Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Kurzprosatext Katedralen i München aus Per Olov Enquists Buch Katedralen i München och andra berättelser.
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von insgesamt 28 kurzen Texten, jeweils zwischen weniger als zwei und bis zu 19 Seiten lang, die auf Artikeln beruhen, die Enquist als Journalist während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München für die Zeitung Expressen schrieb, und auf anderen Aufzeichnungen des Autors aus dieser Zeit.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, auf der Grundlage einer Textanalyse eine Einordnung des ausgewählten Textes im Spektrum der Subgattungen der Gattung Kurzprosa zu versuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textanalyse
2.1 Erzählgeschehen
2.2 Konfiguration
2.3 Erzählform
3. Gattungstheoretische Einordnung
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Kurzprosatext „Katedralen i München“ von Per Olov Enquist mit dem Ziel, diesen innerhalb des Spektrums der Subgattungen der Kurzprosa theoretisch einzuordnen und seine gattungsspezifischen Merkmale durch eine detaillierte Textanalyse zu bestimmen.
- Analyse der narrativen Struktur (Rahmen- und Binnengeschehen)
- Untersuchung der Erzählform und der Charakterisierungen
- Reflexion des historischen Kontexts der Olympischen Spiele
- Diskussion der gattungstheoretischen Zuweisung (Reportage, Essay, Feuilleton)
- Betrachtung der journalistischen Genese und narrativen Gestaltung
Auszug aus dem Buch
2.1 Erzählgeschehen
In Katedralen i München gibt Per Olov Enquist, inspiriert durch die Eindrücke des Olympiaparks in München, einen Überblick über die Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit von der Idee Pierre de Coubertins bis zu den Spielen in München 1972. Dabei ist der Text in Rahmen- und Binnengeschehen eingeteilt, wobei das Rahmengeschehen sehr knapp gehalten ist, es umfasst nur zwölf Zeilen am Anfang des zwölfseitigen Textes (S. 18) und sieben am Ende (S. 29).
Das Erzählgeschehen beginnt und endet im Rahmengeschehen 1972 in München. Zu Beginn des Textes ist der Ort durch die Angabe von Oberwiesenfeld direkt angegeben, eine Zeitangabe findet sich hier nicht direkt. Allerdings kann mit entsprechendem Weltwissen durch die Schilderung der Olympiabauten auf 1972 als terminus post quem geschlossen werden. Da der Text 1972 erschienen ist, ist dieses Jahr auch als terminus ad quem zu ermitteln. Im zweiten Teil des Rahmengeschehens am Ende des Textes werden dann aber mit „München 1972“ sowohl Ort als auch Zeitpunkt direkt bezeichnet.
Das Binnengeschehen spannt sich zeitlich von 1894 bis 1972, räumlich entwickelt es sich ausgehend von Paris als Geburtsort der Idee der Olympischen Spiele der Neuzeit über die jeweiligen Austragungsstädte der Spiele von 1896 bis 1956 bis nach München. Sowohl Orts- wie auch Zeitangaben sind im Binnengeschehen jeweils als direkte Angaben, meist als Kombination aus Stadtname und Jahreszahl (zum Beispiel „London 1948“) angegeben, teilweise steht die Zeitangabe aber auch in Bezug zur jeweils vorhergehenden (zum Beispiel „I S:t Louis fyra år senare [...]“). Am Ende des Binnengeschehens sind Zeit und Ort genau mit denen des Rahmengeschehens identisch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den zu untersuchenden Text vor und verortet ihn im Kontext der literaturwissenschaftlichen Diskussion über Kleingattungen der Prosa.
2. Textanalyse: Dieses Kapitel analysiert das Erzählgeschehen, die Figurenkonfiguration sowie die Erzählform des Textes, um eine fundierte Basis für die Gattungsbestimmung zu schaffen.
3. Gattungstheoretische Einordnung: Hier erfolgt die kritische Prüfung, ob der Text eher als Reportage, Essay oder Feuilleton einzustufen ist, basierend auf gattungstheoretischen Definitionen.
4. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Einordnung als „Feuilleton“ aufgrund dessen Offenheit am besten gelingt.
Schlüsselwörter
Per Olov Enquist, Katedralen i München, Kurzprosa, Gattungstheorie, Reportage, Essay, Feuilleton, Olympische Spiele, Erzählstruktur, Literaturwissenschaft, Textanalyse, Konfiguration, Erzählinstanz, Moderne, Intertextualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Kurzprosatext „Katedralen i München“ von Per Olov Enquist, um dessen gattungsspezifische Einordnung im Feld der modernen Prosa zu klären.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Neben der literaturwissenschaftlichen Gattungsdebatte stehen die historischen Entwicklungen der Olympischen Spiele sowie die Intentionen von Pierre de Coubertin im Zentrum der Betrachtung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Text durch eine systematische Textanalyse und den Abgleich mit gattungstheoretischen Kriterien präzise den Subgattungen der Kurzprosa zuzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewendet, die sich auf narratologische Kategorien (Erzählgeschehen, Konfiguration, Erzählform) stützt und diese mit gattungstheoretischen Diskursen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der erzählerischen Bestandteile sowie eine anschließende theoretische Prüfung der Zuweisung zu den Gattungen Reportage, Essay und Feuilleton.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gattungstheorie, Kurzprosa, Erzählstruktur, literarische Analyse und Feuilleton beschreiben.
Warum wird der Text letztlich als Feuilleton eingeordnet?
Da das Feuilleton als eine relativ offene Gattung gilt und alle sieben von Stephan Porombka definierten Parameter (z.B. Dramatisierung, Personalisierung, Ironisierung) im Text nachweisbar sind, ist diese Zuweisung am stimmigsten.
Welche Bedeutung hat das Rahmen- und Binnengeschehen für den Text?
Die Struktur ermöglicht es Enquist, eine zeitliche Brücke von den Ursprüngen der Olympischen Spiele 1894 bis zum aktuellen Anlass der Spiele in München 1972 zu schlagen und so die historische Entwicklung zu reflektieren.
- Arbeit zitieren
- David Felsch (Autor:in), 2012, Per Olov Enquists Kurzprosatext "Katedralen i München". Eine Gattungsanalyse der Kurzprosa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210090