Kultur in der Forschung und der Wissenschaft. Cultural Studies und der Kulturbegriff in diversen Bereichen


Hausarbeit, 2013

8 Seiten


Leseprobe

1.) Einleitung

Kultur in Bezug auf die Kulturwissenschaft, ist ein mannigfaltig verzweigter Begriff[1], der ihre Ursprünge sowohl in der Forschung, als auch in der Wissenschaft aufweist. Man kann diesen Begriff demnach nicht klar, deutlich und differenziert zuordnen. In dieser Arbeit geht es um Bereiche, in denen der Begriff der Kultur aufzufinden ist, aber auch vielmehr darum, die Grundzüge der Kulturwissenschaft heranzuziehen und somit auch einige Forschungsfelder vorzustellen. Dabei werde ich zunächst im ersten Teil meiner Arbeit zu den sog. ,,Cultural Studies“, d.h. der theoretischen Orientierung zur Analyse der Kulturwissenschaft in England Bezug nehmen, ihre Entstehung und Entwicklung erklären und anschließend den deutschsprachigen Kulturbegriff mit ausgewählten Bereichen der Wissenschaft in Betracht ziehen. Dabei ist anzumerken, dass ich keineswegs den allumfassenden Begriff der Kultur erklären möchte, sondern der Frage hintergehe, welche Bereiche für die Kulturwissenschaft wichtig sind. Diese Arbeit beschreibt lediglich in welchen Feldern der Begriff der Kulturwissenschaft aufzufinden sind und worin die feinen Unterschiede zwischen den ,,Cultural Studies“ und den Kulturwissenschaften liegen. Interessant sind hierbei der Zusammenhang von Kultur mit Macht, Natur und den Medien, welche ich im zweiten Hauptteil der Hausarbeit darstellen werde. Diese werden angeführt, um die Facettenreiche des Kulturbegriffes zu verdeutlichen und um die Benutzung in der Wissenschaft besser zu verstehen.

2.) Kultur im Forschungsbereich – Cultural Studies

2.1) Definition:

Zunächst möchte ich mit der Definition der ,,Cultural Studies“ beginnen, ihre Ziele und Entstehungsweise nennen und anschließend Theorien aufzählen, die im Rahmen der Betrachtung der Kulturanalyse von großer Bedeutung sind. ,,Cultural Studies [analysieren] zwischen kulturellen Texten, Praktiken und gesellschaftlichen Bereichen, […] wie z.B. Ökonomie, soziale Strukturen oder Institutionen.“[2] Sie betrachten Kultur im Kontext von Macht, im Sinne der Machtausübung oder Kampf um Machtverhältnisse in der Gesellschaft.

Dabei werden bei der Analyse stets Kontexte betrachtet, d.h. sie sind auf Raum und Zeit bezogen. Den Cultural Studies liegt eine selbstreflexive Organisation zu Grunde, die ermöglicht, die Analyse Ihrer eigenen Perspektive im Kontext, im universitären Feld zu reflektieren. Desweitern werden Transformationen[3] von Strukturen sozialer Ungleichheit intensiv untersucht.

2.2) Ziele:

Einer der grundlegenden Ziele der Cultural Studies ist es, Wissen für ein besseres Verständnis von Machtbeziehungen im Kontext zu vermitteln. Dabei werden durch empirische und theoretische Grundlagen neue Möglichkeiten zur Veränderung der Gesellschaft gebildet. Es ist hierbei eine Kritik an die Herrschaftsverhältnisse notwendig, um etwas verändern zu können. Somit wird Kultur, nicht wie in anderen Disziplinen abstrakt untersucht, sondern auf das Alltagsleben der Menschen bezogen. Erfahrungen, Wünsche und Hoffnungen im Leben sind einige Stichworte, die unter anderem in die wissenschaftlichen, theoretischen Arbeiten mit einbezogen werden. Kontext, Widerspruch und Konfliktlinien stehen also im Zentrum der Cultural Studies. Es soll den Menschen in der Gesellschaft klar werden, ihre Lebensumstände besser zu verstehen, um sie eventuell auch verändern zu können. Ziele sind letztendlich auch soziale Fragestellungen wie Macht, die soziale Ungleichheit, Unterdrückung, Widerstand und Handlungsfähigkeit hervorruft.

3.) Entstehung des Begriffs

3.1) geschichtliche Grundzüge

Cultural Studies entstanden Ende der 1950er Jahre in Großbritannien bei Birmingham. Dabei war sie sehr stark durch die Klassenanalyse[4] geprägt, wodurch Themengebiete, wie zum Beispiel der ,,[…] Niedergang der Industriearbeit, Zunahme von Dienstleistungen, die verstärkte Einbindung der Frauen in die Arbeitswelt, die wachsende Bedeutung des Konsums in der Gesellschaft die Mediatisierung der Lebensverhältnisse oder die Entstehung vielfältiger Subkulturen“[5] aufgegriffen wurden. Der erste Prozess der so genannten Transnationalisierung entstand durch Schüler, die nach Australien und in die USA emigrierten. Das Projekt wurde durch diese vermittelt. Seit 1996 gibt es erste Institutionen der Cultural Studies, wie zum Beispiel ,,International Crossroads in Cultural Studies Conference“, die von Richard Hoggart gegründet wurde. Des Weiteren die ,,Landscapes of Cultural Studies“ und seit 2002 die ,,Internatiolal Assosiation of Cutural Studies“. Bei der Transnationalisierung achtet man auf nationale Bedingungen oder Probleme und bildet somit neue Formationen[6]. Die Arbeit der CCCS als theoretische Grundlage wird als Vorbild für weiterführende Arbeiten und Forschungen der Cultural Studies angesehen.

Sie beinhaltete, vor dem Britischen Marxismus in der Nachkriegsgeschichte, eine Aufwertung der ,,popular culture“ als Forschungsgegenstand, d.h. die Umwandlung der Hochkultur zur sog. Populärkultur.[7]

[...]


[1] Vgl. Hartmut Böhme, Peter Matussek und Lothar Müller 2000: Orientierung Kulturwissenschaft - Was sie

kann, was sie will: im Vorwort

[2] Rainer Winter. 2009: Cultural Studies. In: Handbuch Soziologische Theorie. S.68

[3] Anmerkung: der Begriff der Transnationalisierung umfasst die Entwicklung der Cultural Studies und wird in

verschiedene Phasen gegliedert, die aber im Raum dieser Arbeit nicht in Betracht gezogen werden. Doch für

eine Beschreibung des sog. Cultural Turns (siehe dazu auch: Doris Bachmann- Medick, 2004: Cultural Turns.

Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften.)ist dieser Begriff erst relevant.

[4] Rainer Winter. 2009: Cultural Studies. In: Handbuch Soziologische Theorien, S. 69ff. - Anmerkung: die

Klassenanalyse beruht auf die geschichtlichen Verhältnisse in Großbritannien, die zu der Zeit existierten.

Dieser Begriff wurde ebenso von Karl Marx verwendet und untersucht.

[5] E.B.D: S.70 oben

[6] Formation meint verschiedene Phasen, die bei der Analyse vollzogen wurden: Man versuchte unter anderem

ein Arbeitsstil zu finden, der zu einem tieferen Verständnis von Kultur und Gesellschaft führte, wandte sich

vernachlässigten und verdrängten Theorien zu und verglich schließlich diverse Theorien von Soziologen, um

eine eigene Position zu entwickeln.

[7] Marxistische Literaturwissenschaftler, wie z.B. Richard Hoggart, Stuart Hall, Raymond Williams und Edward

Thompson konnten sich mit dem Kulturverständis ihres Professors F.R Leavis, der die Eliten- bzw. Hochkultur

verkörperte, nicht anfreunden und gründeten neue Forschungsansätze dadurch, dass sie die neue Generation

mit Kämpfen um Macht, Geld und Anerkennung verbanden. ( nach Assmann 2006, S. 16ff.)

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Kultur in der Forschung und der Wissenschaft. Cultural Studies und der Kulturbegriff in diversen Bereichen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Soziologie )
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Autor
Jahr
2013
Seiten
8
Katalognummer
V210038
ISBN (eBook)
9783656382003
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kultur, forschung, wissenschaft, anlehnung, cultural, studies, kulturbegriff, bereichen
Arbeit zitieren
Merve Kosmaz (Autor), 2013, Kultur in der Forschung und der Wissenschaft. Cultural Studies und der Kulturbegriff in diversen Bereichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210038

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