Wie Teamarbeit in Bildungseinrichtungen gelingen kann

Eine Falldarstellung am Beispiel einer BaE - kooperativ


Hausarbeit, 2012
24 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundüberlegungen
2.1.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1.1 Begriff der Gruppe
2.1.1.2 Begriff des Teams
2.1.1.3 Gruppenstruktur und Gruppenprozeß
2.1.1.4 Wie sich Gruppen entwickeln
2.1.1.5 BAE im kooperativen Modell

3 Arbeiten im Team
3.1 Wann ist Teamarbeit sinnvoll?
3.1.1 Teamarten
3.2 Welche Faktoren fördern oder behindern die Entwicklung von Teams?
3.3 Welche Möglichkeiten hat die Führungskraft um Einfluß zu nehmen?
3.4 Die 5 Krankheiten eines Teams erkennen?
3.5 Wichtige Einstellungen und Regeln für Teams
3.6 Teamphasen erkennen
3.7 Teamdiagnose
3.8 Weiterentwicklung des Teams

4.0 Fazit

II Literaturliste

III Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

Die Arbeitswelt ändert sich stetig Darum wird die Idee Arbeiten in einem Team zu erledigen immer wichtiger Problemlösungen, Projektarbeiten und sogar die Unternehmensführung läßt die Bedeutung von Teams immer größer werden.

Liest man heute Stellenausschreibungen dann steht häufig in den Anforderungen an den Bewerber, daß Teamfähigkeit als persönliche Voraussetzung zwingend erforderlich ist Dies gilt in besonderem Maße für die sozialen Berufe Teamarbeit wurde in den letzten Jahren in den meisten Unternehmen zu einem bevorzugten Arbeitsstil.

Der Trainer eine Fußballclubs sagte sinngemäß: „Ich glaube daran, daß die beste Elf auf dem Platz stehen muß, nicht die besten Elf.“ Gute Teams benötigen Know-How, jedoch auch wie im Sport ein gutes und möglichst störungsfreies Zusammenspiel Professioneller Umgang mit problembehafteter Kommunikation und anderen Störungen tragen dazu bei.

Spezifischer lautet die Fragestellung:

Ist die Teamarbeit für alle Arbeitskontexte in einer „BaE im kooperativen Modell“ wirklich sinnvoll?

Hypothese:

Teamarbeit als Allheilmittel wird überbewertet, wenn nicht bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind Sind diese erfüllt erweist sich Teamarbeit traditionellen Arbeitsgruppen überlegen Allerdings eignet Teamarbeit sich nur für bestimmte Arbeitskontexte und nicht für alle.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es am Beispiel einer „BaE – kooperativ“ folgende Fragen zu beantworten:

- Wann ist Teamarbeit sinnvoll?
- Welche Faktoren fördern oder behindern die Entwicklung von Teams?
- Welche Möglichkeiten hat die Führungskraft um Einfluß zu nehmen?
- Die 5 Krankheiten eines Teams zu erkennen?
- Welche Einstellungen und Regeln sind für die Zusammenarbeit eines Teams wichtig?
- Teamphasen erkennen
- Eine Teamdiagnose durchzuführen und auszuwerten
- Wie soll das Team weiter entwickelt werden, und was können möglich Schritte dafür sein?

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Grundüberlegungen

Bevor näher auf die Aspekte der Teamarbeit in eingegangen wird, sollten die Begriffe Gruppe und Team detaillierter beschrieben werden, und vor diesem Hintergrund die Bildung von Gruppen und Teams in Organisationen beschrieben werden.

2.1.1 Begriffsbestimmungen

2.1.1.1 Begriff der „Gruppe“

„Gruppen (Gruppenarten) Je nach Schwerpunktbetonung und Anwendungsbereich werden in der Sozialpsychologie und der Soziologie Gruppenarten unterschieden, deren Vielfalt sich jedoch kaum in ein abgeschlossenes Gesamtsystem bringen läßt Häufig sind Gegensatzpaare gebildet, innerhalb welcher ein strenges Anschlußverhältnis nicht immer postuliert ist und die sich vom Geltungsbereich her wechselseitig durchdringen Dem Vorschlag von Kruse folgend kann man die Arten nach Kriterien der Morphologie der Gruppen gliedern: Größe: Kleingruppe (2 = Dyade bis 9, höchstens 30 Mitglieder) – Großgruppe Interpersonale Beziehungen: Primär- und Sekundärgruppe (Cooley 1909), wobei „primär“ auf die erste Gewinnung sozialer Erfahrung bezogen ist (zentrales Beispiel: Familie) Biologische, psychologische und nomologische Gruppen (Lersch, 1965), wobei die Beziehungen entsprechend durch Geburt, Spontaneität, Aktualität und vorgegebene Regeln charakterisiert sind Grad der Formalisierung und Organisation: Formelle und informelle Gruppen mit den Unterscheidungsschwerpunkten Zustandekommen (gezwungen – freiwillig) und Art der Bindung (unpersönlich – persönlich) Davon abhebbar: Organisierte und unorganisierte Gruppen Funktionen der Gruppen lassen sich der Zweitteilung sozial-emotionale und aufgabenorientierte Zielsetzungen zuordnen (Freizeitgruppe – Arbeitsgruppe) Eine besondere Form der aufgabenorientierten Gruppe ist die leistungsorientierte Gruppe (Scharmann, 1972), die nicht etwa bloß Sozialaggregate des Suchens und Bestimmens (Hofstätter, 1957) verkörpert, sondern ein gewisses Ausmaß an sozio-emotionaler Orientiertheit besitzt Experimentelle – natürliche Gruppen Temporäre – überdauernde Gruppen Die Einteilung läßt sich fortsetzen mit relationalen Gruppenkonzepten: Ingroup – outgroup (Sumner 1906, dt Eigen- oder Wir- und Fremd- oder Die-Gruppen, wichtig zur Erklärung der Entstehung von Einstellungen, Eigen- und Fremdbild u a m Schließlich membership-group – reference-group (dt Mitgliedschafts- und Bezugsgruppen) Sie lassen sich dann zur Deckung bringen, wenn faktische oder nominelle Mitgliedschaft in einer bestimmten Gruppe und Identifizierung mit deren Norm- und Wertvorstellungen gekoppelt sind, wobei es sich häufig, aber nicht notwendigerweise um eine face-to-face-group handelt.“ H.-P Trolldenier (Arnold, Wilhelm; Eysenck, Hans Jürgen; Meili, Richard (1996), Lexikon der Psychologie Band 1 - 3, Bechtermünz, Augsburg, S 816 u 817.).

Hofstätter (1971) schreibt in seiner vielbeachteten Arbeit, daß im Wortverständnis vieler Laien die Gruppe gleichbedeutend mit der Mehrzahl von Menschen, dem „Mensch im Plural“ sei Allerdings hob Hofstätter „Familie“, „Menge“, „Klasse“, „Masse“ und „Verband“ von der „Gruppe“ ab Bei der Planung sozialpsychologischer Analysen ist es deshalb wichtig, nach den Besonderheiten des Gruppenkonzepts zu fragen, um nicht in die Gefahr zu geraten, für soziale oder formale Gebilde, für die das Wort Gruppe verwendet wird, fälschlicherweise die sozialpsychologischen Kategorien zur Analyse zu gebrauchen, die sehr viel spezifischer entwickelt und verwendet wurden Es kommt darauf an, hier neben dem Plural von Personen die Möglichkeit zur unmittelbaren Interaktion zu betrachten Dies wird in der Definition von Homan (1969, S: 29) deutlich: „Unter einer Gruppe verstehen wir eine Reihe von Personen, die in einer Zeitspanne häufig miteinander Umgang haben und deren Anzahl so gering ist, daß jede Person mit allen anderen Personen in Verbindung treten kann, und zwar nicht über andere Menschen, sondern von Angesicht zu Angesicht.“

Gemeinsamkeiten werden in dieser Definition nicht genannt Personen, die vor einem geschlossenen Kaufhaus auf die Öffnung warten, und sich unterhalten, fallen nicht unter diese Bestimmung.

Sherif und Sherif (1969) schlagen folgende Definition vor: „Eine Gruppe ist eine soziale Einheit, eine Anzahl von Individuen, die in Rollen-Statusbeziehungen zueinander stehen, welche über eine bestimmte Zeitspanne stabil sind Die Individuen besitzen einen gemeinsamen Satz von Werten und Normen, der ihr Verhalten steuert – zumindest in für die Gruppe bedeutsamen Bereichen.“ Nachfolgend werden in diesem Sinne die für eine Gruppe wesentlichen Definitionsbestandteile aufgeführt:

- „Mehrzahl von Personen in
- direkter Interaktion über eine
- längere Zeitspanne bei
- Rollendifferenzierung und
- Gemeinsamen Normen, Werten und Zielen, verbunden durch
- Wir-Gefühl.“
(vgl u s von Rosenstiel, Lutz; Nerdinger, Friedemann W., (2011) Grundlagen der Organisationspsychologie, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 7 Auflage, S 283.)

2.1.1.2 Begriff des „Teams“

Beim Wort „Team“ handelt es sich um einen Anglizismus Im englischen steht er u a für „Gespann“, im altenglischen steht „Téa-m“ auch für „Familie, Stamm, Bande, Gebären und Nachkommenschaft“ (vgl Handwörterbuch „Englisch“ (2000), Langenscheidts Handwörterbuch „Englisch“, Langenscheidt, Berlin, S 655 und Köbler, Gerhard (2003), Altenglisches Wörterbuch, [http://homepage.uibk.ac.at/~c30310/aewbhinw.html] Abruf: 31.07.2012.)

Die meisten Menschen kennen den Begriff des Teams aus dem Sport Ein Vergleich zwischen Profisport und dem Leben in einer Firma zeigt jedoch schnell eine große Diskrepanz auf Denn im Profisport konkurrieren mögliche Teammitglieder um den Platz in der Mannschaft auf dem Spielfeld Trotz des gleichen Trikots muß der Profi in jedem Spiel unter Beweis stellen, daß seine Aufstellung gerechtfertigt war Im Sport handelt es sich also klar um einen Wettbewerb.

Das bedeutet natürlich nicht, daß es zwischen Teammitgliedern in einem Unternehmen keinen Wettbewerb gäbe, allerdings wirkt dies dem Konzept eines Teams entgegen.

Nach Kauffeld (2001) ist auch ein Team eine Gruppe, jedoch nicht jede Gruppe ein Team Der Begriff des Teams wird grundsätzlich positiver bewertet als der einer Gruppe Unter einem Team wird deshalb insbesondere eine besonders „gut eingespielte Gruppe“ bezeichnet Kennzeichnend für ein Team sind eine gute Kooperation, geringe hierarchische Binnenstruktur und eine intensive Bindung der Teammitglieder an ein gemeinsames Ziel (vgl von Rosenstiel, Lutz; Nerdinger, Friedemann W., (2011) Grundlagen der Organisationspsychologie, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 7 Auflage, S 283.)

Auch Brounstein (2009) betont die mit dem Begriff des Teams verbundenen positiven Assoziationen Seiner Auffassung nach ist ein Team eine Gruppe von Menschen, die zusammengebracht wurde, um in Zusammenarbeit und mit geteilter Verantwortung ein gemeinsames Ziel zu erreichen (vgl Brounstein, Marty (2009), Gute Teamarbeit für Dummies, WILEY-VCH, Weinheim, S 14.)

Brounstein (2009) leitet aus dieser Definition drei wesentliche Faktoren ab, nach denen sich ein Team definiert:

1 „Zusammenarbeit der Teammitglieder: Hand in Hand arbeitet eine Gruppe zusammen
2 Gemeinsames Gesamtziel: Teammitglieder arbeiten gemeinsam daran, das gleich Endergebnis zu erzielen
3 Geteilte Verantwortung: Das bedeutet, daß jedes Teammitglied gleichermaßen dafür verantwortlich ist, das Ziel des Teams zu erreichen.“
(vgl u s Brounstein, Marty (2009), Gute Teamarbeit für Dummies, WILEY-VCH, Weinheim, S 14.)

2.1.1.3 Gruppenstruktur und Gruppenprozeß

Gruppenstruktur und Gruppenprozeß werden oft einander gegenübergestellt, so als ob sie voneinander unabhängig wären: getrennt in eine statische und eine dynamische Komponente der Gruppe Sie sind jedoch gegenseitig stark miteinander verwoben, so daß es angemessen ist an dieser Stelle von zwei Aspekten bei der Ansicht des gleichen Gegenstandes zu sprechen.

Bei der vorhergehenden Begriffsbeschreibung der Gruppe war bereits davon ausgegangen worden, daß die Rollenunterscheidung zu ihren Bestimmungsmerkmalen gehört Menschen die sich in Gruppen zusammenschließen, organisieren sich arbeitsteilig Menschen haben an die jeweiligen Gruppenmitglieder verschiedene Erwartungen Status entsteht aus der Ableitung des jeweiligen Rollenverhaltens In den verschiedenen Varianten der Teamentwicklung läßt sich die Rollendifferenzierung und Bildung von Strukturen gut wahrnehmen So nimmt einer eine zentrale Rolle ein, der andere die des Außenseiters.

In organisierten Gruppen wird die Struktur der Gruppe durch den Organisationsplan vorgegeben.

Der Gruppenprozeß hat bei den vorher beschriebenen Strukturen zwei Bedeutungen So ist hier an die Entstehung oder Veränderung von Gruppenstrukturen zu denken „Als Beispiel sei etwa die Herausbildung zweier sich bekämpfender Cliquen innerhalb einer bislang gut zusammenhaltenden Gruppe genannt Doch auch ohne derartige Veränderungen der Strukturen ist die Beobachtung von Gruppenprozessen für den Organisationspsychologen bedeutsam: Ihn wird etwa interessieren, bei welcher Struktur die sachnotwendige Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern rasch und effektiv verläuft, welche Strukturen den Gruppenzusammenhalt begünstigen, bei welchen Strukturen Isolierung oder das Ausschneiden von Gruppenmitgliedern wahrscheinliche wird etc.“ (vgl u s von Rosenstiel, Lutz; Nerdinger, Friedemann W., (2011) Grundlagen der Organisationspsychologie, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 7 Auflage, S 284.)

2.1.1.4 Wie sich Gruppen entwickeln

In den 20er und 30er Jahren des 20 Jahrhunderts finden sich die ersten Anfänge der Gruppenentwicklungsforschung (vgl Grace L Coyle, 1930) Zu einem zentraleren Forschungsthema wurden diese Fragestellungen jedoch erst in den 50er Jahren mit den Arbeiten von Robert F Bales (1950; 1953) und Wilfred Bion (1948a, 1948b und 1961) Diese Publikationen lösten einen wahren Boom in der Gruppenentwicklungsforschung aus Bruce Wayne Tuckman (1965) faßte die Ergebnisse erstmals übersichtlich zusammen und veröffentlichte sein mittlerweile berühmtes Modell (vgl Stumpf, Siegfried; Thomas, Alexander (2003), Teamarbeit und Teamentwicklung, Hogrefe, Göttingen, S.35.)

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Details

Titel
Wie Teamarbeit in Bildungseinrichtungen gelingen kann
Untertitel
Eine Falldarstellung am Beispiel einer BaE - kooperativ
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH  (Kompetenzvorsprung)
Veranstaltung
zertifizierter Organisationspsychologe (FH)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V208585
ISBN (eBook)
9783656362012
ISBN (Buch)
9783656362371
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
teamarbeit, bildungseinrichtungen, eine, falldarstellung, beispiel
Arbeit zitieren
Alexander Gleisberg-Almstetter (Autor), 2012, Wie Teamarbeit in Bildungseinrichtungen gelingen kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208585

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