Der Leserbrief als Form des dialogischen Gesprächs


Seminararbeit, 2010

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschriebene Sprache als Sprache der Distanz

3.Klassifizierung Leserbriefe

4. Der Gesprächsschritt

5. Beispielanalyse

6.Fazit

7.Literaturangaben

1.Einleitung

Es gibt verschiedene Formen und Vorstellungen, die das Wort „Gespräch“ hervorrufen: Interviews, Unterrichtsgespräche, Chatkommunikation, Reden, Telefongespräche, Talkshows, etc. Der Begriff „Leserbrief“ jedoch fällt seltener, wenn nach Gesprächssituationen gefragt wird. Kann der Leserbrief überhaupt als Gesprächsschritt bezeichnet werden? Welche Faktoren gegeben sein müssen, um überhaupt von einem Gesprächsschritt sprechen zu können, werde ich in einem gesonderten Abschnitt erläutern. Ist er ein Schritt in der kommunikativen Situation eines dialogischen Gesprächs? Wenn ja, wie lässt dieses sich feststellen? Merkmale situativer Kommunikation werden in entsprechend ausgewiesenem Abschnitt behandelt. In den oben aufgezählten Beispielen handelte es sich bis auf die Chatkommunikation um gesprochene Sprache, in der Wissenschaft wird dieses als

„Sprache der Nähe“ bezeichnet. Das diese Situationen Gesprächsschritte in dialogischen Gesprächen sind, lässt sich einfacher nachweisen, als dies bei geschriebener Sprache, wissenschaftlich als „Sprache der Distanz“ bezeichnet, der Fall ist[1]. Merkmale sprachlicher Distanz und wie in dieser wiederum Nähe erzeugt werden kann, wird in entsprechend ausgewiesenem Abschnitt behandelt. Ein weiterer Faktor, der untersucht werden muss ist, wie sich die Textsorte Leserbrief überhaupt konstituiert. Kann man oder muss man überhaupt bei bloßen schriftlichen Meinungsäußerungen von Menschen an die Presse von einer bestimmten Textsorte reden?[2] Und kann man von einer Textsorte behaupten, sie sei ein Gesprächsschritt in einem dialogischen Gespräch? Es gibt natürlich auch Leserbriefe als Reaktion auf andere Arten schriftlicher Publikationen wie Bücher, Hefte und Zeitschriften. In nachfolgender Arbeit werde ich mich jedoch auf Leserbriefe von Tageszeitungen beschränken. Der für die Untersuchung und Beispielanalyse verwendete Leserbrief ist der Tageszeitung „FAZ“ entnommen.

2.Geschriebene Sprache als Sprache der Distanz

Geschriebene und gesprochene Sprache sind seit einigen Jahren ein wichtiger Gegenstand des linguistischen Forschungszweigs geworden. Dem Vergleich dieser

sich die nachfolgende Ausführung mit den wichtigsten Aspekten, die die Sprache der Distanz ausmachen. Man hat festgestellt, dass geschriebene Sprache als Text ebenso kommunikativ sein kann wie eine kommunikative Situation, in der die Sprache verbalisiert wird. Einige Merkmale, die die geschriebene Sprache ausmachen, werden in diesem Abschnitt erläutert. Die Dialogizität geschriebener Sprache zeigt eine feste Rollenverteilung, bis hin zur Monologizität.[3] Ein Problemkomplex, der die Textsorte Leserbriefe betrifft ist, dass diese verschriftlichte Sprache deutliche Merkmale von Mündlichkeit trägt, was im weiteren Verlauf der Arbeit sichtbar wird. Trotz der sehr gefestigten Rollenverteilung handelt es sich um ein Gespräch. In der geschriebenen Sprache sind Produktion und Rezeption voneinander getrennt, was für den Hersteller des Textes insofern eine Bedeutung hat, dass er die Interessen des Rezipienten beim Verfassen seines Artikels bedenken muss. Der Rezipient wirkt kaum als personelles Gegenüber, sondern eher als anonyme Instanz.[4] Wählt man den Leserbrief als Kommunikationsmittel, ist damit zu rechnen, dass das Gespräch veröffentlicht und somit einem breiteren Publikum zugänglich wird. Durch die Situationsferne, die in der Sprache der Distanz stark ausgeprägt ist, ist ein höherer Planungsaufwand notwendig. Es werden bestimmte Materialien benötigt, Kosten fallen an und die Meinungs- äußerung muss verschriftlicht werden. Die Äußerung des Gesprächsbeitrags muss in einem großen Schritt erfolgen. Die Kompaktheit, Komplexität und Informationsdichte von Texten lässt sich daraus erklären.[5] Besonders unter syntaktischen Aspekten erfordert die Sprache der Distanz eine aufwendigere stärkere Verbalisierung, da die nonverbale Kommunikation, die sich in Tonhöhenveränderung, Mimik, Gestik, verschiedenen sprachlautlichen Äußerungen und Gesprächspausen äußert, hierbei ausfällt. In distanzsprachlichen Äußerungen kann durchaus aber auch Nähe, die der gesprochenen Kommunikation gleichkommt, hergestellt werden. Durch bestimmte Ausdrucksweisen, wie bestimmte lyrische Formen oder Personencharakterisierung des Autors kann ein Nähe-Diskurs hergestellt werden. Der Verfasser des Leserbriefs kann den Leser direkt ansprechen, oder ihm eine Frage stellen. Anders als in der mündlichen Sprache wollen Leserbriefe zu einer Rezeption zwingen, die auf bestimmte Punkte fixiert ist. Somit soll die eigene Meinungsbildung des Zeitungslesers und das Nachdenken des Lesers angeregt werden.[6] Es kommt hin und wieder sogar zu Leserbriefen, die sich auf andere Leserbriefe beziehen. Diese Art der öffentlichen Kommunikation ist von starker zeitlicher Verzögerung geprägt, jedoch ist wissenschaftlich nicht festgelegt, wie viel zeitlicher Abstand gegeben sein darf, um noch von einem Dialog reden zu dürfen. Distanzsprachliche Äußerungen können

[...]


[1] Wulff/Oesterreicher(1984)

[2] Vgl.:http:/linse.uni-due.de/ (31.03.2011)

[3] Wulff/Österreicher (1984), S.19.

[4] Ebd S.. 29.

[5] Ebd. S. 22.

[6] Ebd S. 24.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Leserbrief als Form des dialogischen Gesprächs
Hochschule
Universität Trier
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V209494
ISBN (eBook)
9783656374350
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stellt, leserbrief, gesprächsschritt, gespräch
Arbeit zitieren
Elena Zibert (Autor), 2010, Der Leserbrief als Form des dialogischen Gesprächs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209494

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