Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland in die BRD und die DDR aufgeteilt. Sprach man schon vor dem Mauerbau von der Wiedervereinigung, sollte es noch 41 Jahre dauern, bis es 1990 endlich zur Vereinigung beider Staaten kam. Hierbei entwickelten sich beide Staaten während ihrer Trennung voneinander sehr unterschiedlich, was insbesondere auf zwei verschiedene Führungsstile zurückzuführen ist.
Blickte man auf die BRD zu Zeiten der Trennung zurück, traten Mit Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Willy Brand, Helmut Schmidt sowie Helmut Kohl sechs Personen das Amt des Bundeskanzlers an. Helmut Kohl ist hierbei derjenige Bundeskanzler der bis dato auf die längste Amtszeit von 16 Jahren zurückblicken kann. Er ist somit Bundeskanzler vor, aber auch nach der Vereinigung von BRD und DDR gewesen. In seiner Amtszeit ist vor allem die Vereinigung von West- und Ostdeutschland prägend. Deshalb sehen ihn auch viele als Kanzler der Einheit, womit er auch bereits in die Geschichte eingegangen ist. Natürlich war der Prozess der Einigung kein Selbstläufer und so war nicht nur Helmut Kohl einigen Widerständen ausgesetzt, sondern auch bereits dessen Vorgänger im Amt des Bundeskanzlers mussten gegen die Widerstände ankämpfen.
Ob Helmut Kohl wirklich mit voller Entschlossenheit die Chance zur Vereinigung nutzte bzw. auch nutzen wollte, soll in dieser Seminararbeit näher beleuchtet werden. Wie bereits erwähnt, soll aufgezeigt werden, ob Helmut Kohl wirklich als der Kanzler der Einheit angesehen werden kann. In der gängigsten Forschungsliteratur ist man sich zwar darüber einig, dass Helmut Kohl durch seine Verdienste um die deutsche Einheit zu Recht den Titel „Kanzler der Einheit“ verdient hat. Allerdings gibt es vereinzelt negative Stimmen bezüglich Helmut Kohl und seiner Verdienste um die Vereinigung, welche am Rande beziehungsweise am Ende der Seminararbeit Einzug in diese finden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Deutschlandpolitik unter Kohl 1982 bis 1989
2.1 Kohls Amtszeit von 1982 bis 1987
2.2 Kohls Amtszeit von 1987 bis 1989
3. Deutschlandpolitik unter Kohl 1989 bis 1990
3.1 Der Beginn des Umdenkens
3.2 Die letzten Schritte zum Erfolg der deutschen Einheit
4. Schlussfolgerung
6. Literaturverzeichnis
6.1 Forschungsliteratur
6.2 Internet
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Deutschlandpolitik von Bundeskanzler Helmut Kohl zwischen 1982 und 1990 mit dem Ziel zu klären, ob seine Rolle als „Kanzler der Einheit“ historisch fundiert ist und ob er die Chance zur Wiedervereinigung mit voller Entschlossenheit ergriffen hat.
- Die Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen unter der Regierung Kohl.
- Der Einfluss außenpolitischer Faktoren und der Rolle Gorbatschows auf den Einigungsprozess.
- Die Analyse strategischer Schlüsselmomente, wie das „Zehn-Punkte-Programm“ und die Währungsunion.
- Kritische Auseinandersetzung mit der These einer ursprünglich gewollten „Zweistaatlichkeit“.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Gorbatschow zu Besuch in der BRD
Im Jahr 1985 wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU und veränderte mit „Perestroika“ und „Glasnost“ das System des Sozialismus enorm. Im Sommer 1989 sollte Gorbatschow zu einem Besuch in die BRD anreisen und war hier ein gern gesehener Gast, da Kohl und Gorbatschow sich bereits in Moskau 1988 kennengelernt hatten und bereits hier eine Verbesserung der Beziehungen zwischen BRD und DDR sowie BRD und Sowjetunion vereinbart hatten. Zudem wurde vereinbart, dass beide ein Dokument erarbeiten werden, wenn Gorbatschow zu Besuch in die BRD kommt. Dieses Dokument sollte die Zukunft beider deutscher Staaten weisen.
Am 12. Juni 1989 sollte Gorbatschow in Bonn eintreffen. Nach dem Beisammensein mit dem Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, kam es zwischen Gorbatschow und Kohl zu einem persönlichen Gespräch. In diesem Gespräch wurden die in Moskau gemachten Vereinbarungen bezüglich der Beziehungsverbesserungen analysiert. Weiterhin wollte man das zukünftige Vorgehen planen. Neben der Ost-West-Beziehung besprachen sie ferne die Weltpolitik.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage der deutschen Teilung ein und formuliert die Forschungsfrage, ob Helmut Kohl zu Recht als „Kanzler der Einheit“ bezeichnet wird.
2. Deutschlandpolitik unter Kohl 1982 bis 1989: Dieses Kapitel behandelt die frühen Jahre der Amtszeit Kohls, geprägt von einer verhaltenen Ostpolitik, dem NATO-Doppelbeschluss und der Suche nach Wegen der Zusammenarbeit mit der DDR.
3. Deutschlandpolitik unter Kohl 1989 bis 1990: Hier werden die entscheidenden Entwicklungen ab 1989 analysiert, einschließlich der Auswirkungen von Gorbatschows Reformen, dem Mauerfall und der diplomatischen Arbeit zur Erreichung der deutschen Einheit.
4. Schlussfolgerung: Das Fazit bejaht die zentrale Fragestellung und ordnet Kohls politisches Handeln und seine strategischen Entscheidungen in den Kontext der Wiedervereinigung ein.
6. Literaturverzeichnis: Diese Sektion listet die verwendete Fachliteratur sowie Internetquellen auf, die zur Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Helmut Kohl, Deutschlandpolitik, Wiedervereinigung, BRD, DDR, Kanzler der Einheit, Mauerfall, Michail Gorbatschow, Ostpolitik, NATO-Doppelbeschluss, Währungsunion, Zweistaatlichkeit, Zwei-plus-Vier-Vertrag, Außenpolitik, Souveränität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Deutschlandpolitik von Helmut Kohl in der entscheidenden Phase von 1982 bis 1990 und seine Rolle im Prozess der deutschen Wiedervereinigung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die diplomatischen Beziehungen zwischen der BRD und der DDR, das Verhältnis zur Sowjetunion unter Gorbatschow sowie die interne politische Strategie Kohls.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob Helmut Kohl mit voller Entschlossenheit die Chance zur Wiedervereinigung wahrgenommen hat und ob der Ehrentitel „Kanzler der Einheit“ historisch gerechtfertigt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von zeitgenössischer Fachliteratur, Regierungsreden, historischen Dokumenten und Quellen zur Ära Kohl.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die schrittweise Annäherung, die Auswirkungen des Besuchs von Gorbatschow 1989, das Zehn-Punkte-Programm sowie die Verhandlungen zur Währungsunion und zum Zwei-plus-Vier-Vertrag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wiedervereinigung, Kanzler der Einheit, Ostpolitik, Mauerfall und deutsche Souveränität.
Warum wird im Text der Begriff „Kanzler der Einheit“ hinterfragt?
Die Arbeit diskutiert dies, da es kritische Stimmen und Berichte gibt, die Kohl ein längeres Festhalten an der „Zweistaatlichkeit“ unterstellen, bevor er den vollen Einigungskurs einschlug.
Welche Rolle spielte der Besuch von Michail Gorbatschow im Jahr 1989?
Dieser Besuch wird als „Schlüsselerlebnis“ beschrieben, das zu einem Vertrauensaufbau und einer neuen Dynamik führte, die den Weg zur Einheit ebnete.
- Arbeit zitieren
- Nadine Trautmann (Autor:in), 2012, Deutschlandpolitik unter der Regierung Kohl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209362