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Das Komma: Eine Herausforderung im Unterricht

Title: Das Komma: Eine Herausforderung im Unterricht

Term Paper , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carolin Töpfer (Author)

Didactics - German Studies
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„Kommas setze ich nach Gefühl.“ – so oder so ähnlich könnte die Einschätzung eines Schülers bezüglich der Wichtigkeit der Kommas im Unterricht lauten. Und genau an diesem Punkt manifestiert sich die Herausforderung der Kommasetzung im schulischen Rahmen.
Es handelt sich hierbei um eine Problematik, die von mindestens drei Standpunkten aus betrachtet und erörtert werden kann. Zum einen muss auf den sprachwissenschaftlichen Hintergrund verwiesen werden. Zwar erscheinen die einzelnen Regeln in den entsprechenden Paragraphen des Amtlichen Regelwerks eindeutig formuliert, doch lassen sich hier auf den zweiten und auch dritten Blick einige Besonderheiten ausmachen, die vom Schreiber höchste Aufmerksamkeit verlangen. Nachvollziehbar ist es also, wenn ein noch lernender Schreiber, mit den einzelnen Kommaregeln seine Schwierigkeiten hat. Die Perspektive der Lernenden ist dementsprechend die zweite zu betrachtende. Für eine angemessene und realitätsorientierte Argumentation muss der Gedanke des „gefühlten Kommas“ miteinbezogen werden. Aus wissenschaftstheoretischer Sicht lohnt es sich in diesem Zusammenhang einen Vergleich zwischen inneren und tatsächlichen orthografischen Kommaregeln zu wagen und sich in einem zweiten Schritt der Theorie der unbewussten Informationsverarbeitung zu widmen. In einem didaktischen Rahmen wie diesem bildet die Lehrperson naturgemäß den dritten zu erörternden Standpunkt. Sie ist es schließlich, die dabei hilft, mögliche innere Regeln der Schüler zu strukturieren, zu erweiterten und zu verfeinern, ohne dabei Verwirrung und Verunsicherung zu stiften. Da Lehrbücher häufig ein Fundament bilden, auf welchem ein Lehrer seine Unterrichtsideen entstehen lässt, ist es hilfreich, diese kritisch zu bewerten. In diesem Zusammenhang wird sich ein Für und Wider aufzeigen lassen, über das aber letztlich nur die entsprechende Lehrperson selbst entscheiden kann.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Komplexität der Kommasetzung im Allgemeinen aufzuzeigen und im Speziellen den didaktischen Blick für dieses Thema zu schärfen, um im Unterricht fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die sprachwissenschaftliche Seite des Kommas

3) Eine Herausforderung im Unterricht

3.1) Kognitive Herausforderung für Lernende

3.1.1) Ein Algorithmus für die Kommasetzung

3.1.2) Wie man Kommas unbewusst setzt

3.1.3) Zwischenfazit

3.2) Didaktische Herausforderung für Lehrende

3.2.1) Das Für und Wider der Lehrbücher

3.3) Zwischenfazit

4) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Komplexität der Kommasetzung im schulischen Kontext und analysiert, warum die Anwendung von Kommaregeln sowohl für Lernende als auch für Lehrende eine Herausforderung darstellt, um fundierte didaktische Entscheidungen zu ermöglichen.

  • Sprachwissenschaftliche Grundlagen der Kommasetzung
  • Kognitive Erklärungsmodelle (Algorithmus-Hypothese vs. unbewusste Informationsverarbeitung)
  • Didaktische Perspektive und Lehrbuchanalyse
  • Herausforderungen durch die Kluft zwischen Regelwissen und Anwendung

Auszug aus dem Buch

3.1.2) Wie man Kommas unbewusst setzt

Die bereits beschriebene Algorithmus-Hypothese bezeichnet einen Gedankengang, durch den die Kommakompetenz bei Schülerinnen und Schülern zunimmt, nachdem entsprechende Regeln Unterrichtsgegenstand gewesen sind. Die Theorie der unbewussten Informationsverarbeitung beschreibt eine andere Argumentationsstruktur. Zunächst kann davon ausgegangen werden, dass unbewusstes Lernen ohne Aufforderung und ohne bewusstes Erleben geschieht. Dementsprechend kann es als möglich angesehen werden, dass Schülerinnen und Schüler automatisch die richtigen Kommas setzen, selbst wenn ihnen die eigentlich gültige Regel noch gar nicht bekannt ist. Lernende scheinen also bisweilen Kommas nach Gefühl zu setzen.

Die Theorie der unbewussten Informationsverarbeitung trennt das Gedächtnis zunächst in ein konzeptuelles und in ein perzeptuelles und sieht beide Teile voneinander getrennt an. Zwar sind beide mit dem Bewusstsein verbunden, doch wirken sie sich auf das Verhalten in unterschiedlicher Art und Weise aus. Man nimmt an, dass beide Gedächtnisteile mittels eigener Verarbeitungsmechanismen auf einer eigenen Datenbasis operieren. Abhängig vom Zugang auf die jeweilige Datenbasis unterscheidet man zwischen folgenden zwei Prozessvarianten der Verhaltenssteuerung:

- konstruktive Interpretationsfunktion

- assoziative Reaktionsfunktion

Die konstruktive Interpretationsfunktion beinhaltet primär seelische und erlebbare Vorgänge. Sie beschreibt höhere kognitive Fähigkeiten wie etwa das Lösen von Problemen, das Bilden von Begriffen oder auch den bewusst wahrgenommen Wissenserwerb. Die assoziative Reaktionsfunktion steht im Zusammenhang mit dieser Hausarbeit im eigentlichen Zentrum der Betrachtung. Es geht hier um eine automatisierte Version der Informationsverarbeitung, deren Ergebnis verschiedene Reiz-Reaktions-Kopplungen eben ohne Bewusstseinsbeteiligung sind. Lernen innerhalb dieser Reaktionsfunktion entspricht damit in etwa dem Konditionieren, allerdings eben nicht losgelöst vom reizverarbeitenden System.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Lernende Kommas oft „nach Gefühl“ setzen, und stellt die drei Analyseebenen vor: die sprachwissenschaftliche, die kognitive und die didaktische Perspektive.

2) Die sprachwissenschaftliche Seite des Kommas: Das Kapitel erläutert die grammatischen Funktionen des Kommas als Abgrenzungs- und Strukturierungshilfe sowie dessen Abgrenzung zu anderen Satzzeichen und betont die Komplexität des Regelwerks.

3) Eine Herausforderung im Unterricht: Dieses Kapitel verknüpft die kognitiven Lernvoraussetzungen mit der didaktischen Aufarbeitung im schulischen Kontext und hinterfragt traditionelle Lehrmethoden.

3.1) Kognitive Herausforderung für Lernende: Hier werden theoretische Ansätze diskutiert, wie Lernende mental zwischen explizitem Regelwissen und intuitiver Informationsverarbeitung navigieren.

3.1.1) Ein Algorithmus für die Kommasetzung: Das Kapitel analysiert die „Algorithmus-Hypothese“, die davon ausgeht, dass Schreiber implizit eine systematische Abarbeitung von Bedingungen vornehmen.

3.1.2) Wie man Kommas unbewusst setzt: Hier wird die Theorie der unbewussten Informationsverarbeitung vorgestellt, die erklärt, warum Schüler teils hohe Kommakompetenz zeigen, ohne explizite Regeln zu kennen.

3.1.3) Zwischenfazit: Dieses Fazit fasst die Diskrepanz zwischen der Algorithmus-Hypothese und der Theorie der unbewussten Informationsverarbeitung in Bezug auf die Schülerkompetenz zusammen.

3.2) Didaktische Herausforderung für Lehrende: Das Kapitel beleuchtet die Aufgabe der Lehrperson, zwischen Unterrichtsgestaltung und der Bewältigung von Lernschwierigkeiten zu vermitteln.

3.2.1) Das Für und Wider der Lehrbücher: Es erfolgt eine kritische Analyse von Übungstypen in Lehrwerken und deren Effektivität für den tatsächlichen Kompetenzzuwachs beim freien Schreiben.

3.3) Zwischenfazit: Dieses Zwischenfazit plädiert für eine Abkehr von rein formalen Einsetzungsübungen hin zu einem unterrichtlichen Fokus auf freies Schreiben zur Förderung impliziter Kompetenzen.

4) Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und betont, dass die Kommasetzung eine komplexe Anforderung darstellt, die über reines Regelwissen hinausgeht und weiterführender Forschung bedarf.

Schlüsselwörter

Kommasetzung, Orthografie, Deutschunterricht, Algorithmus-Hypothese, unbewusste Informationsverarbeitung, Sprachdidaktik, Regelwerk, intuitive Rechtschreibung, Schreibkompetenz, kognitive Herausforderungen, Didaktik, Lehrbuchanalyse, grammatische Strukturen, Satzbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Kommasetzung im Deutschunterricht und analysiert, warum Schüler trotz oder gerade wegen der Vermittlung von Regeln Schwierigkeiten bei der korrekten Anwendung haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die linguistischen Hintergründe des Kommas, kognitive Erklärungsmodelle für das Lernverhalten von Schülern sowie die didaktische Praxis und Lehrbuchgestaltung im Orthografieunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Komplexität der Kommasetzung aufzuzeigen und den didaktischen Blick zu schärfen, um Lehrkräften fundierte Entscheidungshilfen für einen effektiven Unterricht zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, in der sie sprachwissenschaftliche Grundlagen mit didaktischen Theorien und Forschungsergebnissen (wie der Algorithmus-Hypothese und der Theorie der unbewussten Informationsverarbeitung) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die sprachwissenschaftliche Fundierung, die psychologischen Aspekte des Lernens (kognitive Prozesse) und die kritische Bewertung didaktischer Ansätze in gängigen Lehrwerken.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kommasetzung, Sprachdidaktik, kognitive Informationsverarbeitung, Regelwerk und orthografische Kompetenz geprägt.

Was besagt die Algorithmus-Hypothese in Bezug auf die Kommasetzung?

Sie postuliert, dass Schüler beim Schreiben unbewusst eine Reihe von grammatischen Bedingungen wie in einem Algorithmus abarbeiten, um zu einer Entscheidung für oder gegen ein Komma zu gelangen.

Warum kann ein intensiver Regelunterricht laut der Arbeit teilweise kontraproduktiv sein?

Weil der Unterricht eine Komplexitätsreduktion vornimmt, die bei Lernenden, die bereits über eine intuitive, unbewusste Kompetenz verfügen, Verwirrung stiften kann und sie von einer assoziativen zur analytischen, fehleranfälligeren Ebene zwingt.

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Details

Title
Das Komma: Eine Herausforderung im Unterricht
College
http://www.uni-jena.de/  (Insitut für Deutschdidaktik)
Course
Orthografie und Schule
Grade
1,7
Author
Carolin Töpfer (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V208812
ISBN (eBook)
9783656363712
ISBN (Book)
9783656365075
Language
German
Tags
komma eine herausforderung unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Töpfer (Author), 2011, Das Komma: Eine Herausforderung im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208812
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