Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Rhetoric / Elocution / Oratory

Rechtspraxis und Anwaltsberuf in Quintilians Institutio Oratoria: Der 'ideale Redner' vor Gericht

Title: Rechtspraxis und Anwaltsberuf in Quintilians Institutio Oratoria: Der 'ideale Redner' vor Gericht

Seminar Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Andreas Glombitza (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Quintilians Werk wird anhand ausgewählter Textpartien kritisch nachgezeichnet, um einen Einblick in das römische Rechtsleben und dessen Verhältnis zur Rhetorik zu verschaffen. Der Gesamttext der Institutio Oratoria ist unterteilt in zwölf Bücher: So behandelt Buch I „was der Aufgabe des Lehrers der Rhetorik (des Rhetors) vorausgeht“, Buch II die „Anfangsgründe des Unterrichts beim Rhetor und was über das Wesen der Rhetorik selbst an Fragen besteht“. In den fünf folgenden Büchern werden ausführlich die inventio und dispositio abgehandelt; davon werden Quintilians Einlassungen zur Statuslehre und die Systematik der äußeren Beweismittel Gegenstand näherer Betrachtung sein. Vier weitere Bücher widmen sich „der sprachlichen Darstellung, wozu auch die Lehre vom Gedächtnis und dem Vortrag tritt […].“ Buch XII schließlich soll „das Bild des Redners selbst gestalten“, es soll erörtert werden „wie seine Lebensführung sein soll, welche Gesichtspunkte für die Übernahme, Vorbereitung und Durchführung der Prozesse gelten, welches die wirkungsvollste Stilart ist, wann man der Gerichtspraxis ein Ende setzen soll, und welche Studien sich anschließen.“ Buch XII soll ebenfalls Gegenstand genauerer Untersuchung sein, um einen Begriff von Quintilians "rhetorischer Ethik" zu gewinnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse

2.1 Die Institutio Oratoria: Ein Überblick

2.2 Quintilian zur Statuslehre

2.3 Die Behandlung der Beweismittel aus dem Fall selbst

2.4 Quintilians moralistische Rhetorik

2.5 Das Instrumentarium des Anwalts

3. Ausblick

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk des römischen Rhetoriklehrers Marcus Fabius Quintilian, insbesondere dessen „Institutio Oratoria“, um ein kritisches Verständnis der antiken Rechtspraxis und des idealen Anwaltsbildes zu gewinnen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen rhetorischer Ausbildung, ethischer Integrität und den Anforderungen des römischen Gerichtswesens aufzuzeigen.

  • Strukturanalyse der „Institutio Oratoria“ als rhetorisches Kompendium.
  • Untersuchung der Statuslehre und ihrer Bedeutung für die Rechtsfragen.
  • Analyse der Beweistechniken und des Umgangs mit Zeugen im römischen Prozess.
  • Diskussion des Ideals des „vir bonus dicendi peritus“ als sittlicher Maßstab des Anwalts.
  • Bewertung der zeitgenössischen Relevanz des Rednerideals im Vergleich zu modernen Praktiken.

Auszug aus dem Buch

Das Instrumentarium des Anwalts

Quintilian gibt im zwölften Buch auch ausführlich berufliche Ratschläge für den Redner vor Gericht, also den Rechtsanwalt. Zunächst geht Quintilian darauf ein, inwieweit er Kenntnis des Rechts mitbringen sollte. Seine Position ist klar: Er verurteilt die gängige Praxis, auch wenn es so schon bei den Griechen Brauch gewesen war, dass sich der Anwalt nur auf die Redeaufgaben beschränkt und sich alles, was Gesetzeskenntnis erfordert, von so genannten Rechtskennern besorgt. Denn „was […] geschieht dann bei denjenigen Fragen, die gewöhnlich plötzlich mitten in den Verhandlungen aufkommen? Muss er da nicht kläglich hinter sich schauen und zwischen den Bänken die Rechtsgehilfen befragen?“ Ausserdem wird er, was er dann hört, kaum mit derselben Sorgfalt vorbringen können, als stamme es von ihm selber. Ein besonderes Problem gibt es da natürlich bei der altercatio, dem Wortwechsel am römischen Gericht, „wo man gleich entgegnen muss, und es keine Ruhepause gibt, sich zu informieren“. Quintilian setzt ein Studium des Rechts für den Anwaltsberuf voraus, denn schliesslich sind „die meisten [jener Rechtskenner] zum Gerichtsstudium erst abgeschwenkt […] nachdem sie an ihrer Tauglichkeit als Gerichtsredner verzweifelt waren“, und „wie leicht fällt es da dem Redner, das zu wissen, was Leute lernen, die nach ihrem eigenen Eingeständnis Redner nicht sein können“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt Quintilian und sein Werk als umfassendes rhetorisches Kompendium vor und ordnet es historisch in das erste Jahrhundert n. Chr. ein.

2. Analyse: Untersucht systematisch die rhetorischen Lehren Quintilians zu Statuslehre, Beweisführung, Ethik und praktischem Anwaltsberuf.

2.1 Die Institutio Oratoria: Ein Überblick: Bietet einen strukturellen Einblick in den Aufbau der zwölf Bücher und die Zielsetzung der Ausbildung zum Redner.

2.2 Quintilian zur Statuslehre: Erläutert die Kategorisierung von Rechtsfragen durch den Statusbegriff und die methodische Herangehensweise an strittige Sachverhalte.

2.3 Die Behandlung der Beweismittel aus dem Fall selbst: Analysiert den Umgang mit verschiedenen Beweisarten, insbesondere Vorentscheidungen, Eiden und Zeugenaussagen im Gerichtsprozess.

2.4 Quintilians moralistische Rhetorik: Diskutiert die ethische Forderung an den Redner als „guten Menschen“ und den Gegensatz zu den „delatores“ seiner Zeit.

2.5 Das Instrumentarium des Anwalts: Behandelt die praktischen Anforderungen an einen Anwalt, von der Rechtskenntnis bis zur Vorbereitung auf den Auftritt vor Gericht.

3. Ausblick: Reflektiert über die historische Rezeption des Werkes und das Schwinden der klassischen Rhetorik in der modernen Spezialisierung.

4. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Primärquellen und die ergänzende Sekundärliteratur zur Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Rhetorik, Quintilian, Institutio Oratoria, Rechtssprechung, Anwaltsberuf, Redner, Beweismittel, Statuslehre, Ethik, vir bonus, Gerichtspraxis, Beweisführung, Antike, Beredsamkeit, Urteilsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rhetorischen Konzepte von Quintilian und deren Anwendung im antiken römischen Rechtsalltag sowie seine Anforderungen an die Moral des Anwalts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Systematik der Statuslehre, Methoden der Beweisführung, die Bedeutung des Rednerethos und die praktische Ausbildung von Anwälten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Quintilians Werk als Anleitung für einen idealen, ethisch handelnden Redner vor Gericht kritisch nachzuzeichnen und in den Kontext der römischen Rechtspraxis zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen und inhaltlichen Analyse der „Institutio Oratoria“ anhand ausgewählter Textstellen und deren kritischer Einordnung durch Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Struktur des Werkes, die Theorie der Statuslehre, der Umgang mit verschiedenen Beweismitteln, moralische Anforderungen an den Redner und Ratschläge für die berufliche Praxis erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Rhetorik, Rechtssprechung, Anwaltsberuf, Statuslehre, Ethik und das Idealbild des „vir bonus“.

Welchen Stellenwert räumt Quintilian der Rechtskenntnis ein?

Quintilian fordert zwingend, dass Anwälte selbst über fundierte Rechtskenntnisse verfügen, anstatt sich auf externe Rechtsgelehrte zu verlassen, um in Verhandlungen agil reagieren zu können.

Warum lehnt Quintilian die „delatores“ seiner Zeit ab?

Er betrachtet sie als bloße, machtbesessene Karrieristen, denen es am notwendigen ethischen Fundament mangelt, das für einen wahren „vir bonus“ unerlässlich ist.

Wie bewertet der Autor den heutigen Bezug zu Quintilian?

Der Autor stellt fest, dass moderne Rhetorik in Management und Werbung oft den opportunistischen Praktiken der antiken „delatores“ ähnelt und das moralische Ideal Quintilians heute kaum noch Anwendung findet.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtspraxis und Anwaltsberuf in Quintilians Institutio Oratoria: Der 'ideale Redner' vor Gericht
College
University of Tubingen  (Neuphilologie)
Course
Proseminar: Die Macht des Wortes - Rhetorik und Recht
Grade
1-2
Author
Andreas Glombitza (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V20901
ISBN (eBook)
9783638246606
ISBN (Book)
9783638646895
Language
German
Tags
Rechtspraxis Anwaltsberuf Quintilians Institutio Oratoria Redner Gericht Proseminar Macht Wortes Rhetorik Recht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Glombitza (Author), 2003, Rechtspraxis und Anwaltsberuf in Quintilians Institutio Oratoria: Der 'ideale Redner' vor Gericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20901
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint