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Die Bauernaufstände 1524-1526: Lokal bedingte Einzelereignisse oder überregional strukturierte Erhebungen?

Titel: Die Bauernaufstände 1524-1526: Lokal bedingte Einzelereignisse oder überregional strukturierte Erhebungen?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor of Education Lukas Kroll (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Jeder Vorabüberlegung vorangestellt sollte die Frage nach der richtigen Bezeichnung für die Vorgänge der Jahre 1524 bis 1526 geklärt werden. Handelte es sich um einen „Bauernkrieg“, „Bauernaufstand“, „Bauernaufstände“ oder gar um den „Aufstand des Gemeinen Mannes“? Diese Begrifflichkeiten sind keineswegs äquivalent zu gebrauchen, denn ihre Konnotationen gehen weit über die augenscheinlichen Bedeutungsnuancen hinaus. Es gilt einen universalen Begriff zu finden, der eine Vorwegnahme von möglichen Ergebnissen dieser Arbeit auszuschließen versucht. Im Rahmen dieser Arbeit soll hierzu der Begriff der „Bauernaufstände“ dienen, denn es ist festzuhalten, dass die Aufstände in verschiedenen Regionen durch verschiedene Akteure vorangetrieben wurden und somit zumindest in der Frühphase der Bauernaufstände nicht von einer einheitlich geschlossenen Bewegung gesprochen werden kann. Ob sich dieser Status im Laufe der Aufstände änderte und man retrospektiv von einem Wandel von Aufständen hin zu einem organisierten, einheitlichen Aufstand sprechen kann, ist die zentrale Fragestellung, der diese Arbeit nachzugehen versucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Struktur und Organisation der Bauernaufstände

2.1. Forschungsgeschichte und –standpunkte

2.2. Ansätze regionaler und überregionaler Organisation

2.3. Die Christliche Vereinigung Oberschwabens und die Zwölf Artikel

3. Fazit

4. Literatur- und Quellenverzeichnis

5. Auswahlbibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bauernaufstände der Jahre 1524 bis 1526 vor dem Hintergrund der historischen Debatte, ob es sich dabei um lokal begrenzte Einzelereignisse oder um eine überregional strukturierte Bewegung handelte. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Organisationsformen und Strukturen der aufständischen Bauernschaft sowie die Rolle programmatischer Schriften wie der „Zwölf Artikel“ für eine überregionale Identitätsbildung.

  • Forschungsgeschichtliche Analyse der Bauernkriegsrezeption
  • Strukturmerkmale und Organisationsformen der Bauernhaufen
  • Die „Christliche Vereinigung“ in Oberschwaben als Fallbeispiel
  • Bedeutung und Verbreitung der „Zwölf Artikel“
  • Das Spannungsfeld zwischen lokalem Anspruch und überregionalem Zusammenhalt

Auszug aus dem Buch

2.2 Ansätze regionaler und überregionaler Organisation

Der „Bauernkrieg“ gilt als „größte[n] politisch-soziale[n] Massenbewegung der deutschen Geschichte“. Dennoch herrscht Uneinigkeit in der Beurteilung dieses geschichtlichen Großereignisses. Bereits die Überblicksliteratur zur Epochengeschichte weist bezüglich der Organisation und Strukturierung der Bauernaufstände grundlegende Unterschiede auf. Helga Schnabel-Schüle betont die Unabhängigkeit der einzelnen „Unruheherde“ voneinander, konstatiert jedoch die in der Einleitung bereits angeklungenen inhaltlichen Überschneidungen in Ablauf und Forderungen der Bauernschaft in den einzelnen Aufstandsgebieten. Barbara Stollberg-Rilinger kommt in ihrer kurzen Abhandlung zu einem gänzlich anderen Ergebnis. „Die Bauerntruppen schlossen sich überregional zusammen bildeten bündische Organisationsstrukturen und gewannen teilweise die Unterstützung von Bergleuten und Stadtgemeinden.“ Diese oppositionelle Gegenüberstellung bildet zeitgleich die beiden Kontrastpunkte, zwischen denen sich diese Arbeit inhaltlich bewegen soll. Eine genauere Beurteilung kann allerdings nur auf Basis der Quellen- und Forschungslage erfolgen.

Sowohl der Aufruf des in Tettneg versammelten Haufens an die Gemeinde in Hoffstaig als auch das Schreiben des christlichen Haufen von Riedselz an den Dorfmeister von Schonenberg, die beide im Jahr 1525 entstanden, zeigen zunächst eine starke regionale Prägung, da einzelne Gemeinden oder gar einzelne Personen angesprochen werden. Möglicherweise legitimiert sich die im vorangegangenen Kapitel erläuterte Geschichtsschreibung der DDR durch gerade solche Quellen. Denn es ist nicht zu leugnen, dass sich die Bauernschaft hier bemüht zeigt die Landbevölkerung mit sich zu solidarisieren. Dennoch sollte bedacht werden, dass dies wohl eher mit der Intention geschah die eigene Position zu stärken, und weniger mit dem Hintergedanken einer Verbrüderung mit der Arbeiterklasse. Die Kernaussage der beiden genannten Schriftstücke ist abgesehen davon nahezu identisch. Es gilt die Bevölkerung oder ihre Vertreter von der Aufrichtigkeit und Legitimität der Bauernschaft zu überzeugen. Dies geschieht primär durch den Verweis auf die christliche Lehre. Das „Göttliche Recht“ wird als einziges legitimes Urteilsmittel angesehen „[…] der arm als wol der rich.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel klärt die Problematik der Begriffsfindung und definiert den Arbeitsrahmen, während es gleichzeitig die zentrale Forschungsfrage nach der Organisation der Aufstände einleitet.

2. Struktur und Organisation der Bauernaufstände: Hier werden die Forschungsgeschichte kritisch beleuchtet, regionale und überregionale Organisationsansätze der Bauernhaufen analysiert sowie die Bedeutung der „Christlichen Vereinigung“ und der „Zwölf Artikel“ diskutiert.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Aufstände überwiegend lokale Phänomene waren, wobei die „Christliche Vereinigung“ eine Ausnahme hinsichtlich ihrer überregionalen, programmatischen Ausrichtung darstellte.

4. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dokumentation der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

5. Auswahlbibliographie: Ergänzende Literaturhinweise zur weiteren Vertiefung des Themas.

Schlüsselwörter

Bauernaufstände, Bauernkrieg, 1524-1526, Frühbürgerliche Revolution, Zwölf Artikel, Göttliches Recht, Organisation, Struktur, Oberschwaben, Reformation, Christliche Vereinigung, Soziale Bewegung, Agrargeschichte, Sebastian Lotzer, Regionale Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die Bauernaufstände von 1524 bis 1526 als einheitliche, überregional organisierte Bewegung zu betrachten sind oder ob es sich lediglich um eine Ansammlung lokal bedingter Einzelereignisse handelte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Forschungsgeschichte, die Untersuchung von Organisationsstrukturen der Bauernhaufen sowie die programmatische Analyse der „Zwölf Artikel“.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, von der rein regionalen Betrachtungsweise abzurücken und die Frage nach überregionalen Organisationsformen der Bauernschaft wissenschaftlich fundiert zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenbasierte Analyse durchgeführt, bei der ein dreiteiliges Quellenensemble mit der Forschungsliteratur abgeglichen wird, um die historischen Strukturen und Intentionen der Aufständischen zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historiographische Aufarbeitung der BRD- und DDR-Perspektiven, die Analyse der Organisationsansätze in verschiedenen Regionen sowie eine detaillierte Untersuchung der „Christlichen Vereinigung“ in Oberschwaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bauernaufstände, Zwölf Artikel, Göttliches Recht, Organisationsstruktur, frühbürgerliche Revolution und lokale versus überregionale Identitätsbildung.

Warum wird die „Christliche Vereinigung“ in Oberschwaben als Ausnahme hervorgehoben?

Sie gilt als Ausnahme, da sie im Gegensatz zu vielen anderen losen Verbänden ein explizites ideologisch-programmatisches Manifest in Form der „Zwölf Artikel“ entwickelte und damit eine überregionale Reichweite erzielte.

Welche Rolle spielte das „Göttliche Recht“ in der Argumentation der Bauern?

Das „Göttliche Recht“ diente als zentrales, legitimierendes Urteilsmittel, das soziale Unterschiede relativierte („der arm als wol der rich“) und als verbindendes Element für die Forderungen der verschiedenen Bauernhaufen fungierte.

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Details

Titel
Die Bauernaufstände 1524-1526: Lokal bedingte Einzelereignisse oder überregional strukturierte Erhebungen?
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Bachelor of Education Lukas Kroll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V208478
ISBN (eBook)
9783656359067
ISBN (Buch)
9783656359692
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bauernaufstände lokal einzelereignisse erhebungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Education Lukas Kroll (Autor:in), 2012, Die Bauernaufstände 1524-1526: Lokal bedingte Einzelereignisse oder überregional strukturierte Erhebungen? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208478
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Leseprobe aus  19  Seiten
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