Das Bewegungsprogramm für den (Vor-)Schulbereich nach Goddard-Blythe soll helfen, persistierende frühkindliche Reflexe in reife Bewegungsmuster weiterzuentwickeln und so die gesamte Motorik verbessern. Dadurch werden im Hinblick auf Schule die Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration gefördert.
Diese Forschungsarbeit widmet sich der Frage, inwieweit die Durchfühung eines solchen Bewegungsprogrammes im Kindergarten a) möglich und b) sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangslage, Hintergrund, Information
2.1 Über persistierende Reflexe
2.2 Bedeutung der Thematik für meine Arbeit im Waldorfkindergarten
2.3 Die „Games“ - Das INPP Bewegungsprogramm
3. Forschungsziel
3.1 Fragestellung und Hypothese
3.1.1 Konkrete Fragestellung
3.1.2 Problemdarstellung
3.1.3 Forschungshypothese
3.2. Vorgehensweise und Forschungsdesign
4. Erhebungsphase
4.1 Vorbereitung
4.2 Durchführung
4.3 Beobachtungen
4.4 Reflexion und Fazit zur ursprünglichen Forschungsfrage
5. Erweiterung der Praxis-Forschung
5.1 erweiterte Fragestellung
5.2 erweiterte Forschungshypothese
6. Zweite Erhebungsphase
6.1 Vorbereitung und konkrete Veränderungen
6.2 Beobachtungen
6.3 Reflexion und Fazit zur erweiterten Fragestellung
7. Auswertung der Praxis-Forschung
7.1 Auswertung der Beobachtungen
7.2 pädagogische Konsequenz
7.3 Bedeutung des Themas für den Studiengang Kindheitspädagogik
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern das INPP-Bewegungsprogramm (die „Games“) dazu beitragen kann, persistierende frühkindliche Reflexe bei Kindern zu integrieren und deren motorische Entwicklung im Kindergartenalltag zu fördern. Die Autorin geht der Frage nach, ob regelmäßige Übungen die grob- und feinmotorische Sicherheit steigern und wie diese sinnvoll in den Gruppenalltag integriert werden können.
- Grundlagen frühkindlicher Reflexe und deren Auswirkungen auf die Entwicklung.
- Methodische Durchführung von INPP-Bewegungsübungen in einer Kindergartengruppe.
- Herausforderungen bei der Umsetzung (Platzmangel, Zeitbedarf, Altersgerechtigkeit).
- Beobachtung und Reflexion motorischer Kompensationsstrategien bei Kindern.
- Pädagogische Relevanz der Reflexintegration für die frühkindliche Bildung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Über persistierende Reflexe
Frühkindliche Reflexe sind automatisierte Reaktionsmuster in den ersten Lebensmonaten, welche der Säugling zur Nahrungsaufnahme und zum Schutz benötigt. Im Laufe der Entwicklung und Reifung des Nervensystems werden die frühkindlichen Reflexe in umfassendere Bewegungsmuster integriert und das Kind lernt, seine Bewegungen bewusst zu steuern. Geschieht die Integration nicht, spricht man von persistierenden frühkindlichen Reflexen oder Reaktionen. Diese können die weitere Bewegungsentwicklung des Kindes mitunter massiv stören und verzögern, da das Kind nicht die volle Kontrolle über seine Bewegungen erlangen kann. Beispiel: ein nicht integrierter ATNR (asymmetrisch-tonischer Nackenreflex) verursacht, dass bei der Kopfdrehung in eine Richtung sich Arm und Bein des Kindes automatisch in dieselbe Richtung strecken. Dies behindert die Kinder schon bei kleinen Tätigkeiten am Tisch, beim Malen, Schneiden, Kleben, beim Essen oder auch im Freispiel – oft sind es die Kinder, denen oft ein Ungeschick passiert, die „nicht aufpassen“ und eben durch die Kopfdrehung z.B. die Blumenvase vom Tisch stoßen.
Genau dieser Reflex hindert die Kinder u.a. auch an der fließenden Überkreuzung ihrer Körpermitte. Kinder entwickeln allerdings in den meisten Fällen gut funktionierende Kompensations- Taktiken, z.B. sitzen sie am Tisch und haben ein Bein unter dem Popo – damit es nicht wegrutscht, wenn beim Malen der Kopf dem Stift in eine Richtung folgt. Es sind „nur“ klitzekleine Bewegungs- oder Reaktionsimpulse, die durch die bestehenden Reflexe ausgelöst werden, aber genau diese Impulse sind oft die Ursache dafür, dass die spätere Schulzeit für Kinder mühsam wird, weil sie z.B. nicht richtig lesen und schreiben lernen können, da sie überhaupt gar nicht „still sitzen“ können, solange die Aufmerksamkeit immer von störenden Bewegungsimpulsen beansprucht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Motivation, sich mit frühkindlichen Reflexen auseinanderzusetzen, und führt in die Arbeit mit den INPP-„Games“ ein.
2. Ausgangslage, Hintergrund, Information: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen persistierender Reflexe, deren Bedeutung für die pädagogische Arbeit und das INPP-Bewegungsprogramm.
3. Forschungsziel: Es werden die konkreten Fragestellungen, das Problemfeld sowie die Forschungshypothese und das Design der Längsschnittstudie dargelegt.
4. Erhebungsphase: Die Autorin beschreibt die Vorbereitung, praktische Durchführung und erste Beobachtungen in ihrer Kindergartengruppe sowie erste Reflexionen.
5. Erweiterung der Praxis-Forschung: Basierend auf den ersten Erfahrungen werden die Fragestellung und die Hypothese angepasst, um den Fokus auf Kleingruppen zu legen.
6. Zweite Erhebungsphase: Beschreibung der veränderten Rahmenbedingungen (Eurythmieraum, Kleingruppe) und die Auswertung der Beobachtungen im Dezember.
7. Auswertung der Praxis-Forschung: Zusammenfassende Bewertung der Beobachtungen, Ableitung pädagogischer Konsequenzen und Diskussion der Bedeutung für den Studiengang.
Schlüsselwörter
Frühkindliche Reflexe, INPP, Bewegungsentwicklung, Reflexintegration, Praxisforschung, Kindheitspädagogik, Motorik, Waldorfkindergarten, Kompensationsstrategien, Beobachtung, Sensorik, Bewegungsförderung, Gruppendynamik, Schulanwärter, Wahrnehmungsspiele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung von Bewegungsprogrammen zur Integration frühkindlicher Reflexe in einem Waldorfkindergarten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die frühkindliche motorische Entwicklung, persistierende Reflexe, das INPP-Bewegungskonzept sowie die Rolle der pädagogischen Beobachtung im Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob regelmäßiges Üben von spezifischen Bewegungsabläufen zur Integration frühkindlicher Reflexe beiträgt und die motorische Sicherheit der Kinder fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung im Rahmen einer Längsschnittstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Erhebungsphasen, in denen die Autorin Übungen mit Kindern durchführt, diese systematisch beobachtet und ihre Vorgehensweise reflektiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Reflexintegration, Bewegungsentwicklung, INPP-Programm, Beobachtungsprotokolle und Praxisforschung.
Warum wurde die Forschung zwischenzeitlich unterbrochen?
Die Autorin unterbrach die Übungen im November, da sie sich aufgrund offener Fragen zur praktischen Umsetzung und der Deutung der Beobachtungen unsicher fühlte.
Welche Rolle spielt die räumliche Umgebung bei den Übungen?
Platzmangel wurde als ein wesentlicher Störfaktor identifiziert, der die Qualität der Durchführung in der ersten Phase beeinträchtigte, was zur Verlegung in einen größeren Eurythmieraum führte.
Konnte die Forschungshypothese bestätigt werden?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Beobachtungszeitraum zu kurz war, um die Hypothese wissenschaftlich zweifelsfrei zu verifizieren, sie sieht jedoch deutliche Hinweise auf eine positive Entwicklung.
- Quote paper
- Lisa Georg (Author), 2011, Bewegungsübungen nach INPP. Die "Games" nach Sally Goddard-Blythe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210164