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Wirtschaftspolitische Aspekte einer Arbeitszeitverlängerung

Titel: Wirtschaftspolitische Aspekte einer Arbeitszeitverlängerung

Hausarbeit , 2009 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Martin Schröter (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine neue Tendenz in der Arbeitsmarktdebatte zu beobachten. Nach einem jahrzehntelangen Trend hin zu einer Arbeitszeitverkürzung bis in die späten 1990er Jahre fordern Wirtschaftsvertreter und Arbeitgeber nun eine generelle Arbeitszeitverlängerung, um alten und neuen Herausforderungen entgegenzutreten. In der Wissenschaft wird inzwischen von einer „Kehrtwende in der Arbeitszeitpolitik“ gesprochen. Die permanent hohe Arbeitslosenquote und der zunehmend internationale Wettbewerbsdruck, vor Allem durch Konkurrenzmärkte aus osteuropäischen Staaten, seien die entscheidenden Gründe, warum es nötig sei, den Arbeitnehmern wieder mehr zuzumuten. Beispiele aus jüngster Vergangenheit scheinen diesen Trend zu bestätigen: Unternehmen wie Siemens und Daimler-Chrysler haben in ihren Tarifverhandlungen eine 40-Stunden- Woche durchgesetzt, der Staat Bayern Arbeitszeitverlängerung im öffentlichen Dienst eingeführt. Als Gegenleistung bekamen die Arbeitnehmer bei Siemens und Daimler-Chrysler den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zugesichert sowie die Garantie, die Produktion nicht ins Ausland zu verlagern.
Die folgende Arbeit soll die Chancen und Probleme einer generellen Arbeitszeitverlängerung aufzeigen und die Frage beantworten, in wie weit Arbeitszeitverlängerung als wirtschaftspolitische Lösung in Betracht zu ziehen ist. Es soll die Frage beantwortet werden, ob so Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden können, um somit den Standort Deutschland, insbesondere in Hinblick auf aktuelle Mechanismen in der Wirtschaft („Outsourcing“), zu stärken.
Um die Argumentation der Arbeitgeberverbände sowie die Kritiken an der Arbeitszeitverlängerung nachvollziehen zu können, bedarf es zunächst einer Erläuterung wie sich die Arbeitszeiten in Deutschland entwickelt haben und wie sie sich aktuell darstellen. Im Hauptteil der Arbeit werden die Argumente, die für und gegen eine Arbeitszeitverlängerung von verschiedenen Seiten angeführt werden, ausführlich aufgezeigt. Im Fazit sollen die Ergebnisse zusammengefasst sowie bewertet und mögliche Alternativen aufgezeigt werden.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Arbeitszeiten

2.1 Historische Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland

2.2 Heutige Arbeitszeiten in Deutschland

3. Argumente für eine Arbeitszeitverlängerung

4. Argumente gegen eine Arbeitszeitverlängerung

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Debatte um eine generelle Arbeitszeitverlängerung in Deutschland als wirtschaftspolitisches Instrument zur Standortstärkung, Arbeitsplatzsicherung und Schaffung neuer Beschäftigungsverhältnisse unter Berücksichtigung der Auswirkungen von Outsourcing und internationalem Wettbewerbsdruck.

  • Historische und aktuelle Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland
  • Wirtschaftswissenschaftliche Argumente für eine Arbeitszeitausweitung
  • Kritik an der Arbeitszeitverlängerung aus gewerkschaftlicher Perspektive
  • Analyse des Nachfrageeffekts und der Lohnstückkosten
  • Evaluierung flexibler Arbeitszeitmodelle als Alternative

Auszug aus dem Buch

3. Argumente für eine Arbeitszeitverlängerung

Die Vertreter einer Arbeitszeitverlängerung rekrutieren sich vor Allem aus dem Bereich der Arbeitgeberverbände und aus den Reihen einiger Wirtschaftsinstitute. Der Forderung nach Arbeitszeitverlängerung geht zunächst jedoch eine Kritik an der Arbeitszeitverkürzung voraus. Diese wurde in Zeiten großer Wohlstandssteigerungen und aufgrund von Produktivitätssteigerungen durchgeführt und möglich gemacht.

Kritiker behaupten, dass diese Zeit jedoch vorbei sei, da das wirtschaftliche Wachstum insgesamt gering, die Arbeitslosenquote hoch und der Wettbewerbsdruck enorm sei. Es wird behauptet, dass die Arbeitszeitverkürzung, wie sie bis spät in die 1990er Jahre durchgeführt wurde, den Standort Deutschland und dessen Wettbewerbsfähigkeit sogar stetig gesenkt habe. Die Kritiker sprechen rückblickend von der Verteuerung der menschlichen Arbeit und der Verdrängung der Arbeit aus dem Alltag der Menschen. Als Stichwort soll „das Freizeitparadies Deutschland“ an dieser Stelle genügen. Dem entgegen wirken soll nun eine Arbeitszeitverlängerung, mit der die „Wettbewerbsfähigkeit langsam wieder an Boden“ gewinne und eine zusätzliche Dynamik entstehe, die „durchaus gewaltig sein“ könne.

Das Hauptargument für die nötige Ausweitung der Arbeitszeit bezieht sich auf die Lohnstückkosten in Deutschland, also jene Kosten, die den Anteil der Arbeitskosten beschreiben, die auf eine Produkteinheit entfallen. In Deutschland seien diese Kosten traditionell sehr hoch. Es wird daher befürchtet, dass die Wettbewerbsfähigkeit darunter leide. Die Lohnstückkosten lagen im verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2001 ca. 12% über dem Durchschnitt der wichtigsten Industrieländer. Außerdem seien diese in der Industriebranche in den letzten Jahren um fast 40% gestiegen, was dazu geführt habe, dass die Stundenlöhne in Deutschland die „höchsten auf der ganzen Welt“ seien. Auch dies sei mitunter auf die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zurückzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Debatte um die Arbeitszeitpolitik in Deutschland, beleuchtet den Trend zur Arbeitszeitverlängerung in großen Unternehmen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der wirtschaftspolitischen Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens.

2. Arbeitszeiten: Dieses Kapitel erläutert zunächst die historische Entwicklung der Arbeitszeitverkürzung in Deutschland und stellt anschließend die aktuelle Diskrepanz zwischen tarifvertraglichen Vereinbarungen und der tatsächlich geleisteten Normalarbeitszeit dar.

3. Argumente für eine Arbeitszeitverlängerung: Der Abschnitt führt die Positionen von Arbeitgeberverbänden und Wirtschaftsinstituten an, die eine Verlängerung zur Senkung der Lohnstückkosten, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Belebung der Nachfrage fordern.

4. Argumente gegen eine Arbeitszeitverlängerung: Dieses Kapitel thematisiert die Gegenpositionen von Gewerkschaften, die eine Arbeitszeitverlängerung als beschäftigungspolitisch kontraproduktiv bewerten und auf die hohen tatsächlichen Arbeitszeiten sowie die psychischen Belastungen verweisen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass eine pauschale Arbeitszeitverlängerung keine Lösung bietet, sondern plädiert stattdessen für flexible Arbeitszeitmodelle zur Steigerung der Zeitsouveränität.

Schlüsselwörter

Arbeitszeitverlängerung, Arbeitszeitverkürzung, Lohnstückkosten, Standort Deutschland, Wettbewerbsfähigkeit, Normalarbeitsverhältnis, Arbeitsmarkt, Tarifverhandlungen, Produktivität, Nachfrageeffekt, Arbeitszeitflexibilisierung, Zeitsouveränität, Beschäftigungspolitik, Wirtschaftsstandort, Tarifvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen wirtschaftspolitischen Debatte, ob eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit in Deutschland geeignet ist, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Arbeitsplätze zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Arbeitszeit, die betriebswirtschaftliche Argumentation zur Kostensenkung sowie die sozialpolitischen Auswirkungen auf Arbeitnehmer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwiefern eine Arbeitszeitverlängerung als Lösung für ökonomische Probleme wie Outsourcing und hohe Arbeitslosenzahlen in Betracht kommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich von Wirtschaftsstatistiken und der Auswertung von Studien verschiedener Institute und Stiftungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der Pro- und Contra-Argumente, wobei insbesondere Lohnstückkosten, Produktivität, Auswirkungen auf die Sozialhaushalte und psychische Belastungen diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitszeitverlängerung, Lohnstückkosten, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitszeitflexibilisierung geprägt.

Welche Rolle spielt die Differenz zwischen tariflicher und tatsächlicher Arbeitszeit?

Diese Differenz ist laut Autor ein zentrales Gegenargument der Kritiker, da sie belegt, dass in Deutschland bereits faktisch länger gearbeitet wird, als es die Tarifverträge vermuten lassen.

Was sagt der Autor zum Thema flexible Arbeitszeitmodelle?

Der Autor schlussfolgert, dass statt starrer Verlängerungsmodelle eher flexible Konzepte, die individuelle Interessen und wirtschaftliche Notwendigkeiten vereinen, eine echte Lösung darstellen.

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Details

Titel
Wirtschaftspolitische Aspekte einer Arbeitszeitverlängerung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Entwicklung, Funktionsweise und Flexibilität von Arbeitsmärkten
Note
1,7
Autor
Martin Schröter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V209602
ISBN (eBook)
9783656372035
ISBN (Buch)
9783668387775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitszeit Arbeitszeitverlängerung Arbeitszeitverkürzung Arbeitsmarkt Sozialstaat Gewerkschaft Arbeitgeber Arbeitnehmer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Schröter (Autor:in), 2009, Wirtschaftspolitische Aspekte einer Arbeitszeitverlängerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209602
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