Das 16. Jahrhundert: Zeit, Einflüsse, Genres und Vertreter


Referat (Ausarbeitung), 2011
5 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung:

1. Zeit

2. Einflüsse

3. Genres und Vertreter

1. Zeit

Durch die „Dunkelmännerbriefe“, eine Satire auf die spätscholastisch ausgebildeten Theologen, wurde die allgemeine Unzufriedenheit und Erbitterung verstärkt. Dadurch waren die kämpferischen Kräfte bereits mobilisiert als Martin Luther 1517 seine Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug. So kam es zu einer schnellen Verbreitung von Luthers Lehren und einer starken Parteinahme für ihn. Bei einem Streitgespräch Luthers mit dem Theologieprofessor Johann Eck 1519 kam es zum Bruch mit der katholischen Kirche. Auf dem Reichstag zu Worms 1521, auf dem er sich weigerte zu widerrufen, wurde Luther mit der Reichsacht belegt.

Die Bauern wurden in dieser Zeit in steigendem Maße mit Abgaben und Frondiensten an Adel und Kirche belastet. 1525 entluden sie ihren Unmut im sogenannten Großen Bauernkrieg, der Schwaben, Franken und Thüringen erfasste. Die Bauern beriefen sich hier auf das Naturrecht der Gleichheit aller Menschen und auf Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, welche aber nicht auf politische Veränderungen abzielt, sondern ausschließlich die Gleichheit aller Christen vor Gott meint. Luther erkante viele der Forderungen der Bauern an, war aber gegen die Aufhebung der ständischen Ordnung und gegen Gewalt.

Die Reformation Luthers wurde zur politischen Bewegung: Die protestantische Fürsten in Norddeutschland schlossen sich 1531 zum Schmalkaldischen Bund zusammen und viele der protestantischen Reichsstädte traten bei. Sie unterlagen zwar im Schmalkaldischen Krieg, doch der Augsburger Religionsfriede von 1555 sicherte den Landesherren das Recht, über die Konfession ihrer Untertanen zu bestimmen.

Die Unzufriedenheit mit der katholischen Kirche am Anfang des 16. Jahrhunderts führte zur Gründung vieler neuer Glaubensgemeinschaften. Die Spaltung durch diesen Kirchenpluralismus hatten weder Luther noch die anderen Hauptreformatoren (Zwingli und Calvin) gewollt. Sie wollten lediglich eine Rückbesinnung auf das Urchristentum. Erst unter dem Druck der Ereignisse schufen sie ihre eigenen kirchlichen Strukturen und theologischen Systeme. So führte Luther schon 1522 den deutschsprachigen Gottesdienst ein. Durch diese Abkehr der Lutheraner und anderer Reformbewegungen wurde auf dem Konzil von Trient (1545 – 1563) eine Erneuerung beschlossen: Die Abgrenzung zum Protestantismus wurde klar definiert, eine Reformation des Priestertums initiiert und der Missbrauch von Pfründen und Ablass beseitigt. Außerdem wurde der Jesuitenorden gegründet, der humanistische Bildungsideen aufgriff und als Speerspitze der Gegenreformation erheblichen Einfluss in Europa gewann.

2. Einflüsse

Die Literatur des 16. Jahrhunderts wird in den europäischen Ländern verschieden bezeichnet: In Italien „Silbernes Zeitalter“, in Spanien „siglo de oro“, in Frankreich und England „Renaissanceliteratur“, in Polen „Goldenes Zeitalter“ und schließlich in Deutschland: Das Jahrhundert der humanistischen, neulateinischen und der vom Glaubensstreit geprägten Literatur.

In der Forschung ist häufig verbreitet, dass die Literatur des 16. Jahrhunderts stark abhängig von ihren Vorläufern war. Wolfgang Stammler behauptet sogar, im 16. Jahrhundert habe es eine Zeit der „Lutherischen Pause“ gegeben, in der keine Literatur stattgefunden habe, gefolgt von einer Zeit des „künstlerischen Anstiegs“. Doch er sieht dies wohl zu sehr aus der Sicht des Barock.

Die Literatur des 16. Jahrhunderts stand tatsächlich sehr unter dem Einfluss des Humanismus, der seine Wurzeln wirklich eher im vorhergehenden Jahrhundert hatte. Die Humanisten schrieben zwar fast nur Latein, aber ihre Werke waren für die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur von größter Bedeutung, denn sie wandten sich langsam der nationalen Geschichte zu und wurden damit Förderer eines deutschen Nationalgefühls. Durch zunehmendes volkspädagogisches Interesse und Anpassung an die Gesetze des Marktes gab es immer mehr Übersetzungen und auch weniger anspruchsvolle Lektüre auf deutsch. Es gab aber, wie es in anderen Staaten der Fall war, kein nationales Hochgefühl und damit auch kein Bedürfnis, einem solchen Gefühl literarischen Ausdruck zu verleihen, bzw. sich auf einen Wettbewerb mit den Nachbarliteraturen einzulassen. Der Fürstenhof bestimmte jetzt nicht mehr die literarische Produktion, wie in den Jahrhunderten davor. Bürgerliche Helden und bürgerliches Leben rückten in die Literatur ein: Die erste größere Prosaerzählung in der ausschließlich bürgerliche Helden agieren ist „Von guten und bösen Nachbarn“ von Georg Wickram aus der Mitte der 1560er Jahre.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Das 16. Jahrhundert: Zeit, Einflüsse, Genres und Vertreter
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Einführung in die Literatur der Frühen Neuzeit
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V208567
ISBN (eBook)
9783656359326
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jahrhundert, zeit, einflüsse, genres, vertreter
Arbeit zitieren
Svenja Gerbendorf (Autor), 2011, Das 16. Jahrhundert: Zeit, Einflüsse, Genres und Vertreter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208567

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