Die historische Rolle der Stauferpfalz Wimpfen


Hausarbeit, 2006

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lage und frühe Geschichte des Ortes

3. Entstehung und Bedeutung der Pfalz

4. Grundriss und Gebäude

5. Der Streit um die Belehnung mit der Pfalz

6. Häufige Besuche von Heinrich VII. in Wimpfen

7. Weitere Geschichte der Pfalz Wimpfen

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis
9.1. Quellenverzeichnis
9.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

Wer sich eingehend mit dem Reisekönigtum des Mittelalters beschäftigt, dem stellt sich zwangsläufig die Frage, wie eine solche Form der Herrschaftsausübung in der Praxis funktionierte. Voraussetzung hierfür war ein dichtes Netz von Burgen, in denen der König jederzeit Unterkunft finden konnte und die auch immer auf einen Besuch des Königs vorbereitet waren. Dafür wurden im gesamten Reichsgebiet Pfalzen geschaffen. Gegenstand dieser Hausarbeit soll die größte Stauferpfalz auf dem Gebiet des heutigen Deutschland sein, die Pfalz zu Wimpfen.

Warum wurde gerade an diesem Ort eine Pfalz erbaut und weshalb erreichte sie vor allem unter Heinrich (VII.) eine solche Bedeutung? Des Weiteren soll auf die Anlage der Gebäude eingegangen werden, denn bis zum heutigen Tag sind schon aus der Ferne die hoch über dem Neckar emporragenden Bauten des Roten und des Blauen Turms zu sehen. Durch diese markante Silhouette werden immer noch viele Touristen und auch Wissenschaftler angelockt, die sich mit der Frage nach der Vergangenheit dieser einst so mächtigen Pfalz befassen.

Ein weiterer Grund für die Bekanntheit der Pfalz Wimpfen ist, dass sich an diesem Ort Heinrich (VII.) seinem Vater Friedrich II. unterworfen hat. Dieser Augenblick hatte Auswirkungen auf die Thronfolge innerhalb der Dynastie der Staufer und damit auch auf den weiteren Verlauf der Geschichte Deutschlands.

2. Lage und frühe Geschichte des Ortes

Das heutige Bad Wimpfen ist etwa 10 Kilometer neckarabwärts von Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg gelegen. Hier verlief eine wichtige Fernstraße, die in früherer Zeit Frankreich mit dem Donauraum verband. Bei Wimpfen überquerte sie durch eine seit der Römerzeit existierende Brücke, den Neckar und trennte sich hier anschließend in zwei Zweige. Der Eine führte nach Nürnberg und der Andere über Öhringen zur Donau.[1] Die Bedeutung dieser Völkerstraße ist auch daraus ersichtlich, dass der Name Wimpfen keltischen Ursprungs ist.[2] Eine Besiedlung hat also schon in vorchristlicher Zeit stattgefunden. Auch die Römer haben in Wimpfen im Tal zur Sicherung der Grenze gegen die Germanen ein Kastell errichtet.[3] Dieses wurde wiederum von den Alemannen zerstört, die im 3. Jahrhundert den Limes überwanden und das Gebiet eroberten und besiedelten. Sie gründeten direkt neben den römischen Ruinen eine eigene Niederlassung, die wiederum um 500 von den Franken übernommen wurde.[4] Schließlich ging das Territorium in den Besitz des Bischofs von Worms über.

Ein zweiter Grund für den Bau einer befestigten Anlage an diesem Platz war neben der günstigen Lage an dieser Fernstraße der Felsvorsprung, der hier 50 Meter über den Neckar emporragt.[5] Zum einen war die Pfalz dadurch gegen einen feindlichen Angriff sehr gut geschützt und zum andern hatten die Wachtposten von den Türmen aus einen sehr guten Überblick über die Umgebung. Diese konnten somit „im Umkreis einer Stunde jede Bewegung bequem beobachten.“[6]

3. Entstehung und Bedeutung der Pfalz

Seit dem Ende des 9.Jahrhundert gehörte das Gebiet, auf dem die Pfalz Wimpfen errichtet wurde, zum Bistum Worms. In dessen Besitz gelangte es vermutlich durch Schenkung.[7] Für den jeweiligen Bischof von Worms hatte das umliegende Territorium eine große Bedeutung. Seit dem Ende des 11.Jahrhunderts war deshalb der Ritterstift Wimpfen im Tal Sitz eines der vier Archidiakonate des Bistums.[8]

Bis heute gibt es unterschiedliche Ansichten unter den Wissenschaftlern, wann mit dem Bau der Pfalz zu Wimpfen begonnen wurde und auch wann er abgeschlossen war. Historiker, die mit kunstgeschichtlichen Vergleichen arbeiten, datieren den Baubeginn auf das Jahr 1200 oder danach. Manche Schätzungen gehen sogar von einer Fertigstellung des Baus erst zwischen den Jahren 1220 und 1230 aus.[9] Grundlage hierfür ist die Datierung anderer bedeutender Bauten der Stauferzeit, vor allem des Wormser Doms. Neueren Forschungserkenntnissen zufolge, die mit Hilfe der Dendrochronologie erarbeitet wurden, ist diese Schätzung der Kunstwissenschaft aber falsch. Folglich wurden auch andere Bauwerke der Stauferzeit, wie die Pfalz Gelnhausen oder die Kapelle des Trifels aber eben auch die Wimpfener Pfalz falsch datiert.[10]

Politisch argumentierende Historiker legen den Baubeginn der Pfalz nämlich in die 1180er Jahre. Das Hauptargument dafür sind die Besuche von Friedrich I. und Heinrich VI. in Wimpfen, die es nahe legen, dass zu diesem Zeitpunkt die Pfalz bereits fertig gestellt war.[11] Ersterer stellte hier im Februar 1182 eine Urkunde für die Bischofsstadt Trient aus.[12] Vermutlich nahm Friedrich I. seine Unterkunft in der Pfalz. Aber es wäre auch möglich, dass er im Hof des Bischofs von Worms übernachtete.[13] Für Heinrich VI. sind sogar zwei Aufenthalte für die Jahre 1190 und 1192 nachweisbar.[14] Vermutlich ließ sich auch schon Friedrich I. vom Wormser Bischof mit mehreren Gebieten rückbelehnen. Für den Kaiser war das Wichtigste davon Wimpfen.[15] Dies lässt darauf schließen, dass der Bau der Pfalz in seine Regierungszeit fällt.[16] Außerdem lässt es die finanzielle und politische Krise der staufischen Herrschaft zum Ende des 12.Jahrhunderts und zu Beginn des 13.Jahrhunderts unwahrscheinlich erscheinen, dass zu diesem Zeitpunkt der Bau eines so großen Projektes ausgeführt wurde, wie es die Pfalz zu Wimpfen darstellte.[17]

[...]


[1] Vgl. Reinhold Bührlen: Wimpfen am Berg und im Tal. Ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung. In: Arens, Fritz und Bührlen, Reinhold: Die Kunstdenkmäler in Wimpfen am Neckar. Mainz: 1958. S.5.

[2] Vgl. ebd.

[3] Vgl. Bührlen: Wimpfen am Berg und im Tal. S.6.

[4] Vgl. Bührlen: Wimpfen am Berg und im Tal. S.6f.

[5] Vgl. Fritz Arens: Die Königspfalz Wimpfen. Berlin: 1967. S.38.

[6] Ebd.

[7] Vgl. Bührlen: Wimpfen am Berg und im Tal. S.7.

[8] Vgl. Günther Binding: Deutsche Königspfalzen von Karl dem Großen bis Friedrich II. (765-1240). Darmstadt: 1996. S.349.

[9] Vgl. Arens: Wimpfen. S.146.

[10] Vgl. Walter Hotz: Pfalzen und Burgen der Stauferzeit. Darmstadt: 1981. S.14.

[11] Vgl. Andreas Hafer: Wimpfen. Stuttgart: 1993. S.61.

[12] Vgl. Ferdinand Opll: Friedrich Barbarossa. In: Herde, Peter (Hg.): Gestalten des Mittelalters und der Renaissance. Darmstadt: 1998. S.134.

[13] Vgl. Ferdinand Opll: Das Itinerar Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190). Wien, Köln, Graz: 1978. S.79.

[14] Vgl. Opll: Itinerar Barbarossa. S.155.

[15] Vgl. Karl Bosl: Die Reichsministerialität der Salier und Staufer. Ein Beitrag zur Geschichte des hochmittelalterlichen deutschen Volkes, Staates und Reiches. Teil 1. In: Schriften der Monumenta Germaniae historica. Band 10. Deutsches Institut für Erforschung des Mittelalters. (Hg.) Stuttgart: 1950. S.152.

[16] Vgl. Bührlen: Wimpfen am Berg und im Tal. S.11.

[17] Vgl. Hafer: Wimpfen. S.61.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die historische Rolle der Stauferpfalz Wimpfen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Philosophische Fakultät I)
Veranstaltung
Das Reisekönigtum im Früh- und Hochmittelalter
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V209265
ISBN (eBook)
9783656368632
ISBN (Buch)
9783656369172
Dateigröße
3347 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Wimpfen ist die größte Stauferpfalz auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Im 13. Jahrhundert spielte sie eine große Rolle als Herrschaftsort der staufischen Könige. Bis heute prägt die ehemalige Pfalz das Stadtbild Bad Wimpfens und ist durch ihre markante Lage auf einer Bergnase oberhalb des Neckars weithin sichtbar.
Schlagworte
stauferpfalz, wimpfen, welche, rolle, geschichte
Arbeit zitieren
Magister Artium Jens Schmukal (Autor), 2006, Die historische Rolle der Stauferpfalz Wimpfen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209265

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