Geschlossene Schiffsfonds als Anlagemöglichkeit für Privat Banking Kunden


Projektarbeit, 2012

28 Seiten, Note: 2,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Zielsetzung der Projektarbeit

2.Struktur des Private Banking - Akteure und Geschäftsmodelle
2.1 und Abgrenzung Definition des Private Banking
2.1.1Definition Retail Banking
2.1.2 Definition Private Banking
2.1.3 Definition Private Wealth Management
2.2 Leistungsspektrum des Private Banking

3. Definition und Grundkonzeption Geschlossener Fonds

4. Allgemeine Chancen und Risiken von Geschlossen Fonds

5. Der Schiffsfonds
5.1 Die Marktsituation
5.2 Funktionsweise und Grundstruktur eines Schiffsfonds

6. Geschlossene Fonds als Anlagemöglichkeit für Private Banking Kunden

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Segmentierung von vermögenden Privatkunden nach liquidem Geldvermögen

Abbildung 2: Leistungsspektrum im Private Banking

Abbildung 3: Prozess des Financial Planning

Abbildung 4: Schematischer Verlauf des Kapitalrückflusses bei Geschlossenen Fonds

Abbildung 5: Vergleich von Anlageklassen und Krisenzeiten

Abbildung 6: Aufteilung des Marktes für Geschlossene Fonds nach Fondstypen .

Abbildung 7: Erhöhung der Rendite durch Beimischung von Geschlossenen Fonds

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Zielsetzung der Projektarbeit

Die Volatilität der Kapitalmärkte nimmt zu, dies zeigt der Kursverlauf des Indikator- Indizes VDAX. In Zeiten der Finanzmarktkrise verzeichnete der Index mit 64,28 Punkten seinen Höchststand. Das vermehrte Auftreten von Einschnitte dieser Art am Kapitalmarkt, wie am 6. Oktober 2008, als der Dow Jones Index mehr als 800 Punkte verliert macht deutlich, dass die Komplexität der Anforderungen an ein Investment immer stärker zunehmen.1 Neben dieser Neustrukturierung, findet auch in weiteren Bereichen eine grundlegende Veränderung statt. So wurde der Begriff „Private Banking“ teilweise noch mit Privatbanken bzw. Privatbankiers assoziiert.2 Dieses Bild trifft allerdings nicht mehr auf die Realität zu, denn gerade nach der Finanzmarktkrise verzeichnen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufgrund ihrer engen Beziehung zu kleineren sowie mittelständischen Unternehmen und deren Wunsch nach einer guten Beratung und Vermögensverwaltung erhebliche Mittelzuflüsse. Auch der Aspekt, dass im deutschen Private Banking Markt jährliche Erträge von mindestens neun bis zehn Milliarden Euro erwirtschaftet werden macht die Bedeutung und das Potential dieses Segmentes deutlich.3

Ziel dieser Projektarbeit ist es die Grundkonzeption des Privat Banking sowie der Geschlossenen Fonds, speziell des Schiffsfonds darzustellen. Darauf aufbauend die Chancen und Risiken für Private Banking Kunden in diesem Marktsegment darzustellen und darüber hinaus die Relevanz sowie Vorzüge eines professionellen Betreuungskonzepts zu erläutern.

2.Struktur des Private Banking - Akteure und Geschäftsmodelle

„Private Banking: Kunden mit großem Vermögen im Visier“4, „Der Kunde als Hasardeur und König“5, „Private Banking - Irgendwas mit sehr viel Geld“6, „Citibank will vermögende Kunden locken“7, „Vermögende Privatkunden Die Lieblinge der Banker“8, „So angelt man sich einen Millionär - Banken kämpfen mit allen Mitteln um vermögende Privatkunden (...)“9. So lauten nur einige Schlagzeilen der Finanzpresse zu dem Thema Privat Banking. Alle zusammen sowie die beschriebene Situation aus Kapitel eins machen deutlich, dass das Geschäft mit wohlhabenden Privatkunden bei Finanzdienstleistern und anderen Institutionen vermehrt auf ein sehr großes Interesse stößt. Doch was wird eigentlich unter Private Banking verstanden? In der Fachliteratur ist die Belegung des Begriffs „Private Banking“ sehr uneinheitlich, deswegen werden in den weiteren Unterpunkten die Begriffe abgegrenzt und im Folgenden eine Definition des Untersuchungsgegenstands Private Banking gegeben.10

2.1 und Abgrenzung Definition des Private Banking

Der Begriff „Private Banking“ kann anhand von verschiedenen Kriterien abgegrenzt werden. Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche nehmen beispielsweise eine Segmentierung hinsichtlich des liquiden Geldvermögens (Depotvolumen plus Einlagen ohne Immobilienvermögen) sowie teilweise nach dem Jahreseinkommen oder dem Entwicklungspotential des Kunden vor.11 Dabei kann grundsätzlich zwischen Retail Banking ( Mengengeschäft ) und Private Banking differenziert werden. Diese beiden Teilbereiche des Privatkundengeschäfts bei Finanzdienstleistern werden ergänzt durch das Private Wealth-Management und die Family Offices. Dabei ist der Begriff des Retail Banking deutlich von dem des Private Banking sowie den anderen Teilbereichen abzugrenzen. Dies ist zunächst wesentlich durch die zugrunde liegenden Zielkunden und dem daraus folgenden Dienstleistungsangebot zu begründen.12

2.1.1 Definition Retail Banking

Unter Retail Banking versteht man ein standardisiertes Mengengeschäft für die „breite Masse“ der Bevölkerung. Der Kundenkreis ist dadurch definiert, dass er nicht vermögende bis mäßig vermögende Kunden beinhaltet. Daraus ist abzuleiten, dass im Retail Banking Bereich eine Konzentration auf geringe Anlagevolumina vorherrschend ist. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot wird vor allem durch Einheitlichkeit, geringen Beratungsbedarf sowie einem produkt- oder produktionszentrierten Beratungsansatz bestimmt.

Dies ist bedingt durch die Abhängigkeit von großen Mengen und dem nicht zu überschauenden Kundenkreis sowie dem Wunsch nach leicht verständlichen Produkten.13 Deswegen stehen hier die Basisdienstleistungen im Vordergrund, die die Gesamtheit der bankspezifischen Grunddienstleistungen implizieren. Darunter sind vordergründig die Organisation des Zahlungsverkehrs, Wertpapierabwicklung und -verwahrung, die Absicherung persönlicher Risiken, Kreditgeschäft, Bausparen, Altersvorsorge und Sparprodukte zu verstehen.14

2.1.2 Definition Private Banking

Hierbei handelt es sich um ein Betreuungskonzept für vermögende Privatkunden.15 Was genau vermögend heißt, ist nicht einheitlich definiert. Deswegen wird in der vorliegenden Projektarbeit die Bedeutung des Begriffs „vermögend“ genauer dargestellt. Um dies illustrieren zu können, werden die verschiedenen institutsspezifischen Segmentierungsgrenzen der Finanzdienstleister beleuchtet. Die folgende Abbildung zeigt die drei zentralen Betreuungsarten im Privatkundensegment. Diese kann durch weitere Untergliederungen ergänzt und vervollständigt werden, wie z.B. durch Ultra High Net Worth Individuals usw.. Die Untergliederungen haben allerdings für die vorliegende Projektarbeit keine Relevanz, deswegen wird sich der Autor auf die drei veranschaulichten Segmente beschränken. Die Einteilung basiert auf der Segmentierung der Deutschen Bank, die als Marktführer prädestiniert dafür ist. Das Betreuungskonzept des Private Banking beginnt ab einer Summe von 250.000,00 Euro frei verfügbarem Vermögen, während Privatkunden ab einer Summe von 2.000.000,00 Euro dem Private Wealth Management zugeordnet werden.16 Im Privat Banking Bereich liegt der Schwerpunkt auf der individuellen und qualitativ hochwertigen Dienstleistung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Segmentierung von verm ö genden Privatkunden nach liquidem Geldverm ö gen

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Faust, M., Borst, H.: Private Banking und Wealth Management, 2. Aufl., Frankfurt School Verlag, 2007 Frankfurt am Main

Es wird eine ganzheitliche und bedürfnisorientierte Finanz- und Risikoplanung angestrebt, die nicht vom Retail Banking abgedeckt werden kann. Das Betreuungskonzept ist langfristig ausgelegt und fußt auf einer vertrauensvollen, diskreten und persönlichen Geschäftsbeziehung zwischen dem Kunden und dem Berater.

Durch den Aspekt der Langfristigkeit wird deutlich, dass das Betreuungskonzept des Private Banking die Planung und Umsetzung der finanziellen Zukunftsvorstellungen über den gesamten Lebenszyklus bis hin zur Nachfolge- und Erbschaftsregelung beinhaltet.17 Die Produktpalette auf die hierbei zurückgegriffen werden kann reicht von den standardisierten bis hin zu den individuellen Elementen. Beispielhaft hierfür sind zum einen Geschlossene Fonds sowie Finanztermingeschäfte. Diese setzten einen hohen Beratungs- und Erklärungsbedarf sowie ein hohes liquides Geldvermögen voraus.

2.1.3 Definition Private Wealth Management

Die Begriffe Private Wealth Management und Privat Banking werden in der Literatur häufig synonym verwendet oder nicht klar voneinander abgegrenzt. Eine Abgrenzung ist jedoch grundlegend vorzunehmen. Während sich das Private Banking vorzugsweiße mit dem Finanzvermögen befasst, kann man in Bezug auf das Private Wealth Management die Vermögensbestandteile des Human- und Sozialvermögens ergänzen. Weiterführend bildet das Private Wealth Management eine Spezifikation in den Bereichen des Planens, Realisierens und Kontrollierens des Gesamtvolumens eines Kunden.18 Es findet also eine Ausweitung der Dimension im Bereich des Dienstleistungsangebotes statt.

2.2 Leistungsspektrum des Private Banking

Wie in Kapitel 2.1.2 aufgezeigt, verfolgen viele Private Banking Anbieter einen ganzheitlichen Ansatz und unterstützen ihr Kundenklientel in allen vermögensrelevanten Belangen.

Daraus folgert ein umfangreiches Dienstleistungsangebot, dass neben der klassischen Anlageberatung sowie der Vermögensverwaltung ergänzende Aspekte wie beispielsweise die Nachlass- und Stiftungsberatung sowie die Beratung bei Kunsterwerb enthält.19 Es zeigt sich, dass dies gerade immer mehr bei Familienunternehmen oder in Zeiten eines Börsencrashs an Relevanz gewinnt. Das Fundament und damit die Kerndienstleistung bildet bei dem Beratungsansatz des Private Banking die Anlageberatung sowie die Vermögensverwaltung. Die Diskrepanz zwischen den beiden liegt in der Entscheidungsfindung. Bei der Anlageberatung werden dem Kunden die Produkte und deren Strukturen erklärt und des weiteren empfohlen. Diese umfasst die verschiedensten Wertpapiergattungen, wie z.B. Aktien, Anleihen, Anlagezertifikate, Investmentfonds, Finanztermingeschäfte und Derivate sowie Alternative Investments wie Dach- bzw. Single-Hedgefonds, Private Equity, Commodities und Geschlossene Fonds. Die Initiative geht hier von dem Kunden aus, denn er trifft die finale Entscheidung über eine Anlage selbständig. Im Gegensatz dazu stellt bei der Vermögensverwaltung ein prädestinierter Vermögensverwalter die letzte Entscheidungsinstanz dar.20 Dieser verwaltet das Portfolio des Kunden und muss gewissenvoll aber vor allem im Interesse des Kunden das Vermögen gewinnbringend auf dem Kapitalmarkt platzieren. Maßgeblich ist hierbei, dass die vereinbarten Vermögensanlagerichtlinien eingehalten werden.21 Genauere Normen und Vorgaben sind im WpHG geregelt. Beispielhaft anzubringen ist WpHG §31 Satz 1 Abschnitt 1 und 2. Dieser besagt, dass ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen verpflichtet ist, „ Wertpapierdienstleistungen und Wertpapiernebendienstleistungen mit der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Interesse seiner Kunden zu erbringen, (...)“.22

[...]


1 Unbekannter Autor, Chroniken der Krise, online im Internet, http://www.tagesschau.de/wirtschaft/chronologiefinanzmarktkrise106.html vom 21.11.2008, Abfrage vom 20.08.2011

2 Vgl. Echter, C.: Hedgefonds-Investments im Private Banking - Eine empirische Analyse des deutschen Marktes, Diss., Augsburg 2008

3 Vgl. Dr. Vossen & Partner, bbw Marketing: Studie - Private Banking 2010/2011, Oktober 2010

4 Welt Online,Peter Michael Wolf http://www.welt.de/printwelt/article367281/Private_Banking_Kunden_mit_grossem_Vermoeg en_im_Visier.html vom 07.01.2002, Abfrage vom 22.08.2011

5 Neue Zürcher Zeitung, Marco Kauffmann Bossart, online im Internet http://www.nzz.ch/finanzen/private_banking/der_kunde_als_hasardeur_und_koenig_1.10932 691.html vom 15.06.2011, Abfrage vom 22.08.2011

6 Die Zeit, Arne Storn, online im Internet http://www.zeit.de/2010/36/GS-Private-Banking- Crashkurs vom 02.09.2010, Abfrage vom 22.08.2011

7 Handelsblatt, Autor unbekannt, online im Internet http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/citibank-will-vermoegende-kunden- locken/2606082.html vom 26.01.2006, Abfrage vom 22.08.2011

8 Frankfurter Allgemeine Zeitung, Autor unbekannt, online im Internet http://www.faz.net/artikel/C31151/vermoegende-privatkunden-die-lieblinge-der-banker- 30157167.html vom 17.08.2007, Abfrage vom 22.08.2011

9 Süddeutsche Zeitung, Caspar Busse, online im Internet http://www.sudeutsche.de/geld/renaissance-des-privatbankiers-so-angelt-man-sich-einen- millionaer-1.878737 vom 16.03.2007, Abfrage vom 22.08.2011

10 Vgl. Rudolf, M.: Private Banking, 1 Aufl., Frankfurt School Verlag, S. 22

11 Vgl. Echter, C.: Hedgefonds-Investments im Private Banking - Eine empirische Analyse des deutschen Marktes, Diss., Augsburg 2008

12 Vgl. Rudolf, M.: Private Banking, 1 Aufl., Frankfurt School Verlag, S. 22

13 Vgl. Rudolf, M.: Private Banking, 1 Aufl., Frankfurt School Verlag, S. 23

14 basisdienstl sparkasse informieren

15 Vgl. Echter, C.: Hedgefonds-Investments im Private Banking - Eine empirische Analyse des deutschen Marktes, Diss., Augsburg 2008

16 Vgl. Echter, C.: Hedgefonds-Investments im Private Banking - Eine empirische Analyse des deutschen Marktes, Diss., Augsburg 2008

17 Koye, B.: Private Banking im Informationszeitalter - eine Analyse der strategischen Geschäftsmodelle, Diss., Bern 2005

18 Vgl. Rudolf, M.: Private Banking, 1 Aufl., Frankfurt School Verlag, S. 25

19 Vgl. Echter, C.: Hedgefonds-Investments im Private Banking - Eine empirische Analyse des deutschen Marktes, Diss., Augsburg 2008

20 Vgl. Echter, C.: Hedgefonds-Investments im Private Banking - Eine empirische Analyse des deutschen Marktes, Diss., Augsburg 2008

21 Vgl. Hochberger, B.: Financial Planning - Eine Finanzdienstleistung für private Haushalte des Retail-Segmentes, Diss., Bayreuth 2003

22 Vgl. Deutsche Gesellschaft für Finanzplanung e.V., online im Internet www.Finanzplanung.de vom 08.10.2001, Abfrage vom 22.08.2011

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Geschlossene Schiffsfonds als Anlagemöglichkeit für Privat Banking Kunden
Hochschule
Duale Hochschule Baden Württemberg Mosbach
Note
2,4
Autor
Jahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V209164
ISBN (eBook)
9783656367703
ISBN (Buch)
9783656368878
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlossene, fonds, anlagemöglichkeit, privat, banking, kunden, beachtung, schiffsfonds
Arbeit zitieren
Pascal Hemberger (Autor), 2012, Geschlossene Schiffsfonds als Anlagemöglichkeit für Privat Banking Kunden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209164

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