Die vorliegende Arbeit versucht der Entstehung der zu Zeit vorhandenen Fremdenfeindlichkeit
in Deutschland auf die Spur zu kommen. Damit ist nicht die geschichtliche
Genese das Phänomens gemeint, sondern eher die Frage, wieso
diese Problematik auch heute immer noch aktuell ist. Welche Einflussfaktoren
spielen dabei eine Rolle und ob die negative Erfahrung mit den Migranten die
Vorurteile am meisten beeinflussen?
Bevor es zu Untersuchung nach den Ursachen der Fremdenfeindlichkeit
kommt, muss zunächst das Titel-Wort „Fremdenfeindlichkeit“ definiert werden.
Um einen kleinen Einblick zu verschaffen, wie sich die Fremdenfeindlichkeit an
sich äußert, soll auf die Formen dieses gesellschaftlichen Phänomens ebenso
kurz eingegangen werden. Das nächste Kapitel stellt im Rahmen dieser Arbeit
nur skizzenhaft die ausgewählten Theorien vor, die in diesem Fragen-Kontext
relevanter als alle weiteren Erklärungsansätze erscheinen. Zum Schluss soll ein
Fazit zur gestellten Fragen gezogen werden, das außerdem eine kritische Auseinandersetzung
mit eigener Hypothese beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einleitung
2 Definition der Fremdenfeindlichkeit
3 Formen der Fremdenfeindlichkeit
4 Ursachen der Fremdenfeindlichkeit
4.1 Politik und Massenmedien
4.2 Gesellschaft und Einzelner
4.3 Vorurteile und ökonomische Situation
4.4 Kontakthypothese
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der gegenwärtigen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, hinterfragt gängige Erklärungsansätze und reflektiert kritisch die Rolle eigener Vorurteile im Kontext gesellschaftlicher Wahrnehmungs- und Migrationsprozesse.
- Definition und Erscheinungsformen von Fremdenfeindlichkeit
- Einfluss von Politik und Massenmedien auf die öffentliche Meinung
- Soziologische Perspektiven auf Gesellschaft, Inklusion und Exklusion
- Die Rolle von Vorurteilsstrukturen und ökonomischen Belastungen
- Wissenschaftliche Überprüfung der Kontakthypothese
Auszug aus dem Buch
4.4 Kontakthypothese
Eine interessante empirische Entdeckung findet sich in den ALLBUS-Ergebnissen, die zwei Werte gegenüberstellen, um heraus zu finden, inwieweit die Anzahl der Zuwanderer in einem Bundesland die Fremdenfeindlichkeit der Einheimischen bewirkt. Anhand einer Tabelle ist es leicht erkennbar, dass je weniger Migranten in einer Region vorhanden sind, desto stärker ist die fremdenfeindliche Einstellung den Fremden gegenüber ausgeprägt. Das würde die Vermutung, dass die Fremdenfeindlichkeit mit den häufigen schlimmen Erlebnissen durch die Einwanderer zusammenhängen könnte, komplett untergraben (vgl. Ahlheim, Heger in: Ahlheim, 2007, S. 246-247). Das bedeutet also auch, dass die anfangs meinerseits formulierte Hypothese, das abweichende Verhalten der Migranten sei das Ausschlaggebende für die Abneigung seitens der Deutschen, keinen wissenschaftlichen Fundament enthält. Diese Ergebnisse bekräftigen jedoch die Kontakt-Hypothese, die besagt, dass je mehr persönliche Erfahrung und Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppen stattfindet, desto weniger ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Entwicklung und Verfestigung fremdenfeindlicher Einstellungen kommt (vgl. Kleinert, 2004, S. 191).
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Einwanderungsgeschichte und die Entstehung ihrer anfänglichen Vorurteile gegenüber anderen Migrantengruppen.
1 Einleitung: Es wird die Forschungsfrage umrissen, warum Fremdenfeindlichkeit in Deutschland aktuell bleibt und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen.
2 Definition der Fremdenfeindlichkeit: Der Begriff wird aus kriminologischer und sozialpädagogischer Sicht eingegrenzt, wobei eine Abgrenzung zu verwandten Konzepten erfolgt.
3 Formen der Fremdenfeindlichkeit: Das Kapitel kategorisiert die Vielfalt der Begriffe und unterscheidet zwischen nonverbalen, verbalen und physischen Ausprägungen.
4 Ursachen der Fremdenfeindlichkeit: Verschiedene Theorien zu Politik, Medien, gesellschaftlichen Strukturen und ökonomischen Einflüssen werden auf ihre Relevanz geprüft.
4.1 Politik und Massenmedien: Die negative Berichterstattung und politische Diskurse werden als Faktoren für die Stigmatisierung von Migrantengruppen analysiert.
4.2 Gesellschaft und Einzelner: Hier wird untersucht, wie soziale Systeme durch Inklusions- und Exklusionsmechanismen die Wahrnehmung des „Fremden“ konstruieren.
4.3 Vorurteile und ökonomische Situation: Der Zusammenhang zwischen individuellen Vorurteilen, finanzieller Unsicherheit und der Suche nach Sündenböcken wird thematisiert.
4.4 Kontakthypothese: Empirische Daten belegen, dass intensiverer persönlicher Kontakt die Wahrscheinlichkeit fremdenfeindlicher Einstellungen reduziert.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Fremdenfeindlichkeit ein komplexes gesellschaftliches Phänomen ist, und revidiert die eigene Ausgangshypothese kritisch.
Schlüsselwörter
Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile, Migration, Massenmedien, Kontakthypothese, Diskriminierung, Rassismus, Xenophobie, Integration, Sozialisation, Inklusion, Exklusion, Ethnozentrismus, Gesellschaft, Zuwanderungspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Fremdenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf Definitionen des Begriffs, den verschiedenen Formen der Ausgrenzung, den Medieneinflüssen sowie soziologischen Erklärungsmodellen für Vorurteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entstehung fremdenfeindlicher Einstellungen zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit das Verhalten von Migranten tatsächlich mit der Feindseligkeit der Einheimischen korreliert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Ergebnisse, insbesondere aus dem ALLBUS-Datensatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Erklärungsansätze, darunter den Einfluss der Massenmedien, gesellschaftliche Inklusionsmechanismen, ökonomische Faktoren und die Kontakthypothese.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Fremdenfeindlichkeit, Vorurteilsstruktur, Kontakthypothese, Integration und gesellschaftliche Wahrnehmung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Medien bei der Entstehung von Fremdenfeindlichkeit?
Sie arbeitet heraus, dass Medien durch Sensationslust und negative Kontexte zur Stigmatisierung von Migrantengruppen beitragen können.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Kontakthypothese?
Die Analyse zeigt, dass vermehrter persönlicher Kontakt die Vorurteile abbaut, was die ursprüngliche Hypothese der Autorin widerlegt, wonach das Verhalten der Migranten selbst die Hauptursache für Ablehnung sei.
Welche persönliche Erkenntnis wird im Fazit besonders hervorgehoben?
Die Autorin reflektiert kritisch ihre eigene Entwicklung und gesteht ein, vor Jahren selbst Vorurteile gegenüber anderen Migrantengruppen gehegt zu haben, die sie nun wissenschaftlich hinterfragen konnte.
- Arbeit zitieren
- Olga Stebichow (Autor:in), 2011, Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209380