Legalisierung von Cannabis. Ist die Legalisierung von Cannabis ein Irrweg?


Referat / Aufsatz (Schule), 2013
20 Seiten

Leseprobe

1 Einleitung

1.1 Zielsetzung

In der folgenden Arbeit wird das Thema „Legalisierung von Cannabis“ in all seinen Facetten betrachtet, indem pro und contra gegenübergestellt werden. Die Legalisierung von Drogen, insbesondere von Cannabis, ist in Deutschland ein Thema, dass nicht sehr intensiv betrachtet wird. So wird auch viel zu selten aufgezeigt, welche Wirkungen und Folgen der Konsum bestimmter Drogen haben kann. Cannabis ist eine Droge, die als erstes in Betracht kommt, um sie für den freien Konsum zuzulassen.

1.2 Vorgehensweise

Zu Beginn erfolgt eine Einführung in die zu behandelnde Materie. Neben aktuellen Bezügen und Empfehlungen sollen Behauptungen aufgestellt werden sowie Forderungen aufgestellt werden. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit einer kurzen, aber möglichst genauen Definition von Cannabis, die dem Verständnis der Arbeit dienen soll. Die Erörterung der aufgestellten Thesen aus der Einleitung sowie die Hauptthese, dass Cannabis für den freien Konsum zugänglich gemacht werden soll, erfolgt im dritten Kapitel, indem Contra- und Pro-Standpunkte einer Legalisierung gegenübergestellt werden. Eine Bewertung der Legalisierungsproblematik sowie ein abschließendes Fazit sollen im Schlussteil unter Berücksichtigung der Argumentation erfolgen.

1.3 Einführung

Cannabis hat sich längst in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft gedrängt. „Der Joint nach Feierabend ersetzt für viele Menschen das Bier in der Kneipe.“[1] Cannabis ist die illegale Droge, die sowohl in Deutschland als auch in europäischen Ländern am Häufigsten konsumiert wird. Aktuellen Studien zufolge haben 32 Prozent aller 15 bis 34jährigen bereits Erfahrung mit Cannabis gemacht, die 12-Monats-Prävalenz liegt sogar bei 12,1 Prozent. Dies entspricht einer absoluten Zahl von 12,1 Millionen Personen. Bemerkenswert ist, dass sich in Deutschland die Lebenszeitprävalenz des Cannabiskonsums unter Schülern im Vergleich zum Jahr 2002 halbiert hat und im Jahr 2010 relativ geringe elf Prozent beträgt.[2]

Im Vergleich zum sinnvollen Nutzen des Rohstoffes Cannabis, zum Beispiel in der Medizin als Arzneimittel zur Behandlung von HIV-infizierten Menschen, hat sich der Ruf von Cannabis seit dem vergangenen Jahrhundert drastisch verändert.[3] Heute greifen immer mehr Jugendliche zum „Joint“.[4] Als vermeintlich weiche Droge hat Cannabis den Ruf, ungefährlich zu sein und wird analog zum Alkoholkonsum als Genussmittel betrachtet.[5] Die Gründe für den Konsum liegen häufig in den attraktiven und berauschenden Wirkungen von Tetrahydrocannabinol (THC), das den größten Teil an Wirkungsstoffen in der Hanfpflanze , also Cannabis, ausmacht. Problematisch ist, dass sich viele Verbraucher den Folgen und Risiken eines langfristigen Konsums gar nicht bewusst sind.[6] Daher ist es notwendig, die Auswirkungen des Cannabiskonsums detailliert zu untersuchen, um ein abschließendes Urteil über die Substanz zu fällen.

Die Legalisierungsaufforderung beinhaltet häufig das Statement der Ungleichbehandlung von der illegalen Droge Cannabis zu den vermeintlichen Genussmitteln Nikotin und Alkohol.[7] Daher muss die Frage behandelt werden, ob Cannabis mit Alkohol und Nikotin auf die gleiche Stufe gestellt und die Freigabe zum legalen Konsum erteilt werden soll.

Des Weiteren beschäftigt sich die Politik regelmäßig mit dem Thema der Legalisierung von Cannabis. Daher darf der aktuelle politische Bezug, im Wesentlichen die Standpunkte der einzelnen Parteien, bei der Legalisierungsfrage nicht fehlen. Ferner sind die wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen einer Legalisierung zu analysieren.

Weiterhin sollte man sich die Frage stellen, wie die freie Verfügbarkeit von Cannabis in den Niederlanden einzustufen ist? Man muss betrachten, ob der legale Konsum weiterhin zum Drogenmissbrauch führt oder eine vorbildliche Regulierung und Aufklärung vorhanden ist. Das niederländische System soll für die Legalisierung als Vorbild in der illegalen Drogenproblematik dienen. Oft hört man das Argument, dass Cannabis eine Einstiegsdroge sei. Was steckt aber wirklich dahinter?

Aufgrund der eben dargestellten Schwerpunkte ist es wichtig, sich im 21. Jahrhundert intensiv mit den Gefahren und Potentialen der Droge Cannabis auseinanderzusetzen.

2 Begriffserklärung Cannabis

Die Pflanze Cannabis lediglich als Droge oder Genussmittel zu bewerten, ist gänzlich falsch. Einerseits ist Cannabis eine Nutzpflanze, dessen botanischer Name im Deutschen ‚Hanf’ lautet.[8] Andererseits ist sie als illegale Droge bzw. als zu legalisierendes Genussmittel zu betrachten.

In der Regel werden die Cannabiswirkstoffe durch Inhalieren des Rauches in den Körper transportiert. Zusätzlich ist es möglich, einen Cannabisrausch über den oralen Weg zu erfahren, indem man Cannabis einem Gebäck oder dem Tee beimischt.[9]

Durch zwei unterschiedliche Verfahren, lassen sich verschiedene Drogen gewinnen. Zum einen kann man die Hanfblüten, die aus den zwei bis fünf Meter hohen Hanfgewächsen gewonnen werden, trocknen.[10] Das daraus gewonnen Kraut trägt den Namen „Marihuana“, sofern die oberen Blätter und Stängel verwendet worden sind. Zum anderen sind die Blätter der weiblichen Hanfpflanze mit feinen Drüsen, die ein harziges Sekret abscheiden, bestückt. Durch die Absonderung des Konzentrats lässt sich sogenanntes Haschisch gewinnen. Weil die psychotropen Wirkungen vom Wirkstoff THC abhängen, wird die Stärke des Rausches in erster Linie durch das THC-Gehalt beeinflusst. Die Konzentration von Haschisch liegt Studien zufolge normalerweise im Intervall „von 7 bis zu 14 %“[11]. Bei Marihuana variiert der Anteil stärker und liegt im Bereich zwischen zwei und 20 Prozent.[12]

In der Drogenszene sind folgende Ausdrücke für Cannabis gängig: Für Marihuana wird häufig der Ausdruck „Gras“ verwendet. Als Synonyme für Haschisch sind „Dope“ oder „Shit“ möglich.[13]

Im Folgenden wird Cannabis primär als Substanz zum Herbeiführen des Rauschzustandes angesehen und anhand dessen bewertet. Alle anderen Einsatzmöglichkeiten von Cannabis werden nicht Bestandteil der Arbeit sein.

3 Erörterung

3.1 Eigene Meinung

Mein eigener Standpunkt fällt nicht ganz eindeutig aus. Auf der einen Seite kenne ich aus dem privaten Umfeld die Nebenwirkungen durch den Konsum von Cannabis. Mir ist aufgefallen, dass regelmäßig konsumierende Personen ein träges und apathisches Verhalten aufweisen und wenig Lust haben, am Alltag teilzunehmen sowie abwesend wirken. Zusätzlich denke ich, dass es zu beachten gilt, dass der Alkoholkonsum stärkere gesundheitliche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen als der Cannabiskonsum hat. Komatrinken ist zum Trend der Jugend geworden und hat in mehreren Fällen schon zum Tod geführt. Bei der Betrachtung ist problematisch, dass Alkohol als Genussmittel allgemein anerkannt wird und dem Cannabiskonsum viele Vorurteile zu Grunde liegen. Es wäre meinem Erachten nach positiv, wenn es eine einheitliche Regelung inklusive Aufklärungsprogramme gäben würde. Ein Joint in der Woche wäre nicht zu verurteilen, sondern mit dem Glas Wein am Abend zu vergleichen. Deshalb spreche ich mich für eine Legalisierung der Droge Cannabis aus. Vorausgesetzt wird in diesem Szenario ein regulierter und kontrollierter Markt. Zudem würde die Wirtschaft in Form von zusätzlichen Steuereinnahmen oder einer Entkriminalisierung entlastet werden, sodass man von einem frei gewerblichen Produkt profitiert und die staatliche Haushaltskasse aufbessert.

3.2 Contra-Standpunkt

Einiges spricht dagegen, dass Cannabis legalisiert werden soll.

3.2.1 Cannabis macht süchtig – Dauerkiffen und Abhängigkeit

Die Frage, was Sucht im engeren Sinne bedeutet, ist schwer zu beantworten. Grundsätzlich kann man sagen, dass drei wesentliche Merkmale die Abhängigkeit eines Rauschmittels kennzeichnen: Lindberg zufolge zählen „Vordringlichkeit der Drogenbeschaffung vor anderen Lebensaspekten“[14], „zwanghafter Gebrauch der Droge“[15] und die „Rückfallneigung“[16] zu den Charakteristiken von Sucht.

Zunächst kann man sagen, dass es unumstritten ist, dass Cannabismissbrauch abhängig machen kann. Genauer gesagt führt erst regelmäßiger und langfristiger Konsum von Haschisch und Marihuana bei einem Teil der Konsumenten zu psychischem Abhängigkeitspotenzial. Je intensiver der Konsum ausgeprägt ist, desto größer ist der Wunsch bzw. Drang, Cannabis zu konsumieren und desto geringer ist die Kontrolle des eigenen Konsumverhaltens.[17] Dadurch wird für den betroffenen Bedarfsträger die Beendigung oder die Einschränkung des eigenen Konsums zum kaum umsetzbaren Szenario.

Unterstützt wird das Argument der Suchtgefahr durch eine Annahme der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, die zu dem Schluss kam, dass zwischen vier und sieben Prozent aller Cannabiskonsumenten von dem Produkt psychisch stark abhängig sind. Genaue Angaben werden dadurch erschwert, dass Cannabisprodukte illegal sind.[18]

Die Gefahr von Cannabis abhängig zu werden, ist bei jedem Konsumenten individuell. An dieser Stelle spielen die psychischen Risikofaktoren eine wichtige Rolle, weil in der Regel psychische Störungen, unter anderem Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl und Angststörungen, das Risiko, süchtig zu werden, stark erhöhen. Der Cannabiskonsum bedeutet für den Konsumenten eine Steigerung des eigenen Wohlbefindens, sodass Drogenmissbrauch entsteht. Ferner ist bestätigt, dass die Suchtanfälligkeit von der persönlichen Situation einer Person abhängig ist. So wirken sich beispielsweise Arbeitslosigkeit und private Probleme negativ auf die Suchtanfälligkeit aus.[19] Demzufolge liegt die Grundproblematik zum Teil in der psychischen Verfassung oder sozialen Situation des einzelnen Konsumenten und nicht in der Substanzwirkung selbst begründet, weil versucht wird, „mit Cannabis seine Probleme aus der Welt zu schaffen“.[20] Drogenmissbrauch und die Verschärfung von Problemen sind aber die tatsächlichen Folgen aus dem vermeintlich richtigen Ausweg.

[...]


[1] Nickels (2003), S.87.

[2] vgl. Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (2011), S.52.

[3] vgl. Berr/ Krause/ Sachs (2007), S.115.

[4] Tabakzigarette mit Marihuana oder Haschisch (Cannabis).

[5] vgl. Täschner (2001), S.13 sowie Hurrelmann (2000), S.38.

[6] vgl. Stoppard (2000), S.47.

[7] vgl. Täschner (2005), S.304.

[8] vgl. Hurrelmann (1997), S.182.

[9] vgl. Hill (2012), S.15f.

[10] vgl. Täschner (2005), S.61.

[11] vgl. Sauer/Weilemann (2001), S.78.

[12] vgl. Hill (2012), S.15f.

[13] vgl. Schwind (2011), S.569.

[14] Lindberg (2003), S.75.

[15] ebd.

[16] ebd.

[17] vgl. Ladewig (2002), S.53 sowie Hölter (2011), S.390.

[18] vgl. Geyer/ Wurth (2008), S.62.

[19] vgl. Täschner (2005), S.194ff. sowie Geyer/Wurth (2008), S.62.

[20] Geyer/ Wurth (2008), S.62.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Legalisierung von Cannabis. Ist die Legalisierung von Cannabis ein Irrweg?
Hochschule
Gymnasium Ernestinum, Rinteln
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V209813
ISBN (eBook)
9783656385110
ISBN (Buch)
9783656386971
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der vorliegende Fachtext ist eine aktuelle Überarbeitung meiner damaligen Facharbeit zum Thema "Ist die Legalisierung von Cannabis ein Irrweg?" Die damalige Note war im guten Bereich. Diese Datei ist eine aktualisierte und verbesserte Form meiner alten Facharbeit. Zusätzlich ist die Textgattung nun eine Eröterung.
Schlagworte
legalisierung, cannabis, drogenpolitik, harte drogen, weiche drogen, Drogenkonsum, Alkohol vs. Cannabis, Sucht, Abhängigkeit, Gesundheitsrisiken, Einstiegsdroge
Arbeit zitieren
Florian Selchow (Autor), 2013, Legalisierung von Cannabis. Ist die Legalisierung von Cannabis ein Irrweg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209813

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