Für diese Hausarbeit, deren Thema eine Adaption sein sollte, erhielten wir eine Auswahl von Theaterinszenierungen der letzten zwei Jahrzehnte.Das erste Stück, was vor mir lag, war „Platonow“ von Anton Tschechow. Die Beschreibung, welche auf der Rückseite der DVD stand, hatte mich gleich fasziniert, denn ich fand das Stück, obwohl es über 100 Jahre alt ist, sehr passend in die heutige Zeit und ich konnte viele Parallelen zu mir, oder mir bekannten Personen, feststellen. Allerdings empfand ich die Adaption, die ich von meinem Dozenten bekam, als unzureichend. Ich fand dann eine modernere Adaption von dem bekannten Luk Perceval. Diese entsprach meinen Erwartungen in vollem Umfang und so entschied ich mich, diese für meine Hausarbeit zu verwenden.
Kurz darauf fand ich im Internet ein Zitat, welches in etwa aussagte, dass Platonow selbst nicht weiß, ob er Selbstekel oder Stolz empfinden soll, auch dieses Gefühl kennt man in der heutigen Zeit, und dadurch bin ich dann auf meine Themeneingrenzung gekommen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Tschechows Biographie
Inhalt
Platonow
Persönlichkeit oder alkoholabhängiger Vollidiot
Besonderheiten in der Adaption
Casanova oder Don Juan?
Liebe vs. Langeweile
Liebe
Wen liebt er?
Warum lieben die Frauen ihn?
Langeweile
Bühnenbild
„Warten“
Die letzten Stunden
Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterisierung der Titelfigur in Anton Tschechows Stück „Platonow“, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der modernen Theaterinszenierung von Luk Perceval liegt. Ziel der Analyse ist es, das Spannungsfeld zwischen Identität, emotionaler Getriebenheit und existentieller Langeweile zu ergründen und Platonow als literarischen Typus zwischen Don Juan und einem verzweifelten Versager einzuordnen.
- Psychologische Charakterisierung von Platonow (Persönlichkeit vs. Idiot).
- Vergleich der Inszenierung von Luk Perceval mit der literarischen Vorlage.
- Analyse der Dynamik zwischen Platonow und den Frauenfiguren.
- Die Bedeutung von Raumgestaltung und dem Motiv des Wartens als Symbole für existenzielle Leere.
Auszug aus dem Buch
Casanova oder Don Juan?
Die Figuren „Casanova“ und „Don Juan“ werden als unwiderstehlich dargestellt. Keine Frau kann sich ihnen entziehen. Auch die Frauen im Stück „Platonow“ fühlen sich von Platonow angezogen. Ein „Casanova“ kann in verschiedene Rollen schlüpfen um eine Frau zu verführen, und so zu seinem Ziel zu gelangen. Casanova kann seine Partnerin in „in ihrer Besonderheit und ihren Bedürfnissen“ wahrnehmen und sie wird, wenn sie das Erlebnis mit ihm richtig einordnen kann, kann sie ohne Probleme zurück in die Tagesordnung finden und bleibt „Ohne gebrochenes Herz“ zurück. Casanova spielt also mit den Frauen, aber auf eine Art und Weise, die die Frauen zu schätzen weiß, und die den Frauen die Möglichkeit gibt, das Erlebnis mit „Casanova“ richtig einzuordnen.
Anders ist es bei Don Juan, da bleiben die Partnerinnen „beschädigt zurück“, ihm fehlt die Gelassenheit des „Casanovas“. Er ist „seinem Wiederholungszwang ausgeliefert“, erkennt seine Getriebenheit aber und verachtet diese. Luk Perceval sagt im Interview, dass Platonow von Anfang an unzufrieden ist, untypischer Weise also keine wirkliche Veränderung durchlebt, er ist unzufrieden weil er sich verachtet und je mehr Frauen ihm verfallen, desto mehr Probleme kommen auf ihn zu. Er sagt immer wieder negatives über sein Leben, oder dass er ein Schwächling sei. Auch als er mit dem Gedanken spielt, sich umzubringen, es aber nicht schafft, sagt er, dass er zu schwach sei.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Die Autorin reflektiert ihre Motivation zur Themenwahl und die Herausforderungen bei der Identifikation mit der widersprüchlichen Figur Platonows.
Tschechows Biographie: Ein kurzer Abriss über das Leben Anton Tschechows, seine Doppelbelastung durch Medizin und Schriftstellerei sowie die Entstehungsgeschichte seines frühen Manuskripts.
Inhalt: Zusammenfassung der Handlung des Stücks, das von der sozialen und finanziellen Misere in einer russischen Provinzgesellschaft im Hochsommer erzählt.
Platonow: Detaillierte Charakteranalyse des Protagonisten, wobei der Kontrast zwischen seiner intellektuellen Fassade und seiner inneren Leere beleuchtet wird.
Liebe vs. Langeweile: Untersuchung der emotionalen Bindungen und der quälenden Langeweile, die das Handeln der Figuren bestimmt.
Die letzten Stunden: Gegenüberstellung der dramatischen Zuspitzung und des Endes des Protagonisten in der Vorlage Tschechows und der Inszenierung Percevals.
Reflexion: Die Autorin blickt auf den Arbeitsprozess zurück und evaluiert die Schwierigkeiten bei der Literaturrecherche und der inhaltlichen Strukturierung.
Schlüsselwörter
Platonow, Anton Tschechow, Luk Perceval, Theateradaption, Don Juan, Casanova, Persönlichkeit, Langeweile, Leidenschaft, Bühnenbild, Warten, Frauenbilder, existenzielle Krise, Drama, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Figur des Platonow im gleichnamigen Theaterstück von Anton Tschechow, insbesondere in der modernen Inszenierung durch Luk Perceval.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Charakterisierung Platonows, das Motiv des Wartens, die Darstellung von Liebe und Leidenschaft sowie die psychologische Verfasstheit der Figuren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob Platonow als eine Persönlichkeit oder als ein "Vollidiot" betrachtet werden kann und welchem Mythos (Casanova oder Don Juan) er näher steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse zwischen der literarischen Vorlage und einer modernen Bühneninszenierung, unterstützt durch Sekundärliteratur und Regie-Interviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Charakteranalyse, der Rolle der Frauen in Platonows Leben, dem Bühnenbild als Spiegel der Handlung sowie der Dynamik der Schlussphase des Stücks.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind Platonow, Identität, Langeweile, Don Juan, Adaption und psychologische Krise.
Wie unterscheidet sich die Inszenierung von Luk Perceval von der Textvorlage?
Die Arbeit stellt fest, dass Perceval durch spezifische Regieentscheidungen, wie die Darstellung des Wartens und die ausführliche Inszenierung der Schlussszenen, dem psychologischen Zerfall Platonows mehr Raum und Tiefe gibt.
Welche Bedeutung kommt dem Bühnenbild im Stück zu?
Das Bühnenbild, charakterisiert durch eine riesige Halle mit Schienen und willkürlich verteilten Möbeln, wird als Symbol für die Unordnung und die existenzielle Leere im Leben der Figuren interpretiert.
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- Lena Murken (Author), 2009, Platonow - hin- und hergerissen zwischen Liebe und Leidenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208603