1. Einleitung
Pflege wächst zu einer Profession heran. Vorraussetzungen einer Profession sind die politische Organisation der Berufsgruppe, eine bestimmende Berufsethik, ein eigenständiger Handlungsbereich, die gesetzliche Anerkennung, eine einheitliche Ausbildung und die wissenschaftliche Basis. In Österreich gibt es (noch) keine für alle Mitglieder der Berufsgruppe verpflichtende, gesetzlich verankerte Berufsvertretung und damit keinen zwingenden Ethikkodex.
Seit der Einführung des Gesundheits- und Krankenpflegepflegegesetzes (GuKG) 1997 ist der Berufsgruppe gesetzlich ein eigenverantwortlicher Handlungsbereich zugeschrieben und somit ist die gesetzliche Anerkennung gegeben. Ebenso wird darin die Ausbildung einheitlich geregelt. Durch die Etablierung eines Gesundheits- und Pflegestudiums wurde die Grundlage zur Entwicklung einer wissenschaftlichen Basis, der Pflegewissenschaft, geschaffen.
Merkmale einer Wissenschaft sind ein ihr eigener Bereich (Gegenstand), schlussfolgerndes Denken und die Lehrbarkeit des bestehenden Wissens. Der Gegenstand oder die Domäne der Pflege wird mit Hilfe von Theorien oder konzeptuellen Modellen bestimmt. Dadurch kann sich ein für die Pflege spezifischer „Body of Knowledge“ entwickeln. Der Weg zur Erkenntnis muss nachvollziehbar sein, d. h. nach einer bestimmten Methode erfolgen, wobei unter einer Methode ein „Verfahren nach Grundsätzen“ zu verstehen ist. Diese Grundsätze unterscheiden sich nach Art der Methode. Die quantitative Methode beruht auf die positivistische Philosophie, welche davon ausgeht, dass die Welt unabhängig der menschlichen Wahrnehmung existiert und mittels einer kontrollierten Vorgangsweise erforscht werden kann. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methode
2.1 Das Interview
2.2 Der Fragebogen
2.2.1 Einschluss- und Ausschlusskriterien
3. Ergebnisse
3.1 Ergebnisse der quantitativen Erhebung
3.2 Überprüfung der Hypothesen
3.3 Definition der Pflege bezogen auf die Ergebnisse
4. Diskussion
5. Literatur
6. Anhang
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Bakkalaureatsarbeit besteht darin, auf Grundlage von Experteninterviews und einer anschließenden quantitativen Fragebogenerhebung eine fundierte Definition von professioneller Pflege zu entwickeln, zentrale Aufgabenbereiche zu identifizieren und die wesentlichen Ziele der pflegerischen Tätigkeit zu formulieren.
- Entwicklung einer praxisorientierten Definition professioneller Pflege
- Analyse der Rezipienten und Aufgabenbereiche in verschiedenen Pflegeeinstellungen
- Erforschung von Ausbildungseinflüssen auf die pflegerische Sichtweise
- Methodische Triangulation mittels qualitativer Interviews und quantitativer Erhebung
- Reflektion über Professionalisierung und Terminologie in der Pflege
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Pflege wächst zu einer Profession heran. Vorraussetzungen einer Profession sind die politische Organisation der Berufsgruppe, eine bestimmende Berufsethik, ein eigenständiger Handlungsbereich, die gesetzliche Anerkennung, eine einheitliche Ausbildung und die wissenschaftliche Basis. In Österreich gibt es (noch) keine für alle Mitglieder der Berufsgruppe verpflichtende, gesetzlich verankerte Berufsvertretung und damit keinen zwingenden Ethikkodex.
Seit der Einführung des Gesundheits- und Krankenpflegepflegegesetzes (GuKG) 1997 ist der Berufsgruppe gesetzlich ein eigenverantwortlicher Handlungsbereich zugeschrieben und somit ist die gesetzliche Anerkennung gegeben. Ebenso wird darin die Ausbildung einheitlich geregelt. Durch die Etablierung eines Gesundheits- und Pflegestudiums wurde die Grundlage zur Entwicklung einer wissenschaftlichen Basis, der Pflegewissenschaft, geschaffen.
Merkmale einer Wissenschaft sind ein ihr eigener Bereich (Gegenstand), schlussfolgerndes Denken und die Lehrbarkeit des bestehenden Wissens. Der Gegenstand oder die Domäne der Pflege wird mit Hilfe von Theorien oder konzeptuellen Modellen bestimmt. Dadurch kann sich ein für die Pflege spezifischer „Body of Knowledge“ entwickeln. Der Weg zur Erkenntnis muss nachvollziehbar sein, d. h. nach einer bestimmten Methode erfolgen, wobei unter einer Methode ein „Verfahren nach Grundsätzen“ zu verstehen ist. Diese Grundsätze unterscheiden sich nach Art der Methode. Die quantitative Methode beruht auf die positivistische Philosophie, welche davon ausgeht, dass die Welt unabhängig der menschlichen Wahrnehmung existiert und mittels einer kontrollierten Vorgangsweise erforscht werden kann. Hingegen die qualitative Methode basiert auf den Grundsätzen der Postmoderne, welche von einer multiplen und subjektiven konstruierten Realität ausgeht, die durch Interaktion zwischen Forscher und Teilnehmer verstanden werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die theoretischen Voraussetzungen der Pflege als wachsende Profession sowie die Bedeutung einer wissenschaftlichen Basis und Terminologie.
2. Methode: Erläutert das gewählte Vorgehen, bestehend aus qualitativen Experteninterviews zur Kategorienbildung und einer anschließenden quantitativen Fragebogenerhebung.
3. Ergebnisse: Präsentiert die Daten der quantitativen Erhebung, überprüft die aufgestellten Hypothesen und leitet eine neue Definition professioneller Pflege ab.
4. Diskussion: Setzt die Ergebnisse in den Kontext bestehender Definitionen und reflektiert die methodischen Herausforderungen sowie den Einfluss von Ausbildung und Arbeitsumfeld.
5. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
6. Anhang: Enthält das Instrumentarium der Untersuchung, namentlich den verwendeten Fragebogen und die Interviewleitfäden.
Schlüsselwörter
Professionelle Pflege, Pflegewissenschaft, Experteninterview, Fragebogen, Pflegetheorie, Terminologiearbeit, Berufsethik, Grundbedürfnisse, Wohlbefinden, Selbständigkeit, quantitative Erhebung, qualitative Forschung, Pflegeaufgaben, Rezipienten, Gesundheits- und Krankenpflegegesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition und Identität der professionellen Pflege unter Berücksichtigung der Sichtweisen von praktisch tätigen Pflegekräften.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Definition von Pflege, die Bestimmung der Hauptaufgaben, die Zielsetzung pflegerischen Handelns sowie die Einflüsse von Ausbildung und Arbeitsbereich.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, eine auf Expertenwissen basierende, praxisnahe Definition professioneller Pflege zu formulieren, die Aufgabenbereiche klar abgrenzt.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es wurde ein methodisch triangulierter Ansatz gewählt, der qualitative Experteninterviews mit einer standardisierten quantitativen Fragebogenerhebung kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung, die detaillierte Darstellung und Auswertung der Ergebnisse sowie deren kritische Diskussion.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Profession, Pflegewissenschaft, Wohlbefinden, Selbstständigkeit sowie der pragmatische Wahrheitsbegriff im Pflegekontext.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von anderen Pflegedefinitionen?
Im Gegensatz zu rein theoretischen oder ideellen Expertendefinitionen liegt der Fokus hier auf der tatsächlichen täglichen Ausübung und Wahrnehmung durch Pflegekräfte in der Praxis.
Welche Bedeutung haben die Prämissen im Rahmen der Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf philosophische Richtungen wie Pragmatismus und Positivismus, um eine konstruktivistische Sichtweise zu etablieren, die sich von einem „einzig wahren“ Begriff von Pflege distanziert.
Warum ist die Dokumentation für die befragten Pflegekräfte so wichtig?
Die Dokumentation wird sowohl als essenzielles Instrument zur Qualitätssicherung und Information als auch als Schutz vor rechtlichen Konsequenzen betont.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Rolle von Pflegekräften?
Der Autor betont, dass die Pflege durch eine fundierte Ausbildung und eine stärkere Selbstwahrnehmung als eigenständige Profession an Stellenwert gewinnen muss.
- Arbeit zitieren
- Bachelor Albert Etschmaier (Autor:in), 2010, Was ist Pflege? Eine Arbeit über die Bedeutung, die Rezipienten, die Aufgaben und die Ziele der Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209132