[...] Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit genau diesem „herrlich Instrument“, der Trompete in der Zeit des Barocks. Dabei soll beschrieben werden, wie sich die Trompete bis dahin entwickelt hat, wie sie eingesetzt wurde und welche Faktoren maßgeblich waren, dass dieses Instrument auch in der Kunstmusik einen Platz gefunden hat.
Um „allerley Melodeyen zu wege“ bringen zu können musste der Musiker das Spiel in der Clarinlage beherrschen, eine Technik die bei einigen Musikern fast mythische Charakterzüge erhalten hat, dabei umfasst dies mehr als ein Hochblasen, auch ist damit ein sauberes und reines Spiel der Trompete gemeint.
Auch werde ich auf die sozialen Umstände des Trompeters eingehen. Aus dem Mittelalter heraus bildete sich die Tradition der Hoftrompeter, Türmer, Stadttrompeter und Feldtrompeter, welche auch im Barock vorherrschte und so das musikalische Leben ordnete.
Wie es geklungen hat wenn die Trompeter ihr Können unter Beweis gestellt haben können wir heute leider nicht genau sagen, doch können wir unter Verwendung verschiedener Instrumentalschulen Rückschlüsse auf die benutzte Artikulation und Stilelemente ziehen. Ein Anhaltspunkt ist natürlich immer die Musik selbst, welche uns in Form von Noten überliefert ist. Einige beeindruckende Werke für Trompetenensemble und Trompete als Soloinstrument zeigen uns, wie verfeinert die Spieltechnik der Trompeter gewesen sein muss und wie geschickt dieses Instrument eingesetzt wurde.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Ursprung der Trompete
2.2. Beschreibung der Naturtrompete, Trompete im Barock
2.2.1. Die gebräuchlichen Trompetenbauarten
2.2.1.1. Naturtrompete
2.2.1.2. Zugtrompete
2.2.1.3. Jägerhorn
2.2.2. Naturtonreihe der Naturtrompete
2.2.3. Stimmungen und Stimmsysteme
2.2.4. Das Clarinblasen
2.3. Die Trompetenzunft
2.3.1. Der Hoftrompeter
2.3.2. Der Feldtrompeter
2.3.3. Der Türmer
2.3.4. Der Stadttrompeter
2.3.5. Die Reichszunft der Trompeter und Pauker
2.4. Der barocke Stil
2.4.1. Klang
2.4.2. Artikulation
2.4.3. Trompete als Soloinstrument
2.4.4. Trompete im Ensemble
2.5. Die Naturtrompete heute
3. Fazit / Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung, den musikalischen Einsatz sowie die soziale Stellung der Trompete in der Barockzeit, um aufzuzeigen, wie das Instrument von einem bloßen Signalinstrument zu einem hochgeschätzten Bestandteil der Kunstmusik avancierte.
- Die historische Evolution der Trompete vom Mittelalter bis zum Barock.
- Technische Aspekte wie die Naturtonreihe, Stimmungen und die spezifische Clarintechnik.
- Die soziale Organisation und Hierarchie innerhalb der Trompetenzunft.
- Die Analyse barocker Spielpraxis, Artikulation und die Verwendung in solistischen sowie ensemblebasierten Kompositionen.
- Der Einfluss gesellschaftlicher Faktoren auf den Wandel der Spieltechnik und Komposition.
Auszug aus dem Buch
2.2.1.1. NATURTROMPETE
Im Zeitalter des Barocks kannte man noch keine Ventiltrompete, Ventile wurden erst ab 1831 in Blasinstrumente eingebaut. Trompeter nutzten Naturtrompeten, welche die Töne der Naturtonreihe erzeugen konnten. Um das Instrument umzustimmen wurden verschiedene Aufsteckbögen genutzt.
„Ihre Hauptbestandteile waren zwei Rohre und das Schallstück sowie zwei Bogen zwischen diesen geraden Teilen. Fünf Zwingen verstärkten das Mundstückende des ersten Rohrs sowie die Stellen, an denen Rohre und Bogen zusammengesteckt waren.“ Zu betonen ist hier, dass die Instrumente nicht gelötet oder anders zusammengehalten wurden und mit Kolophonium oder Bienenwachs abgedichtet wurden. Der Knauf wurde ebenfalls aufgesteckt. Zwischen dem Mundrohr und dem Schallstück wurde ein Holzblock mittels einer Kordel eingespannt um das Instrument zu stabilisieren.
Besonderes Augenmerk legte man auf die Verzierung der Instrumente. Einige Instrumente wurden aus Silber angefertigt, die Schalltrichter wurden neben der Herstellerangabe mit kunstvollen Gravuren versehen, einige Bauteile wurden auch vergoldet. „Diese verschiedenen Herstellungs- und Verzierungsarten sind wohl der sicherste Hinweis auf die jeweiligen Verwendungsgebiete der Instrumente. Die Trompete der Soldaten war wohl einfacher und schlichter gehalten, als jene die für die Einleitung höfischer Festlichkeiten geblasen wurde.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das "herrlich Instrument" Trompete ein und skizziert die Fragestellungen zur technischen Entwicklung, Spielweise und sozialen Stellung der Trompeter im Barock.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Typologie, Spieltechniken (wie das Clarinblasen), die soziale Einbettung in Zünfte sowie die musikalische Stilistik und Verwendung der Naturtrompete in barocken Ensembles und solistischen Werken.
3. Fazit / Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über den Niedergang der Barocktrompete nach 1750 und beleuchtet die Wiederentdeckung der historischen Instrumente sowie die Traditionspflege in der heutigen Zeit.
Schlüsselwörter
Barocktrompete, Naturtrompete, Clarinblasen, Naturtonreihe, Trompetenzunft, Hoftrompeter, Stadtpfeifer, Barocke Musik, Artikulation, Johann Ernst Altenburg, Gottfried Reiche, Historische Aufführungspraxis, Musikgeschichte, Blechblasinstrumente, Spieltechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Trompete in der Barockzeit, ihrer technischen Beschaffenheit, der Spielweise sowie ihrem Wandel vom militärischen Signalgeber zum festen Bestandteil der Kunstmusik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Instrumentenbauarten, die soziale Stellung der Trompeter in Zünften, die spezifischen Techniken wie das Clarinblasen sowie die praktische Anwendung in Kompositionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu beschreiben, wie sich die Trompete bis zur Barockzeit entwickelt hat, wie sie eingesetzt wurde und welche Faktoren ihren Einzug in die Kunstmusik maßgeblich beeinflussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung historischer Quellen, Instrumentalschulen und musikwissenschaftlicher Literatur, um Rückschlüsse auf die barocke Spielpraxis und Artikulation zu ziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Beschreibungen der Instrumente, die Hierarchien innerhalb der Zunft der Hoftrompeter, Türmer und Stadttrompeter sowie eine Analyse des barocken Stils und dessen Bedeutung für heutige Interpreten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Barocktrompete, Naturtrompete, Clarinblasen, Trompetenzunft, historische Spielpraxis und Artikulation.
Warum war das Clarinblasen für Trompeter so bedeutend?
Die Beherrschung der Clarinlage war essenziell, um die Trompete in der anspruchsvollen Kunstmusik etablieren zu können, da sie ein sauberes, klangvolles und melodiöses Spiel in hoher Lage erforderte.
Welche soziale Funktion hatten Trompeter im Barock?
Trompeter fungierten als Repräsentationsmittel für Adel und Städte, wobei ihre Tätigkeit in strengen Zünften organisiert war, die den Status und die Exklusivität ihrer Kunst sichern sollten.
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- Steffen Wardemann (Author), 2012, Trompete im Barock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208824