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Die Selbstverbrennung des Oskar Brüsewitz

Titel: Die Selbstverbrennung des Oskar Brüsewitz

Hausarbeit , 2008 , 24 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Karina Kanwischer (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden werden zunächst die Hintergründe und näheren Umstände zur Tat beschrieben. Daran schließt die Darstellung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in der DDR an. Im weiteren Verlauf sollen die unterschiedlichen Reaktionen von Staat und Kirche der DDR aufgezeigt werden. Es folgt die Darstellung des Zusammenspiels von Staat und Kirche bezüglich der Beisetzung Brüsewitz'. In Kapitel 9 befasse ich mich mit der Gründungsidee des Brüsewitz-Zentrums und den damit zusammenhängenden Problemen. Daran schließt das Fazit an. Abschließen möchte ich meine Hausarbeit mit der Frage, ob die Definition des Begriffs „Märtyrer“ auf Oskar Brüsewitz zutrifft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

1.1 Struktur der Arbeit

1.2 Erläuterung der Primärliteratur

1.3 Kurze allgemeine Erläuterung zur Arbeit

2. Zur Person Oskar Brüsewitz'

3. Hintergründe und nähere Umstände zur Tat

3.1 Beschreibung des Tathergangs

3.2 Die Motivation zur Tat

3.3 Brüsewitz' politische Botschaft

3.4 Brüsewitz' Anliegen an die Kirche

4. Darstellung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in der DDR

4.1 Willi Barths 5-Punkte-Maßnahmeplan

4.2 Verständigung zwischen Staat und Kirche

5. Vertiefung des Konflikts zwischen Staat und Kirche

5.1 Der Zeitungsartikel im Neuen Deutschland

5.2 Der Grund des Streits

5.3 Öffentliche Stellungnahme der Kirchenleitung

6. Reaktion der Kirche auf den Selbstverbrennungsversuch

6.1 Öffentliche Stellungnahme der evangelischen Kirche zu dem Fall

6.2 Situation der Kirche

6.3 Theologische Begründung der Tat

6.4 Stellungnahme Propst Friedrich-Wilhelm Bäumers als Vertreter der Kirche

6.5 Rückblick Bäumers

6.6 Haltung der katholischen Kirche zu dem Fall Brüsewitz

7. Reaktion des Staates

7.1 Charakterisierung Brüsewitz' von staatlicher Seite

7.2 Einflussnahme des Staatssekretärs Seigewasser auf die Kirche

7.3 Erstmeldungen an die Öffentlichkeit

8. Die Beerdigung Oskar Brüsewitz'

8.1 Gemeinsame Planung von Staat und Kirche

8.2 Ängste des Staates

8.3 Der äußere Rahmen des Gottesdienstes

8.4 Der Trauergottesdienst

9. Brüsewitz-Zentrum

9.1 Gründungsidee

9.2 Reaktionen der DDR-Kirche auf die Gründung des Brüsewitz-Zentrums

9.3 Die Durchsetzung

10. Fazit

11. Die Frage nach dem Martyrium

11.1 Was gemeinhin unter einem Märtyrer im christlichen Sinn verstanden wird

11.2 Oskar Brüsewitz ein Märtyrer?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe, den Ablauf und die weitreichenden Reaktionen von Staat und Kirche in der DDR auf die öffentliche Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz im Jahr 1976. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen der kirchlichen Eigenständigkeit und der staatlichen Kontrolle entwickelte und ob die Bezeichnung „Märtyrer“ auf das Handeln Brüsewitz' zutrifft.

  • Analyse des Protests von Oskar Brüsewitz gegen das SED-Regime und die Passivität der Kirche
  • Untersuchung des staatlichen Krisenmanagements und des Versuchs einer Mediensperre
  • Bewertung der kirchlichen Reaktionen, insbesondere der Distanzierungsversuche und theologischen Deutungen
  • Diskussion der Beerdigung als politisches Machtinstrument zwischen Staat und Kirche
  • Ethisch-theologische Auseinandersetzung mit der Definition des Martyriums in der DDR-Geschichte

Auszug aus dem Buch

3.1 Beschreibung des Tathergangs

Die öffentliche Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz ereignet sich am 18. August 1976 am Vormittag in der Fußgängerzone von Zeitz. Nachdem er einer Nachbarin zwei verschlossene Briefumschläge gegeben hat, mit der Bitte, sie möge diese nach Ablauf einer halben Stunde seiner Tochter überreichen (es handelt sich hierbei um Abschiedsbriefe an seine Familie und seinen Kirchenkreis), fährt er in die belebte Zeitzer Fußgängerzone. Mit seinem Talar bekleidet, stellt Brüsewitz zwei selbstangefertigte Transparente auf dem Dachgepäckträger seines Autos auf, übergießt sich mit Benzin, das er in einer 20-Liter-Milchkanne mitgebracht hat und zündet sich schließlich mit einem Streichholz an. Brüsewitz, der in drei bis vier Meter hohen Flammen steht, rennt in Richtung der nahe gelegenen Superintendantur, wird jedoch von einem NVA-Soldaten, der ihm ein Bein stellt, aufgehalten. Ein CDU-Funktionär berichtet später von der bemerkenswerten Tatsache, dass Brüsewitz trotz schwerster Verbrennungen den Weg zum inzwischen eingetroffenen Krankenwagen eigenständig zurückgelegt habe.

300 Menschen werden „Zeugen des Zeichens [...], das der Pfarrer Oskar Brüsewitz hatte setzen wollen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Thematik der Arbeit, die Vorstellung der Primärliteratur sowie eine Erläuterung der methodischen Abgrenzung der Arbeit.

2. Zur Person Oskar Brüsewitz': Biografie von Oskar Brüsewitz, sein Werdegang zum Pfarrer und seine zunehmende Konfliktsituation mit staatlichen Instanzen in der DDR.

3. Hintergründe und nähere Umstände zur Tat: Analyse des Tathergangs, der individuellen Motive des Pfarrers sowie seiner politischen und kirchenkritischen Botschaften.

4. Darstellung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in der DDR: Untersuchung des staatlichen Maßnahmeplans zur Kontrolle der kirchlichen Reaktionen und die beginnende politische Verständigung zwischen beiden Institutionen.

5. Vertiefung des Konflikts zwischen Staat und Kirche: Analyse der medialen Auseinandersetzung, insbesondere durch den diffamierenden Artikel im Neuen Deutschland und die darauffolgenden Reaktionen der Kirchenleitung.

6. Reaktion der Kirche auf den Selbstverbrennungsversuch: Darstellung der internen und externen kirchlichen Reaktionen, der theologischen Deutungsversuche und der Positionierung der Kirchenvertreter.

7. Reaktion des Staates: Erörterung der staatlichen Strategien zur Charakterisierung des Falls als „Kurzschlussreaktion“ und die Einflussnahme auf kirchliche Gremien.

8. Die Beerdigung Oskar Brüsewitz': Schilderung der Spannungen bei der Planung der Beisetzung, der Ängste der Staatsführung vor der Öffentlichkeit und dem Verlauf des Trauergottesdienstes.

9. Brüsewitz-Zentrum: Dokumentation der Gründungsidee für ein Gedenkzentrum und die kontroversen Reaktionen der Kirchenleitung auf die Instrumentalisierung des Namens.

10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der schwierigen Lage der Christen in der DDR und der symbolischen Bedeutung der Tat Brüsewitz' als Signal gegen die Diskriminierung.

11. Die Frage nach dem Martyrium: Auseinandersetzung mit dem theologischen Begriff des Märtyrers und der Einordnung der Tat von Oskar Brüsewitz als „Grenzfall“.

Schlüsselwörter

Oskar Brüsewitz, DDR, Staat und Kirche, Selbstverbrennung, SED, Kirchenleitung, Martyrium, Religionsfreiheit, Politikum, Stasi, Zeitz, politischer Widerstand, DDR-Presse, Theologie, Gedenkkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die öffentlichen Reaktionen auf die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz im Jahr 1976 und die daraus resultierenden Spannungen zwischen der DDR-Staatsführung und der evangelischen Kirche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen das Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR, die Mechanismen staatlicher Repression, die kirchliche Krisenkommunikation sowie die ethische Einordnung von Brüsewitz' Tat als politisches Zeichen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der kirchlichen Unabhängigkeit und dem staatlichen Druck aufzuzeigen und die Frage zu klären, inwiefern die Tat Brüsewitz' als Martyrium verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse von Primärliteratur, darunter Stasi-Dokumente, kirchliche Stellungnahmen und zeitgenössische Zeitungsberichte.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Hintergründen der Tat, den Versuchen der SED, die kirchlichen Reaktionen zu lenken, der Beerdigung als Konfliktfeld sowie der späteren Gründung des Brüsewitz-Zentrums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Oskar Brüsewitz, DDR, Kirche-Staat-Verhältnis, Selbstverbrennung, politische Repression, Martyrium und christlicher Widerstand.

Wie reagierte der Staat konkret auf die Selbstverbrennung?

Der Staat versuchte, das Ereignis als „Kurzschlussreaktion“ eines „Geisteskranken“ darzustellen, um die politische Tragweite zu verschleiern und die Kirchenleitung zu einer Distanzierung zu zwingen.

Warum ist die Beerdigung von Oskar Brüsewitz für die Arbeit so wichtig?

Die Beerdigung diente als Brennpunkt der Machtkonflikte, da der Staat versuchte, die Öffentlichkeit und die Westpresse auszuschließen, während die Kirche versuchte, eine würdevolle, aber dennoch nicht eskalierende Form des Abschieds zu finden.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Selbstverbrennung des Oskar Brüsewitz
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
2,3
Autor
Karina Kanwischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V208570
ISBN (eBook)
9783656361695
ISBN (Buch)
9783656362432
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbstverbrennung oskar brüsewitz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karina Kanwischer (Autor:in), 2008, Die Selbstverbrennung des Oskar Brüsewitz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208570
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Leseprobe aus  24  Seiten
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