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Der Cultural Turn in der Geographie

Titel: Der Cultural Turn in der Geographie

Hausarbeit , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Carolin Töpfer (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Geschichte der Geographie
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Sozialgeographie versteht sich als Wissenschaft von „Raum“ und „Gesellschaft“. Ein Blick in die Fachgeschichte zeigt jedoch, dass die Geographen bis in die 60er Jahre des vergangen Jahrhunderts eine Wissenschaft betrieben haben, die sich primär auf den „Raum“ konzent¬rierte und die „Gesellschaft“ weitestgehend außer Acht ließ. Der Cultural Turn, der auch als Zweite kulturtheoretische Wende bezeichnet wird, beschreibt jene Periode, in der sich die Geographie, insbesondere die Sozialgeographie, wieder mehr auf die Schnittstelle zwischen Raum und Gesellschaft zubewegte. Derartige wissenschaftstheoretische Veränderungen müs¬sen stets vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen analysiert werden. Einschneidende Veränderungen in der Gesellschaft (wie beispielsweise die Globalisierung) verändern zumindest langfristig den Forschungsgegenstand der Sozial- und Gesellschaftswis¬senschaften.
Dementsprechend wird diese Hausarbeit die Anpassung der Geographie, insbesondere der Sozialgeographie, an die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen erläutern.
Es wird zunächst eine Erste kulturtheoretische Wende betrachtet werden. Die Emanzipation der Geistes- von den Naturwissenschaften, als Hauptpunkt dieser Wende, wird in ihren Ursa¬chen und Ausprägungen beschrieben werden. In einem weiteren Schritt wird es um eine Wis¬senschaftsperiode gehen, in der die Geographie die Folgen dieser Ersten kulturtheoretischen Wende bearbeitet und eine Zweite Wende vorbereitet. Im dritten Punkt wird schließlich jener Cultural Turn beschrieben, der die Geographie nachhaltig beeinflusste. Die neue wissen¬schaftliche Ausrichtung der Sozialgeographie soll beschrieben werden, ihre Methoden, Theo¬rien und ihre Methodologie werden erläutert und in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext gestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Ausgangslage vor der Ersten kulturtheoretischen Wende

2.1 Situation der Geographen vor der Ersten kulturtheoretischen Wende

2.2 Die Geisteswissenschaftler

3) Folgen der Ersten kulturtheoretischen Wende für die Geographie

3.1 Methodologisches Elaborat

3.2 Die Raumversessenheit der Geographen

3.3 Neuorientierung der Geographen

4) Der Weg zur Zweiten kulturtheoretischen Wende

4.1 Rahmenbedigungen des Cultural Turns

4.2 Der Cultural Turn

4.3 Kritik an den Cultural Studies

5) Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Anpassung der Sozialgeographie an veränderte gesellschaftliche Bedingungen nachzuzeichnen, wobei die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Disziplin den Übergang zur handlungszentrierten Sozialwissenschaft vollzogen hat.

  • Historische Entwicklung der Geographie vor dem Cultural Turn
  • Bedeutung der ersten kulturtheoretischen Wende für die Sozialwissenschaften
  • Die Phase der „Raumversessenheit“ und deren kritische Überwindung
  • Etablierung der Sozialgeographie als moderne, handlungszentrierte Disziplin
  • Kritische Reflexion der Cultural Studies im Kontext geographischer Forschung

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Situation der Geographen vor der Ersten kulturtheoretischen Wende

Die Geographie wird schon im Altertum als beschreibende Wissenschaft verstanden. In ihren Anfängen diente sie vor allem dazu, Karten zu entwerfen und sogenannte „blinde Flecken“ auf der Erde zu erforschen und zu kartieren. Schon „die Römer erkannten [den Nutzen der Geographie] für die staatliche Organisation des gewaltigen Imperiums“ (HÜBNER 2000:11). Poseidonius wies in seinem Werk „Über den Ozean und die umliegenden Gebiete“ auf die „Abhängigkeit menschlicher Rassen von den klimatischen und topographischen Gegebenheiten“ (HÜBNER 2000:13) hin. Es kann festgehalten werden, dass sogenannte „Klimatheorien“ als entscheidender Argumentationspunkt vorherrschten.

Alexander von Humboldt ist für die Geschichte des Faches Geographie und deren Entwicklung bedeutend. Er gehörte zu einer Gruppe von Geographen, die nicht nur eine Erdbeschreibung anstrebten, sondern darüber hinaus „Universalgelehrtheit“. So brachte er in sein Werk „Kosmos“ nicht nur geographisches Wissen ein, sondern bezog sich auch auf die Botanik und Literatur (WERNER 2004:47). „Um die Mitte des 17. Jahrhunderts ging das erste Zeitalter der Entdeckungen zu Ende, das der allgemeinen Entschleierung der Erde gedient hatte“ (BITTERLING 1959:95).

Humboldt legte großen Wert auf die Betonung des Zusammenhangs von Mensch und Natur. So findet sich ein Kapitel in seinem „Kosmos“ mit der Überschrift „Naturgefühl nach Verschiedenheit der Breiten und der Völkerstämme“. Seinem Werk hat er den Anspruch, nicht nur empirische Gesetze aufzufinden, sondern vor allem Kausalzusammenhänge aufzudecken und zu erforschen (WERNER 2004:51). Seine Forschungsreisen, unter anderem nach Amerika, verbessern die wissenschaftlichen Methoden und erweitern die damaligen Vorstellungen über die Welt (OCHOA 2001:165). Darüber hinaus gab er „Anregung oder Grundlegung zu neuen Wissenszweigen, wie in der Pflanzengeographie, der Meteorologie und Klimatologie, der Meereskunde und nicht zuletzt in der Länderkunde“ (BITTERLING 1959:100). Er selbst begnügte sich in seinen Forschungen mit einem „Welt-Bild“ und strebte nach einer Welterklärung durch das Aufsuchen kausaler Gesetze (BITTERLING 1959:112f). Humboldt bezog wie

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Sozialgeographie ein und skizziert den Übergang zu einer handlungszentrierten Wissenschaftsdisziplin.

2) Ausgangslage vor der Ersten kulturtheoretischen Wende: Das Kapitel beleuchtet das traditionelle Verständnis der Geographie als Erdbeschreibung und analysiert die philosophischen Ansätze von Hegel und Weber.

3) Folgen der Ersten kulturtheoretischen Wende für die Geographie: Hier wird dargelegt, warum die Geographie zunächst an der ersten Wende vorbeiging und in eine Phase der „Raumversessenheit“ verfiel, bevor eine langsame Neuorientierung einsetzte.

4) Der Weg zur Zweiten kulturtheoretischen Wende: Dieser Abschnitt beschreibt die theoretischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zum Cultural Turn in der Geographie führten, sowie die damit verbundene methodologische Kritik.

5) Fazit: Das Fazit fasst die Transformation der Sozialgeographie zusammen und reflektiert die zukünftigen Herausforderungen der Disziplin im Lichte der Globalisierung.

Schlüsselwörter

Cultural Turn, Sozialgeographie, Raum, Gesellschaft, Kultur, Globalisierung, Handlungszentrierung, Wissenschaftstheorie, Länderkunde, Geopolitik, Interpretativ-konstruktivistisch, Paradigmenwechsel, Humangeographie, Alltagspraktiken, Differenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftshistorische Entwicklung der Sozialgeographie und ihre Transformation durch den sogenannten Cultural Turn hin zu einer handlungszentrierten Disziplin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das veränderte Verständnis von Raum und Gesellschaft, die Rolle der Länderkunde, die Auswirkungen der Globalisierung und die Bedeutung menschlicher Alltagspraktiken in der Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Anpassung der geographischen Forschung an veränderte gesellschaftliche Bedingungen und die methodologische Neuausrichtung des Fachs darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer geographiehistorischen Literaturanalyse, die den Wandel von erklärend-beschreibenden Ansätzen hin zu qualitativ-interpretativen Methoden aufzeigt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage vor der ersten Wende, die darauffolgende Stagnation (Raumversessenheit) und den anschließenden Paradigmenwechsel zum Cultural Turn inklusive der Kritik an den Cultural Studies.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialgeographie, Cultural Turn, Raumversessenheit, Handlungszentrierung und interdisziplinäre Forschung.

Warum wird die Phase vor der ersten Wende als „Raumversessenheit“ bezeichnet?

Dieser Begriff beschreibt die Tendenz der Geographen, sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich auf den Forschungsgegenstand „Raum“ zu isolieren und gesellschaftliche Entwicklungen weitgehend zu ignorieren.

Welche Rolle spielten Hegel und Weber für die Geographie?

Ihre geisteswissenschaftlichen Überlegungen lieferten die philosophischen Grundlagen dafür, den Menschen und sein Handeln als zentralen Gegenstand der Sozialwissenschaften zu etablieren, wovon die Geographie erst deutlich später profitierte.

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Details

Titel
Der Cultural Turn in der Geographie
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Insitut für Sozialgeographie)
Note
1,7
Autor
Carolin Töpfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V209020
ISBN (eBook)
9783656367468
ISBN (Buch)
9783656368403
Sprache
Deutsch
Schlagworte
cultural turn geographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Töpfer (Autor:in), 2011, Der Cultural Turn in der Geographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209020
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Leseprobe aus  19  Seiten
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