Die Studie untersucht welchen Einfluss verschiedene wirtschaftliche Freiheiten auf den Treibhausgasausstoß in 21 OECD-Ländern im Zeitraum von 1990 bis 2005 haben. Als Methode wird eine statistisch vergleichende Time-Series-Cross-Section-Analyse (TSCS) angewendet. Das Ergebnis zeigt, im Gegensatz zu anderen Studien, dass höhere wirtschaftliche Freiheit mit höheren Emissionen verbunden ist. Jedoch ist der Einfluss der einzelnen wirtschaftlichen Freiheiten differenziert zu sehen. So führt höhere Handelsfreiheit offenbar zu niedrigeren Emissionen und die Höhe der Staatsausgaben hat keinen signifikanten Einfluss. Bei den Indikatoren rechtliche Sicherheit, Geldwertstabilität und Vorhandensein freier Märkte zeigt sich jedoch wieder die Grundtendenz, dass hohe wirtschaftliche Freiheit zu mehr Klimagasemissionen führt. Die Schlussfolgerung lautet somit, dass der Kampf gegen die Menschheitsherausforderung Klimawandel nicht mit wirtschaftlichem Neoliberalismus einhergehen kann.
Gliederung
1. Abstract/Zusammenfassung
2. Einleitung
3. Theorie
3.1 Wirtschaftliche Freiheiten
3.2 Weitere wirtschaftliche Faktoren
3.3 Politische Faktoren
3.4 Strukturelle Faktoren
4. Operationalisierung
4.1 Die Fallauswahl
4.2 Die abhängige Variable
4.3 Wirtschaftliche Freiheiten
4.4 Weitere wirtschaftliche Faktoren
4.5 Politische Faktoren
4.6 Strukturelle Faktoren
5. Datenanalyse
5.1 Univariate Datenanalyse
5.2 Bivariate Datenanalyse
5.3 Weitere Modellspezifikation und multivariate Datenanalyse
5.4 Ergebnisse
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Dimensionen wirtschaftlicher Freiheit auf die Treibhausgasemissionen in 21 OECD-Ländern im Zeitraum von 1990 bis 2005. Ziel ist es, durch die Anwendung statistischer Zeitreihen-Querschnitts-Analysen (TSCS) zu klären, ob ein liberaler wirtschaftlicher Ordnungsrahmen eher zu einer Entlastung oder Belastung der Umwelt beiträgt.
- Analyse des Einflusses wirtschaftlicher Freiheitsgrade auf die Klimabelastung.
- Einflussfaktoren von Staatsausgaben, Stabilität und internationalem Handel auf Emissionen.
- Integration politischer und struktureller Kontrollvariablen in das Regressionsmodell.
- Methodische Anwendung der Time-Series-Cross-Section-Analyse (TSCS).
- Kritische Reflexion des Zusammenhangs zwischen Neoliberalismus und Klimawandel.
Auszug aus dem Buch
Wirtschaftliche Freiheit im Allgemeinen
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, wird angenommen, dass wirtschaftliche Freiheit im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf den Wohlstand hat. Als Gründe werden angeführt, dass z.B. niedrige Steuern und stärkerer Wettbewerb Anreize für die Wirtschaftsteilnehmer sind, mehr zu produzieren, womit auch mehr Wirtschaftswachstum erreicht wird (Berggren 2003: 196-197). Welchen Einfluss der Wohlstand auf die Umwelt haben kann, wird allerdings unter 2.2 bei den weiteren wirtschaftlichen Faktoren dargestellt. Die Wirtschaft muss aber nicht nur einen Einfluss auf die Umwelt bzw. die Umweltpolitik haben, laut Randall Holcombe (2002) kann es nämlich auch andersherum sein. Denn eine Politik, die stärker auf Regulation setzt um zum Beispiel Luftverschmutzung anzugehen, mündet in einer Einschränkung bestimmter wirtschaftlicher Freiheiten, insbesondere bei Eigentumsrechten und beim Zivilrecht (Stroup 2005: 12). Jedoch bemerkt z.B. Posner (1998) dass Umwelt-Externalitäten erfolgreich in private Verträge internalisiert werden können, was für ein erfolgreiches Angehen von Umweltproblemen bei wirtschaftlicher Freiheit sprechen würde. Einen genaueren Einblick in das Wirken wirtschaftlicher Freiheit auf die Luftverschmutzung erhält man bei der Betrachtung einzelner Aspekte wirtschaftlicher Freiheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract/Zusammenfassung: Kurzer Überblick über die Forschungsfrage, die verwendete Methode und die Hauptergebnisse der Studie.
2. Einleitung: Einführung in die Problematik des Klimawandels und Darstellung der Forschungsrelevanz sowie der Zielsetzung.
3. Theorie: Theoretische Herleitung der verschiedenen Einflussfaktoren auf Treibhausgasemissionen unterteilt in wirtschaftliche, politische und strukturelle Aspekte.
4. Operationalisierung: Erläuterung der Auswahl der OECD-Länder sowie methodische Begründung der Messung der Variablen und deren Zeitverzögerung.
5. Datenanalyse: Darstellung der deskriptiven Daten sowie Durchführung der Regressionsanalysen zur Überprüfung der theoretischen Annahmen.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse und Diskussion der Implikationen für die Klimapolitik.
Schlüsselwörter
Wirtschaftliche Freiheit, Treibhausgasemissionen, OECD, Klimawandel, TSCS-Analyse, Environmental Kuznets Curve, Staatsausgaben, Eigentumsrechte, Handelsliberalisierung, Politische Faktoren, Umweltschutz, Neoliberalismus, Regressionsanalyse, Wirtschaftsleistung, Struktureller Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen verschiedenen Ausprägungen wirtschaftlicher Freiheit und dem Treibhausgasausstoß in Industrieländern.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Studie ab?
Thematisiert werden neben der wirtschaftlichen Freiheit auch politische Einflüsse, strukturelle Faktoren wie der Sektorwandel und der Einfluss internationaler Handelsabkommen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob höhere wirtschaftliche Freiheitsgrade zu einer Reduzierung oder Erhöhung der Treibhausgasemissionen führen.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative statistische Time-Series-Cross-Section-Analyse (TSCS) auf Basis von Daten aus 21 OECD-Ländern für den Zeitraum 1990–2005 durchgeführt.
Was sind die Kerninhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriebildung, die Operationalisierung der Variablen, eine deskriptive Datenanalyse und die Berechnung verschiedener Regressionsmodelle.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?
Wirtschaftliche Freiheit, Klimawandel, Treibhausgasemissionen, Regressionsanalyse, OECD-Länder und Nachhaltigkeitspolitik.
Welches Ergebnis liefern die Regressionsmodelle in Bezug auf Handelsfreiheit?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass geringere Handelsbeschränkungen mit niedrigeren Emissionswerten verbunden sind, was die Trading-Up-Hypothese teilweise stützt.
Welche Rolle spielt die Politik bei den Treibhausgasemissionen laut der Arbeit?
Die Studie zeigt, dass nationale Institutionen und eine stärkere umweltpolitische Ausrichtung der Regierung signifikante Einflüsse haben, wobei die Ergebnisse bei der "Umweltbewegung" überraschend positiv mit Emissionen korrelieren.
- Quote paper
- Reinhold Uhlmann (Author), 2009, Der Einfluss wirtschaftlicher Freiheiten auf die Treibhausgasemissionen in Industrieländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208952