Im Folgenden sollen Einblicke in die zwei o.g. Technologien (Nano- bzw. Biotechnologie) aufgezeigt werden. Nach einer kurzen Vorstellung soll v.a. auf das Potential und das Risiko, das von der jeweiligen Technologie in Zukunft ausgeht, eingegangen werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass aufgrund der breiten Anwendungsfelder dieser Technologien kein kompletter Überblick, sondern nur ein Einblick gegeben werden kann. Hierauf wird der gesellschaftliche Aspekt näher betrachtet, wobei man den Blick auf die öffentliche Wahrnehmung bezüglich der Nanotechnologie und der roten Biotechnologie wirft, welche besonders durch moralethische Belange gekennzeichnet ist. Abschliessend soll auf das anfangs erwähnte Zitat von Peter Bamm eingegangen werden und anhand dessen ein persönliches Fazit gezogen werden, wie man in Zukunft mit der Nano- bzw. Biotechnologie oder allgemein Zukunftstechnologien umgehen könnte/sollte.
2 Nanotechnologie
Der Begriff Nanotechnologie ist sehr schwer zu definieren, da er nicht ein einzelnes geschlossenes Arbeitsfeld umfasst, sondern als Querschnittstechnologie angesehen werden kann, die sich aus unterschiedlichen Disziplinen wie Physik, Chemie und Biologie zusammensetzt. Dabei werden Materialien untersucht, die kleiner als 100nm sind und inwiefern sie sich in Produktionsschritten als nützliche Komponenten erweisen. Um sich diese Dimension vorzustellen: Würde man jeden Menschen, der 2005 auf der Erde lebte auf einen Nanometer verkleinern, könnte man alle Personen ohne Probleme in einem Reiskorn unterbringen. (Bentz 2011, S. 11) Durch diese neu entdeckte Dimension (kleiner als Mikrotechnologie) erhofft man sich, neue Strukturen und Techniken zu erschliessen, die in Wirtschaft und Gesellschaft von großem Nutzen sein könnten. (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2012)
Inhaltsverzeichnis
1 Technologiegeschichte und Ausblick
2 Nanotechnologie
2.1 Potentiale der Nanotechnologie
2.1.1 Medizinisches Potential
2.1.2 Material- und Ressourcenpotential
2.1.3 Potential im Energiesektor
2.1.4 Umweltschutzpotential
2.1.5 Ausblick
2.2 Risiken der Nanotechnologie
2.2.1 Auswirkungen auf die Gesundheit
2.2.2 Auswirkungen auf die Umwelt
2.2.3 Ausblick
3 Biotechnologie
3.1 Weisse Biotechnologie
3.1.1 Potentiale der weissen Biotechnologie
3.1.1.1 Medizinisches Potential
3.1.1.2 Potential im Energiesektor
3.1.1.3 Umweltschutzpotential
3.1.1.4 Biotechnologischer und chemischer Produktionsprozess im Vergleich
3.1.1.5 Ausblick
3.1.2 Risiken der weissen Biotechnologie
3.1.2.1 Unkontrollierte Freisetzung von Mikroorganismen
3.1.2.2 Verfolgung kriegerischer Absichten
3.1.2.3 Ausblick
3.2 Rote Biotechnologie
3.2.1 Potentiale der roten Biotechnologie
3.2.1.1 Heilung bestimmter Krankheiten
3.2.1.2 Tissue Engineering
3.2.1.3 Ausblick
3.2.2 Risiken der roten Biotechnologie
3.2.2.1 Ethische Problematik
3.2.2.2 Diskriminierung Einzelner aufgrund genetischer Vorbelastung
3.2.2.3 Ausblick
4 Öffentliche Wahrnehmung von Zukunftstechnologien
4.1 Öffentliche Wahrnehmung der Nanotechnologie
4.2 Öffentliche Wahrnehmung der roten Biotechnologie
5 Wie soll in Zukunft mit neuen Technologien umgegangen werden? Der gewissenhafte Umgang mit Zukunftstechnologien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Risiken moderner Zukunftstechnologien, konkret der Nanotechnologie und Biotechnologie. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der moralischen Verantwortung und dem gewissenhaften Umgang der Gesellschaft mit diesen Innovationen, um gesellschaftlichen Nutzen zu maximieren und Gefahren für Mensch und Umwelt zu minimieren.
- Technologische Grundlagen der Nano- und Biotechnologie
- Medizinische, energetische und ökologische Anwendungspotenziale
- Ethische Fragestellungen und Risikopotenziale (z.B. Bio-Terrorismus, Diskriminierung durch Gensequenzierung)
- Gesellschaftliche Akzeptanz und öffentliche Wahrnehmung
- Entwicklung moralischer Instanzen und regulatorischer Leitlinien
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Medizinisches Potential
Isaac Asimovs Roman „Fantastic Voyage“ aus dem Jahr 1966 eröffnete schon damals eine Zukunftsvision, wie die kommende medizinische Versorgung aussehen könnte: verkleinerte Menschen gleiten in Mini-U-Booten und Nanorobotern durch menschliche Blutgefässe, um dort Krankheiten zu heilen. Vor fast 50 Jahren war dies eine utopische Vorstellung ähnlich jener vor 100 Jahren, man könne zum Mond gelangen. Doch diese Vision sollte sich als realisierbar darstellen, wenn auch keine Miniaturmenschen die Arbeit übernehmen sollen, sondern ferngesteuerte Nanoroboter. Aber die Vision scheint Wirklichkeit zu werden! (Ben et al. 2010, S. 129ff.)
Forscher der Harvard University haben einen Nanoroboter (siehe Abb. 2) entwickelt, welcher eine Größe von 35-45nm und die Form eines Käfigs besitzt und gezielt Krebszellen angreift! Die Roboter sind so „programmiert“, dass sie jede Oberfläche einer Zelle (bei Krebspatienten Krebszellen) erkennen und sich dort festsetzen können. Beim Andocken an die betroffene Stelle konfiguriert sich der Nanoroboter neu und sendet gewünschte Wirkstoffe an eine bestimmte Stelle im Körper. Z.B. molekulare Botenstoffe, die das gestörte Verhalten von Krebszellen unter Kontrolle halten, indem sie das „Selbstmordprogramm“ dieser Zellen wieder aktivieren. Geglückte Versuche bei Leukämie- und Lymphomzellen wurden bereits bekanntgegeben. Zwar wurde diese Methode erst im Labor untersucht, doch die nächste Stufe besteht darin, diese Art der Behandlung an Lebewesen (Tieren) zu testen. Die Forscher versuchen fieberhaft, die Methode auch bei Menschen anzuwenden und falls dies gelingt, wäre dies eine bahnbrechende Erfindung in der Krebstherapie und könnte somit Millionen von Menschen einen Vorteil bringen. (Focus Online 2012)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Technologiegeschichte und Ausblick: Das Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf technologische Basisinnovationen mittels der Kondratieff-Zyklen und hinterfragt die gesellschaftliche Verantwortung beim Umgang mit technologischem Fortschritt.
2 Nanotechnologie: Es werden die vielfältigen Anwendungspotenziale der Nanotechnologie in der Medizin, Materialwissenschaft und Energietechnik sowie die damit verbundenen gesundheitlichen und ökologischen Risiken, etwa durch Nanopartikel, analysiert.
3 Biotechnologie: Dieser Abschnitt unterteilt die Biotechnologie in weiße und rote Bereiche, beleuchtet deren medizinische und industrielle Einsatzmöglichkeiten und erörtert kritisch die ethischen und sicherheitsrelevanten Herausforderungen wie Bio-Terrorismus oder genetische Diskriminierung.
4 Öffentliche Wahrnehmung von Zukunftstechnologien: Hier wird der Kenntnisstand und die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Nano- und Biotechnologie untersucht, wobei deutliche Unterschiede in der öffentlichen Wahrnehmung und Bewertung von Nutzen und Risiko deutlich werden.
5 Wie soll in Zukunft mit neuen Technologien umgegangen werden? Der gewissenhafte Umgang mit Zukunftstechnologien: Das Fazit fordert die Etablierung moralischer Instanzen und verbesserter regulatorischer Rahmenbedingungen, um eine gesellschaftlich vertretbare Steuerung von Zukunftstechnologien zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Nanotechnologie, Biotechnologie, Gentechnik, Stammzellenforschung, Ethik, Zukunftstechnologien, Risikomanagement, Gesellschaftliche Akzeptanz, Bio-Terrorismus, Nachhaltigkeit, Medizinisches Potential, Kondratieff-Zyklen, Gewissenhafter Umgang, Umweltschutz, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Potenziale und Risiken von zwei wegweisenden Zukunftstechnologien – der Nanotechnologie und der Biotechnologie – und wie diese gesellschaftlich verantwortungsvoll gestaltet werden können.
Welche Themenfelder werden primär behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die medizinischen, materiellen, energetischen und ökologischen Einsatzgebiete dieser Technologien sowie deren ethische Implikationen und öffentliche Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Ambivalenz von technologischem Fortschritt zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch Regulierung und moralische Instanzen ein gewissenhafter Umgang mit Innovationen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung verschiedener Studien zur Akzeptanz und Wirkung dieser Technologien durch, um das komplexe Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken darzustellen.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Nanotechnologie und Biotechnologie, unterteilt in deren Potenziale und spezifische Risiken, ergänzt durch die Analyse öffentlicher Umfragen.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis zentral?
Zentrale Begriffe sind neben der Nano- und Biotechnologie vor allem ethische Dilemmata, gesellschaftliche Verantwortung, Innovationsakzeptanz und die Notwendigkeit von regulatorischen Rahmenbedingungen.
Was besagt das im Text erwähnte "Trolley-Problem" im biotechnologischen Kontext?
Es dient als Analogie für das ethische Dilemma der Stammzellenforschung: die Abwägung zwischen dem potenziellen Nutzen für schwerkranke Patienten und der moralischen Problematik der Zerstörung von Embryonen.
Warum wird im Zusammenhang mit der Biotechnologie der Begriff "Teller oder Tank" diskutiert?
Der Begriff hinterfragt die ethische Vertretbarkeit der Nutzung von Nahrungsmitteln zur Erzeugung von Biokraftstoffen, da dies in Konkurrenz zur weltweiten Ernährungssicherung stehen könnte.
Welche Rolle spielt die öffentliche Wahrnehmung für die Zukunft dieser Technologien?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung entscheidend für die weitere Entwicklung ist; fehlende Aufklärung führt oft zu Unsicherheit, weshalb Transparenz und Information essenziell sind.
- Arbeit zitieren
- Andreas Behninger (Autor:in), 2012, Potentiale und Risiken von Zukunftstechnologien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208422