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Verantwortlichkeiten von Vorständen und Führungskräften

Aufsichtsrecht kompakt

Title: Verantwortlichkeiten von Vorständen und Führungskräften

Textbook , 2008 , 118 Pages

Autor:in: Dipl. Volksw. Wolfgang Stützle (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Mit dieser Lektion werden einige Aspekte der Verantwortlichkeiten von Vorständen und anderen Führungskräften näher erläutert, um den Teilnehmern Hinweise zu geben, auf welchen Gebieten und bei welchen Aufgaben in der täglichen Praxis verantwortliches Handeln angesagt ist. Besonders hervorgehoben werden sollen die im Aktiengesetz, dem GmbH-Gesetz, dem Genossenschaftsgesetz und den Sparkassengesetzen usw. verankerten Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitungen und den inzwischen auch in der neuen Mindestanforderung an das Risikomanagement (MaRisk) niedergelegten Grundsätzen der Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung.
Der Leser soll daran erinnert werden, dass die Geschäftsleiter, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich sind. Diese Verantwortung umfasst unter anderem die Festlegung angemessener Strategien und die Einrichtung angemessener interner Kontrollverfahren und somit für alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements. Die Geschäftsleiter werden dieser Verantwortung nur gerecht, wenn sie die Risiken beurteilen können und die erforderlichen Maßnahmen zu ihrer Begrenzung treffen. Es ist keine Frage, dass in der gegenwärtigen Finanzkrise weltweit viele Geschäftsleiter ihrer Verantwortung für das Risikomanagement zum Teil nur unzureichend nachgekommen sind oder gar vollständig versagt haben. Über das Ausmaß der Mitverantwortung der etablierten Kontrollgremien (Aufsichtsräte/Verwaltungsräte, Interne Revisionen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, staatlichen Aufsichtsbehörden und Notenbanken, Prüfer der Einlagensicherungsfonds) und der Rating-Agenturen an dem anhaltenden Katastrophenszenario wird auch Jahre nach dem Ausbruch der Krise immer noch heiß diskutiert. Das Problem dürfte auch künftig die Schwierigkeit sein, Fehler und Versäumnisse in der Überwachungstätigkeit den einzelnen Kontrollorganen exakt zuzuordnen und diese dann zur Rechenschaft zu ziehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Bundesfinanzministerium ein unabhängiges Forschungsinstitut beauftragt hat, die Arbeitsweisen der nationalen Bankenaufsicht einer umfassenden Begutachtung zu unterziehen. Es ist dem Staatssekretär im BMF wohl zuzustimmen, dass wir eine Balance finden müssen, Märkte funktionieren zu lassen und gleichzeitig Rahmenbedingungen für Finanzmarktstabilität im Lichte ständiger Innovationen zu definieren. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Aspekte der Verantwortung der Geschäftsleitung

1.1 Ziele des Kapitels

1.2 Deutscher Corporate Governance Kodex

1.3 Europäische Vorgaben

1.4 Deutsche Vorgaben

1.5 Ihr Lernerfolg aus diesem Kapitel

1.6 Übungsaufgaben zu diesem Kapitel

2 Anforderungen an Vorstände und Führungskräfte

2.1 Ziele des Kapitels

2.2 Haftungsfragen

2.3 Risikotragfähigkeit

2.4 Strategieformulierung

2.5 Risikomanagement und Risikocontrolling

2.6 Internes Kontrollsystem

2.7 Aktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten

2.8 Inanspruchnahme von Öffnungsklauseln

2.9 Finanzkrise und Zweckgesellschaften

2.10 Ihr Lernerfolg aus diesem Kapitel

2.11 Übungsaufgaben zu diesem Kapitel

3 Besondere Auswirkungen für einzelne Funktionsbereiche

3.1 Ziele des Kapitels

3.2 Risikocontrolling

3.3 Interne Revision

3.4 Handel- und Kreditgeschäft

3.5 Ihr Lernerfolg aus diesem Kapitel

3.6 Übungsaufgaben zu diesem Kapitel

4 Musterlösungen der Übungsaufgaben

Zielsetzung & Themen

Diese Lektion erläutert die rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Verantwortlichkeiten von Vorständen und Führungskräften, insbesondere im Bankensektor, unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Anforderungen und Lehren aus der Finanzkrise.

  • Verantwortung der Geschäftsleitung im deutschen Recht
  • Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)
  • Haftungsrisiken und Pflichten von Entscheidungsträgern
  • Risikotragfähigkeit und Risikomanagementsysteme
  • Bedeutung der Internen Revision und Internen Kontrollsysteme

Auszug aus dem Buch

Finanzkrise und Zweckgesellschaften

Beim Studium der beiden vorangegangenen Kapiteln haben sich viele der interessierten Leser wahrscheinlich gefragt, warum die zur Zeit viel diskutierten Zweckgesellschaften und deren neuen Produkte nicht nach den strengen Regeln der MaRisk(AT 8) über die Aktivitäten in neuen Produkten oder in neuen Märkten gemanagt wurden. Dies mag wohl überwiegend daran liegen, dass die Zweckgesellschaften vielfach ausgegliedert und außerhalb der Bilanz ein Sonderleben(manchmal sogar im Ausland wie bei der SachsenLB) führten. Dazu kam bei einigen Instituten wohl eine zu starke Dezentralisierung und ungenügende Effizienz des Risikomanagements, eine verbesserungswürdige institutsinterne Kommunikation und ein ebenso verbesserungswürdiges Risikobewusstsein. Die mathematischen Modelle zur Bewertung der Risiken waren überaus kompliziert und die Berechnungen basierten zum Teil auf wenig realistischen Annahmen.

Ohne nun in die Details der komplexen strukturierten Produkte einzugehen sei kurz auf die generelle Konstruktion der marktüblichen Verbriefungskonstrukte eingegangen: Unter einer klassischen Verbriefung versteht man die einmalige oder revolvierende Bündelung geeigneter Assets zu einem Pool, der dann auf eine Zweckgesellschaft bzw. ein Special Purpose Vehicle (SPV) übertragen wird. Der Ankauf des Pools durch das SPV wird durch die Emission von Wertpapieren (Asset Backed Securities, ABS) am Geld- oder Kapitalmarkt refinanziert. Diese Wertpapiere sind durch den von der Zweckgesellschaft angekauften Pool („Assets“) gedeckt („backed“) und werden aus deren Zins- und Tilgungszahlungen bedient. Ein Sonderfall sind die so genannten ABCP-Programme(Asset Backed Commercial Paper), bei denen länger laufende Forderungen über ein SPV (hier „Conduit“ genannt) durch kurz laufende Commercial Papers refinanziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Aspekte der Verantwortung der Geschäftsleitung: Dieses Kapitel führt in die Verantwortlichkeiten von Geschäftsleitungen im Kontext aktueller deutscher und internationaler Regelwerke wie dem Corporate Governance Kodex ein.

2 Anforderungen an Vorstände und Führungskräfte: Hier werden die spezifischen Pflichten, Haftungsfragen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Führungskräfte im Kreditgewerbe detailliert dargelegt.

3 Besondere Auswirkungen für einzelne Funktionsbereiche: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Aufgaben und Herausforderungen für das Risikocontrolling, die Interne Revision sowie das Handel- und Kreditgeschäft.

Schlüsselwörter

Geschäftsleitung, Risikomanagement, MaRisk, Aufsichtsrat, Interne Revision, Haftung, Risikotragfähigkeit, Corporate Governance, Finanzkrise, Zweckgesellschaften, Kreditgeschäft, Handel, Compliance, Bankenaufsicht, Risikocontrolling.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Verantwortlichkeiten von Vorständen und Führungskräften in Kreditinstituten im Kontext regulatorischer Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Risikomanagement, Überwachungs- und Kontrollsysteme, Haftungsfragen für Führungskräfte und der Einfluss neuer Bankenregularien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Führungskräften Hinweise zu geben, auf welchen Gebieten und bei welchen Aufgaben in der täglichen Praxis verantwortliches Handeln notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse relevanter Gesetze (wie AktG, KWG), aufsichtsrechtlicher Anforderungen (MaRisk) und der Auswertung von Literatur und Fallbeispielen zur Finanzkrise.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Anforderungen an das Risikomanagement, die Funktionstrennung, die interne Revision und die Verantwortung bei der Einführung neuer Produkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Risikomanagement, MaRisk, Geschäftsleitung, Aufsichtsrat, Interne Revision und Finanzkrise.

Welche Rolle spielen Zweckgesellschaften in der Finanzkrise?

Zweckgesellschaften dienten vielfach als Vehikel, um risikoreiche Investitionen außerhalb der Bilanz zu parken und Eigenkapitalanforderungen zu umgehen.

Warum wird die Funktionstrennung in Banken betont?

Die Funktionstrennung ist ein zentraler Bestandteil des internen Kontrollsystems, um Fehlentwicklungen, Betrugsfälle und risikoreiche Spekulationen durch einzelne Personen zu verhindern.

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Details

Title
Verantwortlichkeiten von Vorständen und Führungskräften
Subtitle
Aufsichtsrecht kompakt
Course
Schriftlicher Lehrgang
Author
Dipl. Volksw. Wolfgang Stützle (Author)
Publication Year
2008
Pages
118
Catalog Number
V209036
ISBN (eBook)
9783656370710
Language
German
Tags
verantwortlichkeiten vorständen führungskräften aufsichtsrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Volksw. Wolfgang Stützle (Author), 2008, Verantwortlichkeiten von Vorständen und Führungskräften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209036
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