In der folgenden Arbeit wird das Thema „Legalisierung von Cannabis“ in all seinen Facetten betrachtet, indem pro und contra gegenübergestellt werden. Die Legalisierung von Drogen, insbesondere von Cannabis, ist in Deutschland ein Thema, dass nicht sehr intensiv betrachtet wird. So wird auch viel zu selten aufgezeigt, welche Wirkungen und Folgen der Konsum bestimmter Drogen haben kann. Cannabis ist eine Droge, die als erstes in Betracht kommt, um sie für den freien Konsum zuzulassen.
Cannabis ist die illegale Droge, die sowohl in Deutschland als auch in europäischen Ländern am Häufigsten konsumiert wird. Aktuellen Studien zufolge haben 32 Prozent aller 15 bis 34jährigen bereits Erfahrung mit Cannabis gemacht, die 12-Monats-Prävalenz liegt sogar bei 12,1 Prozent. Dies entspricht einer absoluten Zahl von 12,1 Millionen Personen. Bemerkenswert ist, dass sich in Deutschland die Lebenszeitprävalenz des Cannabiskonsums unter Schülern im Vergleich zum Jahr 2002 halbiert hat und im Jahr 2010 relativ geringe elf Prozent beträgt.
Im Vergleich zum sinnvollen Nutzen des Rohstoffes Cannabis, zum Beispiel in der Medizin als Arzneimittel zur Behandlung von HIV-infizierten Menschen, hat sich der Ruf von Cannabis seit dem vergangenen Jahrhundert drastisch verändert. Heute greifen immer mehr Jugendliche zum „Joint“. Als vermeintlich weiche Droge hat Cannabis den Ruf, ungefährlich zu sein und wird analog zum Alkoholkonsum als Genussmittel betrachtet. Die Gründe für den Konsum liegen häufig in den attraktiven und berauschenden Wirkungen von Tetrahydrocannabinol (THC), das den größten Teil an Wirkungsstoffen in der Hanfpflanze , also Cannabis, ausmacht. Problematisch ist, dass sich viele Verbraucher den Folgen und Risiken eines langfristigen Konsums gar nicht bewusst sind. Daher ist es notwendig, die Auswirkungen des Cannabiskonsums detailliert zu untersuchen, um ein abschließendes Urteil zu fällen.
Die Legalisierungsaufforderung beinhaltet häufig das Statement der Ungleichbehandlung von der illegalen Droge Cannabis zu den vermeintlichen Genussmitteln Nikotin und Alkohol. Daher muss die Frage behandelt werden, ob Cannabis mit Alkohol und Nikotin auf die gleiche Stufe gestellt und die Freigabe zum legalen Konsum erteilt werden soll. Des Weiteren beschäftigt sich die Politik regelmäßig mit dem Thema der Legalisierung von Cannabis. Daher darf der aktuelle politische Bezug, im Wesentlichen die Standpunkte der einzelnen Parteien, bei der Legalisierungsfrage nicht fehlen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Einführung
2 Begriffserklärung Cannabis
3 Erörterung
3.1 Eigene Meinung
3.2 Contra-Standpunkt
3.2.1 Cannabis macht süchtig – Dauerkiffen und Abhängigkeit
3.2.2 Rechtliche Grundlagen und dt. Drogenpolitik verhindern Legalisierung
3.2.3 Akute negative Nebenwirkungen durch Cannabiskonsum
3.2.4 Langfristige Gesundheitsrisiken durch Cannabiskonsum
3.3 Pro Legalisierung
3.3.1 „Weiche“ und „Harte“ Drogen – Alkohol ist gefährlicher als Cannabis
3.3.2 Cannabis ist keine Einstiegsdroge
3.3.3 Das holländische Modell als Vorreiter für Deutschland
3.3.4 Deutschland profitiert durch eine Legalisierung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das kontrovers diskutierte Thema der Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Dabei ist es das primäre Ziel, durch eine systematische Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten zu eruieren, ob eine Freigabe der Droge für den freien Konsum unter bestimmten Richtlinien eine sinnvolle politische Maßnahme darstellt.
- Vergleich der Auswirkungen von Cannabis im Kontext zu gesellschaftlich akzeptierten Genussmitteln wie Alkohol und Tabak.
- Analyse der gesundheitlichen Risiken (akute Nebenwirkungen sowie Langzeitfolgen) und Suchtpotenziale.
- Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der aktuellen deutschen Drogenpolitik.
- Bewertung internationaler Vorbilder, insbesondere des niederländischen Modells, hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit.
- Evaluation der sozioökonomischen Aspekte einer Legalisierung, einschließlich steuerlicher Potenziale und polizeilicher Entlastung.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 „Weiche“ und „Harte“ Drogen – Alkohol ist gefährlicher als Cannabis
In den Medien werden Drogen oft in sogenannte „weiche“ und „harte“ Drogen unterteilt. Drogen, die über ein psychisches Abhängigkeitspotential verfügen, werden als "weich" bezeichnet. Psychische Abhängigkeit bedeutet, dass der Konsument oder die Konsumentin ein starkes Verlangen nach Wiedereinnahme der Droge verspürt, ohne dass körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Drogen, die psychisch und physisch abhängig machen können, werden als "harte" Drogen dargestellt.
Dieser Definition zufolge wäre Alkohol eine harte Droge. Weil die Mehrzahl der Menschen in Deutschland - man schätzt die Zahl auf 95 Prozent - regelmäßig Alkohol trinkt, ist diese Bezeichnung für ein gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel fraglich.
Nichtsdestotrotz trifft diese Einteilung bei einigen Substanzen eindeutig zu. Beispielhaft wären Cannabisprodukte zu nennen, die eindeutig als weiche Droge aufzuführen sind. Weil Cannabiskonsum immer der Veränderung der eigenen Befindlichkeit oder auch der Rauscherzeugung dient, strebt der User danach, diesen Zustand zu erreichen und kann dadurch geringfügig psychisch abhängig werden. Nach Absetzen der Droge, treten keine Symptome, die auf eine körperliche Abhängigkeit hinweisen, auf.
Ein Vergleich im medizinischen Journal "The Lancet" zeigte eine Rangfolge der gefährlichsten Drogen, auf der sich Alkohol auf Platz fünf und Cannabis auf Platz elf befindet. Diese Einstufung führt zu dem Widerspruch, dass ein illegales Produkt ungefährlicher als ein frei zugängliches Konsummittel ist. Daraus folgt, dass man Alkohol mit Cannabis auf eine Stufe stellen kann. Zudem weist der Gleichheitsgrundsatz darauf hin, dass „tatbestandlich Gleiches rechtlich gleich zu behandeln“ ist. Indessen hält es der Bundesgerichtshof es für legitim, dass der Umgang mit Nikotin und Alkohol anders geregelt ist, als der Umgang mit Cannabis. Um dieser Ungerechtigkeit nachvollziehen zu können, ist ein Vergleich der beiden Substanzen notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Cannabis-Legalisierung ein, definiert die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie den aktuellen gesellschaftlichen Kontext.
2 Begriffserklärung Cannabis: Das Kapitel erläutert die botanischen Grundlagen der Hanfpflanze sowie die verschiedenen Formen wie Marihuana und Haschisch und definiert Cannabis sowohl als Nutzpflanze als auch als illegale Droge.
3 Erörterung: Im Hauptteil werden die eigene Haltung des Autors, diverse Contra-Argumente (wie Suchtgefahren und rechtliche Hindernisse) sowie Pro-Argumente (wie der Vergleich mit Alkohol und das niederländische Modell) detailliert gegenübergestellt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Cannabis im Vergleich zu Alkohol ein geringeres Schadenspotenzial aufweist und eine regulierte Legalisierung politisch sinnvoll wäre.
Schlüsselwörter
Cannabis, Legalisierung, Drogenpolitik, Cannabis-Prohibition, Suchtpotenzial, Alkohol, Gesundheitsrisiken, Einstiegsdroge, Niederlande, Coffeeshops, Cannabissteuer, Entkriminalisierung, Konsum, Rauschmittel, Verbraucherschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Debatte um die Legalisierung von Cannabis in Deutschland und prüft, ob die aktuelle restriktive Drogenpolitik angesichts der Faktenlage noch zeitgemäß ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Suchtproblematik, ein Vergleich mit legalen Drogen wie Alkohol, die rechtliche Situation sowie die Analyse alternativer Drogenmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Pro- und Contra-Argumente eine fundierte Einschätzung zu treffen, ob Cannabis legalisiert werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der inhaltlichen Auswertung aktueller Studien, rechtlicher Rahmenbedingungen und gesundheitspolitischer Berichte.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Erörterung, in der unter anderem Suchtgefahren, langfristige Gesundheitsrisiken und die Einstiegsdrogen-Hypothese gegen Argumente für eine kontrollierte Legalisierung abgewogen werden.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Cannabis-Prohibition, Entkriminalisierung, Vergleichbarkeit mit Alkohol, gesundheitliche Auswirkungen sowie ökonomische Vorteile durch staatliche Regulierung.
Welche Rolle spielt der Vergleich zwischen Alkohol und Cannabis?
Der Vergleich dient dazu, die Widersprüchlichkeit der deutschen Drogenpolitik aufzuzeigen, da Alkohol als legal und weitgehend akzeptiert gilt, obwohl er ein höheres Abhängigkeitspotenzial und gesundheitliche Risiken aufweist.
Wie bewertet der Autor das niederländische Modell?
Das Modell wird als anschauliches Beispiel für eine alternative Drogenpolitik diskutiert, wobei der Autor besonders hervorhebt, dass die Verfügbarkeit dort nicht zwangsläufig zu höheren Konsumzahlen geführt hat.
Was sagt die Arbeit zur Einstiegsdrogen-Hypothese?
Die Arbeit stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Gerichtsurteile, die die These, dass Cannabis zwangsläufig in den Konsum harter Drogen führt, als widerlegt betrachten.
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- Florian Selchow (Author), 2013, Legalisierung von Cannabis. Ist die Legalisierung von Cannabis ein Irrweg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209813