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Die Opferung Isaaks - Zum Verhältnis von Moral und Erzählung

Titel: Die Opferung Isaaks - Zum Verhältnis von Moral und Erzählung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 23 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Matthias Gloser (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegende Arbeit werden verschieden Deutungen von Genesis 22 untersucht. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Verhältnisbestimmung von Moral und Erzählung. Dazu werden neuere Untersuchungsansätze aus der Theoriebildung der Narrativen Ethik herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen zum Verhältnis von Moral und Erzählung

2.1. Moralvermittlung und Moralkritik durch Erzählungen

2.2. Die Förderung von Identitäts- und Empathieentwicklung

2.3. Die Modellethik in Erzählungen

3. Die Opferung Isaaks

3.1. Die Pflichtenkollision

3.2. Das Prüfungsmotiv

3.3. Das Opfermotiv

3.4. Die Deutung von Gen 22 aus ethischer Perspektive

3.5. Die Gottesvorstellung in der Erzählung

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen moralischen Anforderungen und erzählten Texten am Beispiel der biblischen Erzählung von der Opferung Isaaks (Gen 22). Ziel ist es, aufzuzeigen, wie narrativ geprägte Texte moralische Reflexionen anregen oder durch problematische Inhalte fundamentalistische Deutungen fördern können, und wie diese vor dem Hintergrund heutiger ethischer Standards kritisch zu bewerten sind.

  • Narrative Ethik als theoretischer Rahmen
  • Die Funktion von Erzählungen für die Identitäts- und Empathiebildung
  • Ethische Problematisierung des Gehorsams und des Gottesbildes in Gen 22
  • Kritik an fundamentalistischen Interpretationsansätzen
  • Verhältnis von biblischer Tradition und moderner Vernunftethik

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Pflichtenkollision

Die Relevanz der Erzählung für ethische Überlegungen ist offensichtlich. Es werden starke moralische Grundüberzeugungen und Empfindungen angesprochen. Es ist evident, das es eine moralisch falsche Handlung ist, einen Menschen zu ermorden. Die Dramatik der Geschichte wird verstärkt, weil Abraham nicht nur den Auftrag erhält, seinem Gott einen beliebigen Menschen zu opfern, sondern seinen eigenen Sohn. Kein gesunder Mensch möchte, dass dem eignen Kind etwas zustößt. Die Grausamkeit dieses Befehls ist nicht zu überbieten. Die oben beschriebene Funktion von Erzählungen, den Leser emotional zu berühren, wird hier deutlich sichtbar. Der Leser ist schockiert über diesen Befehl, empfindet Mitleid mit Isaak, der unschuldig sterben soll und kann sich in den Konflikt einfühlen, den Abraham durchlebt. Liebe und Fürsorgepflicht für das eigenen Kind und das moralische Gebot, „keine Kinder zu Opfern“ zählen für Abraham und für den Leser zu den fundamentalsten und stärksten moralischen Werten. Das Alte Testament spricht sich an verschiedenen Stellen eindeutig gegen die religiöse Tötung von Kindern und Menschenopfer aus. Gleichzeitig ist Gottvertrauen für Abraham und für jeden religiösen Menschen eine zentrale Tugend. In der Geschichte wird ein Widerspruch zwischen diesen beiden Orientierungsprinzipien menschlichen Handelns herbeigeführt. Diese Situation kann als Pflichtenkollision beschrieben werden. Eine Pflichtenkollision liegt dann vor, wenn sich ein Mensch in einer Entscheidungssituation zwischen zwei moralisch gebotenen Handlungen befindet und die Ausführung einer Handlung, die Unterlassung der anderen zur Folge hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von ethisch schwierigen biblischen Texten ein und benennt die Erzählung der Opferung Isaaks als zentrales Untersuchungsobjekt.

2. Theoretische Grundlagen zum Verhältnis von Moral und Erzählung: Dieses Kapitel erläutert, wie Erzählungen als Medium moralischer Entwicklung fungieren und welche Bedeutung Identitätsbildung sowie Empathie dabei spielen.

3. Die Opferung Isaaks: In diesem Hauptteil wird Gen 22 detailliert analysiert, wobei Themen wie Pflichtenkollision, das Prüfungsmotiv, das Opfermotiv und kritische Gottesvorstellungen beleuchtet werden.

4. Konklusion: Das Schlusskapitel resümiert die Notwendigkeit, Religion durch Vernunft zu korrigieren und warnt vor einer unkritischen Instrumentalisierung biblischer Erzählungen.

Schlüsselwörter

Narrative Ethik, Opferung Isaaks, Gen 22, Pflichtenkollision, Identitätsbildung, Empathie, Gottesvorstellung, moralische Reflexion, biblische Hermeneutik, fundamentalistische Deutung, Menschenopfer, ethische Urteilsbildung, Abraham, Gewalt, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Verhältnis von Moral und erzählenden Texten, insbesondere unter dem Aspekt, wie biblische Erzählungen wie die Opferung Isaaks ethische Deutungen und menschliches Handeln beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die narrative Ethik, die Rolle von Erzählungen in der moralischen Erziehung, die Psychologie der Identitätsentwicklung sowie die kritische ethische Exegese alttestamentlicher Texte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie mit ethisch problematischen Textstellen der Bibel vor dem Hintergrund moderner gesellschaftlicher und ethischer Maßstäbe verantwortungsvoll umgegangen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird ein literaturwissenschaftlicher und theologisch-ethischer Ansatz verfolgt, der auf der narrativen Ethik basiert und eine kritische Interpretation von Gen 22 vornimmt.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Motive der Isaak-Erzählung, wie die Pflichtenkollision, das göttliche Prüfungsmotiv und das problematische Menschenopfer-Verständnis im historischen Kontext.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Narrative Ethik, Pflichtenkollision, Empathie, Gottesbild, Fundamentalismus und moralische Urteilsbildung.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Vernunft in religiösen Kontexten?

Der Autor argumentiert, dass Religion die Vernunft als notwendige Korrekturinstanz benötigt, um Missbrauch und inhumane Handlungen zu verhindern.

Warum wird die Opferung Isaaks als besonders problematisch angesehen?

Die Erzählung wird als problematisch eingestuft, da sie einen blinden Gehorsam fordert, der moralische Grundüberzeugungen verletzt und potenziell fundamentalistisch instrumentalisiert werden kann.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Opferung Isaaks - Zum Verhältnis von Moral und Erzählung
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Ansätze theologischer Ethik: Moral und Erzählung: Neue Ansätze Narrativer Ethik
Note
sehr gut
Autor
Matthias Gloser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V208373
ISBN (eBook)
9783656358442
Sprache
Deutsch
Schlagworte
opferung isaaks verhältnis moral erzählung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Gloser (Autor:in), 2012, Die Opferung Isaaks - Zum Verhältnis von Moral und Erzählung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208373
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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