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Unterrichtsstörungen: Präventive und reaktive Maßnahmen im Vergleich zwischen Theorie und Praxis

Befragung eines gymnasialen Kollegiums.

Title: Unterrichtsstörungen: Präventive und reaktive Maßnahmen im Vergleich zwischen Theorie und Praxis

Examination Thesis , 2012 , 112 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Gonszcz (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Ein umfassende Arbeit zum Thema Unterrichtsstörungen, speziell der in der aktuellen Fachliteratur besprochenen präventiven und reaktiven Strategien, die im theoretischen Teil vorgestellt und im praktischen Teil der Arbeit auf ihre Effektivität und Verwendung im Klassenzimmer hin untersucht. Das Classroom Management findet dabei eine wesentliche Beachtung .

Zielsetzung der Arbeit
Die geschilderte Sachlage wirft die Frage auf, wie sich der Vergleich zwischen Theorie und Praxis in Bezug auf den Umgang mit Unterrichtsstörungen aktuell gestaltet. Wie ist in der Praxis die Verteilung von präventiven und reaktiven Maßnahmen? Auf welche Strategien greifen Lehrkräfte tatsächlich zurück und wie bewerten sie deren Effektivität? Die vorliegende theoretische und empirische Untersuchung will diese und weitere damit im Verhältnis stehende Fragen beantworten und einen Abgleich zwischen Theorie und Praxis schaffen.

Fragestellungen:
I. Wie viele der in der aktuellen Literatur diskutierten Strategien sind den Lehrkräften bekannt?

II. Erweitern bzw. mindern Lehrkräfte ihr Repertoire an Maßnahmen mit zunehmender Berufserfahrung?

III. Welche der den Lehrern bekannten Strategien aus der aktuellen Literatur werden auch tatsächlich angewandt?

a. Wie ist in der Praxis das Verhältnis zwischen den präventiven und reaktiven Maßnahmen verteilt?
b. Welche sind die am häufigsten vorkommenden Strategien?

IV. Wie beurteilen die Lehrkräfte die Effektivität der angewandten Strategien?

a. Was halten Lehrkräfte von präventiven Maßnahmen?
b. Welches sind die Gründe für einen möglicherweise geringen Einsatz präventiver Maßnahmen in der Schule?

V. Wie kamen Sie zu diesen Strategien?

VI. Wie groß ist der Anteil unbewusst angewandter gegenüber bewusst angewandten Strategien?

Ziele:
- Erarbeitung der in der Literatur diskutierten präventiven und reaktiven Maßnahmen

- Hervorhebung der Bedeutung der präventiven Maßnahmen gegenüber den reaktiven

- Feststellen, ob die in der aktuelleren Literatur hervorgebrachten Maßnahmen in der Praxis angekommen sind

- Feststellen, welche Strategien bekannt sind und welche an- gewandt werden

- Feststellung der im Schulalltag am häufigsten angewandten Strategien

- Feststellen, inwieweit die Bewältigung von Unterrichtsstörungen unbewusst geschieht

- Erfassung der Standpunkte der Lehrerinnen und Lehrer bzgl. der verschiedene Maßnahmen, speziell der präventiven

- Abgleich von Theorie und Praxis

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Definitionen und Begriffsklärungen

2.1 Unterrichtsstörungen

2.1.1 Definition nach Karlheinz Biller (1979)

2.1.2 Definition nach Rainer Winkel

2.1.3 Definition nach Gert Lohmann

2.2 Klassenführung – Classroom Management

3. Forschungsstand

3.1 Prävention und Intervention von Unterrichtsstörungen

3.1.1 Erste Studien zum Classroom Management

3.1.2 Jacob Kounins Befunde

3.1.3 Befunde Evertsons et. al

3.1.4 Führungsstil (Tausch/Tausch)

3.1.5 Haertel, Wang und Walberg

3.1.6 Helmke (Scholastik-Studie)

3.2 Vergleich zwischen Theorie und Praxis

3.2.1 Erfolgreiche Strategien und Typen - Mayr et al.

3.2.2 LCH-Befragung zu Disziplinschwierigkeiten in den deutschschweizerischen Schulen

3.2.3 Umfrage Noltings

3.3 Kritische Reflexion des Forschungsstandes

3.4 Aktuelle Literatur zum Thema

4. Strategien im Umgang mit Unterrichtsstörungen

4.1 Präventive Strategien

4.1.1 Disziplin-Managementebene und Organisation

4.1.2 Prävention auf der Unterrichtsebene

4.1.3 Prävention auf der Beziehungsebene

4.2 Reaktive Strategien

4.2.1 Interventionsstrategien auf der Beziehungsebene

4.2.2 Interventionen auf der Disziplin-Managementebene

4.2.3 Interventionsstrategie auf der Unterrichtsebene

4.2.4 Bedeutung präventiver Strategien

5. Zusammenfassung des theoretischen Teils

6. Die Studie – Fragestellung und Hypothesen

6.1 Fragestellungen

6.2 Hypothesen

7. Methodik

7.1 Forschungsdesign

7.2 Erstellung des Fragebogens

7.3 Aufbau des Fragebogens

7.4 Vorstellung der Schule (Stichprobe)

7.5 Durchführung

7.6 Datenanalyse

8. Auswertung und Ergebnisse

8.1 Stichprobe

8.2 Kenntnis der Strategien

8.2.1 Kenntnis der Strategien

8.2.2 Kenntnis der Strategien in Abhängigkeit der Dienstjahre

8.3 Verwendung der Strategien

8.3.1 Verwendung der vorgestellten Strategien

8.3.2 Verwendung präventiver und reaktiver Strategien im Vergleich

8.3.3 Von den Lehrkräften angegebene Strategien

8.3.4 Eingeschätzte Verwendung an der Schule

8.4 Effektivität der Strategien

8.4.1 Effektivität der vorgestellten Strategien

8.4.2 Effektivität präventiver und reaktiver Strategien im Vergleich

8.5 Gründe für den seltenen Einsatz präventiver Strategien

8.6 Aneignung der Strategien

8.7 Bewusste bzw. unbewusste Verwendung

9. Diskussion

9.1 Zusammenfassung und Diskussion der Befunde

9.2 Methodenkritik

9.3 Ausblick

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen aktuellen Vergleich zwischen theoretischen Erkenntnissen und der schulpraktischen Realität hinsichtlich der Bewältigung von Unterrichtsstörungen herzustellen, um die Diskrepanz zwischen beiden Feldern zu analysieren und einander näher zu bringen.

  • Analyse präventiver und reaktiver Strategien zum Umgang mit Unterrichtsstörungen
  • Untersuchung des Kenntnisstandes von Lehrkräften über diese Strategien
  • Empirische Erhebung zur tatsächlichen Anwendung und Effektivitätsbeurteilung im gymnasialen Alltag
  • Identifikation von Gründen für den Einsatz oder Nicht-Einsatz präventiver Maßnahmen
  • Reflexion der Aneignungsweisen professioneller Handlungsstrategien durch Lehrkräfte

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Jacob Kounins Befunde

Die Tatsache, dass die Klassenführung und damit verbunden präventive Strategien neben der Intervention immer stärker in den Fokus der Forschung rückten, ist auf die Untersuchungen Jacob Kounins in den 70er Jahren zurückzuführen. Aufgrund der hohen Bedeutung seiner Studien, sollen diese an dieser Stelle genauer vorgestellt werden.

Der Ursprung seiner Untersuchungen lässt sich auf einen Zwischenfall zurückzuführen. In einer von ihm gehaltenen Vorlesung rügte er verärgert einen Studenten, der während seines Vortrages in einer weit aufgeschlagenen Zeitung las. Die Maßregelung zeigte Erfolg. Der Student unterließ es, die Zeitung zu lesen. Bemerkenswerter für Kounin war aber die beobachtbare Wirkung auf die übrigen Studenten. Diese zeigten sich ebenso von der Maßnahme betroffen, wenn gleich sie nicht gegen sie selbst gerichtet war. Diesen „Welleneffekt“ versuchte er in der Folge an verschiedenen Schulen näher zu untersuchen und ging der Frage nach, welche Zurechtweisung in Reaktion auf eine Störung den bestmöglichen Effekt habe (vgl. Kounin 2006, S. 17 ff.).

Trotz zahlreicher Untersuchungen mit verschiedenen Forschungsmethoden gelangten seine Kollegen und er nur zu widersprüchlichen Befunden ohne eindeutige Ergebnisse. Es konnte keine Korrelation zwischen dem Zurechtweisungsverhalten der Lehrer und der Mitarbeit bzw. dem Störverhalten der Schüler festgestellt werden. Was bei Lehrer A Erfolg zeigte, erwies sich bei Lehrer B wirkungslos. Ermahnungen, die in einer Klasse für Ruhe sorgten, misslangen in den Parallelklassen. Die Art der Reaktion auf eine Störung erwies sich folglich als wenig bedeutsam. Erst als die Forscher durch Videoanalyse verschiedener Klassen den Fokus auf das Geschehen vor der Störung legten, statt nur auf die Lehrerhandlung danach, kamen sie zu nützlichen Ergebnissen. Demnach steht der angestrebte Effekt weniger in Abhängigkeit der Zurechtweisung als vielmehr in Abhängigkeit anderer Dimensionen des Lehrerverhaltens, die belegbar mit dem gewünschten Schülerverhalten korrelierten. Kounin stellt auf Grundlage dessen vier Dimensionen auf, die in der Folge genauer beschrieben werden und sich an Noltings begrifflich vereinfachter Einteilung orientieren (vgl. Kounin 2006, S. 84).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Unterrichtsstörungen ein und erläutert die Motivation sowie die Forschungsziele der Untersuchung.

2. Definitionen und Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Unterrichtsstörungen und Klassenführung, wobei unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen einander gegenübergestellt werden.

3. Forschungsstand: Hier wird der theoretische Forschungsstand zu Prävention und Intervention sowie der Vergleich zwischen Theorie und Schulpraxis kritisch reflektiert.

4. Strategien im Umgang mit Unterrichtsstörungen: Dieses Kapitel erläutert verschiedene präventive und reaktive Strategien, unterteilt in Disziplin-Managementebene, Unterrichtsebene und Beziehungsebene.

5. Zusammenfassung des theoretischen Teils: Eine Zusammenführung der theoretischen Grundlagen und der identifizierten Strategien als Basis für den empirischen Teil.

6. Die Studie – Fragestellung und Hypothesen: Darstellung der konkreten Forschungsfragen und der daraus abgeleiteten Hypothesen für die empirische Untersuchung.

7. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Instrumente (Fragebogen) und der Durchführung der Querschnittsstudie am Gymnasium.

8. Auswertung und Ergebnisse: Präsentation und statistische Aufbereitung der erhobenen Daten zu Kenntnis, Anwendung und Effektivität der Strategien.

9. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen, kritische Methodenkritik und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

10. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit der gesamten Arbeit und Zusammenführung der Kernergebnisse.

Schlüsselwörter

Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Classroom Management, Prävention, Intervention, Lehrerverhalten, Empirische Untersuchung, Disziplin, Lehrer-Schüler-Beziehung, Schulpraxis, Schulentwicklung, Unterrichtsfluss, Schulpsychologie, Pädagogik, Strategieentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Umgang mit Unterrichtsstörungen und analysiert, inwieweit die in der erziehungswissenschaftlichen Theorie diskutierten Strategien tatsächlich in der schulpraktischen Realität eines gymnasialen Kollegiums bekannt sind und Anwendung finden.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Fokus stehen präventive und reaktive Strategien der Klassenführung, die Lehrer-Schüler-Interaktion sowie die Diskrepanz zwischen theoretischen Literaturempfehlungen und dem tatsächlichen Handeln im Klassenzimmer.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist ein Abgleich zwischen Theorie und Praxis. Die Untersuchung möchte feststellen, ob aktuelle präventive Ansätze in der Lehrerschaft angekommen sind und wie Lehrkräfte die Effektivität verschiedener Maßnahmen bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie durchgeführt. Als Erhebungsinstrument diente ein standardisierter Fragebogen, der anonym unter Lehrkräften eines Gymnasiums verteilt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, der Konzepte zur Klassenführung und Störungsprävention aufbereitet, und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Lehrerbefragung deskriptiv ausgewertet und diskutiert werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Prävention, Lehrerhandeln und empirische Schulforschung beschreiben.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen präventiven und reaktiven Strategien eine so große Rolle?

Die Arbeit verdeutlicht, dass präventive Maßnahmen – im Sinne eines "Vorbeugen ist besser als Heilen" – wissenschaftlich als effektiver angesehen werden, während in der Praxis oft noch reaktive, disziplinierende Maßnahmen dominieren.

Welche Rolle spielt die Intuition bei der Arbeit der Lehrkräfte?

Die Studie zeigt, dass sich Lehrkräfte ihre Strategien zum Großteil intuitiv oder durch eigenständiges Erproben aneignen, statt auf eine systematische, von außen vermittelte Ausbildung zurückzugreifen.

Ist die Nutzung von Belohnungssystemen im gymnasialen Umfeld verbreitet?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass klassische Belohnungssysteme (wie Tokens oder Sternchen) in höheren Jahrgangsstufen als eher ungeeignet wahrgenommen werden; Lehrkräfte bevorzugen hier verbale Formen der Wertschätzung und Ermutigung.

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Details

Title
Unterrichtsstörungen: Präventive und reaktive Maßnahmen im Vergleich zwischen Theorie und Praxis
Subtitle
Befragung eines gymnasialen Kollegiums.
College
Sport Academy Cologne
Grade
1,0
Author
Matthias Gonszcz (Author)
Publication Year
2012
Pages
112
Catalog Number
V210130
ISBN (eBook)
9783656377412
ISBN (Book)
9783656377818
Language
German
Tags
unterrichtsstörungen präventive maßnahmen vergleich theorie praxis befragung kollegiums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Gonszcz (Author), 2012, Unterrichtsstörungen: Präventive und reaktive Maßnahmen im Vergleich zwischen Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210130
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