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Auswirkungen der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik

Title: Auswirkungen der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik

Term Paper , 2012 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sarah Bastemeyer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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„Wer das heutige deutsche Bildungswesen in seiner Vielfalt verstehen will, muß dessen Geschichte kennen.“. Erst mit einem Blick auf die Vergangenheit können viele bildungspolitische Strukturen, Debatten und Probleme in ihrem Ganzen nachvollzogen werden.
Betrachtet man den Zeitraum nach dem Untergang des Deutschen Reiches 1945 und vor der Entstehung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949, so sieht man ein viergespaltenes Deutschland, welches seine Souveränität an die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges abgetreten hat. Bildungspolitisch befindet man sich in dieser Zeit in der Phase der Re-education-Politik der Alliierten. „Im Rahmen der allgemeinen Entnazifizierungskampagne und des Versuchs einer reeducation versuchten […]“ die Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion Einfluss auf das deutsche Bildungswesen zu nehmen und dieses in ihrer jeweiligen Zone weitestgehend selbstständig zu steuern. Dieser einschneidende historische Zeitraum könnte die deutsche Bildungspolitik geprägt haben. Infolgedessen finde ich es besonders interessant, zu analysieren, wie und in welchem Maße sich diese Re-education-Politik in der heutigen Bildungspolitik niederschlägt. Die in dieser Hausarbeit behandelte Forschungsfrage lautet somit: Wie wirkt sich die Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik aus?
Dementsprechend wird sich diese Hausarbeit mit der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und ihren Auswirkungen auf das deutsche Volk sowie die deutsche Bildungspolitik beschäftigen. Die in der Recherche und zur Ausarbeitung dieser Hausarbeit verwendete Literatur beschränkt sich hauptsächlich auf Sekundärliteratur.
Einleitend wird die Idee der Re-education-Politik in Deutschland ab 1945 in einem kurzen Überblick zusammengefasst. Anschließend wird die Umerziehungspolitik in den einzelnen Besatzungszonen in Hinblick auf die verschiedenen Vorgehensweisen und divergierenden Einstellungen der vier Mächte dargestellt und bezüglich ihrer Auswirkungen auf die deutsche Bildungspolitik analysiert. Abschließend wird im Rahmen einer Schlussbetrachtung ein Fazit gezogen, in dem die oben dargestellte Forschungsfrage beantwortet wird.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idee der Re-education-Politik in Deutschland ab 1945

3. Darstellung der Re-education-Politik in den Besatzungszonen

3.1 Die britische Re-education-Politik

3.2 Die französische Re-education-Politik

3.3 Die sowjetische Re-education-Politik

3.4 Die amerikanische Re-education-Politik

4. Auswirkungen der Re-education-Politik

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Re-education-Politik der alliierten Besatzungsmächte nach 1945 auf das deutsche Bildungswesen. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die pädagogischen und politischen Umerziehungsmaßnahmen der Siegermächte die Entwicklung der deutschen Bildungspolitik nachhaltig geprägt haben und ob sich diese heute noch nachvollziehen lassen.

  • Historischer Kontext der Re-education-Politik nach 1945
  • Vergleichende Analyse der Vorgehensweisen in den vier Besatzungszonen
  • Demokratisierung des Schulwesens durch die Besatzungsmächte
  • Langfristige Einflüsse und Restauration traditioneller Schulstrukturen
  • Die Rolle der politischen Bildung und Partizipationsformen

Auszug aus dem Buch

3.4 Die amerikanische Re-education-Politik

Der Grundgedanke der amerikanischen Re-education-Politik stammt, wie bereits in Kapitel 2 beschrieben, aus der amerikanischen Individualpsychologie und Psychotherapie und hielt über den Weg der Sozialpsychologie und Gruppentherapie, mit der amerikanischen Deutschland-Diskussion, Einzug in die Völkerpsychologie (vgl. Bungenstab 1970: S.22). Ausgehend von dem positiven amerikanischen Menschenbild, dass der Mensch grundsätzlich gut ist, verfolgt das Konzept der Re-education die Idee, die durch den Nationalsozialismus „erkrankten“ Deutschen („mentally sick German people“) wieder zu heilen. Als „Heilungschance“ für das deutsche Volk wurde der Weg in eine Demokratie angesehen. Somit sollte durch die Demokratisierung Deutschlands ein Einfügen in die internationale Gemeinschaft ermöglicht und ein langfristiges Friedensziel angestrebt werden (vgl. Bungenstab 1970: S.22).

Die Voraussetzung für einen demokratischen Neubeginn sah die amerikanische Besatzungsmacht in der Umerziehung der Deutschen und somit insbesondere in der Umgestaltung des Bildungswesens (vgl. Bungenstab 1970: S.25). Die politische Bildung der Deutschen wurde regelrecht als Mission verstanden, wobei die Umerziehung gewissermaßen zu einem Instrument der Umformung einer ganzen Gesellschaft wurde (vgl. Sander 2004: S.90). Im Zentrum der amerikanischen Umerziehungspolitik stand die Demokratisierung des Bildungswesens, da „[…] ein Unterricht in Angelegenheiten der Demokratie […] nicht nur ein Problem des Inhalts, sondern […]“ insbesondere „[…] in engem Zusammenhang mit der Schulstruktur […]“ (Lange-Quassowski 1979: S.98) steht. Dementsprechend zielte die amerikanische Umerziehungspolitik zunächst auf die Abschaffung des traditionellen dreigliedrigen Schulsystems ab, das aufgrund seiner sozialen Selektivität als Hindernis einer demokratischen Entwicklung gesehen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den historischen Rahmen der Nachkriegszeit dar, definiert das Interesse an der Re-education-Politik und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach deren Auswirkungen auf das heutige deutsche Bildungswesen.

2. Die Idee der Re-education-Politik in Deutschland ab 1945: Dieses Kapitel erläutert die pädagogischen Motive der Alliierten, Deutschland durch eine demokratische Umerziehung in die Weltgemeinschaft einzugliedern und das Bildungssystem von nationalsozialistischen Einflüssen zu befreien.

3. Darstellung der Re-education-Politik in den Besatzungszonen: Hier werden die unterschiedlichen Strategien der vier Besatzungsmächte (Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion und USA) detailliert analysiert und deren spezifische Umsetzung in den jeweiligen Zonen gegenübergestellt.

4. Auswirkungen der Re-education-Politik: Das Kapitel beleuchtet die langfristigen Folgen der Umerziehung, darunter die Einführung neuer Fächer wie politischer Bildung und die Einführung von Schülermitverwaltungen, sowie das Scheitern umfassenderer Strukturreformen.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das festhält, dass die direkten Auswirkungen auf die heutige Struktur begrenzt sind, der Grundgedanke einer demokratischen Bildung jedoch die Entwicklung unterschwellig nachhaltig beeinflusst hat.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für die Analyse der bildungspolitischen Geschichte der Nachkriegszeit.

Schlüsselwörter

Re-education, Umerziehung, Bildungspolitik, Nachkriegszeit, Besatzungszonen, Demokratisierung, Entnazifizierung, Schulreform, Deutschland, Politische Bildung, Alliierten, Schulstruktur, Pädagogik, Geschichte, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der bildungspolitischen Situation in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der gezielten Umerziehungsstrategie (Re-education) der Alliierten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der historische Kontext der Besatzungszeit, die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze der vier Siegermächte sowie die Auswirkungen dieser Politik auf das deutsche Bildungssystem.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, wie stark die Re-education-Politik die deutsche Bildungspolitik beeinflusst hat und welche dieser Impulse bis heute in modernen Strukturen nachweisbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politikfeldanalytische Untersuchung, die auf einer umfassenden Analyse von Sekundärliteratur basiert, um die Strategien der Besatzungsmächte in den Zonen zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der zonalen Re-education-Politik – mit einem besonderen Fokus auf die USA – sowie eine Auswertung der Auswirkungen auf Schulstrukturen und politische Mitbestimmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Re-education, Demokratisierung, Besatzungspolitik, Schulstruktur und politische Bildung.

Wie unterschied sich die sowjetische Vorgehensweise von den westlichen Besatzungsmächten?

Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) betrieb die Entnazifizierung und eine zentralistische Schulreform deutlich konsequenter und unter engerer ideologischer Steuerung durch die SED, während im Westen Reformansätze oft auf breiteren Widerstand stießen.

Warum wird die amerikanische Umerziehungspolitik in der Arbeit so stark betont?

Aufgrund der dominierenden Rolle der USA im Vergleich zu den anderen westlichen Zonen und der spezifischen Anwendung individualpsychologischer Ansätze auf das deutsche Bildungswesen steht dieser Teil der Analyse in der Untersuchung besonders im Vordergrund.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Erfolge der Umerziehung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die ursprünglichen Pläne einer grundlegenden strukturellen Umgestaltung, wie etwa die Einführung von Gesamtschulen, weitgehend scheiterten, der Geist demokratischer Partizipation jedoch unterschwellig fortwirkt.

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Details

Title
Auswirkungen der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik
College
Leuphana Universität Lüneburg
Course
Politikfeldanalyse Bildungspolitik
Grade
2,3
Author
Sarah Bastemeyer (Author)
Publication Year
2012
Pages
13
Catalog Number
V210051
ISBN (eBook)
9783656381990
ISBN (Book)
9783656383437
Language
German
Tags
re-education-politik besatzungsmächte zweiten weltkrieg bildungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Bastemeyer (Author), 2012, Auswirkungen der Re-education-Politik der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg auf die deutsche Bildungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210051
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