[...] Sich in die Lage eines Wachkomapatienten zu versetzen fällt vermutlich
nicht nur mir sehr schwer. Auch aus diesem Grund habe ich mich dazu
entschieden, eine Hausarbeit zu dem Thema Wachkoma zu schreiben.
Zudem werde ich im fünften Semester meine Praxisphase in einem
Wachkomahaus absolvieren. Da ich in diesem Bereich absolutes Neuland
betreten werde, möchte ich mich durch diese Arbeit möglichst gut auf die
anstehende Praxisphase vorbereiten. Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit
sollen die Entwicklung eines heilpädagogischen Handlungskonzepts sowie
eine Angebotsplanung für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
stehen.
Zunächst werde ich unter medizinischer Betrachtung das Wachkoma
erläutern, um so ein grundlegendes Verständnis zu erlangen. Dabei
orientiere ich mich u.a. an der Entwicklung und Prognose von Wachkomapatienten und den damit verbundenen (Lebens)Bedingungen.
Aufbauend darauf werde ich die heilpädagogische Intervention für
Wachkomapatienten begründen. Im Anschluss daran werde ich
unterschiedliche interdisziplinäre Handlungskonzepte aufzeigen, die als
Therapieansatz für Wachkomapatienten von Bedeutung sind. Bevor ich
zur Angebotsplanung im zweiten Teil der Hausarbeit komme, werde ich
die Musiktherapie als Methode vorstellen.
Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass in der folgenden Arbeit mit der
Bezeichnung „Heilpädagogen“ immer die weibliche Form mit
eingeschlossen ist. Im Übrigen gilt dies auch für die Bezeichnungen
„Ergotherapeuten, pflegenden Fachkräften, Therapeuten,
Heilerziehungspflegern, Kinästhetiktrainern, Musiktherapeuten sowie
Bobath-Therapeuten oder Patienten bzw. Wachkomapatienten“.
Außerdem werde ich die Bezeichnung „Patient bzw. Wachkomapatient“
anstatt Klient benutzen, da die Fachliteratur ebenfalls diese Bezeichnung
gebraucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Entwicklung eines heilpädagogischen Handlungskonzepts für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
1.1 Einleitung
1.2 Junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
1.2.1 Entstehung, Ursachen und Diagnose
1.2.2 Entwicklung und Prognose
1.2.3 Erschwerte (Lebens)Bedingungen für Patienten in Phase F
1.3 Begründung und Legitimität von heilpädagogischer Intervention
1.4 Geeignete interdisziplinäre und rehabilitative Maßnahmen
1.4.1 Das Affolter-Modell
1.4.2 Physiotherapie
1.4.3 Ergotherapie
1.4.4 Logopädie
1.4.5 Basale Stimulation in der Pflege
1.4.6 Kinästhetik
1.4.7 Musiktherapie
1.5 Ausblick
Literaturverzeichnis
2. Musiktherapie als heilpädagogische Angebotsplanung für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
2.1 Einleitung
2.2 Musiktherapie
2.3 Musiktherapie zur Steigerung der Lebensqualität für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F
2.4 Angebotsplanung
2.4.1 Formulierung des Richtziels
2.4.2 Die Einheiten der Angebotsplanung
2.5 Ausführliche Darstellung einer exemplarischen Einheit
2.6 Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was kennzeichnet das Wachkoma der Phase F?
Phase F bezeichnet die Phase der Langzeitaktivierung und Dauerpflege für Menschen mit schweren neurologischen Schädigungen, bei denen die medizinische Rehabilitation weitgehend abgeschlossen ist.
Welche Rolle spielt die Heilpädagogik bei Wachkomapatienten?
Heilpädagogische Interventionen zielen darauf ab, die Lebensqualität zu steigern, Kommunikationsmöglichkeiten zu eröffnen und die Teilhabe trotz schwerster Einschränkungen zu fördern.
Wie kann Musiktherapie im Wachkoma helfen?
Musiktherapie wird als Methode zur basalen Stimulation genutzt, um emotionale Reaktionen hervorzurufen und den Kontakt zur Umwelt zu stabilisieren.
Was ist das Affolter-Modell?
Es ist ein therapeutischer Ansatz, der durch geführtes Bewegen im Alltag die taktile Wahrnehmung und das Verständnis der Umwelt bei hirngeschädigten Menschen fördert.
Was versteht man unter Basaler Stimulation?
Ein Konzept zur Förderung von Menschen in krisenhaften Lebenssituationen, das über körpernahe Angebote (Berührung, Geruch, Bewegung) den Zugang zum eigenen Körper und zur Umwelt ermöglicht.
Warum ist interdisziplinäre Zusammenarbeit in Phase F wichtig?
Die Komplexität des Wachkomas erfordert das Zusammenwirken von Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Heilpädagogik für eine ganzheitliche Betreuung.
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- Florian Flügge (Author), 2012, Entwicklung eines heilpädagogischen Handlungskonzepts für junge Erwachsene im Wachkoma der Phase F, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209276