Unter den Zeiten des Nationalsozialismus sind die Erziehung und die Schule streng im Sinne der NS-Ideologie durchorganisiert. Außerhalb der Schule ist es nur schwer möglich, sich dem nationalsozialistischen Bann zu entziehen. Seit 1933 wird unte dem NS-Regime ein regelrechter "Jugendkult" entwickelt. Neben der Schule und den NS-Bildungseinrichtungen sollen die Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit in der Hitlerjugend, dem Bund deutscher Mädel und anderen Verbänden im Rahmen der NS-Ideologie zu vorbildlichen Gefolgsleuten Hitlers geformt werden.
Wie das nationalsozialistische Erziehungssystem genauer ausschaut, werde ich im folgenden Kapitel zur besseren Einordnung kurz erläutern, um sodann genauer bezüglich des NS-Unterrichtsstoffes auf einen Auszug aus einem bSchulgeschichtsbuch einzugehen. Anschließend werde ich zum besseren Verständnis auf die Ursprünge einiger Ideologien eingehen, welche später von den Nationalsozialisten radikalisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. DAS ERZIEHUNGSSYSTEM IM NATIONALSOZIALISMUS
III. HAUPTTEIL
III.1. Formales zum Text
III.2. Interpretation.
IV. IDEOLOGISCHE URSPRÜNGE
V. SCHLUSS
VI. LITERATURANGABEN
VI.1. READER: Primärtext
VI.2. READER: weitere Texte
VI.3. Sekundärliteratur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Indoktrination im Schulwesen und die propagandistische Natur der Erziehung während der Zeit des Nationalsozialismus, wobei ein historisches Schulgeschichtsbuch als zentrale Quelle für die ideologische Formung der Jugend dient.
- Analyse des NS-Erziehungssystems und dessen totalitärer Struktur.
- Untersuchung der propagandistischen Inhalte in historischen Schulbüchern.
- Darstellung der ideologischen Kernbegriffe wie Volksgemeinschaft, Rasse und Blut und Boden.
- Herleitung der ideologischen Ursprünge und deren Radikalisierung seit dem 19. Jahrhundert.
- Kritische Reflexion der Rolle von Kunst und Kultur als Mittel der NS-Propaganda.
Auszug aus dem Buch
III.2. Interpretation.
Im ersten Abschnitt wird der Nationalismus direkt als „[…] das wahre Widerspiel des Liberalismus“ (Auszug) eingeführt. Durch den Begriff des Wahren legitimiert sich die NS-Diktatur aus eigenen Mitteln heraus. Die Aussage bekräftigt, dass die NS-Politik sich gegen die vormals gerichtete demokratische Führung während der Weimarer Republik richtet. Dazu muss bemerkt werden, dass die Nationalsozialisten Begriffe wie Liberalismus, Bolschewismus, Marxismus, Kapitalismus, Judentum und Kommunismus als Synonyme für alles Fremde benutzen, welches niemals in Einklang mit der NS-Philosophie zu bringen ist. Für den letzteren Begriff bringe ich ein Beispiel hervor: „Daß weiter auch noch ein Teil kommunistischer Ideologen glaubt, das Rad der Geschichte zurückzudrehen zu müssen und sich dabei eines Untermenschentums bedient […] mit dem Ausleben verbrecherischer Instinkte“.
Alle andersdenkenden Menschen, welche sich außerhalb der NS-Ideologien bewegen, werden als minderwertig und kriminell angesehen. Zudem bietet der Liberalismus, wie er in der Demokratie zustande gekommen ist nichts weiter als Fehlentwicklungen, welche man einfach als krankhaft und fremd herabstufen soll. „Straffste autoritäre Staatsführung. [und] Beseitigung des Krebsschadens der Demokratie!“. Das Widerspiel des Nationalsozialismus ist damit identifiziert, indem es zur Beseitigung unter der schärfsten totalitären Führung die verschuldeten krankhaften Ausmaße durch die Demokratie wieder abschafft. Dieses Vorhaben kann nur gelingen, wenn man nicht mehr wie zuvor „[…] vom Einzelnen, sondern vom Ganzen […] nicht von Ich , sondern vom Wir.“ (Auszug) ausgeht.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die totale Durchdringung von Schule und Freizeit durch die NS-Ideologie und führt in die Analyse des verwendeten Schulgeschichtsbuchs sowie der ideologischen Ursprünge ein.
II. DAS ERZIEHUNGSSYSTEM IM NATIONALSOZIALISMUS: Dieses Kapitel beschreibt, wie Erziehung zum Instrument der totalitären Machtausübung umgeformt wurde, um den Einzelnen zugunsten eines neuen Menschentypus zu entmündigen.
III. HAUPTTEIL: Der Hauptteil untersucht formal und inhaltlich, wie Schultexte als Propagandaliteratur funktionierten und analysiert die zentralen Begriffe der NS-Ideologie, wie Volksgemeinschaft, Rasse und Blut und Boden.
IV. IDEOLOGISCHE URSPRÜNGE: Dieses Kapitel verfolgt die historischen Wurzeln der im NS-Regime radikalisierten Ideen zurück bis in das 19. Jahrhundert, insbesondere im Kontext nationaler Identitätssuche.
V. SCHLUSS: Das Fazit stellt fest, dass Schule und Erziehung im NS-System unzertrennlich verbunden waren und die Ideologisierung durch Propaganda eine der zentralen Stützen der Diktatur bildete.
VI. LITERATURANGABEN: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen aus dem Reader sowie die herangezogene Sekundärliteratur auf.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Erziehungssystem, NS-Ideologie, Propaganda, Volksgemeinschaft, Rassenbiologie, Liberalismus, Blut und Boden, Totalitarismus, Schulgeschichtsbuch, Indoktrination, Antisemitismus, Ahnenkult, deutsche Geschichte, Kollektivismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die methodische und inhaltliche Ausgestaltung der Erziehung und Schulbildung im Nationalsozialismus anhand der Analyse eines historischen Schulgeschichtsbuchs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören die propagandistische Instrumentalisierung von Schule und Kultur, der Ausschluss von Minderheiten sowie die ideologische Konstruktion von Konzepten wie der Volksgemeinschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie das NS-Regime durch ideologisch gefärbte Schulstoffe und eine totalitäre Pädagogik die Jugend im Sinne des Staates formte und den Individualitätsbegriff aufhob.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Textanalyse, um die propagandistische Rhetorik des Schulbuchauszugs in den historischen und ideologischen Kontext des Nationalsozialismus einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der formale Aufbau der Propagandatexte sowie deren inhaltliche Interpretation – etwa in Bezug auf Rassenideologie, das Bauerntum und die Rolle der Kunst – analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Nationalsozialismus, Volksgemeinschaft, Rassenbiologie, Erziehungssystem, Propaganda, Indoktrination und Blut-und-Boden-Ideologie.
Warum wurde ausgerechnet ein Schulgeschichtsbuch als Quelle gewählt?
Es dient als exemplarisches Dokument für die gezielte Formung der Jugend und verdeutlicht die methodische Umsetzung der NS-Ideologie in Bildungsmedien der damaligen Zeit.
Welche Rolle spielt der „Liberalismus“ in der Untersuchung?
Die Arbeit zeigt auf, dass der Nationalsozialismus den Liberalismus als ideologischen Gegenentwurf definierte, um diesen pauschal als zersetzend und krankhaft abzuwerten.
Wie verhält sich die Kunst zur NS-Ideologie laut der Arbeit?
Die Arbeit zeigt, dass Kunst nicht als freies Ausdrucksmittel, sondern als Mittel zur Stiftung der Volksgemeinschaft und zur Förderung „völkischer Werte“ instrumentalisiert wurde.
- Arbeit zitieren
- Marc Hoffmann (Autor:in), 2012, Schule und Erziehung im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208524