„Wer das heutige deutsche Bildungswesen in seiner Vielfalt verstehen will, muß dessen Geschichte kennen.“. Erst mit einem Blick auf die Vergangenheit können viele bildungspolitische Strukturen, Debatten und Probleme in ihrem Ganzen nachvollzogen werden.
Betrachtet man den Zeitraum nach dem Untergang des Deutschen Reiches 1945 und vor der Entstehung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949, so sieht man ein viergespaltenes Deutschland, welches seine Souveränität an die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges abgetreten hat. Bildungspolitisch befindet man sich in dieser Zeit in der Phase der Re-education-Politik der Alliierten. „Im Rahmen der allgemeinen Entnazifizierungskampagne und des Versuchs einer reeducation versuchten […]“ die Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion Einfluss auf das deutsche Bildungswesen zu nehmen und dieses in ihrer jeweiligen Zone weitestgehend selbstständig zu steuern. Dieser einschneidende historische Zeitraum könnte die deutsche Bildungspolitik geprägt haben. Infolgedessen finde ich es besonders interessant, zu analysieren, wie und in welchem Maße sich diese Re-education-Politik in der heutigen Bildungspolitik niederschlägt. Die in dieser Hausarbeit behandelte Forschungsfrage lautet somit: Wie wirkt sich die Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik aus?
Dementsprechend wird sich diese Hausarbeit mit der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und ihren Auswirkungen auf das deutsche Volk sowie die deutsche Bildungspolitik beschäftigen. Die in der Recherche und zur Ausarbeitung dieser Hausarbeit verwendete Literatur beschränkt sich hauptsächlich auf Sekundärliteratur.
Einleitend wird die Idee der Re-education-Politik in Deutschland ab 1945 in einem kurzen Überblick zusammengefasst. Anschließend wird die Umerziehungspolitik in den einzelnen Besatzungszonen in Hinblick auf die verschiedenen Vorgehensweisen und divergierenden Einstellungen der vier Mächte dargestellt und bezüglich ihrer Auswirkungen auf die deutsche Bildungspolitik analysiert. Abschließend wird im Rahmen einer Schlussbetrachtung ein Fazit gezogen, in dem die oben dargestellte Forschungsfrage beantwortet wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Idee der Re-education-Politik in Deutschland ab 1945
- Darstellung der Re-education-Politik in den Besatzungszonen
- Die britische Re-education-Politik
- Die französische Re-education-Politik
- Die sowjetische Re-education-Politik
- Die amerikanische Re-education-Politik
- Auswirkungen der Re-education-Politik
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik. Sie befasst sich mit der Entstehung, Umsetzung und den Folgen dieser Politik, die zum Ziel hatte, das deutsche Volk zu demokratisieren und von nationalsozialistischen und militaristischen Ideologien zu befreien.
- Die Re-education-Politik als Instrument der Entnazifizierung und Demokratisierung
- Die unterschiedlichen Re-education-Strategien der Besatzungsmächte
- Die Auswirkungen der Re-education-Politik auf das deutsche Bildungswesen
- Die Kontroversen und Debatten um die Re-education-Politik in Deutschland
- Die langfristigen Folgen der Re-education-Politik für die deutsche Bildungslandschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel dieser Hausarbeit stellt die Idee der Re-education-Politik in Deutschland ab 1945 vor. Es beleuchtet die Hintergründe und Ziele der Umerziehung, die von den Besatzungsmächten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs angestrebt wurde. Das Kapitel erläutert den historischen Kontext und die politischen Rahmenbedingungen dieser Politik.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der konkreten Umsetzung der Re-education-Politik in den einzelnen Besatzungszonen. Es analysiert die unterschiedlichen Vorgehensweisen und Einstellungen der vier Siegermächte - Großbritannien, Frankreich, die USA und die Sowjetunion - in Bezug auf das deutsche Bildungswesen. Der Fokus liegt auf der Darstellung der jeweiligen Bildungspolitik und deren Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Re-education, Bildungspolitik, Besatzungsmächte, Zweiter Weltkrieg, Entnazifizierung, Demokratisierung, deutsche Geschichte. Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der Re-education-Politik auf die deutsche Bildungslandschaft im Kontext des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel der Re-education-Politik nach 1945?
Das Hauptziel war die Entnazifizierung und Demokratisierung des deutschen Volkes. Die Besatzungsmächte wollten Deutschland von militaristischen und nationalsozialistischen Ideologien befreien.
Wie unterschieden sich die Strategien der vier Besatzungsmächte?
USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion verfolgten unterschiedliche Ansätze. Während die westlichen Mächte eher auf liberale Demokratisierung setzten, war die sowjetische Zone stark von sozialistischen Bildungsidealen geprägt.
Welchen Einfluss hatte die Re-education auf die heutige Bildungspolitik?
Die Arbeit analysiert, wie bildungspolitische Strukturen und Debatten (z.B. Föderalismus im Bildungswesen) durch die Eingriffe der Alliierten in der Nachkriegszeit geprägt wurden.
War die Re-education-Politik in Deutschland umstritten?
Ja, die Arbeit beleuchtet die Kontroversen und Debatten, die sowohl unter den Alliierten als auch in der deutschen Bevölkerung über die Wirksamkeit und Legitimität dieser "Umerziehung" geführt wurden.
Welcher Zeitraum wird in der Hausarbeit genau betrachtet?
Der Fokus liegt auf der Phase zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949.
- Arbeit zitieren
- Sarah Bastemeyer (Autor:in), 2012, Auswirkungen der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210051