkungen auf die Geburtenraten sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Familienförderung, der Erwerbsbeteiligung von Frauen, der Rolle des Bildungssystems und der Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für die signifikanten Unterschiede in der Geburtenrate zwischen Deutschland und Frankreich durch einen Vergleich der jeweiligen wohlfahrtsstaatlichen Maßnahmen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von OECD-Daten sowie statistischen Berichten zur Erwerbstätigkeit und Familienpolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Steuer- und Leistungssysteme, die historische Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit sowie die institutionelle Qualität und Quantität der Kinderbetreuung in beiden Ländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Familienpolitik, Erwerbsbeteiligung, Geburtenrate, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie institutionelle Kinderbetreuung.
Warum unterscheidet sich das Steuersystem zwischen den Ländern?
Deutschland nutzt das Ehegattensplitting, welches tendenziell das Alleinverdienermodell stützt, während Frankreich ein Familiensplitting anwendet, das die Anzahl der Familienmitglieder in die Besteuerung einbezieht.
Welche Rolle spielen Tagesmütter im französischen Modell?
In Frankreich sind Tagesmütter staatlich geschult, erhalten einen Mindestlohn und soziale Absicherung, was sie zu einer effektiven Alternative zur institutionellen Kinderkrippe macht.
Warum ist die Geburtenrate in Frankreich höher?
Die Arbeit führt dies primär auf ein besser ausgebautes, flächendeckendes Betreuungssystem zurück, das Frauen die Wahlfreiheit lässt, früher in den Beruf zurückzukehren.
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- M.A. Michelle Pro (Author), 2011, Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Ein deutsch-franzözischer Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208339