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Globalisierung und Nationalkulturen - Argumente gegen deren Verwestlichung

Title: Globalisierung und Nationalkulturen - Argumente gegen deren Verwestlichung

Diploma Thesis , 2002 , 99 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Peter Pfeifer (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Summary Excerpt Details

In der Literatur gibt es einige Ansätze, die sich mit kulturellen Aspekten der Globalisierung auseinandersetzen. Zusammengefasst können diese Ansätze auf zwei wesentliche reduziert werden: Konvergenztheorie und Divergenztheorie.

Bei der Konvergenztheorie lassen sich die Argumente ihrer Vertreter dahingehend zusammenfassen, dass infolge der Globalisierung ganze Gesellschaftssysteme und Nationalkulturen dazu tendieren, sich einander anzugleichen. Die nationalen und regionalen Unterschiede und Vorlieben würden sich demnach einander anpassen und die Bearbeitung der Märkte wäre überall gleich. Die wesentliche Aussage der Konvergenztheorie ist die stets fortschreitende Annäherung unterschiedlicher Kulturkreise auf Grund technischer und wirtschaftlicher Entwicklung, wodurch auch kulturelle Differenzen allmählich verschwinden. Kulturelle Aspekte haben gemäß der Konvergenztheorie einen weit geringeren Einfluss auf die Entwicklung als ökonomische oder technische Aspekte.

Theodore Levitt kann als einer der Hauptvertreter der Konvergenztheorie angesehen werden. Mit seinem Werk „The globalization of markets“ (Vgl. Levitt Th.: general drifts towards the homogenization of the worlds. S. 93 1983) versucht er aufzuzeigen, wie die zunehmende, gleichartige Nachfrage bei Konsumgütern auch zu einer immer größer werdenden Annäherung von Kulturen führt. Er geht hierbei, wie viele andere Autoren auch, vom Primat der Ökonomie und Technologie aus, welche alle anderen Variablen der Globalisierung beeinflussen. Ökonomische Aspekte der Globalisierung werden 1:1 auf kulturelle Aspekte der Globalisierung übertragen. So schreibt Theodore Levitt: „Die Produkte und Methoden unserer industrialisierten Welt geben den Ton an und alle tanzen nach ihrer Pfeife. Das Verlangen nach noch größerer globaler Anpassung ist noch nicht befriedigt; der Motor ist dabei die Macht der Technologie, die unser Zeitalter entscheidend prägt. Die Unterschiede, die es noch gibt, sind rudimentäre Bestandteile unseres kulturellen Erbes, die Werte, Normen und die Institutionen selbst. Einige verschwinden im Laufe der Zeit, andere werden weltweit zum

Allgemeingut.“ (Levitt Th.: Die Macht des kreativen Marketing, S. 48, Düsseldorf 1986 bzw. Levitt Th.: The globalization of markets, Harvard Business Review, S. 90 - 102 May/June 1983)

Im Gegensatz zur Konvergenztheorie geht die Divergenztheorie davon aus, [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1: Einleitung

1.1: Konvergenz – Divergenztheorie

1.2: Darstellung der Forschungsfrage

1.3: Aufbau der Arbeit

1.4: Ganzheitlicher Ansatz

2: Globalisierung

2.1: Einleitung und Definition von Globalisierung

2.2: Dimensionen der Globalisierung

2.2.1: Ökonomische Dimension

2.2.1.1: Neoliberalismus

2.2.1.2: Globalismus

2.2.2: Soziale Dimension

2.2.3: Technologische Dimension

2.2.4: Politische Dimension

2.2.5: Kulturelle Dimension

2.2.6: Ökologische Dimension

2.3: Resümee

3: Kultur und Nationalkultur

3.1: Einleitung

3.2: Kulturkonzept nach Keller und Definition von Kultur

3.3: Nationalkultur und Kritik am Nationalkulturkonzept

3.4: Sozialisation der Kultur

3.4.1: Definition der Sozialisation und Formen der Sozialisationen

3.4.2: Enkulturisation und Sozialisation von Kultur nach Keller

3.4.3: Kultur als mentale Programmierung

3.4.4: Kultur als Orientierungssystem

3.5: Konzept der universalen Kultur

3.6: Konzept der Davos-Kultur

3.7: Endogen gewachsene Wirtschaftsstrukturen als Ausprägung von Kultur

3.8: Resümee

4:Verwestlichung

4.1: Einleitung

4.2: Merkmale des Westens

4.3: Definition der Verwestlichung

4.4: Begriffsbestimmung der Modernisierung

4.5: Abgrenzungsmodell nach Huntington

4.6: Resümee aus dem Abgrenzungsmodell

5: Nichtverwestlichung von Nationalkulturen durch die Globalisierung

5.1: Einleitung

5.2: Statische und dynamische Aspekte von Kultur

5.2.1: Sozialisationsbedingte Beharrungsvermögen von Kultur

5.2.2: Dynamische Komponenten von Kultur

5.2.3: Kulturell bedingte Trägheit von endogenen geprägten Wirtschaftsstrukturen

5.3: Universale Kultur als Oberflächenerscheinung

5.3.1: Gegenargumente zur Theorie des Entstehens einer universalen Kultur

5.3.2: Davos-Kultur als weltweite Subkultur der Eliten

5.3.3: Das Entstehen von Universalkultur als ethnozentristische Sichtweise

5.4: Durch die Globalisierung bedingtes Entstehen von kultureller Diversität

5.5: Kreolisierung

5.5.1: Einleitung und Begriffsbestimmung

5.5.2: Nichtmachbarkeit von Kultur

5.5.3: Reziprozität von Kultur

5.5.4: Herausbildung von transkulturellen Gruppen

5.5.5: Herausbildung eines übergeordneten, globalen Referenzsystems

5.6: Resümee

6: Schlusswort und Darstellung der zentralen Aussagen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Annahme, dass eine durch Globalisierung getriebene Vereinheitlichung von Märkten und Lebensgewohnheiten zwangsläufig zu einer Verwestlichung von Nationalkulturen führt, und hinterfragt kritisch die Konvergenztheorie sowie das Konzept einer universalen Kultur.

  • Multidimensionale Analyse der Globalisierungseffekte auf verschiedene Gesellschaftssysteme.
  • Untersuchung des Beharrungsvermögens von Nationalkulturen gegenüber westlichen Einflüssen.
  • Kritische Beleuchtung der "Davos-Kultur" und anderer Konzepte des globalen Elitendenkens.
  • Erforschung von Ansätzen wie "Kreolisierung" und "Glokalisierung" als Gegenentwürfe zum Kulturhomogenisierungsszenario.
  • Reflexion der Rolle von Wirtschaftsstrukturen als Ausdruck kultureller Eigenheiten.

Auszug aus dem Buch

3.4.4: Kultur als Orientierungssystem

„Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisches Handlungsfeld und schafft damit die Voraussetzung zur Entwicklung eigenständiger Formen der Umweltbewältigung.“ (Thomas A.: Kulturvergleichende Psychologie, S. 380, Göttingen 1993)

Wenn Menschen aufeinandertreffen, die in unterschiedlichen Kulturen sozialisiert wurden, orientieren sich die Menschen an den eigenen sozialisierten Werten, Normen und Bewertungsmaßstäben. Im interkulturellen Kontakt werden die internalisierten Werte und Erfahrungen aktiviert und zur Orientierung genutzt. Dies ist zwar innerhalb der eigenen Kultur zielführend, im Umgang mit anderen Kulturen kann dies aber Grund für Fehlinterpretationen und Missverständnisse sein.

Zentrale Merkmale des kulturspezifischen Orientierungssystems lassen sich als Kulturstandards definieren. Darunter werden alle Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns verstanden, die von einer überwiegenden Zahl der Angehörigen einer Kultur für sich persönlich und andere als normal, typisch und verbindlich betrachtet werden. Solche Kulturstandards dienen der Beurteilung und nötigenfalls der Regulierung von eigenem und fremdem Verhalten. Zentrale Kulturstandards sind solche, die in sehr unterschiedlichen Situationen wirksam werden und weite Bereiche der Wahrnehmung, des Denkens, Wertens und Handelns regulieren, und die insbesondere für die Steuerung der Wahrnehmungs-, Beurteilungs- und Handlungsprozesse zwischen Individuen bedeutsam sind. (Vgl. Thomas A.: Kulturvergleichende Psychologie, S. 380, Göttingen 1993)

Solche zentralen Standards einer bestimmten Kultur können in einer anderen vollkommen fehlen oder aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Verschiedenen Kulturen können ähnliche Standards, jedoch mit unterschiedlicher Bedeutung und unterschiedlich weiten Toleranzbereichen aufweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1: Einleitung: Stellt die Konvergenz- und Divergenztheorie gegenüber und führt in die Fragestellung ein, ob Globalisierung zu einer Verwestlichung führt.

2: Globalisierung: Analysiert Globalisierung als vieldimensionalen Prozess, inklusive ökonomischer, sozialer, technologischer, politischer, kultureller und ökologischer Aspekte.

3: Kultur und Nationalkultur: Definiert Kultur basierend auf Eugen Keller und untersucht Mechanismen der Sozialisation sowie das Konzept der "Davos-Kultur".

4:Verwestlichung: Erörtert Merkmale des Westens und trifft eine klare Unterscheidung zwischen Modernisierung und Verwestlichung anhand eines Abgrenzungsmodells.

5: Nichtverwestlichung von Nationalkulturen durch die Globalisierung: Behandelt die statischen und dynamischen Aspekte von Kultur sowie Konzepte wie Kreolisierung und Diversität.

6: Schlusswort und Darstellung der zentralen Aussagen: Fasst die Kernergebnisse zusammen, insbesondere die These, dass Sozialisation ein stabiles Beharrungsvermögen erzeugt.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Nationalkultur, Verwestlichung, Konvergenztheorie, Divergenztheorie, Davos-Kultur, Kreolisierung, Sozialisation, kulturelle Diversität, Modernisierung, Interdependenz, Wirtschaftswachstum, Kulturstandard, ethnozentristische Sichtweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der globalen Vernetzung auf unterschiedliche Nationalkulturen und analysiert kritisch, ob dieser Prozess zu einer weltweiten kulturellen Homogenisierung, also einer "Verwestlichung", führt.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die ökonomischen, sozialen, technologischen, politischen, kulturellen und ökologischen Dimensionen der Globalisierung sowie deren Einfluss auf das kulturelle Selbstverständnis verschiedener Nationen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Warum führt Globalisierung nicht zur Verwestlichung von Nationalkulturen?“

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären, ganzheitlichen Ansatz, der qualitative soziologische Theorien und kulturwissenschaftliche Konzepte (wie das Modell von Eugen Keller oder Huntington) kombiniert, um den monokausalen Erklärungsmodellen der reinen Ökonomie entgegenzuwirken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Kultur, der Abgrenzung von Modernisierung und Verwestlichung, der Analyse von systemtheoretischen Aspekten der Kulturstabilität sowie der Darstellung der Kreolisierung als Gegenmodell zur einfachen Verwestlichungsthese.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Globalisierung, Nationalkultur, Verwestlichung, Davos-Kultur, Kreolisierung und kulturelle Diversität kennzeichnen.

Was genau versteht der Autor unter dem Begriff "Davos-Kultur"?

Unter der "Davos-Kultur" wird eine globale Subkultur einer kleinen Elite (Wirtschaftsvertreter, Politiker, Intellektuelle) verstanden, die zwar international vernetzt ist und einen ähnlichen "Code" spricht, aber in ihrem Einfluss und ihren Lebensweisen weit von der Mehrheit der Weltbevölkerung entfernt bleibt.

Warum reicht der bloße Konsum westlicher Güter nicht für eine "Verwestlichung" aus?

Der Autor argumentiert, dass die Aneignung von Konsumgütern (wie etwa Fast-Food) oberflächlich bleibt. Tieferliegende kulturelle Werte, Normen und Identitäten sind durch langfristige Sozialisationsprozesse geprägt und widerstehen so einer schnellen oder erzwungenen kulturellen Umwandlung.

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Details

Title
Globalisierung und Nationalkulturen - Argumente gegen deren Verwestlichung
College
Vienna University of Economics and Business  (Verhaltenswissenschaflich Orientiertes Management)
Grade
Sehr gut
Author
Peter Pfeifer (Author)
Publication Year
2002
Pages
99
Catalog Number
V20930
ISBN (eBook)
9783638246774
Language
German
Tags
Globalisierung Nationalkulturen Argumente Verwestlichung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Pfeifer (Author), 2002, Globalisierung und Nationalkulturen - Argumente gegen deren Verwestlichung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20930
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